Island

13.08.2007 um 17:03 Uhr

Reise: Sagenhaftes Island und historische Handarbeiten

 


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11.08.2007 um 20:24 Uhr

Tag 12

Recht früh am Morgen verließ ich mein Guesthouse, das ich übrigens sehr empfehlen kann, um noch genügend Zeit für eine kleine Rundreise auf der Reykjanes zu haben vor meinem Abflug. Als ich in Richtung BSI führ um dort noch eine Tasse Kaffee zu trinken, sah ich erstmal am Tjörnin eine dicke Nebelwand vor mir. Die sollte später noch eine Bedeutung bekommen.

Auf der Wiese direkt neben schlief eine ganz Schar Wildgänse völlig unbehelligt vom Frühmorgenverkehr um sie rum.

Ich verließ die Stadt auf direktem Weg, aber der Abzweig zum Kleifarvatn kostete mich einige Zeit, weil durch Bauarbeiten mehrere Umleitungen entstanden waren. Schließlich war ich doch auf der richtigen Straße und der See breitete sich im Nebel vor mir aus. Er ist schon ein wenig unheimlich, denn er hat keinen direkten Zu- oder Abfluss, aber der Seespiegel senkt und hebt sich unabhängig von der Witterung dennoch auf nicht erklärbare Weise.

Unheuimlich (schön) auch für mich an diesem Morgen, als ich dort ganz alleine am schwarzen Strand entlangschlenderte und die ersten Sonnenstrahlen sich durch die Wolkendecke mogelten.

 

Schließlich riss mich ein Telefonanruf aus dieser verzauberten Stimmung und ich musste einige Kilometer weiter fahren um einen vernünftigen Empfang zu haben. Bei den Solfataren von Krysuvík konnte ich schließlich zurückrufen und hatte danach das Blubberfeld im schönsten Sonnenschein ganz für mich alleine! Allein dort habe ich wieder etliche Fotos gemacht, hier gibt es eine Auswahl:

 

Schließlich reichte es auch noch für einen kleinen Spaziergang am Grænavatn, den ihr ja schon von Tag 2 kennt. Und ja, das Wasser ist wirklich so blaugrün.

Schließlich folgte ich wieder der 425 bis Keflavík, was sich als mühsam herausstellte, da auf dieser Strecke grade Bauarbeiten stattfanden und sie in einem holprigen, unfertigen Zustand war.

Nach den unvermeidlichen Einkäufen im Bonus und einem letzten Abschied von Garðsskagi, diesmal bei Ebbe

lag Island für diesmal sozusagen hinter mir. Im Flugzeug hatte ich einen sehr angenehmen Platz und konnte in den ersten Minuten beim und nach dem Abheben noch einige Bilder machen.

 

Ach ja, die Nebelwand am Morgen führte dazu, dass alle Flugzeuge mit einer Stunde Verspätung starteten, auch meins!

 

10.08.2007 um 20:22 Uhr

Tag 11

Der nächste Tag begrüßte mich schon mit einem Hauch von Abschied; über der Landschaft lag ein dicker Nebelteppich. Ich frühstückte in der Jurte, die Knut liebevoll eingerichtet hatte und bekam sogar frischgebackene Waffeln! Die Übernachtung kostete mich übrigens 3050 ISK mit Frühstück, kaum ein Drittel dessen, was ich in Hraunsnef bezahlt hatte!

Ich machte mich nach dem Bezahlen auf die Socken/ Reifen in richtung Reykjavík, nicht ohne vorher einige Meter ein paar freilaufende Pferde vor mir herzuscheuchen.

