Aus dem Leben eines Taugegarnichts

11.03.2010 um 21:16 Uhr

Das sind Probleme....

Musik: Bodo Wartke

Ikea
...die ich früher noch nicht hatte.
Da fuhr ich zu Ikea
Für nen Schrank, und nicht ne Latte....

Oder so.
Centi und Ikea, ein Drama in hoffentlich nur drei Akten. Ich komme nämlich gerade zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen vom Schweden wieder.

Los ging's vor ner anderthalben Woche, am Renovierungswochenende. Unter anderem haben wir den Ivar-Bausatz eingesackt. Da soll mal ein begehbarer Kleiderschrank draus werden. Mein Schlafzimmer ist leicht schlauchförmig, da bot es sich an, einfach nen anderthalben Meter per Vorhang abzutrennen und mit Regalen zu bestücken. Ivar war der Plan. Vielseitig, erweiterbar, bezahlbar und unbehandeltes Holz. Ich mag Holz.
Zu den diversen Brettern hatte ich eine sog. Kommode, also drei Schubladen, und ne Kleiderstange für Kleiderbügel geplant.

Die Kleiderstange haben wir direkt mal vergessen.
Beim Zusammenbau der Kommode stieß Mann-von-Beri sofort auf das erste Hinderniss: Eines der Seitenteile war falsch gebohrt. Die Schienen für die Schubladen konnte man so schlicht nicht dran befestigen.
Kommode erst mal auf Eis gelegt.

Gestern also wieder zu Ikea gepilgert:
Nach der Kleiderstange gefragt.

"Die gibt's nicht mehr."
"Wie die gibt's nicht mehr? Ich hab die aber fest in meinem Regal eingeplant, was soll ich'n jetzt machen?!"
"Müssen Sie halt was basteln."


Was basteln?!
Wer bin ich denn?! Tim Taylor?! Ich suche ne Kleiderstange, kein Hobby!! anplaerr
Wroar. hmpf

Ich mir also kurz überlegt, wie ich das tun könnte und hab erst mal eine Stange mitgenommen, die etwas länger ist als die Regalbretter. Dann könnte ich sie auf die Querstreben der Seitenteile legen und müsste sie nur noch grob fixieren. Gut, dafür wäre eine mit der passenden Länge besser gewesen. Und ich hätte ja auch einfach mal mit ein paar verschiedenen Kleiderstangen zum nächsten Ivar-Regal wandern, sie drauflegen und ne Weile sinnieren können. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich schon drei Stunden durch das Haus geschlurft und meine geistige Aufnahmefähigkeit rangierte irgendwo knapp über der eines erkälteten Regenwurms.

Denn vorher hatte ich ja schon das Brett umgetauscht. Nachdem ich ein paar Minuten auf der Wartebank vor dem Kundenservice gesessen hatte. Die Zeit hatte die Frau neben mir übrigens ganz produktiv genutzt und fortlaufend vor sich hingemotzt. Wie lange das dauern würde, und was der Mann da die ganze Zeit am Schalter mache, der hätte doch bestimmt gar nicht die Nummer gezogen, die da drüber stand. Um das zu verifizieren, ist sie sogar hingeschritten und hat sich die Nummer bestätigen lassen. Nächste Beschwerde war dann, dass einer der Mitarbeiter nach hinten ging (um etwas zu holen...?), weil das ginge ja nicht, hier warteten ja noch Leute. Etc.
Mir fällt übrigens auch auf Anhieb kein Dialekt ein, der in der Situation noch ignoranter und angepisster geklungen hätte als der Kölner. Hatte was Kabarettistisches, war also ganz unterhaltsam. Mir tat nur der arme Mitarbeiter leid, der die Henne dann abgekriegt hat. Nunja.

Irgendwann war dann auch meine Nummer dran und ich klagte dem mir zugewiesenen Mitarbeiter mein Leid und zeigte Schiene und falsch gebohrtes Brett vor. Das Brett ward durch ein richtig gebohrtes ersetzt und ich bekam einen Gutschein für Essen und Trinken und ein Lachsfilet später war die Welt auch schon halbwegs wieder in Ordnung.

(Okay, danach hab ich noch zwei Möbelhäuser umsonst nach nem passenden Couchtisch abgegrast, aber das steht auf einem anderen frustrierenden Blatt.)


Zuhause wurde also weiter an der Kommode gebastelt, nach einem schlechten Pseudohistorienfilm stand dann auch schon der Korpus und...
...irgendwie waren die Schienen für die Schubladen auf der linken und rechten Seite nicht ganz auf der gleichen Höhe.

Also eigentlich völlig schief.

Der freundliche Ikea-Mitarbeiter hatte mir das falsche Brett gegeben. Statt eines linken und eines rechten Seitenteils besaß ich nun zwei rechte! Und eines davon stand einfach kopf. Hurra!

Kurzerhand am nächsten Morgen das zusammengebaute Teil komplett wieder ins Auto verfrachtet und heute nach der Arbeit wieder zu Ikea. Juchhee!

Die Mitarbeiterin, der ich nun meine Biografie erzählte, hatte immerhin ein wissenschaftliches Interesse an meinem Kasus und fand das ganz kurios, was da passiert war.

Ich war ja auch schon völlig von den Socken vor Erheiterung. Ist auch nicht so, dass ich gern ein paar Umzugskartons in diese Schubladen entleeren wollte oder gar endlich gern ein paar weniger Bretter und ein Stück mehr Möbel in meinem Schlafzimmer haben wollte. Nein, wenn ich mit meinem Leben andere unterhalten kann, dann bin ich vollauf zufrieden! hng

Nach einigen Beratungen mit Kollegen wurde mir das neue Brett, diesmal wirklich ein linkes, übergeben.

Dann wurde laut überlegt:

- Hm, das andere Brett... hm...
- Aah, hakte ich ganz subtil ein, also wenn Sie mir das hier ausbauen würden, wäre ich da alles andere als böse drum, zwinker, zwinker, Ellbogen in die Rippen pieks. Immerhin hätte ich die Schrauben schön fest angezogen und wüsste nicht wirklich, ob ich die wieder rausgedreht kriege, auf und ab hüpf und mit den Armen wedel.


Der Wagen mit dem Kommodenkorpus wurde denn auch nach hinten gebracht, es gab ein vorzügliches Schrauben und kurz darauf kam der Wagen wieder nach vorn.

"Wir haben Ihnen gleich das neue Brett eingebaut."

Hat man meinen subtilen Hinweis zwischen den Zeilen doch irgendwie bemerkt, daguckemal.

Und da das mit der Subtilität gerade so schön lief:

"Ja, dann danke ich recht herzlich! Ach... könnte ich vielleicht noch einen Essensgutschein raushandeln? Ich hab grad echt Hunger und Ihr Kollege gestern..."

Köttbullar ist es geworden. Etwas fleischlastig, aber doch ganz lecker.