Island

31.07.2008 um 17:34 Uhr

Eine Reise rund um und in die südlichen Westfjorde

Ich habe angefangen meinen Reisebericht zu schreiben. Damit man ihn auch chronologisch lesen kann, gibt es hier an dieser Stelle immer mal ein Update, welcher Tag grade dran ist:

Tag 1 Tag2 Tag 3 Tag 4 Tag 5 Tag 6 Tag 7 Tag 8

Tag 9 Tag 10 Tag 11 Tag 12 Tag 13

 

Ab und zu bekomme ich nur einen Teil des Tages fertiggestellt, es lohnt sich also manchmal, nochmal nachzuschauen.

Wenn ihr übrigens, ohne zu klicken, mit dem Mauszeiger auf die Bilder geht, bekommt ihr (meist) noch eine weitere Information oder auch nur einen Bildtitel.

Die Unterkünfte habe ich meist etwas ausführlicher und mit Bild dargestellt, damit evtl. Interessierte schon mal einen Eindruck der verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten bekommen.

Ich werde nach und nach auch noch die Route auf einem Kartenausschnitt einfügen.

Wer irgendwelche Fragen dazu hat oder Preise von Unterkünften oder Transportmitteln wissen möchte oder auch ganz allgemeine Reisetipps haben will, darf sich gern an uns wenden, email siehe rechts.

 

 

31.07.2008 um 16:43 Uhr

Hitzewelle in Island

Wie war das, Brigitte, mit deinem Spruch:

Ich will nach Grönland, in Island ist es mir zu warm!

Die letzten Tage hätte der mal wieder seine Berechtigung gehabt, denn in Reykjavík wurde der wärmste Tag seit den ersten Wetteraufzeichnungen gemessen: mit 26,2° þingvellir schlug den Rekord sogar mit 29,7 °.

Den Originalbericht dazu könnt ihr hier in der Icelandreview lesen.

20.07.2008 um 10:21 Uhr

Einwandern?

 

Anscheinend setzt eine große Einwanderungswelle nach Island ein:

Der dritte Eisbär ist gesichtet worden, diesmal in den Westfjorden in einer abgelegenen Region. das gibt mit die Hoffnung, dass es diesmal besser für den Bären ausgeht als die letzten beiden Male.

Hier der Bericht, leider nur in Isländisch, also keine Garantie für die Richtigkeit meiner Angaben (hab nur Bilder gedeutetFröhlich:


Eisbär

 

Nachtrag:

Dankenswerterweise hat Werner, ein Freund von uns vor Ort, die folgende Ergänzung zum Thema geliefert:

"KEIN(e) EISBÄR(en) GEFUNDEN!"
Eine Suchaktion war am Hornstrand diese Nacht nach möglicherweise Eisbären. 
Touristen in dieser Gegend berichteten davon. Gesucht wurde aus der Luft und auf See, die Polizei aus Isarfjördur 
entdeckte allerdings nichts und es handelt sich "allerwahrscheinlichkeitshalber (schönes Wort....;)..) 
um eine Verwechslung, optische Täuschung.Gegen 21:00 wurde die Polizei aus den Westfjorden 
von einer Wandergruppe informiert, die Nähe Hvannadalsvatn zwischen Hornvik und Haelavik á Strand 
unterwegs war. Sie erzählten, das sie zwei Eisbären im sogenannten Skálakambi gesehen hätten. 
Die Wanderer sahen zwei weisse grosse Flecken in den Bergen, die sich augenscheinlich in Richtung 
der anderen Seite (des Gebietes) bewegten.Da sich zur Zeit sehr viel Touristen/Wanderer in diesem Gebiet 
aufhalten, fuhr die Polizei selbst raus, um sich mit der Wandergruppe in Verbindung zu setzen und selbst alles
 in Augenschein zu nehmen.Das Rettungsboot Gunnar Fridriksson aus Isarfjördi wurde nördlich von 
Hornstrand rausgeschickt mit 2 Polizisten an Bord....Der Hubschrauber des Küstenschutzes, TF-GNÁ, im 
Westen stationiert, wurde auch zur Suche angefordert. 
Auch mit den Reiseunternehmen und Touristenorganisationen, die mit Wanderern in diesem Gebiet unterwegs 
sind wurde Verbindung aufgenommen.Gegen Mitternacht war der Hubschrauber im Suchgebiet, 
die Besatzng nahm die Verbindung mit der Wanderergruppe auf und suchte nach deren Anweisungen das 
Gebiet ab. Die Suchaktion dauerte bis 2:30...Die Polizei in den Westfjorden sagte, das ALLE solche 
Alarmmeldungen zu erstmal ernst genommen werden und untersucht werden.

16.07.2008 um 12:23 Uhr

Zurück!!

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schaue ich auf unsere Rückkehr.

Weinend natürlich, weil es wieder hieß Abschied zu nehmen von den langen Nächten, die keine sind, der atemberaubenden Landschaft, den vielen eindrücklichen Erlebnissen, Erkenntnissen und Freunden....

lachend, weil es schön war, heil zu landen und mit Hans bei Vollmond mit offenem Fenster durch eine laue Sommernacht zu fahren, im Radio Blues und Jazz von Etta James, zu Hause von den Katzen und dem Duft der Nachtkerzen und anderen Pflanzen empfangen zu werden.....

 

Klar hätte ich noch bleiben können, zumal das Wetter nach dem verregneten Wochenende jetzt wieder schön wurde, aber dann hätte ich auch den Rest meiner freien Sommerferienzeit nicht mehr für Daheim zur Verfügung gehabt.

Alles in allem war es für mich mal wieder Seelenbalsam und Kräfteauftanken und ich fühle mich energiegeladen für all die Dinge, die ich jetzt hier tun kann!

Eins davon sind meine beiden Reiseberichte, ich überlege noch, ob ich nicht doch Nummer 2 vorziehe und damit beginne. Es ist alles noch so frisch und greifbar, die Reise mit Brigitte schon ein wenig auf Abstand gerückt, mal gucken... 

15.07.2008 um 23:35 Uhr

13. Tag - Dienstag

Die Nacht ist kurz, um halb fünf stehen wir auf und fahren die drei Kilometer zum Flughafen. Der Wagen wird abgestellt und wir reihen uns in die Schlange vor dem Icelandexpressschalter ein, als mein Blick auf die Anzeigetafel fällt. Voraussichtlicher Abflug: 15.30 Uhr - Schock, denn geplant war der Abflug für 7!!!Uhr.