Die Route über die Holtavörðuheiði war diesmal nicht so angenehm..... Nebel, Nebel und nochmal Nebel mit Sichtweiten teilweise unter 20 m und Temperaturen von 8°. Die Fahrt verlief ansonsten recht unspektakulär. Natürlich machte ich auch wieder am Staðarskáli Rast, wie vielleicht schon tausende in den tausend Jahren vor mir. Dort gingen mir bei meiner Tasse Kaffee doch wieder einige Gedanken im Kopf herum zu dem was an Arbeit jetzt vor mir liegt, zu dem, was mit Island geschieht, zu dem was schon Vergangenheit ist und als Möglichkeit vor mir in der Zukunft liegt. Auf dem Weg weiter Richtung Süden wurden meine etwas dunklen Gedanken aber sehr schnell wieder durch die immer wieder beeindruckende Landschaft verscheucht, vor allem auf der ungewohnten 520 am Skorradalsvatn vorbei. Am Walfjord angekommen, machte ich noch einen kleinen Besuch bei Jóhanna auf Hlésey, die ich ja noch nicht kannte, ein sehr herzerfrischender Besuch und eine Frau, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand.

 

 

Hier gibt es ein Foto von der Walfangstation und der Station der amerikanischen GIs - beides ein Anblick, der zu sehr kontroversen, emotionsgeladenen Diskussionen Anlass gibt.

Ich fuhr wiederum um den Walfjord um den Tunnel zu vermeiden und blieb dann eine ganze Zeit am Botnsskáli hängen. Das war eine sehr gut besuchte Tankstation auf dem Weg in den Norden, bevor der Waltunnel Ende der 90er ihr die Existenzgrundlage entzog! So schnell geht der Verfall!

An dieser Stelle beginnt auch der Wanderweg zum Glymur, Islands mit 198 m höchstem Wasserfall! Im Fluss sprangen die Lachse, um mich rum grasten Schafe, ab und zu sah ich in der Ferne Richtung Walfjord ein Auto vorbeidüsen, ansonsten war Ruhe - fantastisch!

Danach gab es dann wieder mal - immer wieder mal eine Rast an der Fossá, der Bild ihr ja schon von Tag 9 kennt und auch aus dem Bericht von 2004! Diesem Platz hat der Waltunnel eindeutig gut getan, es gibt sehr viel weniger Zerstörungs- bzw. Verschmutzungsspuren wie vorher.

Auch diesmal wollte ich nicht direkt nach Reykjavík, sondern bog diesmal bei Laxárnes auf die 461 ab, um am Meðalfell vorbei auf die 48 zu kommen, die ja hinter der Esja zum Þingvallavatn führt. Ich weiß wirklich nicht, warum wir früher nie diese wunderbare einsame Strecke benutzt haben und habe mir jedenfalls geschworen, dort in Zukunft öfter langzufahren. Dort hatte ich übrigens auch fast 20° Außentemperatur und es war ein Vergnügen mit offenem Fenster zu fahren.

Kurz vor Þingvellir konnte ich dieses Haus hier völlig allein auf der Hochebene fotografieren, wer da wohl wohnt?

 

Auf das laute, hektische Reykjavík hatte ich eigentlich so noch gar keine Lust und ließ mir daher für die Strecke am See

vorbei und über die Mosfellsheiði extrem viel Zeit. Diese Straße hatten wir ja im letzten Jahr nicht gefunden bzw. waren zu schnell daran vorbeigerauscht, weil sie nicht Reykjavík ausschildert, sondern nur das Hengill-Gebiet. Sie ist aber auch der reinste Augenschmaus. Wenn man sich erstmal die Serpentinen hochgequält hat, überblickt man das Þingvallavatn-Gebiet und das Massiv des Hengill mit seinen Thermalquellen.

Auch unser Hotel mit heißem Bach und Klettergarten war deutlich zu erkennen

Irgendwann am Nachmittag konnte ich es dann doch nicht mehr umgehen und trudelte in Reykjavík ein. Mein Gästehaus  fand ich gleich auf Anhieb wieder

Einchecken, Zimmer beziehen, durch die Stadt laufen war das Programm meines letzten Abends. Im nahegelegenen Supermarkt holte ich mir für meine letzten Kronen noch was zu essen; ich wollte nicht schon wieder meine Kreditkarte bemühen, hatte sowieso schon zuviel Geld ausgegeben - wie immer!!!

Es gelang mir auch noch einmal ein paar schöne, aber auch negative Seiten der Stadt festzuhalten.

