Aus dem Leben eines Taugegarnichts

27.08.2010 um 20:46 Uhr

My Tanz is my castle

14°C, 88%, betongraue Wolkendecke mit verzeinzelten Schauern.

Ich fühle mich ein bisschen um meinen Sommer betrogen. Die paar warmen Tage letzten Monat waren ja ganz nett - aber wo ist der Rest?? grml
Schnell zurück an bessere Zeiten denken.

 

Setzei

 

Vorletztes Wochenende auf Burg Setzei stand ja wieder eine irische Nacht an, und es war hervorragendes, sonniges, warmes Wetter - was sehr praktisch ist, wenn man in schwarzem Samtkleid auf der Bühne steht und sich einen abhüpft.
Wie gut, dass es am nächsten Tag dann wieder gegossen hat wie aus Eimern, sonst wäre ich vermutlich noch auf die Idee gekommen, mich mit einem Buch auf den Balkon in die Sonne zu setzen. Hmpf.

Auftritt lief jedenfalls gewohnt gut. Und das, obwohl ich diesmal einen kurzen (nur ein Schritt) Solo-Auftritt hatte. Vor vierhundert Leuten. Hu. War nicht wirklich richtig gut, aber ich geb mir mal ne Drei. Wobei ich eigentlich den größten Teil des Tanzes aus meinem Gedächtnis gestrichen hab. Vielleicht Selbstschutz. J. behauptete hinterher, ich hätte mit der Kamera geflirtet?? Sowas tu ich doch nicht. wtboe

Dann den Rest der Veranstaltung noch mitgenommen. Paddy Schmidt hat's einfach mal drauf. Die Blues- ("Musik von Frustrierten für Deprimierte") und die Reggae-Versionen vom Wild Rover sind mal nur genial.

Im Verlauf des Abends noch von S.'s Freund zu nem Walzer aufgefordert worden. Waren natürlich die einzigen weit und breit, die getanzt haben. Und Paddy, die dumme Sau, hat gefühlt (?) noch fünf Strophen extra dazugenommen, damit der Tanz länger war. Na danke. pyr Die Hälfte der Zeit stand ich auf T.s Zehen. Hng. Ist eh ein völlig haltloses Gerücht, dass Paartanz sonstwietoll schwebend ist.
Danach haben wir uns wieder auf simple Ceili- und Hardshoe-Schritte verlegt. Und J. hat sich von dem offenbar hübschen jungen und flirtenden Barkeeper noch halb abfüllen lassen.

Großartiger Abend. Setzei halt. Fröhlich

19.08.2010 um 17:49 Uhr

Speak, or I shall smite thee with my mighty blade!

dark side
Widrige Umstände hielten mich bisher vom Bloggen ab. Derzeit gibt's nur unregelmäßiges kurzes Tanztraining kein Volleyball und bis auf nen Auftritt mit anschließendem Konzert sind auch meine umliegenden Wochenenden frei - das heißt, ich habe *Zeit*, und da krieg ich nie was auf die Reihe. Steuererklärung, Umzüge, Anschaffungen, Blogeinträge, etc., das sind alles Dinge, für die ich ein möglichst minimal geöffnetes Zeitfenster brauche, sonst verschiebe ich sie auf später - wenn ich keine Lust mehr drauf hab.

Andererseits stand blogtechnisch als nächstes auch ein Larp-Bericht an und es scheint leider völlig außerhalb meiner Möglichkeiten zu stehen, die unglaubliche Endgenialität dieser Veranstaltung auch nur annähernd für nicht-Freaks zu beschreiben. Werde es daher auch gar nicht mehr versuchen, sondern nur für mich festhalten. Müsster mit leben.

Mythodea war mein allererstes Larp, und darüberhinaus für ein Larp nicht ganz typisch. Dafür war die Veranstaltung zu groß, daher die Plotbezogenheit des einzelnen zu dünn. Dazu kam, dass meine drei irischen Hupfdohlen und ich ja als Tänzerinnen bestellt waren, ergo freien Eintritt hatten, für den wir was leisten sollten, und damit eigentlich schon eine Aufgabe hatten. Uuuund dann kam noch der Familienanhang hinzu, dem wir zwar vordergründig die gesamte Lagerausstattung zu verdanken hatten, aber eben auch die Tatsache, dass wir 98% der Zeit nicht intime waren. Funktioniert einfach nicht, wenn die krähende Dreijährige in dem lila-weiß gepunkteten Kleid neben einem herscharwenzelt.
Was den Larp-Charakter insgesamt für uns relativierte und uns die meiste Zeit irgendwie zu, hng, Gewandungsgrillern machte, let's face it.