Wegen technischer Schwierigkeiten ist unsere Maschine ausgefallen und wir müssen den Tag im Check-In-Bereich verbringen, was mir sehr leid tut, denn das Wetter ist inzwischen wieder richtig schön geworden. Die Stunden schleichen dahin,

 

da ändern auch die kostenlosen Mahlzeiten, die den Passagieren gereicht werden, nichts;  die Abflugzeit für unseren Flug wird noch zweimal verschoben, bis wir dann endlich um 17.30 Uhr in der Luft sind

 

und um 23 Uhr sicher auf dem Hahn landen.

Ich habe einige Stimmen von Pauschalreisenden gehört, die jetzt "nie mehr" mit IE fliegen wollen, aber das passiert doch anderen Gesellschaften genau so, erst vorgestern musste eine Icelandairmaschine nach dem Start wieder zurückfliegen, weil die Maschine nicht in Ordnung war. 

14.07.2008 um 17:04 Uhr

12. Tag - Montag

Der Morgen und das Frühstück haben mich ein wenig versöhnt mit unserer Unterkunft, auch wenn das Wetter bis auf ein paar blaue Flecken hier und da in der Wolkendecke nicht wirklich besser ist. Aber wenigstens regnet es nicht!

Wir fahren über die 520 in den Walfjord und schneien bei Hanna rein um die Eier abzuholen. Die beiden sind noch ein wenig verschlafen, hatten Gäste bis 2 Uhr in der Nacht. Trotzdem sitzen wir noch lange beim Kaffee, bis es Zeit wird aufzubrechen. Ich versäume es nicht, die Eltern meiner zukünftigen Küken zu fotografieren

 

und Hans beim Schmusen mit dem isländischen Spitz!

In Reykjavik besuchen wir Magga und Mundi, die sich sehr, sehr über unseren Besuch freuen und danach geht es in die Stadt zum Einkaufen. Der Dubliner steht auch noch und das Guinness ist direkt billig, verglichen mit früheren Zeiten.

Wir haben noch Zeit für meinen obligatorischen Besuch am Garðskagi

 

und für einen Besuch in der Blauen Lagune. In Keflavik gibt es für Hans auch noch ein zweites Guinness. Das Wetter wird nach und nach besser und dann endet unsere Reise exakt in der Hütte beim Alex, in der vor mehr als drei Wochen meine erste Reise in Island begonnen hat, nur das Zelt von Anke draußen auf der Wiese fehlt.

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13.07.2008 um 19:03 Uhr

Tag 11 - Sonntag

Die Nacht verläuft eher unruhig, obwohl die Unterkunft ja wirklich sehr schön ist - wer weiß, welche Geister der Vergangenheit wir hier an diesem ehrwürdigen Platz aufgescheucht haben. Wir brechen morgens bei starker Bewölkung auf und es regnet wieder, als wir auf der 1 an der Tankstelle Rast machen, an die ich mich noch erinnern kann aus der Reise vor 22 Jahren!

Damals sind meine Freundin Gela und ich hier vom Bus rausgelassen worden und die Aussicht, die paar Kilometer bis Varmaland mit den schweren Rucksäcken (damals noch mit Außengestellen!) zu Fuß laufen zu müssen, fanden wir nicht berauschend, denn es regnete auch damals erbärmlich. In der Tanke stürzten wir uns also auf den nächsten, der so aussah, als ob er nach Varmaland fahren würde mit der Bitte uns mitzunehmen. Das war ein deutscher Wohnmobilfahrer mit Familie, der leider nicht uns, aber wenigstens unsere Rucksäcke mitnehmen konnte, was uns dann auch schon sehr weiterhalf.

Der Regen strömt weiter, als wir im Hyrnan in Borgarnes wieder unser Pylsur essen und wir entschließen uns das Landnahme- und Egilsmuseum anzuschauen, das Hans ja noch nicht kennt. Leider darf man innen mal wieder keine Fotos machen, deshalb ist dieser Bericht hier eher spärlich mit Bildern versehen. Danach möchte ich noch kurz in Hvanneyri anhalten. Dort findet ein Korso mit alten Traktoren statt, jede Menge, aber bevor ich meine Kamera rausgezaubert habe, lohnt die Aufnahme nicht mehr, denn die Traktoren verschwinden im Regengrau!

Der nächste Stopp ist Fossatún, ein Deluxecampingplatz mit Restaurant, sehr malerisch an einigen Wasserfällen gelegen. Leider auch hier noch Dauerregen und wir können Kaffee und Kuchen nicht auf der malerischen Terasse genießen.

Danach schauen wir uns noch die Snorri-Ausstellung in Reykholt an, die aber eher enttäuschend ist, lediglich viele Texttafeln an der Wand und wenige, sehr wenige Ausstellungsstücke! Wegen des Regens verzichten wir dann auch auf das Snorrilaug. An den Hraunfossar gibt es ebenfalls noch einen kurzen Aufenthalt, und da ich irgendwie die Panoramabildfunktion bei meiner Kamera noch nicht auf die Reihe kriege, hier ein kleines Video

Danach düsen wir gleich weiter in Schwimmbad Húsafell, in dem es sich gut einen regnerischen Nachmittag aushalten lässt.

Gespannt fahren wir dann zu unserer vorletzten Unterkunft im Flókadalur: Brennisstaðir. Wir werden sehr freundlich empfangen und bekommen gleich die Zimmer gezeigt, die, milde gesprochen 'ungewöhnlich' sind. Die Ausstattung ist spartanisch, wenn man mal von den vielen Bücherregalen voll mit isländischen Büchern absieht: zwei Betten, eine Leiste zum Aufhängen von Kleidung und noch nicht mal eine Tür, statt dessen einen spärlichen Vorhang! Eine Gästeküche gibt es ebenfalls nicht, so dass wir unsere Brote auf dem Bett sitzend zubereiten müssen. Wir können zwar im Wintergarten sitzen, wo wir den anderen Gästen beim Abendessen zuschauen dürfen, aber dort gibt es keine Heizung und irgendwann ist mir so kalt, dass wir uns lieber in unser Zimmer zurückziehen. Im Prinzip bin ich ja wirklich nicht pingelig und auch anspruchslos, aber hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, bei Buchung über Farmholidays im Vergleich zu den anderen Unterkünften, für die wir dort den gleichen Preis bezahlt haben.

Leider scheint die direkte Umgebung des Hofes auch wenig reizvoll und nicht einladend zu Wanderungen bei diesem trüben Wetter. Das bedeutet für den Rest des Abends Lektüre im Bett, Hans hat wenigstens genügend Bücher eingepackt.