09.08.2007 um 20:20 Uhr

Tag 10

Die Nacht war sehr ruhig und ich konnte wunderbar durchschlafen bis etwa halb 8. Da mein Zimmer den Luxus eines eigenen Bades hatte, konnte ich erstmal ausgiebig duschen, bevor ich mich nach unten zum Frühstücksraum begab. In den meisten isländischen Häusern hat ein reichliches Frühstücksbüffet Einzug gehalten, so auch hier!

Danach schaute ich mich noch den am Abend empfohlenen Hot-Pot an und machte einige Fotos von meiner teuren Unterkunft.

Das Wetter war neblig, die Wolken hingen mit ihren Bäuchen bis auf die Berge und ich konnte noch nicht ahnen, was für ein wundervoller Tag auf mich wartete, als ich dann gegen 10 Uhr losfuhr.

Ich entschied mich noch beim Frühstück für mein heutiges Tagesziel: Ósar auf der Vatsnes sollte es sein. Und nach den unangenehmen Erfahrungen von gestern entschlos ich mich, die angestrebte Übernachtung noch am Morgen aufzusuchen, vielleicht wären dann ja die Chancen auf einen Platz größer. Ich fuhr also auf direktem Weg über die nebelverhangene Holtavörðuheiði in einen immer lichter werdenden Himmel gen Norden und traf um 11 an der Jugendherberge ein.

Ich entschloss mich spontan hierzubleiben, selbst wenn es keinen Platz mehr für mich in einem Zimmer gäbe. Leider traf ich im Privathaus niemanden und im alten Gästehaus nur die Mutter des Herbergsvaters an, die mir auf isländisch erklärte, dass ihr Sohn erst etwa ab 1 Uhr wieder zurück sein würde (ja, das konnte ich tatsächlich so weit verstehen und ich das auch so sagen!) Bis 1 Uhr wollte ich eigentlich nicht mehr warten, denn nachdem ich ein wenig an diesem magischen Ort herumgeschlendert war, stand es um so mehr fest, dass ich mich nicht vertreiben lassen würdeFröhlich.

Dann fiel mir zum rechten Zeitpunkt zufällig nochmal das Heft Rundum Island in die Hände und ich entdeckte zu meiner Freude eine Mobilnummer, die ich dann natürlich gleich wählte. Knut meinte: 'I can maybe squeeze you in' und wir verabredeten uns für 2 Uhr!

Die Zeit reichte grade für eine entspannte Fahrt nach Hindisvik

und eine kleine Wanderung dort. Hindisvik, die Bucht der Seehunde, war mir ja schon seit langem durch die Hindisvikzucht bekannt. Inzwischen sind die Häuser verlassen, aber es wird wohl immer noch eine klein Zucht betrieben. Am Parkplatz vor dem Wanderweg zu den Seehundschären quietschen jedenfalls schonmal ein Hengst und eine Stute auf der anderen Seite vom Zaun. Und dann war ich mal wieder, trotz der Busladung tschechischer Touristen im Wunderland!

 

Um 2 Uhr war ich pünktlich wieder an der Jugendherberge und wartete brav auf den Herbergsvater Knut, der mir dann das Trumzimmer in einem der Holzhäuschen gab. Vorläufig war ich noch die einzige Bewohnerin. Natürlich nahm ich mir von den zwei Betten dort oben gleich das mit dem Fenster zur Bucht.

Der Blick aus dem Fenster war überwältigend. In der Zwischenezit hatte es ganz aufgeklart und es war richtig warm geworden. so saß ich eine Zeit nur so auf dem Bett und schaut durch mein geöffnetes Fenster auf das Meer und den See Hóp, der wohl eher eine durch eine Nehrung abgetrennte Lagune ist. Gleich unterhalb des Fenster breitete sich eine Wiese bis zum Meer runter aus. Nur der Zufluss des Sigriðarvatn zum Meer trennte den Ósarstrand von der weiten schwarzen Sandebene unter einem strahlend blauen Himmel, im Hintergrund verschwammen die Berge des Nordlandes im Dunst.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Zuflusses machte ich einige Punkte auf dem Strand aus, die ich mir gern näher ansehen wollte. Der Spaziergang brachte mich über einen Weg auf der Wiese durch ein Tor im Zaun und ein wenig harmloser Kletterei bis unten an den Strand. Und tatsächlich: auf der gegenüberliegenden Seite lagen etliche Seehunde und sonnten sich.

