Island

26.07.2010 um 21:05 Uhr

Letzter Tag

Montag, den 26. 7., 21. Tag

Der letzte Tag hier in Island ist für mich angebrochen. Es schüttet wie aus tausend Löchern und der feine Lavastaub ist schnell von Auto und Zelt abgewaschen.

Ist natürlich doof, dass ich alles nass einpacken muss, mit dem Ordnen muss ich warten, bis es aufhört zu regnen.

Die Frühstücksveranda von Stóra-Mörk, ist überbelegt; wir müssen warten, bis es Platz gibt. Irgendwie hat der Ort mit den zwei neuen -Ferienhäusern und der daraus resultierenden Anzahl von Leuten seine besondere Atmossphäre verloren.

Schließlich sitzen wir dann zum Schluss allein. Die Gruppe wird wohl eine gemütliche Südküstenfahrt unternehmen, die Sicht ist schlecht und für alles andere ist es auch zu nass.

Kurz nach neun mache ich mich auf den Weg und halte erst wieder in Hella an der Rangá um endlich mal die Koffer zu packen und auszusortieren, was in Island bleibt.

 

Es fängt wieder leicht an zu nieseln, aber es ist richtiggehend schwül-warm! Eine Menge Gedanken gehen mir bei der Fahrt zum Walfjord durch den Kopf, das Radio läuft und ich nehme so langsam Abschied von diesem Sommer in Island.

Am Nachmittag kaufe ich die Souvenirs im Bonus ein (was sich als fatal für die Reisekasse herausstellen wird) und auch eine zusätzliche Reisetasche um alles unterzubringen. Dann fahre ich wieder mal nach Garðsskagi um Island Lebwohl zu sagen

und bringe das Auto zum Anbieter zurück. Der junge Mann bei Sixt schaut sich den Kalos nur kurz an, bestätigt mir, dass das Auto ohne zusätzliche Kratzer und mit vollem Tank zurücvkgebracht wurde und dann gehe ich zu Fuß an der Straße entlang bis zum Alex. Es nieselt leicht, die Autos spritzen die Pfützen auf, ich versuche die Strophen von Reinhard Meys: Über den Wolken zusammenzukriegen und dann gibt es in der Hütte nochmal ein weiteres Umpacken und Neupacken der Koffer. Die vilen Steine kommen in den großen Koffer (das und noch anderes kostet mich schlussendlich 50 € Übergepäckam nächsten Morgen) und es gibt aus den Resten das letzte Abendessen. Besonders gut schlafe ich in der Nacht nicht, das Frühstück gibt es um 4.30 Uhr und dann stehe ich pünktlich für das Flughafenshuttle zum Abholen mit ein paar anderen Gästen bereit.

Der Flug selbst ist pünktlich und die Wartezeit vergeht schnell, bis wir boarden.

Kleines Fazit, auch wenn die Reise erst zu Hause enden wird:

ich habe die erste Woche gebraucht um mich von den Gedanken an Arbeit und Probleme zu lösen, danach erst fing die Erholung an – zu lange – denke ich und Hinweis, dass ich vielleicht etwas ändern sollte. Danach war Island wie eine Kur!

Meine persönlichen Highlights: der Flug über das Nordland, Borgarfjörður eystri und die Gegend um Klaustri,

negativ die Busladungen mit den Menschenmassen, die so unzufriedenen und gehetzt wirken; das hat Island nicht verdient. Mit der Masse kommt auch die Massenabfertigung, das Persönliche geht ein wenig verloren. Vieles ist inzwischen massentouristisch erschlossen, gut ausgebaute Wege bis zur kleinsten Attraktion: eine halbe Stunde Rundgang auf kanalisierten Pfaden und dann winkt der Guide schon wieder zum nächsten Highlight.

Island als Disney Nature-Ressort! Schön, dass ich es noch anders kennenlernen konnte und inzwischen noch erleben darf, weitab von den Attraktionen.

 

 

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