Aus dem Leben eines Taugegarnichts

23.03.2012 um 11:12 Uhr

The Reel Thing

Zumindest vorerst ist mein Reel-Problem gelöst. Ich hab einfach alles aus der zweiten Hälfte des ersten Schrittes geworfen, was irgendwie kompliziert war. Der endet jetzt zwar auf Anfängerniveau, sieht dafür aber ordentlich aus. Der Anspruch kommt dann eh im zweiten Schritt schon wieder. Ha.
Fürs kommende Feis reicht das (liegt eh im Dunstkreis von European *und* World Championship, die Konkurrenz wird also fürchterlich sein), und für das nächste kann mans immer noch upgraden.

Herrn Freund und mich plagen dieweil üble Muskelkater - Isländerkollegin hat uns diesmal beide auf einen Ausritt eingeladen. Herr Freund saß zum ersten Mal so richtig auf nem Pferd und hat intuitiv viele Dinge schon sehr gut gemacht. Ist aber trotzdem etwas desillusioniert. "Bei den anderen sieht das immer so leicht aus!"

Wenn man das erste Mal auf nem Gaul sitzt und schon damit beschäftigt ist, oben zu bleiben, ist das nämlich alles andere als bequem. Irgendwie wackelt alles, und Trab ist eh die Hölle. Und die Mitreiter sehen aus wie mit dem Pferd verwachsen und am Sattel festgeklebt. Ich kenn das auch noch gut.
Hab die Phase aber zum Glück etwas hinter mir gelassen und durfte wieder im gestreckten Galopp durch den Wald brettern.
Zwecksdessen hab ich mit Schimmel #1 gewartet, bis Schimmel #2 und der Braune weit genug wegwaren, dass die gesamte Galoppstrecke frei war.

Das mit dem Warten, während seine Herde davontrabt, fand Schimmel#1 ja nicht so richtig lustig. Das kleinste Nachlassen der Zügel hat der schon für einen halben Galoppbefehl gehalten. Irgendwann hat das viel zu kluge Tier dann beschlossen: Tja, sie verbietet mir, vorwärts zu gehen. Sie hat nicht gesagt, dass ich nicht seitwärts laufen darf. Und lief gaaaanz unauffällig seitwärts. Wenn er pfeifen könnte, hätte er's getan, ich schwör's!
Hab das Pulverfass dann ein bisschen mit Schlangenlinien, Volten und Rückwärtsgehen beschäftigt bekommen, und als ich ihn dann endlich hab machen lassen, ist der mir dermaßen explodiert, dass er fast aus dem Stand in den Galopp gefallen ist. Und dann sind wir wieder den Waldweg entlanggeflogen.
Der Schimmel fetzt!

Ansonsten bin ich halb auf dem Weg ins Erzgebirge und habe nicht weniger als vier Jacken dabei. Dort weiß man ja nie!

19.03.2012 um 15:08 Uhr

Jetzt macht die Prinzessin noch ein schönes Ding

Letzte Woche Volleyball war grandiosestens! Nachdem es in letzter Zeit immer viel zu viele Mitspieler waren (12-14), konnte ich jetzt bei 9 Leuten endlich mal wieder in einer vierer-Manschaft rumwirbeln.
Der Rest meiner Mannschaft bestand aus drei älteren bauchig-bärigen Herren. Und wir haben die gegnerische Jungspund-Draufklopp-Ego-Mannschaft ja dermaßen zerlegt. Höhö.

Trainer merkte auch zum Schluss öffentlich an, ich wäre weit über mich hinausgewachsen. Hömm! Und ja, wenn ich weiß, ich muss rennen, weil es außer mir niemand tut, oder weil sonst schlicht keiner da ist, dann renne ich auch. Und dann krieg ich auch noch die wirresten Bälle. Dass ich dabei immer noch auch die einfachsten mal verschieße - geschenkt.
Wenn man sich zu sechst in dem Feld tottrampelt, ist man ja immer mehr damit beschäftigt, abzuschätzen, wer wohl den Ball kriegen würde, als einfach mal loszustürmen. Naja, und wenn man nur zu fünft ist, hat man eben die riesig klaffende Lücke an der Stelle der völlig unterbewerteten Nummero Sechs.
Was vielleicht auch eher der Grund für unseren allumfassenden Sieg gewesen sein könnte als meine gefühlte Omnipräsenz.
Egal. Ich hatte Spaß!