Ich spazierte aber ersteinmal neugierig geworden am Spülsaum entlang und entdeckte dort einiges Strandgut. Im Windschatten einer alten verfallenene Fischerhütte saß ich sehr lange in der Sonne und schaute den Seehunden, die im Wasser spielten zu, Balsam für Leib und Seele!

Irgendwann musste ich mich dann doch losreißen. In meinem kleinen Häuschen waren inzwischen die beiden Zimmer unten belegt worden, das große mit einer vierköpfigen Familie aus dem Süden Deutschlands, die mit einem Geländewagen unterwegs und die ebenfalls islandinfiziert waren, jedenfalls die Eltern! Mit denen unterhielt ich mich noch eine Weile über dies und das isländische, räumte dann aber irgendwann die doch kleine Küche

 und verzog mich mit einer Cola und meinem Notizbuch in die Sonnenwärme draußen.

Dort konnte ich noch lange sitzen und über Gott und die Welt nachdenken!

2  1: Ósar

2: Hindisvik

08.08.2007 um 20:18 Uhr

Tag 9

Heute war großer Abreisetag. Meine kleine Gruppe fuhr zum letzten Mal zusammen zur Blauen Lagune, bis wir uns dort schon von Andrea und Regine verabschiedeten. Die beiden würden am nächsten Morgen in aller Frühe mit IE wieder nach Hause fliegen.

Alex und Michaela hatten einen Nachmittagsflug und wurden direkt am Flughafen verabschiedet - später erhielt ich noch netterweise eine SMS von den beiden, dass sie nachts um 3 gesund zu Hause ankamen.

Brigitte hatte bis zu ihrem Nachmittagsflug am nächsten Tag noch Zeit. Eigentlich wollten wir noch eine Tasse Kaffee zusammen trinken, bevor ich sie an ihrer Unterkunft im Zentrum von Reykjavík absetzte, aber leider bot das Fjörukráinn

das ich ausgesucht hatte, in Hafnarfjörður nur Mittagessen an. Wir haben uns dann dort noch ausgiebig umgeschaut und fuhren dann zum Guesthouse Aurora.

 

Danach war ich endlich ganz allein. Die gemeinsame Reise hatte mir sehr viel Freude gemacht, aber ich merkte, dass es an der Zeit war, so einiges mal ein wenig wirken zu lassen und aufzuarbeiten. Deshalb ließ ich Reykjavík ziemlich schnell hinter mir, kaufte im Bonús in Mosfellsbær noch rasch das Nötigste ein und fuhr dann erstmal für ein kleines Päuschen an unseren kleinen Wasserfall im Walfjord mit den Ruinen. Dort gönnte ich mir erstmal eine kleine Pause, bevor es weiterging. Das Wetter war bedeckt, mild und regnerisch. Im Bonús hatte ich mir noch eine CD gekauft, die passte wunderbar zu der Stimmung draußen (und zu meiner!): eine Bluesplatte von Helgi Björns: Yfir Esjuna. (Ausschnitte daraus kann man/frau sich HIER anhören, einfach auf die Titel links klicken).

Danach ging es dann über neue Wege zu meinem heutigen Ziel, der Gegend um Húsafell/Reykholt. Unterwegs begegnete mir noch dieser Austernfischer auf der Straße  .

Die Gegend war grandios, die Straßen menschenleer, das Fahren einfach, obwohl es fast ausschließlich über Schotterstraßen ging.

Ich kam auch wieder am Abzweig vorbei, den wir zwei Tage vorher genommen hatten um über die Uxahryggir nach Þingvellir zu kommen. Waren es wirklich nur zwei Tage? Mir kam es schon vor wie eine halbe Ewigkeit.