Dennoch werde ich dort noch einmal hinfahren, denn es liegt ideal zur Erkundung des Westens. Allerdings werde ich dann direkt vor Ort buchen und auch keine Schlafsackübernachtung mehr, die normalen Gästezimmer sahen schon anders auch und hatten auch eine gute, feste Tür!

 

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12.07.2008 um 20:31 Uhr

Tag 10 - Samstag

Morgens gibt es beim Frühstück in der Jurte

mit einem Ehepaar aus Australien und einem Lehrerehepaar aus Hagen lange Gespräche und das setzt sich dann auch mit Knútur fort.

Er führt mit seiner Mutter den Betrieb alleine (wir haben ihn beim Putzen der Ferienhäuser gestört) und die Schweizerin, die letztes Jahr ausgeholfen hat, studiert dieses Jahr in London! Wir versprechen ihm uns zu Hause umzuhören, ob nicht irgendein junger oder auch älterer Mensch im nächsten Sommer Lust hat, dort mit anzupacken. Es ist sicherlich kein Zuckerschlecken dort, aber man kommt mit vielen Menschen in Berührung und in der freien Zeit - ja, die gibt es auch - stehen die Pferde von Knútur zur Verfügung; das Reitgelände dort ist grandios!!!!!!!!!! Wer also Lust hat, die(Semester)ferien dort zu verbringen, kann sich gern bei uns melden, ich stelle den Kontakt her.

 

Vor der Abfahrt gibt es noch ein kleines Foto von unserer Unterkunft

und schon sind wir wieder unterwegs. Es zieht immer mehr zu und über dem Laxárdalur fängt der Regen an und wird immer stärker. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, diese beiden hübschen Kerle bei Svarfhóll zu fotografieren! Sie sind auch der Grund, warum ich fast ein 3. Mal nach Island geflogen wäre.

Als wir nämlich einige Tage später zu Hause mit Freunden diese Bilder anschauen, gefallen diese beiden unserem Freund so gut, dass er gerne nähere Informationen gehabt hätte. Wir haben ein wenig rumgesponnen mit Kauf- und Importideen und sind dann so verblieben, dass ich versuche, alles über die beiden Pferde, vor allem Besitzer und ob überhaupt verkäuflich, herauszubekommen und wenn das klappt, fliegen wir beide nochmal nach Island für Verkaufsverhandlungen. Unsere Ehegatten haben nur entsetzt den Kopf geschüttelt. Obwohl es ja eigentlich aussichtslos scheint, finde ich tatsächlich heraus, wem die Tiere gehören - wofür gibt es denn heute das InternetSonstige, nehme Kontakt mit den Besitzern auf und tatsächlich, sie sind verkäuflich. Allerdings hat sich kein Flugtermin mehr für uns gefunden, der irgendwie bezahl- und buchbar gewesen wäre in der Kürze, denn der Flug hätte sowohl von seiner Seite wir auch von meiner Seite aus spätestens in dieser Woche hier stattfinden müssen. Vielleicht ein anderes MalFröhlich

Aber zurück zu unserer Fahrt: Wir kommen mittags in Buðardalur an und entdecken auch gleich die Zelte der Wikigruppe neben dem neu zu eröffnenden Museum! Es schüttet inzwischen wie aus tausend Löchern und die Mitglieder der Gruppe sind eifrig bemüht ihre Siebensachen irgendwie in Trockene zu bringen. Wir treffen auch gleich Hanna, die sich mit ihren Ledersachen und Trinkhörnern bei einem Stand eingemietet hat. Schnell fahren wir zu unserer Unterkunft Stóra-Vatnshorn, wechseln die Kleider und fahren zum Fest zurück, Der Regen wird immer stärker und sämtliche Stände sind in das alte Schlachthaus verlegt worden, auch unsere Wikinger!

So kann der Markt unter Dach stattfinden, aber das Ambiente leidet natürlich darunter! Den Rest des Tages bis 18 Uhr verbringen wir an Hannas Stand, im Gespräch mit ihr und anderen Gästen, auch den englischen Archäologiestudenten aus þingeyri treffen wir hier wieder. Es ist trotz des schlechten Wetters ziemlich viel Betrieb. Endlich lernen wir im Museum Leifsbúð, das heute feierlich eröffnet wird, Helga, die verantwortliche Touristmanagerin kennen, eine sehr sympathische und hilfsbereite Frau. Sie zeichnet auch verantwortlich für das Museum, das eine sinnvolle Ergänzung zum rekonstruierten Hof Eiriks, des Roten darstellt. Es stellt die Fahrten Leif Eirikssons dar, der Amerika lange vor Kolumbus entdeckt hat.

Nachdem der Markt schließt, fahren wir noch rasch was einkaufen und nach Eiriksstaðir , das praktisch gleich neben unserer Unterkunft liegt. Mir kommen schon wieder die tollsten Ideen für Workshops und Touren, denn Stóra-Vatnshorn bietet neben den Hütten auch Schlafsackunterkunft und Zeltplatz an. Das Langhaus ist leider schon zu, aber wir finden noch eine nette deutsche Familie, die ein Foto von Hans und mir macht und das es jetzt auf die Titelseite dieses Blogs geschafft hat!

Leider fällt mein geplanter Spaziergang auf die Höhen des Tales hinterm Haus wegen des anhaltenden Regens aus und nach dem Abendessen gibt es daher nur noch eine Runde Lesen.

 

 

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11.07.2008 um 19:01 Uhr

9. Tag - Freitag

Diesmal gibt es nicht so viel zu schreiben, dafür aber um so mehr Bilder - für Textilinteressierte!!!!!!!

 

Entgegen unserer Gewohnheit werden wir heute erst kurz vor zehn wach und entgegen unserer Gewohnheit ist der Himmel heute auch nicht blau, sondern grau. Aber es ist trocken und windstill. Wir entschließen uns für einen faulen Tag und nehmen uns nurschwimmen in Varmahlið und das Textilmuseum in Blönduós vor.

Zuvor wollen wir aber noch einen Blick auf die 'Festung' Borgarvirki werfen, die wir über einen kleinen Abstecher mit sehr abenteuerlichen Straßen erreichen.

Uns erwartet dort eine eindrucksvolle Melange aus natürlichem Steinwall und geschichteten Mauern, auch der Blick rundum ist grandios.