Nichtsdestoweniger (Ihre Initiative zur Erhaltung alten Wortguts.), ein bisschen was von der Larp-Atmosphäre, bild ich mir ein, ist auch bei uns angekommen.

Und damit meine ich nicht nur die köstliche Episode, als wir vier Elfen-Hupfdohlen ins französische Söldner-Lager bestellt wurden, um da zu tanzen.
Wir hatten uns so ein paar Tänze zurechtgelegt, sind von ner Trommel und ner Gitarre für die Softshoetänze musikalisch unterstützt worden und haben dann auf ein paar mitgebrachten Brettern noch ein zwei Hardshoetänze vorgeführt, letzteres klang übrigens grauenvoll.
Und die Franzosen waren so. ent. zückend.
Erstmal kriegten wir eine echt hohe Summe intime-Geld, ein paar Flaschen französisches Bier, dann haben wir sie auch noch zu ein paar ausgelassenen (Würde minus 2) Tänzen mit uns animieren können und auf dem Rückweg half uns dann einer der Söldner, unseren Bollerwagen mit den Tanzbrettern in unser Lager zurück zu ziehen. Auf halbem Wege kam dann noch einer der Jungs hinterher und wollte noch französische (Wange, klar.) Abschiedsküsse von uns haben.
Trockener Kommentar des schufftenden Bollerwagenziehers (auf englisch): "Klar, der ist ja auch Offizier, ich bin nur Sergeant."

Dann gab es ganz viele nette Episoden, die ich gar nicht alle aufzählen, schon gar nicht erklären, kann. Der Waliser Krieger (aus New York), der auf seine Wunde am Bein angesprochen antwortete "It's just a flesh wound."
Der Soldat, der sich nach einer kurzen Zeit der Bessessenheit aufwachend gefesselt wiederfand, mit einem Halbkobold, der seltsame Austreibungszeremonien veranstaltete.
"Wo bin ich, wieso bin ich gefesselt, und was soll überhaupt das Räucherwerk?!"
"Das weht den bösen Fluch fort!"
"Hier muss nichts fortgeweht werden, höchstens mein schlechter Geruch!"
(Und dann steht man als Elfe daneben und bemüht sich, allenfalls entfernt wissenschaftlich interessiert zu gucken und darf nicht lachen!)

Der Barde, der im Marktviertel einem Paar ganz entzückend spielender Nixen hinterhersang. In der realen Welt hättense den eingeliefert, dort war's einfach nur schöööön!

Und das Seefahrerviertel generell. Einen Abend waren da Tribal-Tänzerinnen bei nem Auftritt in einer Gasse zwischen zwei Hafenkneipen. Alle Seefahrer schauen genießend zu, bis ein Trupp etwas raubeinigerer Gesellen rotzcool geradewegs durch die Tänzerinnen hindurchmarschiert, ausgebuht vom Publikum, angekeift von den Damen.

Die zwei Frauen, die vor irgendwem auf der Flucht hinter einem Marktstand Schutz gesucht haben. Und die Marktfrau, die aufgebracht zu ihnen gegangen ist. "Heh! So geht das aber nicht! Das kostet was!"

Die beeindruckenden Schlachten - mit Belagerunswaffen! - inklusive äußerst glaubwürdiger Heilerei, die mich endlich haben verstehen lassen, was in den Büchern immer gemeint war, wenn von einem heillosen Durcheinander die Rede war, bei dem man nicht erkennen könnte, wer Freund und wer Feind war.

Und die Untoten, die uns, ein bisschen outtime, darüber aufzuklären versuchten, dass die Geschichte der Untoten eine Geschichte voller Missverständnisse sei. Das wäre nämlich eine supi Alternative zu der Leere, die uns sonst nach unserem Tod erwartet, und man müsse gar nicht so viel dafür tun, außer halt ab und an mal nen neuen Körper anzuschleppen, wenn der alte auseinanderfällt.