Schließlich erreichte ich mein eigentliches Ziel und fing erstmal an mich auf die Suche nac h einem geeigneten Quartier zu machen. Das stellte sich als viel zu spät heraus, denn:

1. Husafell alles voll

2. Fljótstunga, der abgelegene Hof am Anfang der Einöde, wo ich so gern geblieben wäre hatte eine halbe Stunde vor meiner Ankunft den letzten Platz vergeben

3. Fosshotel Reykholt ausgebucht

4. SturluReykir war voll mit Reitgästen und nahm keine Einzelgäste auf, obwohl mit die nette Reception in Reykholt was anderes erzählte

5. Varmaland hatte keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr

6. In Bifröst nix frei

7. Hreðavatnsskáli alles dicht

Da war es schon 10 Uhr, ich war total fertig und hätte gern mein Auto irgendwo an eine ruhige Stelle geparkt und mich dann mit Schlafsack aufs Ohr gehauen, lang genug war der Kombi ja. Allerdings war ich da schon auf der Ringstrasse und ich fand es nicht besonders prickelnd, dort gleich daneben mir einen Platz zu suchen! Schließlich landete ich im Hraunsnef, einem neueröffneten Country-Hotel um dort für 126 € die Nacht zu verbringen! War mir aber in dem Augenblick auch egal!

Allerdings hatte mich meine Suche nicht davon abgehalten, an den Hraunfossar noch einige Zeit zu verbringen, das letzte Mal war ich vor 17 Jahren da!



Meine Strecke an diesem Tag:

07.08.2007 um 20:14 Uhr

Tag 8

Dienstag, den 7.8. 19.05 Uhr

Der Tag war lang und anstrengend - die Rubbelstrecke weg vom Hotel über mehrere Kilometer war der erste Belastungstest. Dafür entschädigten uns immer wieder tolle Aussichten auf den See.

Das Wetter hielt, obwohl grau und nebelverhangen, war es dennoch warm und blieb trocken.

Diemal schaffte ich es endlich, Kérið zu finden, einen wunderschönen Kratersee, an den sich aber schon drei Busladungen ergossen. Aber es sollte noch schlimmer kommen!

 Zum Größenvergleich sollte man auf die Punkte oben auf dem Kraterrand achten, das sind die Menschen.

Die Menschenmassen beim Geysir haben mich regelrecht erschreckt - so extrem hatte ich ihn noch nicht erlebt.

Beim Gullfos wurde es dann wieder etwas ruhiger, es war Mittagszeit und die Pauschaltouristen wahrscheinlich irgendwo zum Mittagessen.

Ach ja, ich vergass Skálholt zu erwähnen. Die Kirche an und für sich ist nicht so mein Ding, da gibt es schönere, aber das Gelände an und für sich mit den Ausgrabungen war interessant. Allerdings haben sich nur Alex und Michaela den unterirdischen Tunnel erobert, wir anderen hatten das irgendwie verpeilt.

Auf dem Weg nach Þjóðveldisbær, dem Nachbau von Stöng wurden wir dann nochmal eindringlich auf die Gefahren isländischer Straßen hingewiesen.

Auf diesen Straßen war es dann auch wieder menschenleer, kein Auto, das uns entgegenkam, kein Auto, das uns überholte.

Das Langahus haben alle mit Begeisterung erkundet, hier nur kurz mein Lieblingssujet: Außerhalb fielen mir zum ersten Mal in Island von Raupen kahlgefressene Pflanzen, in diesem Fall Lupinen auf! Auch eine Folge der Klimaerwärmung?

Den Hjálparfoss hatten wir fast ganz für uns alleine, Zeit zum Ruhen, Entspannen und Rumklettern, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

 

Kurz vor dem Hotel fing es an zu regnen und selbst der dampfende Bach lockte uns nicht mehr so richtig vor die Tür.

 

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06.08.2007 um 20:12 Uhr

Tag 7

Tag 7 Montag, den 6.8.

