Umzugsnachwehen
Grässlich. Je länger ich es hinausschiebe, desto mehr muss ich schreiben. Zur Selbstmotivation also erneut kurzgefasst:
Alte Wohnung:
Ich war noch einmal dort, um die verbliebenen Stellen zu streichen. Vier Stunden lang.
...
Ja, frag ich mich auch.
Eine Woche später noch mal hin, zum Putzen. Fünf Stunden lang. Davon gingen allein zwei für die Fensterrahmen drauf, die komplett grau waren. Seife und Schwamm hatten bisher nie was bewirkt, daher hab ich mal ein uraltes Mini-Fläschchen Scheuermilch ausgegraben. Und siehe da - strahlendes Weiß war die Folge. Hätte mir auch mal eher einfallen können.
Inzwischen weiß ich übrigens auch, dass der generelle Grau-/Schwarz-Schleier, der dort alles überzogen hat, nicht auf meinen Mangel an Böcke auf Putzen zurückzuführen ist - obwohl der freilich vorhanden ist, also der Mangel - sondern auf ein Phänomen namens Schwarzstaub.
Was man dagegen tun kann: Ausziehen. Check.
(Muss aber noch mal hin. Ist noch lange nicht fertiggeputzt. Gnarf. Mir graut vorm Keller.)
Neue Wohnung:
Ich besitze jetzt auch einen Couchtisch. Ich hab dafür drei Mal so viel ausgegeben, wie ich wollte, dafür sieht er aber wenigstens auch nicht aus wie eine mit Holzoptiktapete beklebte Pappschachtel. Und er fährt sich dank Gasfederkern selbst auf eine zum Essen angenehme Höhe. Schick.
Er ist nur etwas größer geraten als geplant. Was dazu führte, dass auch die beiden Pakete, in denen ich ihn holte, recht groß waren.
...ich fuhr also mit dem Einkaufswagen mit den beiden Riesenpaketen zu meinem Auto, und ließ mein geschultes Augenmaß kurz scannen:
Breite Auto: 1,62 m
Breite Paket: 1,70 m
Kleines Missverhältnis.
Zweifelte auch, ob ich die Dinger allein ins Auto gehievt kriegen würde, aber es liefen ja notfalls genug Leute rum. Meine Subtilität war ja immer noch auf Urlaub.
Ich machte mich also daran, die Rücksitze umzuklappen, als sich ein älterer Mitbürger neben meinem Kofferraum materialisierte.
"*zing* Brauchen Sie Hilfe?"
"Jopp!"
Gemeinsam hieven wir die Pakete in den Kofferraum, er erzählt mir noch eben von seinen sieben Kindern, denen er ja auch schon beim Umzug geholfen hat und entschwindet wieder.
Musical:
Saison ist wieder eröffnet. Begann ganz stilecht damit, dass die Trainerin der Meinung war, vier Trainingsstunden würde doch locker reichen, um alle Tänze zu wiederholen, noch mal auf Perfektion zu trimmen und zwei Tänze noch mal komplett umzustellen, weil dann zwei Kinder mehr mittanzen könnten. Demnach mussten auch zwei Erwachsene mehr auf die Bühne, die dafür viel zu schmal war, weswegen die Raumwege und Figuren scheiße aussahen.
Aber dafür konnten zwei Kinder mehr mittanzen. Die das so wollten.
Auch wenn die selbst was anderes behaupteten. 
Wir haben unsere Erwartungen weit genug runtergeschraubt, um die miese Vorstellung, die wir geliefert haben, unter "noch mal gutgegangen" abzuheften. Yay.
Ich persönlich, wieder alle Tänze an der Backe habend, fand's auch eher stressig als schön. Weil ich wieder nur mit Umziehen beschäftigt war und so alles eher abgeleistet als genossen habe. Abgesehen von unserem kurzen Statisten-Impro-Theater, bei dem wir uns glaub ich mehr amüsiert haben als das Publikum in den ganzen drei Stunden. Das war großartig. Es war nebenbei bemerkt auch nicht hilfreich, dass die Bäänd beschlossen hatte, die letzte Pause zu kürzen, um "das alles etwas zu straffen", weil das dazu führte, dass es zum zweiten Mal klingelte, als ich noch nicht mal die Perrücke aufhatte. Bestendankauch. 
Ja, so war das. Nächstes Mal wird's besser, bestimmt.
Sonstso:
Die Bäume bekommen endlich einen grünen Schleier, und die neue Wohnung liegt in einer herrlich idyllischen Spießergegend. Urlaubsstimmung am Nachmittag, quasi.




