bildpolkrit

14.11.2005 um 11:39 Uhr

EU-Binnenmarkt und Bildungspolitik: Mobilitätsbegründung

von: soclyt

Die Erfordernis-Begründung: Mobiltität ist ein sich aus Entwicklungen wie EG-Zusammenschluss, Weltmarktkonkurrenz und anderen ergebendes Erfordernis, dem die Arbeitskraft zu genügen hat. Der Übergang von deskriptiven zu präskriptiven Sätzen wird dabei sehr unproblematisch gehandhabt. Im Bildungswesen soll die spätere Mobilität der Arbeitskraft vorbereitet werden. In der Begründung für das Erasmus-Programm wird das explizit formuliert:"Das Gemeinschaftsprogramm Erasmus fördert die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und den Austausch von Lehrkräften und Studenten mit dem Ziel, sie alle mit der europäischen Realität zu konfrontieren und auf die Arbeit im künftigen Binnenmarkt vorzubereiten" (Kommission der Europäischen Gemeinschaften). Gefördert werden soll der Studienaufenthalt im Ausland (über Erasmus), "so dass die Gemeinschaft auf einen ausreichenden Bestand an Arbeitskräften zurückgreifen kann, der das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben anderer Mitgliedstaaten unmittelbar kennengelernt hat" (Kommission der Europäischen Gemeinschaften) - eine sehr klare Formulierung des Zwecks.

03.11.2005 um 11:32 Uhr

"Globalität" als Argumentationsfigur

von: soclyt

Die Schritte sind:
Die Bewegung ist weltumgreifend - da können wir nicht nichts tun, uns ausschließen. Man kann sich nicht entziehen.
Wir müssen uns beteiligen.
Wir müssen uns erfolgreich beteiligen.
Für die Erreichung des Erfolgs müssen wir Entsprechendes tun.
Die erfolgreiche Beteiligung erfordert Einschnitte und Opfer, Anstrengungen und Veränderungen.
"Global" läßt also den Eindruck entstehen, dass man nichts dagegen machen kann - man könne nur mitmachen und für sich selbst etwas herausholen, die Entwicklungen zu eigenen Gunsten instrumentalisieren.
Würde man sich trotzdem entziehen, hätte das nicht vertretbare negative Auswirkungen. "Mitmachen oder herausfallen" wird als Abschreckungsalternative dargestellt.
Wir können uns doch nicht überrollen lassen - also müssen wir mitmachen und "gestalten". "Gestalten" heißt: Zum eigenen Vorteil betreiben, "Chancen" nutzen, Risiken wegdefinieren.
Nebenargument ist: Selbst wenn wir anders wollten, könnten wir nicht - die globale Bewegung ist zu überwältigend; wir allein haben zu wenig Einfluss darauf.
Nicht von Interesse hat zu sein:
Die globale Konkurrenz ist gewollt, hergestellt,durchgesetzt.