Recht früh am Morgen sagten wir Lýsuhóll Lebewohl, ein letzter Blick zurück

und schon waren wir auf dem Weg nach Osten. Ich wollte ja diesmal nicht mehr über die Ringstraße und den Walfjordtunnel nach Þingvellir, sondern was anderes probieren

Die Strecke von 1 bis 2 hatte es in sich. Erstens finanziell, denn beim Stopp in Hvanneyri (1) haben wir /ich bei Ullarselid


zugeschlagen; ich habe meine Spindelherde um eine isländische Snælda vergrößert! Außerdem gab es noch jede Menge Wolle, auch pflanzengefärbte, das meiste sprengte dann aber wirklich den Rahmen jedes anwesenden Gelbeutels!

Hvanneyri ist die Landwirtschaftshochschule Islands und der alte Kern der Siedlung erinnert irgendwie an norddeutsche Gehöfte.

Dann kam die Holperstrecke Uxahryggir. Sie hat die Nummer 52, was eigentlich auf eine gut instandgehalten (vergleichbare Kreis)Straße hinweist, aber....

Wellbrettpiste, Steine, Schlaglöcher und Jeeps, die einen mit Tempo überholen, das einem nur so die Steinchen um die Ohren flogen. Und ab der Kreuzung ins Kaldidalur

Gefälle von 20%!!!!

Die gleiche Stelle habe ich übrigens vor 21 Jahren schon einmal mit meinem lieben Mann aus der anderen Richtung kommend fotografiert, nachdem wir einen schweißtreibendnen Anstieg hinter uns hatten, der uns an der Leistungsfähigkeit unseres Autos zweifeln ließ. Ein Blick ob auf das Gefälle erklärte alles!

Dafür gab es an anderen Stellen eine Reitergruppe mit vielen freilaufenden Pferden und einen Aussichtspunkt mit einem trotz des verhangenen Himmels wunderbaren Ausblick, auch auf den Schicldvulakn Skjaldbreiður.

Schließlich erreichten wir aber Þingvellir und nachdem wir einige Zeit den Nationalpark durchwandert und die die Stätten mit historischer Bedeutung besichtigt hatten, führte uns eine recht kurvenreiche, aber alsphaltierte Strecke am Seeufer entlang zu unserem Ziel.

Wir hatten wieder Zimmer im letzten Querflügel des Barackenbaus und diemal kamen sie mir sehr eng vor, es konnte sich eigentlich immer nur eine von uns im Zimmer aufhalten um sich umzuziehen, im Koffer zu kramen oder sonstiges.
Auch das Abendessen war lieblos angerichtet und bei den anderen auch reichlich wenig für das Geld; in einer Tourenbeschreibung einer Gruppenreise, die auch dort untergebracht waren, fand ich folgenden Ausspruch: Das Essen war sehr 'übersichtlich'! Außerdem wurden das Gemeinschaftsbad nicht bzw. nicht ausreichend in den zwei Tagen saubergemacht, Toilettenpapier fehlte jedenfalls schon seit unserer Ankunft bis zu unserer Abfahrt. Das Frühstücksbüffet war okay, aber man musste pünktlich um 7.30 Uhr da sein, wenn man die Schmankerl wie rosinenbrot noch haben wollte.

Schade eigentlich, denn die Lage des Hotel ist toll, auch wenn im Hintergrund das Kraftwerk Nesjavellir dampft. Es gibt viele sehr gut ausgeschilderte Wanderwege und eine grandiose Landschaft mit einem heißen Bach direkt vor der Haustür und vielen Thermalfeldern in der näheren Umgebung.

Abends nutzten wir dann auch noch das Hot-Pot-Angebot und sorgten für viele neugierige Blicke, als wir Web- und Spinnanrbeiten im Aufenthaltsraum fortsetzten.

Ich werde später noch einige Bilder aus der Draufsicht einfügen, da ich die Strecke später noch einmal gefahren bin.

 

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05.08.2007 um 20:10 Uhr

Tag 6

Tag 6 Sonntag, den 5.8.

Der Sturm legte sich plötzlich in der Nacht und uns erwartete am Morgen ein wunderschöner Sonnentag, genau das Richtige für unsere geplante Bootsfahrt!