Danach sind wir ziemlich schnell in Blönduós, aber es dauert eine ganze Zeit , bis wir aus dem Museum wieder raus sind.

Hier gibt es jetzt einfach mal Bilder mit ein wenig Erklärung im Bild (Mauszeiger)

 

In Varmahlið verbringen wir einige Zeit im Schwimmbad und Hans kauft mir sündhaft teure Zügel aus Schweifhaaren. Wir hätten auch fast einen wunderschönen Gürtel aus Pferdehaaren gekauft, wenn der nicht so eine doofe Schnalle gahbt hätte.

Auch in Sau¶árkrókur gehen wir noch einkaufen, der Supermarkt ist riesig und es gibt sogar eine sehr vielseitig bestückte Salatbar, wo man sich den Salat für zu Haus zusammenstellen kann.

Dann geht es über die neue Straße wieder zurück am Haus

vorbei, das mir schon im Herbst aufgefallen war und der Rest des Nachmittags gehört dann wieder den Robben. Nachts hören wir die Regentropfen auf Dach fallen!

 

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10.07.2008 um 20:17 Uhr

8.Tag - Donnerstag

Heute verlassen wir nach einem sehr reichlichen Frühstück und einem angeregten Gespräch mit unserer Gastgeberin endgültig die Westfjorde und fahren dem Hrútafjörður entlang auf die Ringstraße. Schlagartig wird der Verkehr mehr, kommt mir jedenfalls so vor, nach so vielen Tagen der Einsamkeit. Es ist Hauptsaison auf der Schlagader Islands.

Bevor wir auf die Vatnsnes und dort nach Ósar fahren, halten wir zuerst bei Borg, der Heimstatt Grettirs, des Geächteten.

In der direkten Nähe des Hofes gibt es auch eine Gedenkstätte mit vier schön gestalteten Bronzetafeln.

Und die Vatnsdalshólar ein paar km weiter, kommen auch in der Saga vor, geschichtsträchtige Plätze auf Schritt und Tritt! Leider kommt dieses Tal mit den vielen merkwürdigen Hügeln auf meinem Foto so gar nicht zur Geltung. Daher gibt es hier den Link zu einem besseren .

Auch hier gibt es im Gras wieder Blüten mit auffallend leuchtenden Farben

  und während wir dort herumwandern, werden wir sehr misstrauisch beobachtet:

Nach diesem Besuch möchte Hans noch das berühmte Kántrýbær in Skagaströnd sehen. Das passt auch ganz gut mit dem Mittagessen, es gibt natürlich, angepasst an die Umgebung, Hamburger. Wir entdecken außerdem ein Plakat an der Wand: Konzert heute Abend mit KK und Maggi . Und schon ist unser Abend verplant.

Auf dem Weg zur Vatnsnes- Halbinsel begegnen wir dieser Reitertruppe, vielleicht 15 Reiter und eine Menge freilaufender Pferde.

Später sehen wir, dass die Gruppe auf der Vatnsnes übernachtet, wahrscheinlich ist das die Tour von Abbi mit der Überquerung des großen Sees Hóp. Die Pferde bleiben für die Nacht in ihrem Areal, die Reiter werden zur Unterkunft gefahren.

Wir fahren weiter nach Ósar, halten ein kurzes Schwätzchen mit Knútur, dem Besitzer, ruhen uns ein bisschen aus und machen unseren ersten Besuch am Robbenstrand unterhalb der Jugendherberge.

Eifrige Leser meines Blogs werden sich daran erinnern, dass ich letztes Jahr schon einmal über die Flussmündung und die vielen Robben dort geschrieben habe - dieses Jahr sind noch mehr da.

Wir laufen bis zum Hvítserkur

und sitzen danch noch bestimmt anderthalb Stunden in der Sonne und schauen den Robben zu, nur durch den Fluss von ihnen getrennt. Viel passiert nicht, aber manchen wird es doch zu warm und es gibt ein kühles Bad zur Erfrischung.

 

 

 

Um uns herum zanken sich die Krías, Ehestreit? und mir läuft sogar ein der Kriakinder vor die Kamera.

Nachdem andere Gäste der Jugendherberge weg sind, und wir allein am Strand sitzen, kommen einige der schwimmenden Robben näher und beäugen uns neugierig.

 

Irgendwann wird es uns dann doch zu kalt, wir wandern hoch, ich ziehe mich um und wir erreichen Skagaströnd gerade noch rechtzeitig für das Konzert. Leider verstehen wir natrülich die Witze, die die beiden machen, nicht, aber die Musik ist klasse, die Stimmung bombig

und ich bereue keinen der 140 Extrakilometer für diesen Abend. Spät in der (taghellen) Nacht um halb 1 kehren wir zurück.

 

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09.07.2008 um 20:32 Uhr

7. Tag - Mittwoch

Morgens weckt uns - wie soll es auch anders sein - der blaue Himmel und verspricht Gutes. Nach dem Frühstück sehen wir noch einmal den Adler über den Fjord fliegen und nehmen dann das gefürchteste Wegstück der ganzen Reise in Angriff:

die 608, als öffentlicher Feldweg in der Karte eingetragen.

Böse Erinnerungen an die Querung der Tröllatunguheiði (die 605) ließen schon zu Hause dumpfe Vorahnungen von Schlammlöchern, Schneefeldern, querenden Bachläufen und ähnlichem enstehen und die Lektüre dieser Seite verstärkte das noch so, dass ich mir tatsächlich überlegt hatte, einen 4WD zu mieten oder, wenn es gar zu arg würde, wieder umzudrehen.

 

Um es vorwegzunehmen: im Vergleich zu anderen Strecken, die wir dieses Jahr gefahren sind, entpuppt es sich als reinste Autobahn. Festgefahrene Schotterstrecke vom Feinsten, die schon fast Teerqualität aufweist, und moderate Steigungen von max. 12% bei prachtvollem Wetter und glasklarer Weitsicht machen die Fahrt zum Vergnügen und kostet nur halb soviel Zeit wie berechnet.

 

Natürlich kann es da auch anders aussehen, wie das folgende Bild von Annette Arriens aus der Fotocommunity beweist!

Mitten auf der Hochebene zieht dann eine Tafel unseren Blick auf sich:

 

vor diesem kleinen Stein

Wir werden noch an anderen Stellen in der Strandirregion (Ostküste) auf solche Tafeln stoßen mit Geschichten zu örtlichen Naturdenkmälern.