Titelzitat ist Auszug aus:
Zusteller, stellt mir zu: "Und jetzt macht die Prinzessin noch ein schönes Ding..."
Ich, schmetternd: ('WTF?! Hat der mich gerade Prinzessin genannt?!')
(Gegner, hier: der Zweimeterfünfzigbär, blockt meinen eher mäßigen Angriff mit der üblichen Leichtigkeit. Grumml.)
Zusteller, in seiner Taktik umschwenkend: "Siehste, sag ich doch."

Wochenende DSA gespielt. Fühle mich ja immer etwas dumm und bin regeltechnisch im Vergleich eine absolute Nulpe. Aber das Würfelglück war mir hold, und ich zähle mindesten vier Einser, einmal gar eine Doppeleins. Meine Söldnerin hat unsere Gegner also dermaßen weggefegt. Hö.

Und irgendwie passt das mit der Klugheit 11 ja gut auf meine totaldefizitären Plottlöseskills.

12.03.2012 um 19:29 Uhr

No pressure.

Mein Reel saugt!

Ich hab den vor einem dreiviertel Jahr das erste Mal getanzt und direkt zwei zweite Plätze ergattert. Seitdem übe ich wie blöde, verbessere meinen Stil und hab mich direktamente im Januar auf einen stolzen letzten Platz vorgekämpft.

Das ist unbefriedigend.

Die Schuld gebe ich momentan einem schlecht durchchoreografierten ersten Schritt (zu wenig Zeit für einen Bunny Hop), daher mühen Cathy und ich uns jetzt seit gefühlten drei Ewigkeiten damit ab, den umzustellen. - Und verblöden dabei sukzessive.
Schaffen wir zeitlichen Platz für den Bunny Hop, komme ich auf dem falschen Bein raus. Machen wir aus einem Leap einen Hop, fehlt die Zeit. Ersetzen wir den Bunny Hop durch etwas anderes, stellen wir bald fest, dass wir dann dafür genau das gleiche Zeitproblem haben.

Drei Wochen bis zum nächsten Feis!
Haare raufen!

 

 


 

05.03.2012 um 09:46 Uhr

Every little step she takes

 

Ballett

 

Ich hab meine Beteiligung an Auftritten meiner irischen Hupfdohlen auf ein sehr geringes Maß heruntergesetzt. Also auf ungefähr exakt null.
Zum einen hab ich meine Trainingszeiten von Gruppenunterricht auf Wettkampftraining verschoben, weil mich der Gruppenunterricht nicht voranbringt und ich ihn grad akut als Zeitverschwendung empfinde. Zum anderen hab ich auch kaaine Böcke mehr auf die Choreografiesortiererei vor Auftritten. "Wir brauchen noch ein paar Leute auf der linken Seite." "Ich hab aber immer rechts gestanden!" "Ich will nicht vorne stehen, ich brauch jemanden zum Abgucken!" Aaah!
Ich möchte halt grad lieber an meiner Tanztechnik arbeiten als an meiner Fähigkeit, mich in eine Reihe zu stellen.

Jehedenfalls hatte ich aber vor einigen Monaten von einer befreundeten Ballettlehrerin eine Anfrage bekommen, die ich nicht abschlagen wollte. Ein Auftritt (d.h. ein Tag, zwei Auftritte morgens und nachmittags) mit all ihren Ballett-, Jazzdance- und Tap-Gruppen im Alter von 4 bis 30.
Der war nun letztes Wochenende. Und obwohl ich jeweils gut zwei Stunden auf meinen Auftritt warten musste und dann aber gleich kurz nacheinander zwei konstitutionell ziemlich tödliche Tänze zu absolvieren hatte, und dass bei wenn auch immerhin abklingendem Männerschnupfen, war es das sowas von wert.

Die Bühne war vor allem für eine Schule ganz großartig, Bretter für eine ordentliche Lautstärke, und Tanzfußboden gegens Ausrutschen, plus anständige Umkleideräume. Die Auftritte der vielen vielen Grüppchen und Gruppen gingen von süß über schön bis zu beeindruckend. Die großen Jazz-Mädels (wunderschöne elegante Elfen, neben denen ich mich irgendwie permanent wie ein Trampel gefühlt hab) haben mich sehr lieb aufgenommen undundundundund das Wichtigste: Für meine Performance hagelte es von allen Seiten Lob. Das netteste Kompliment bekam ich vom Vater einer ganz kleinen Ballerina, der sich kaum wieder einkriegte, wie sehr man mir den Spaß am Tanz angesehen hätte. Und es *hat* ja auch irre Spaß gemacht, auch wenn meine Lunge kurz vor einem Umzug war und mein Kleid hinterher dezent nach Iltis gemüffelt hat.
Und dann gab's neben allem Komplimenten und allem Dank noch ein kleines Rosensträußchen.
Ja, meinem Ego geht's grad wieder gut. Hömm.