Nach dem Frühstück ging es über Vegamót und den Vatnaleið nach Stykkishólmur, wo unser Boot, die Særún, wartete. Außer uns fuhren nur wenige Leute mit, so insgesamt vielleicht 12, was mich bei dem tollen Wetter und der wunderbaren Fahrt doch sehr erstaunte.

Pünktlich um 11 begann die Tour durch die Insel- und Schärenwelte der Breiðarfjörður. Die meisten Inseln sind unbewohnt, nur hier und da sieht man ein Ferienhaus. Wie das wohl sein mag, abgeschnitten vom Rest der Welt (bei Sturm und Nebel jedenfalls) dort zu wohnen?

 

Ich habe die Fahrt ja jetzt schon öfter mitgemacht und bin immer wieder begeistert. Diemal hatten wir ein Kapitänin, die sehr dicht an den Felsen und Klippen hielt. So konnten wir vieles genau beobachten und fotografieren: die Lundis, die Seeadlerjunge (da hätte ich mir wirklich einen besseren Fotoapparat gewünscht), die Möwen, die Felsformationen.

Danach gab es auch wieder einen Fang vom Boden des Meeres. Ich habe diesmal die frischen Muscheln auch probiert, sie waren sehr lecker!

 

 

Eigentlich hätte ich bei der ruhigen See gern noch mehr Zeit auf dem Wasser zugebracht, aber kurz vor halb 2 waren wir wieder zurück in

Stykkisholmur.

Dort gabs es noch den obligatorischen Kaffee mit Kuchen in der Narfeyrarstófa

und nach der Rückkehr wurden noch einige gelesene Muster gewebt. Allerdings fingen wir auch schon an zu packen, obwohl, glaube ich, die eine oder der andere noch gern länger geblieben wären!

 

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04.08.2007 um 20:08 Uhr

Tag 5

5. Tag 4.8.

Nach Absprache habe ich den Fahrtverlauf an die Bedürfnisse meiner Teilnehmer angepasst - die Fahrt ins Haukadalur wurde angesichts des schlechten Wetters gestrichen, dafür gab es dann eine Fahrt inach Bjarnarhöfn und über Grundarfjörður an der Nordküste entlang.

Diesmal fuhren wir über die Fróðárheiði Richtung Grundarfj.Es war erschreckend, wie menschenleer dieses Dorf wirkte, richtig ausgestorben und auf die Frage Michaelas: "Wo sind hier die Menschen?" konnte ich nicht wirklich eine Antwort geben. Der Aufenthalt beschränkte sich daher und des Sturmregens wegen auf einige Fotominuten

In Bjarnarhöfn waren wir die einzigen Besucher und wurden erstmal von einer farbenfrohen Islandherde begrüßt.

Eine junge Frau (ich denke keine Isländerin) gab uns Auskunft in dem kleinen Museumsraum

 über die Haifischverarbeitung. Hier nur soviel: der in Bjarnarhöfn verarbeitete Grönlandhai ist der Beifang konventioneller Fischerei, es werden max. 100 Haie pro Jahr verarbeitet. Wer mehr über Hákarl wissen möchte, kann sich HIER informieren.

Während Alex und Michaela noch mit den Kaufverhandlungen für ein wunderschönes Fohlenfell beschäftigt waren, wollten die drei anderen Frauen und ich uns die kleine Kirche anschauen. Leider war schon das Tor in der Friedhofsmauer verrammelt und so wollten wir uns schon resigniert wieder abwenden, als Hildibrandur, der derzeitige Besitzer von Bjarnarhöfn dazukam und uns auf isländisch fragte, ob wir die Kirche von innen besichtigen möchten.

Jedenfalls konnte ich das seinen Gesten und den paar isländischen Worten, die ich verstand so entnehmen. Mit Hilfe meines Vorwissens (1994 hatte damals Dagmar für uns die Geschichte übersetzt) und erstaunlicherweise auch durch teilweises Verstehen von Zahlen und Wörtern konnte ich die Geschichte vom holländischen Seefahrer und seinem Gelöbnis und auch einiges andere meinen Zuhörerinnen übersetzen, sogar dass sich die Ruinen des ursprünglichen Hofes aus der Landnahmezeit im Hügel vor der kleinen Kirche befinden. Ich war schon stolz auf michFröhlich

Der Rest des Tages wurde dem Entwerfen und Weben eines eigenen Musters gewidmet und und ich konnte auch auf meine Schülerinnen sehr stolz sein, weil alle erstaunlich rasche Fortschritte machten.