Unten am Steingrímsfjörður gibt es mehr als Zeit genug und wir überlegen sogar noch nach Djúpavík zu fahren um endlich mal Claus in Island kennenzulernen. Wir entscheiden uns dann aber doch nur für eine Umrundung der Drangsnes.

Bei der Planung dieser Reise habe ich bewusst die Tagesetappen klein gehalten, im Schnitt so bei 120 km! Alles darüber hinaus artet in unbekanntem Gelände in Island schon in Stress aus und wir möchten auch viel Zeit zum Wandern oder auch nur Faulenzen haben.

Die zusätzlichen Kilometer um Drangsnes lohnen sich aber auf jeden Fall, denn neben der bizarren, zerklüfteten Küstenlinie mit von Treibholz übersäten Stränden,

gibt es im Winzdorf mit gleichem Namen ein funkelnagelneues, tolles Schwimmbad mit Blick auf den Fjord, HotPot und Sauna! Und einer Katze zum Streicheln für Hans!

Neben dem Schwimmbad steht ein Intrusionsrest eines Vulkans, wieder mit einer netten Geschichte von versteinerten Trollen, die es mal wieder nicht bei Sonnenaufgang geschafft haben, nach Haus zu kommen. Auf dem Bild wirkt der Fels

irgendwie nicht so, deshalb stelle ich mich mal zum Vergleich daneben.

Nach dem Schwimmen sind wir schon wieder hungrig und gehen ins ebenfalls funkelnagelneue Malarkaffi nebenan. Dort gibt es köstliche Fischsuppe und die Besitzerin erzählt uns, dass sie den Schritt gewagt haben hier ein Cafe und ein Gästehaus zu eröffnen. Alles wirkt recht durchdacht und schön gelegen, vielleicht hilft ja dieser Bericht ein wenig, den sympathischen Besitzern ihre Unterkunft in Zukunft zu füllen! Sie bieten auch eine Fährüberfahrt zur Vogelinsel Drangey (nicht zu verwechseln mit der aus dem Skagafjord) an:

hier gibt es den entsprechenden Link!


Wir haben aber schon woanders gebucht und wollen auf jeden Fall noch ins Hexenmuseum nach Hólmavík. Dort gibt es einen neuen aufsehenerregenden Fund:

eine Opferschale aus der Frühzeit der isländischen Geschichte.

Hier nur die erste von mehreren Tafeln, die den Fund und die Untersuchungen dazu genauer beschreiben:




Das Ganze ist in einem Extraraum sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt. Das Museum hält uns einige Zeit gefangen und unser Geldbeutel ist um einiges leichter.

Außerdem halten wir uns noch einige Zeit an der Bildertafel über die mehr als 2 m lange Suppenschildkröte, die zwei Fischer vor einigen Jahren im Wasser treiben sahen (schon tot) und die sie dann mit ihrem Ruderbötchen nach Drangsnes ruderten, weil ihnen DAS ja sonst doch keiner geglaubt hätte. Auch wir müssen nachfragen, ob die Bilder ein Fake sind, aber die nette Kassiererin bestätigt uns die Geschichte.

Auf dem Weg weiter nach Süden statten wir dem Schafsmuseum noch einen Besuch ab, bevor uns unser Weg dann nach Snartartunga, einem wunderschön gelegenen Hof im Norðurdalur, führt, unsere Unterkunft für diese Nacht. Wieder steht uns ein schönes Appartment zur Verfügung mit allem Drum und Dran.

 

Nach dem Abendessen lockt das Sofa

aber brechen wir noch zu einer Wanderung Richtung Berge auf. Laut Wanderführer der Region ist hier die schmalste Stelle der Westfjorde und ein alter Postreiterweg verbindet hier die Ostküste mit der Westküste, Luftlinie etwa 10 km, den ich gern ein Stück im Nordtal erwandern möchte. Leider endet der Weg an einer gut eingezäunten Weide, aber wir entdecken wieder die vielen Besonderheiten am Wegesrand, so dass wir erst spät wieder zurück sind.

 

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08.07.2008 um 19:52 Uhr

6. Tag - Dienstag

Dem Reiseführer (Lonely Planet, bedingt empfehlenswert) zufolge verlassen wir heute die eigentlichen Westfjorde, die demnach erst so ungefähr bei Flókalundur beginnen und begeben uns in die Welt der südlichen Fjorde, die tief und schmal in das Land einschneiden und steil aus dem Meer emporragen. Dadurch werden eine Menge Halbinseln gebildet, die zum Teil nur durch meterschmale Landbrücken mit dem Festland verbunden sind. Das Wetter ist immer noch berauschend, blauer Himmel, sanfter Wind und strahlende Sonne, wir haben beide mit einem leichten Sonnenbrand zu kämpfen.

Am Horizont scheint der Snæfellsjölull wie eine Wolke am Himmel zu schweben.

Wie umrunden etliche Fjorde, klettern wieder mal über Pässe und finden meist am Fjordende einen netten Bauernhof, obwohl die Landschaft fast menschenleer wirkt und durch die Landflucht auch zu werden droht.

Bei Djúpidalur gibt es eine heiße Quelle, die ein Schwimmbad speist - unter Dach, für isländische Verhältnisse eher ungewöhnlich. Wir entdecken auch die zugehörige Quelle, ein Bohrloch in der gegenüberliegenden Felswand, durch den Fluss vom Schwimmbad getrennt. Der Weg dorthin scheint nur von den Schafen genutzt zu sein, aber wir lassen uns den Spaziergang dorthin nicht nehmen. Schließlich stehen wir staunend vor der Wand, aus der das heiße Wasser als Wasserfall über die Felsen sprudelt - einfach so!




Danach sind wir ziemlich schnell in Bjarkarlundur und entscheiden uns deshalb noch einen Abstecher nach Reykhólar

und zum Damm über den Gilsfjörður zu machen.

 

Irgendwann beziehen wir dann unser Zimmer. Es hat keine Nummer, sondern trägt den Namen eines Seevogels wie die anderen Zimmer auch. Es heißt Lómur - Gavia stellata oder Sterntaucher, eine nette Idee. Das Zimmer ist auch ansprechend, die Zwischenwände leider nicht. Man hat das Gefühl, dass das Nebenzimmer nur durch eine dünne Pappwand abgetrennt ist; könnte ich isländisch, würde ich die Unterhaltung nebenan sehr gut verstehen. Nur gut, dass ich meine Ohrstöpsel dabei habe.

