Recht früh am Morgen verließ ich mein Guesthouse, das ich übrigens sehr empfehlen kann, um noch genügend Zeit für eine kleine Rundreise auf der Reykjanes zu haben vor meinem Abflug. Als ich in Richtung BSI führ um dort noch eine Tasse Kaffee zu trinken, sah ich erstmal am Tjörnin eine dicke Nebelwand vor mir. Die sollte später noch eine Bedeutung bekommen.
Auf der Wiese direkt neben schlief eine ganz Schar Wildgänse völlig unbehelligt vom Frühmorgenverkehr um sie rum.
Ich verließ die Stadt auf direktem Weg, aber der Abzweig zum Kleifarvatn kostete mich einige Zeit, weil durch Bauarbeiten mehrere Umleitungen entstanden waren. Schließlich war ich doch auf der richtigen Straße und der See breitete sich im Nebel vor mir aus. Er ist schon ein wenig unheimlich, denn er hat keinen direkten Zu- oder Abfluss, aber der Seespiegel senkt und hebt sich unabhängig von der Witterung dennoch auf nicht erklärbare Weise.
Unheuimlich (schön) auch für mich an diesem Morgen, als ich dort ganz alleine am schwarzen Strand entlangschlenderte und die ersten Sonnenstrahlen sich durch die Wolkendecke mogelten.
Schließlich riss mich ein Telefonanruf aus dieser verzauberten Stimmung und ich musste einige Kilometer weiter fahren um einen vernünftigen Empfang zu haben. Bei den Solfataren von Krysuvík konnte ich schließlich zurückrufen und hatte danach das Blubberfeld im schönsten Sonnenschein ganz für mich alleine! Allein dort habe ich wieder etliche Fotos gemacht, hier gibt es eine Auswahl:



Schließlich reichte es auch noch für einen kleinen Spaziergang am Grænavatn, den ihr ja schon von Tag 2 kennt. Und ja, das Wasser ist wirklich so blaugrün.
Schließlich folgte ich wieder der 425 bis Keflavík, was sich als mühsam herausstellte, da auf dieser Strecke grade Bauarbeiten stattfanden und sie in einem holprigen, unfertigen Zustand war.
Nach den unvermeidlichen Einkäufen im Bonus und einem letzten Abschied von Garðsskagi, diesmal bei Ebbe
lag Island für diesmal sozusagen hinter mir.
Im Flugzeug hatte ich einen sehr angenehmen Platz und konnte in den ersten Minuten beim und
nach dem Abheben noch einige Bilder machen.
Ach ja, die Nebelwand am Morgen führte dazu, dass alle Flugzeuge mit einer Stunde Verspätung starteten, auch meins!
Die Fahrt verlief ansonsten recht unspektakulär. Natürlich machte ich auch wieder am Staðarskáli Rast, wie vielleicht schon tausende in den tausend Jahren vor mir. Dort gingen mir bei meiner Tasse Kaffee doch wieder einige Gedanken im Kopf herum zu dem was an Arbeit jetzt vor mir liegt, zu dem, was mit Island geschieht, zu dem was schon Vergangenheit ist und als Möglichkeit vor mir in der Zukunft liegt. Auf dem Weg weiter Richtung Süden wurden meine etwas dunklen Gedanken aber sehr schnell wieder durch die immer wieder beeindruckende Landschaft verscheucht, vor allem auf der ungewohnten 520 am Skorradalsvatn vorbei. Am Walfjord angekommen, machte ich noch einen kleinen Besuch bei Jóhanna auf Hlésey, die ich ja noch nicht kannte, ein sehr herzerfrischender Besuch und eine Frau, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand.


fand ich gleich auf Anhieb wieder



und machte einige Fotos von meiner teuren Unterkunft.
auf der Vatsnes sollte es sein. Und nach den unangenehmen Erfahrungen von gestern entschlos ich mich, die angestrebte Übernachtung noch am Morgen aufzusuchen, vielleicht wären dann ja die Chancen auf einen Platz größer. Ich fuhr also auf direktem Weg über die nebelverhangene Holtavörðuheiði in einen immer lichter werdenden Himmel gen Norden und traf um 11 an der Jugendherberge ein.






Im Windschatten einer alten verfallenene Fischerhütte saß ich sehr lange in der Sonne und schaute den Seehunden, die im Wasser spielten zu, Balsam für Leib und Seele!
und verzog mich mit einer Cola und meinem Notizbuch in die Sonnenwärme draußen.


Das Wetter war bedeckt, mild und regnerisch. Im Bonús hatte ich mir noch eine CD gekauft, die passte wunderbar zu der Stimmung draußen (und zu meiner!): eine Bluesplatte von Helgi Björns: Yfir Esjuna. (Ausschnitte daraus kann man/frau sich
Unterwegs begegnete mir noch dieser Austernfischer auf der Straße
.


Zum Größenvergleich sollte man auf die Punkte oben auf dem Kraterrand achten, das sind die Menschen.
Außerhalb fielen mir zum ersten Mal in Island von Raupen kahlgefressene Pflanzen, in diesem Fall Lupinen auf! Auch eine Folge der Klimaerwärmung?


über die Haifischverarbeitung. Hier nur soviel: der in Bjarnarhöfn verarbeitete Grönlandhai ist der Beifang konventioneller Fischerei, es werden max. 100 Haie pro Jahr verarbeitet. Wer mehr über Hákarl wissen möchte, kann sich
angekommen waren und auch die zwei Nachzügler sicher ankamen, verschlechterte sich das Wetter und wir fingen gleich mit dem Spinnen an, was eigentlich schnell von jedem gelernt wurde, Danach gab es lecker Essen von Jóhanna und schließlich eine sehr unruhige Nacht für die Island-Ungewohnten wegen des Sturms! Es war übrigens ungewöhnlich kalt im Haus und es stellte sich heraus, dass die Heizung kaputt ist, weil die Rohre der Warmwasserquelle gereinigt und das ganze Sediment weitergespült wurde. Wir bekamen dann Heizlüfter und transportable Elektroheizungen aufs Zimmer!

aufgesucht und Steine gesammelt und waren in Ólafsvík. Leider war auch das Wasser des Schwimmbades in Lýsuhóll durch den Sturm zu ausgekühlt um schwimmen gehen zu können.
gefahren um uns im Windschutz von Dünen die meterhohen Wellen und die Gischt im Sturm anzuschauen, bis es uns zu kalt wurde! Abends wurde dann noch gesponnen und die ersten Kettfäden fürs Weben eingezogen.

Bei Selatangar liefen wir eine Strecke um an den Stran zu kommen. Dort gab es ein kleines Nickerchen in der Sonne, mit Wellenrauschen, Vogelgeschrei und völlig ohne andere Menschen auf den vom Meer glattgeschliffenen Felsen. Das war schon mal das eine Ende der Welt.