Und generell und hach und so. Ich hab beschlossen, jetzt doch keine Seglerin, sondern Larperin zu werden. Brauch ich nur noch 1-2 Chars, ein bisschen Ausrüstung und.... Zeit. Verdammt.

03.08.2010 um 21:03 Uhr

Das Bamberger Miez

Die Zeit, die ich eigentlich nicht habe, weil ich etwa zwei Kubikmeter Klamotten und Gedöns auf diverse Taschen verteilen, essen* und duschen müsste, kann ich ja schnell noch dafür aufbringen, von Bamberg zu berichten.

Fix & Foxi haben sich nämlich redliche Mühe gegeben, uns an einem Tag in entspanntem Tempo alle möglichen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen, die zu Recht Unesco-Weltkulturerbe ist:

Das Kloster Michaelsberg mit den entzückenden Blumen an der Decke und den coolen Gothic-memento-mori-Totenschädeln überall, den Bamberger Dom mit dem berühmten Reiter, den entzückenden Hof der alten Hofhaltung, etc., etc., etc.


Sehen Sie nachfolgend das einzige Foto, dass ich an diesem kulturell hochwertigen Wochenende in Bamberg geschossen habe:

 

Bamberger Miez

Ist sie nicht total süß? Und der Blick!


Dazu noch den denkwürdigen Dialog, in dem ich Foxi den Namen der beiden Stubentiger entlocken wollte:
"Das ist der Kater und das ist die Keira."
"Ah. Und er?"
"Das ist der Kater."
"Ja... Kater heißt...?"
"Das ist die männliche Katze."

Ja, ich bin schuld, ich hab den Artikel weggelassen.

 

* In dem Satzbau klingt das zweideutig. Ihr wisst genau, was ich.

02.08.2010 um 17:04 Uhr

So... We're in the forest, right?

storming the castle
Vergangene Woche:
Tanztraining, kurz unterbrochen von Besprechungen für kommende Woche, fortwährendes Tanztraining.

Vergangenes Wochenende:
Mit Beri & Beren bei Fix & Foxi in Bamberg gewesen. Perfektes Wetter, großartiges Essen, wunderhübsche Stadt. Diesen Monat sollen da Dreharbeiten für einen Drei-Musketiere-Film beginnen, und Foxi hat sich als Komparse beworben. Orli Blümchen spielt mit. Man darf gespannt sein!

Kommende Woche:
Kurzes Interludium auf Arbeit, kurz unterbrochen für Besprechung für diese Woche.

Ab Mittwoch nämlich, Posaunen, Trompeten und Fanfaren, oder so, bestreite ich mein erstes Larp. Woohoo, denk ich.

Eine unserer Tänzerinnen ist eh immer dort, und wurde dann letztes Mal gefragt, ob unsere Tanzgruppe da nicht ein paar Elfen mimen könnte. Ich bin ein bisschen besorgt, weil wir natürlich keine CDs abspielen können, sondern dank Verwandten und Bekannten nur zwei Mädels haben, die neben larptauglichen Zelten ihr Getrommel, Geflöte und ihren Gesang zur Verfügung stellen, nach dem wir tanzen können. Ach, wird schon.

Ich bin jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen, wie wir da mehrere Tage intime (lies: in-time, klar?) auf alle möglichen Orks und Gesocks reagieren, und wie es sich so anfühlen wird, inmitten von Abertausenden von Bekloppten in verfreakten Klamotten herumzuhüpfen. Wollte ich schon immer mal machen.
Booyah! dops

Ich bleib aber nur bis Freitag, dann gehts nämlich von Niedersachsen nach Thüringen, wo meine Nichte am Samstag Einschulung feiert. Und als ihre weltbesste und allerliebste und auch einzige Tante hab ich natürlich Anwesenheitspflicht. Darf nicht vergessen, angemessene Klamotten mitzubringen, sonst muss ich nämlich als Elfe feiern. Meine Verwandten halten mich eh schon für bekloppt genug.


So, muss weg, einkaufen, einpacken, Frisuren testen.