Die Küche bietet heute Fiskihlaðborð - Fischbüffet mit schmackhaftem Dorsch, Schellfisch und gebackenem Salzfisch sowie einer schmackhaften Soße und Kartoffeln - der Koch ist jedenfalls sehr zu empfehlen. Sogar für das gut sortierte Salatbüffet stehen zwei Dressings zur Auswahl. Das ist schon was Besonderes, der Isländer liebt nämlich seinen Salat so wie seine Umgebung: "natürlich"!!

Wir haben uns das Essen nach unserer Wanderung auf den Hausberg hinter dem Hotel auch redlich verdient und danach gibt es noch drei Seiten zu lesen, bevor wir die Augen zumachen.

 

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07.07.2008 um 22:42 Uhr

5. Tag - Montag

Leider ist der Seenebel am Morgen eher dichter geworden und auch die Temperatur beträgt nur noch 7°!

Wir verschieben also unseren Besuch an die Rauðisandur auf ein späteres Mal und fahren los ohne viel Hoffnung auf Aussicht. Leider präsentieren sich die türkisen Wasser und goldenen Sanddünen des Patreksfjörður  auch tatsächlich nur unter einem einheitsgrauen Himmel. In dem gleichnamigen kleinen Kaff möchten wir einkaufen, aber wie soviele isländische Ansiedlungen wirkt es um diese Zeit noch wie ausgestorben - kein Mensch auf der Straße, Geschäfte zu. Im nächsten Fjord liegt Tálknafjörður, dort gibt es einen Laden und eine Post - gute Gelegenheit, das Päckchen an Werner loszuwerden und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Wir kringeln uns durch weitere Fjorde, am Reykjafjörður liegt ein einladendes einsames Schwimmbad, naturgeheizt, wieder gleich am Meeresufer. Die Straßen sind vergleichsweise gut, das Wetter bleibt bedeckt,

wir halten nirgendwo und sind natürlich viel zu früh wieder am Breiðarfjörður,

am Hotel Flókalundur.

Gleich vorweg: das Hotel bietet annehmbaren Komfort in Zimmern mit Blick aufs Meer, gute Küche, eine traumhafte Umgebung mit vielen ausgeschilderten Wanderwegen, ein nettes Schwimmbad und ringsherum liebliche Natur. Ja, nach all den Schotterstraßen, schroffen Abhängen und Bergpässen ist es hier vergleichsweise lieblich mit viel Vegetation und richtigen Bäumen. Auch beim Abendessen bietet der Blick aus dem Fenster

eine Sicht auf den Fjord, wo sich riesige Mengen von Seevögeln immer wieder auf einer Stelle sammeln. Ich bin der Meinung, dass dort irgendwelche Delphine oder Kleinwale Fischschwärme zusammentreiben und die Vögel sich deswegen dort einfinden. Beweisen kann ich die Theorie nicht, denn bis auf vage Anzeichen: Schaumfontänen und sich sehr schnell knapp unter der Wasseroberfläche fortbewegende Lebewesen, nur durch die Bugwellen sichtbar, bekommen wir nichts zu Gesicht.

Aber dafür entdecken wir mittags aber, während wir die Zeit bis zum Einchecken rumbringen wollen, auf einem Felsen in der Nähe der Küstenlinie, einen großen Vogel , einen sehr großen Vogel. Wir sind uns rasch einig, dass es ein Seeadler sein muss, was die Aufnahmen ja dann auch später beweisen. Leider sind sie trotz 10fachen Zooms nicht so klar, wie ich es mir wünsche.

Wir sitzen dort eine ganze Weile mit einer Kleinigkeit zum Essen auf den Knie, bis auch hier der Seenebel aufzieht und den Adler zum Abheben und Wegfliegen bringt, was die Möwen und anderen Seevögel vorher mit ihren Scheinangriffen nicht zustande brachten.

 

Der Seenebel zieht zwar auf, aber dann auch weiter und wir haben warmes, wunderbar klares Wetter zum Schwimmengehen.

Den natürlichen HotPot, der sich gleich unterhalb des Hotels befinden soll, haben wir nicht gefunden, aber das Schwimmbad ist ebenfalls in Gehnähe. Eigentlich ein Schwimmbädchen ist es mit einem zweilagigen Zaun umgeben, bei dem man nur durch die Lücken hin und wieder das Meer sieht. Hier wäre zumindestens auf einer Seite eine Plexiglasscheibe statt des Zaun prima - Schwimmen mit Aussicht. Das Wasser ist sehr angenehm, wenn auch nur 90 cm tief und der Pott sehr heiß.

Nach dem sehr leckeren Abendessen sitzen wir eine Zeitlang auf der Veranda des Hotels,

aber ich bin tatendurstig und breche zu einem längeren Spaziergang in die Schlucht der Penna auf.

Der Weg ist gut ausgeschildert (Pflöcke), wenn auch manchmal kaum sichtbar, Beweis, dass sich hier anscheinend wenig Wanderer tummeln, erstaunlich bei der Schönheit der Umgebung.

Nach der Rückkehr bin ich immer noch kribbelig und fahre noch einmal an der Südküste entlang um meinen Lieblingsberg von der anderen Seite zu fotografieren und einfach diesen wundervollen Abend am Strand zu genießen

 

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07.07.2008 um 18:32 Uhr

4. Tag - Sonntag

Um neun stehen wir auf, trinken eine Tasse Kaffee, raffen unsere Sachen zusammen und sind schon wieder unterwegs.

Leider hat sich der Seenebel über Nacht nicht aufgelöst, es ist kalt und ziemlich klamm. In den Bergen sieht man zum Teil die Hand vor den Augen nicht, aber ganz oben auf der Heide ist der Himmel blau, die Sonne scheint und es ist richtig warm, da windstill!

Wir nehmen die Strecke über Brjánslækur an der Südküste entlang und fahren, da es noch früh am Tag ist, direkt durch bis Látrabjarg . Unterwegs halten wir natürlich wieder an vielen Stellen, die uns überraschen, faszinieren, interessieren...

Dort erschlägt uns schier die Masse der Touristen, so ca. 20!! Fröhlich Die Klippen sind beeindruckend, auch die Unmenge der Vögel.

Wir wandern bis zur höchsten Spitze, aber bekommen beide weiche Knie beim Runterschauen. Die Strecke zum Kap hin war, obwohl als normale Straße ausgeschildert, übrigens sehr unangenehm zu fahren, zum Teil viel loser Schotter, auf dem unser kleiner Wagen ziemlich schwamm, große Schlaglöcher, abenteuerliche Streckenführung irgendwie in einen Steilhang hineingemeißelt

- Marion, da müssen wir beide unbedingt hinFröhlich!!!!!!!!! Der Bansheepass in Irland ist, im Nachhinein gesehen, gar nix dagegen.