 

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03.08.2007 um 20:07 Uhr

Tag 3 und 4

Tag 3 + 4 3.8.

Bin gestern nicht zum Schreiben gekommen, der Tag war vollgepackt.

Nur soviel. Der Besuch in Reykjavík im 871 +/- 2 und in Borgarnes im Landnahme- und Egillsmuseum haben sich absolut gelohnt!

Nachdem wir in Lýsuhóll angekommen waren und auch die zwei Nachzügler sicher ankamen, verschlechterte sich das Wetter und wir fingen gleich mit dem Spinnen an, was eigentlich schnell von jedem gelernt wurde, Danach gab es lecker Essen von Jóhanna und schließlich eine sehr unruhige Nacht für die Island-Ungewohnten wegen des Sturms! Es war übrigens ungewöhnlich kalt im Haus und es stellte sich heraus, dass die Heizung kaputt ist, weil die Rohre der Warmwasserquelle gereinigt und das ganze Sediment weitergespült wurde. Wir bekamen dann Heizlüfter und transportable Elektroheizungen aufs Zimmer!

Heute wurde es dann noch stürmischer, so dass die lange Wanderung an den Klippen von Arnarstapi ausfallen musste aus Sicherheitsgründen. Wir haben dann noch den Strand von Djúpalónssandur   aufgesucht und Steine gesammelt und waren in Ólafsvík. Leider war auch das Wasser des Schwimmbades in Lýsuhóll durch den Sturm zu ausgekühlt um schwimmen gehen zu können.

So sind wir Frauen dann noch zum Strand  gefahren um uns im Windschutz von Dünen die meterhohen Wellen und die Gischt im Sturm anzuschauen, bis es uns zu kalt wurde! Abends wurde dann noch gesponnen und die ersten Kettfäden fürs Weben eingezogen.

 

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01.08.2007 um 20:02 Uhr

Tag 2

Tag 2

 

Nachdem Brigitte gestern Nacht pünktlich in Kef gelandet war, verbrachten wir die Nacht im Gistihús Keflavík . Sehr empfehlenswerte Unterkunft mit netten, ein wenig kitschig eingerichteten Zimmern und einem Selbstbedienungsfrühstück, da viele Gäste vor dem Abflug frühmorgens ja schon um 5 Uhr frühstücken wollen.

Der Preis ist für Island jedenfalls sehr aktzeptabel.

Das Wetter schien wie für die Rundreise um die Reykjanes bestellt, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein!

Zuerst waren wir zur Begrüßeng in der blauen Lagune, die um diese Zeit (9 Uhr) noch recht menschenleer war.

Danach suchten wir die Reykjanestá auf mit ihren Küstenseeschwalbenkolonien und den Intrusionsresten von Vulkanen im Meer, die jetzt von tausenden von Vögeln bewohnt werden.

Die naheliegende Thermalquelle Sunnuhver kannte ich selbst noch nicht, allerdings trieb der Wind die Dampfschwaden so heftig über das Gebiet, dass wir wenig sehen konnten.  Bei Selatangar liefen wir eine Strecke um an den Stran zu kommen. Dort gab es ein kleines Nickerchen in der Sonne, mit Wellenrauschen, Vogelgeschrei und völlig ohne andere Menschen auf den vom Meer glattgeschliffenen Felsen. Das war schon mal das eine Ende der Welt.

Was mir allerdings auf dem Rückweg durch das Lavafeld negativ auffiel, waren die vielen Rückstände menschlicher "Kultur", die dort eine Spring- oder Sturmflut anscheinend hinterlassen hatte: Plastik, Fischernetze, Müll jeder Art drängte sich dort auf einer riesigen Fläche zwischen den Steinen. Da kommt man schon ans Nachdenken!

 

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