In Breiðavik  gibt es diese Nacht Quartier und zu unserer Überraschung im Zimmer mit Stockbett,

ich fühle mich an meine JuHe-Zeiten erinnert wie schon zwei Wochen zuvor. Hans ist müde von den Anstrengungen des Tages, so sitze ich im Aufenthaltsraum, trinke viel (kostenlosen) Kaffee und lese. Ich melde uns zum Abendessen an - es gibt Spargelsuppe, Plokkfisk , und zum Dessert Súrmjólk mit Heidelbeeren. Ob der für ihn ungewohnten Speisen braucht Hans schon wieder ein Verdauungsschläfchen, aber ich bin munter und abenteuerlustig und wandere an diesen wundervollen Strand,

 

schade, das man heute hier mit Wintersachen rumlaufen muss.

Auf dem Weg zurück kommt mir schon Hans entgegen, den es auch nicht mehr im Zimmer hält und gemeinsam gehen wir den angebundenen Hengst streicheln  und nochmal zurück zum Meer

Ich muss an Brigitte denke: Das wäre ein sehr guter Platz für deinen Plan, im Atlantik zu plantschen und wenn es irgendwie geht, fahren wir beide auch mal hierhin!

Hans und ich stehen eine ganze Zeitlang am Gezeitensaum und schauen den Wellen zu, bis es zu kalt wird.

Nachts um halb zwölf mache ich von unserem Fenster aus noch dieses Bild vom Zeltplatz

 

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05.07.2008 um 21:52 Uhr

3. Tag, Samstag

Nach dem Frühstück geht es ziemlich schnell Richtung Norden und die Bergwelt der Westfjorde begrüßt uns zum ersten Mal.

Zuerst ist der Himmel noch bedeckt, aber je weiter wir uns die Berge hochschrauben, desto größer werden die blauen Flecken. Die Straße ist dramatisch, die Aussicht auch - es wäre der richtige Trip für Marion!!!! Dieser Teil unterscheidet sich sehr vom restlichen Island, noch rauer, steiler, steiniger, kälter, einsamer!

Nach vielen Fotostopps (ihr wseht hier nur eine minikleine Auswahl)und Abhängen, Heiden, Fjorden und natürlich dem fantastischen Dynjandi mit seinen vielen Fossar

sind wir in þingeyri und suchen unsere Unterkunft Guesthouse Vera! Nachdem wir einige Male das Dorf (302 E.) durchkreuzt haben, fallen uns in einigen Gärten die Menschenansammlungen auf! Es handelt sich dabei um 'Súpa í garði', Suppe im Garten. Die teilnehmenden Häuser sind durch ein Schild an der Straße gekennzeichnet, man darf dann einfach hinters Haus, den Garten bewundern und die Suppe probieren, die dort ausgegeben wird - eine nette Idee! Danach finden wir endlich unser Gästehaus und es ist auch jemand da. Das Zimmer entpuppt sich als Überraschung- es handelt sich um ein geräumiges und komplett eingerichtetes Appartment im Souterrain.

Allerdings wird es dann mit der Bezahlung schwierig. Nein, nicht das es zu teuer wäre, ganz im gegenteil - es ist absolut preisgünstig, aber die Besitzerin nimmt kein Visa und im Ort gibt es keinen Bankautomaten. Wir entschließen uns in Euro zu bezahlen, auch wenn wur dadurch mehr bezahlen als wir müssten. Nach einigem Zögern wechselt der 50er den Besitzer und wir ziehen uns um, weil wir ja noch am Wikingerfest teilnehmen wollen.

Leider haben wir die Wanderung zum eigentlichen Anlass des Festes, nämlich einen Rundgang zu den Schauplätzen der Gisli-Súrsson-Saga, verpasst, also gehen wir gleich zum Festgelände. Das Fest ist miniklein, jedenfalls, was den Wikingerbereich betrifft. Es gibt drei Zelte, ein wenig Wikingerspiele, aber viele nette Unterhaltungen, unter anderm mit einer Frau von den Lofoten, die regelmäßig dorthin kommt um Kurse im alten Handwerk zu geben. Der Platz dort ist aber sehr schön angelegt, ein großer Steinkreis mit einem Langfeuerplatz in der Mitte und einem Häuschen auf einem Hügel, alles direkt am Meer!

Um 6 zieht Seenebel auf, es wird feucht und kühl, der 'Markt' ist zu Ende und wir ziehen uns um für den Unterhaltungsteil am Abend.

Der findet auch auf dem Wikingerplatz statt und wir lernen gleich Cecile aus Frankreich und Kyra aus USA kennen, denen wir schon auf der Fähre begegnet sind. Sie sind mit Zelt und Rucksack unterwegs und sind auch extra wegen des Festes hergekommen. Zu uns gesellt sich ziemlich bald ein englischer Archäologiestudent und wir kommen auch mit einer Menge Isländer ins Gespräch. Das Feuer wird entzündet und alle drängeln sich, um ein bisschen von der Wärme abzubekommen.

Irgendwann äußert Kyra den Wunsch nach einem Bier und da es am Ort kein Bier zu kaufen gibt, fragt Hans einen der Isländer. Der ruft gleich beim örtlichen Hotel an und fragt für uns nach, ob wir dort Bier kaufen können. Hans und ich fahren zum Hotel und bekommen nach dann 10 Dosen Viking Gull auf unsere Frage nach 'richtigem' Bier. Zurück stellen wir fest, dass es sich leider doch nur um das Öl (Leichtbier) handelt, im Gegensatz zum Bjór, das dem richtigen Bier in Deutschland entspricht. Leider, weil das Öl nicht besonders schmeckt. Aber der nette Isländer von eben kommt schon wieder auf uns zu und erzählt uns, dass er gerade vom Manager des Hotels angerufen wurde. Der entschuldigt sich mit vielen Worten, dass er uns das falsche Bier verkauft hat und bietet uns an, die Reste umzutauschen. Diesmal fährt Hans alleine und kommt mit einer ganzen Tragetüte voll Flaschenbier wieder zurück, viel mehr, als die Reste unseres Öls wert warenFröhlich.

Inzwischen hat die örtliche Band ihre Instrumente aufgebaut, und wir hören viele der Hits, die wir jeden Tag auch im Autoradio hören - die Stimmung ist bombig. Als das Konzert vorbei ist, unterhalten wir uns noch lange mit Einheimischen über Gott und die Welt, die Gefägnisse in Island, die Finanzsituation und Hans erzählt sich mit einem Bandmitglied schmutzige Witze - Männer sind doch überall gleichFröhlich. Wir werden noch zum Tanzen in der Gemeindehalle eingeladen, aber ich bin dann doch sehr müde.

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04.07.2008 um 21:44 Uhr

2. Tag - Freitag

Früh um 7 werden die Koffer gepackt und es geht, diesmal ohne Fotostopp bis Stýkkishólmur in einer knappen dreiviertel Stunde. Dort wird schnell vollgetankt und die Fährtickets im Büro am Hafen abgeholt.

An der 'Fähre gibt es einen kleinen Stau,

das Tankfahrzeug muss erst fertig werden, dann wird der Yaris in eine winzige Lücke gequetscht und die Fähre legt ab.

Nach einer guten Stunde kommt Flatey in Sicht,

der erste Blick geht auf die vergammelten Überreste eine Fischfabrik. Dann aber empfängt uns eine andere Welt!!!

Um es vorwegzunehmen. Flatey ist nix für Leute, die schnell von Sehenswürdikeit A zu touristischem Höhepunkt B hasten, für die ist Flatey nichts, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf Flatey gibt es ein kleines Dorf mit alten Häusern, einige niedrige Vogelklippen, einen Spazierweg von zwei Kilometern Länge durch ein Brutgebiet und den Hafen. Der Spazierweg ist bis Mitte Juli gesperrt, um die Vögel beim Brüten nicht zu stören! Vögel gibt es Unmengen und sie sind alle so zahm, dass sie einem quasi über die Füße laufen. Selbst die Angriffe der Krías sind nicht so aggressiv wie anderswo. Hier muss man Hast und Unruhe abstreifen können, um die wahren Vorzüge der Insel zu genießen. Nach dem Mittagessen im einzigen Restaurant verbringen wir Stunden an den Klippen von Lundaberg, dösen, hören den Vögeln zu und schauen auf das Meer hinaus............ Ich kann diesen Frieden nicht in Worten widergeben, darum hier nun eine Auswahl an Bildern!

Die Häuser

Die Vögel (die Namen könnt ihr lesen, wenn ihr mit dem Mauszeiger auf das Bild geht - sofern ich die Namen weiß Fröhlich

Es gab noch wesentlich mehr Arten, unter anderem viele Enten, das hier ist nur eine kleine Auswahl.

Ansonsten kann man im Dorf noch dem Koch beim Ausnehmen der Fische fürs Abendessen zuschauen

oder das einzige Auto auf Flatey, den Transporter des Hotels bewundern.

und natürlich die Ruhe genießen.

Irgendwann machen wir uns gemütlich auf zum Hafen, warten dort gelassen noch eine Zeit auf die Fähre und schippern dann nach Brjánslækur. Den Wagen hatten wir beim Zwischenstopp auf der Fähre gelassen und den Schlüssel einem Besatzungsmitglied übergeben. Den nehmen wir jetzt wieder entgegen, vom Schiff aus sehen wir das Auto auch am Pier stehen.

Schnell haben wir die 6 km bis zu unserer nächsten Unterkunft Rauðsdalur  zurückgelegt. Gegen den Hunger koche ich erstmal in der gut ausgestatteten Küche was, bevor wir die Schlafsäcke auf den Betten ausbreiten. Eigentlich bin ich noch gar nicht müde und möchte ins Schwimmbad, das 7 km entfernt auf der Karte eingezeichnet ist. Das entpuppt sich als wunderschön an der Küste gelegen, aber niemand ist da und ich traue mich mal wieder nicht, die Örtlichkeiten einfach so zu benutzen, obwohldas kleine Tor offen steht.

Zum Ausgleich krabble ich dann allein auf der Hauswiese unserer Unterkunft bis zu dem kleinen Wasserfall, nur begleitet vom Hofhund.

 

 

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03.07.2008 um 22:28 Uhr

1. Tag - Donnerstag

Wieder auf dem Weg, diesmal Flughafen Hahn. Unser Auto steht auf dem P7 am Backsteinturm mit den Birken. Die Koffer sind voll.

Mit 50 Minuten Verspätung sind wir gestartet - strong headwinds verzögerten den Hinflug.

So, die Reise hat begonnen und ich bin wie immer ein wenig nachdenklich, weil im Anfang auch gleich das Ende beinhaltet ist.

 

Es ist schon merkwürdig, den einen Reisebericht noch fertig schreiben zu müssen, wenn man schon am nächsten arbeitet. Wir befinden uns über Großbritannien und die Pilotin hat uns versichert, das wir jetzt, den Wind im Rücken, schneller in Island sein werden. Wir sind gerade über irgendeine Inselgruppe geflogen, hab keine Ahnung welche. Das Foto musste ich auch stark bearbeiten, damit man was erkennen kann, weil die Luft so diesig ist.

 

Wir landen überpünktlich in Keflavik, nur ansatzweise ist der Küstenstreifen während der Landung zu sehen. Es ist bewölkt, aber nicht kalt, als wir aussteigen. Problemlos kaufen wir noch im Duty-free für Jóhanna ein, problemlos kommen wir durch den Zoll. Die erste Überraschung gibt es bei Hertz, denn unsere Buchung ist dort nicht verzeichnet. Anscheinend habe ich dieses Jahr mit unseren ganzen Mietwagenbuchungen einfach Pech! Die Damen geben sich aber alle Mühe, es dauert seine Zeit, aber schlussendlich nehmen wir die Schlüssel für unseren Yaris in die Hand, sammeln noch Luise ein und es geht los bei schönstem Sonnenschein. Zu Beginn habe ich am Steuer noch mit dem Wind zu kämpfen und bedauere die Radfahrer, die von den Böen auf die Straße geweht werden. Über der Snæfellsnes hängen Regenschleier und ein schier unwirkliches Licht aus Sonnenstrahlen und Wolken in den unglaublichsten Blau- und Grautönen.

Bei Hanna im Walfjord gibt es Walfleisch!!! und Gespräche - 2 1/2 Stunden vergehen wie im Flug. Bei der Weiterfahrt muss ich meine Konzentration auf die Straße zwingen - zu großartig öffnen sich zwischen Wolkenlücken die Ausblicke. Irgendwann kommen wir dann auf Lýsuhóll an und verbringen den Rest des Abends wiederum mit Gesprächen und einigen Flaschen BierBeschäftigt

 

 

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