bildpolkrit

26.07.2006 um 11:32 Uhr

Studienkredite und Studienzeitverkürzung: "Offenheit für neue Wege der Bildungsfinanzierung" (Schavan)

von: soclyt

"Derartige Instrumente sollen mehr junge Menschen motivieren, ein Studium aufzunehmen und es zügig und erfolgreich zu beenden. Ein Studienkredit schafft größere finanzielle Unabhängigkeit und bietet eine Grundlage für eine verlässliche Planung des Studiums" (Schavan zu KfW-Studienkrediten, zit. n. BMBF-Pressemitteilung 130/2006 vom 18.7.2006).
Zum einen ist wohl gemeint, dass die Notwendigkeit zur Finanzierung des Studiums durch Jobs beseitigt oder verringert werden soll.
Zum anderen geht es aber auch um Verkürzung der Studienzeiten (wozu dieses Instrument beitragen soll):
Etwas Motivation zur Beschleunigung über Finanzierung?
"Größere finanzielle Unabhängigkeit" wovon - und wovon Abhängigkeit?
Zinsen als neue Form der Steuerung?
Finanzieller Druck als Instrument des New Public Managements?
Und schließlich gibt es auch noch ein anderes Ziel: "Märkte der Bildungsfinanzierung zu eröffnen" (a.a.O.).

21.07.2006 um 12:35 Uhr

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von: soclyt

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10.07.2006 um 11:19 Uhr

Patriotismus und "Unverkrampftheit"

von: soclyt

Was heißt "Unverkrampftheit" des Patriotismus?
Unreflektiertheit?
Als selbstverständlich nehmen?
Für "normal" halten?
Desinteresse und Ignoranz in bezug auf Gründe, Funktionen, Auswirkungen?
Umbiegung zu "fun"-Motiv?
Die anderen tun es doch auch ?
Wegfallenlassen der Spezifitäten deutscher Anwendung von Patriotismus?
 Angeblich "spielerischer" Charakter  - aber worin besteht der genau? Wie unterscheidet er sich tatsächlich von "ernsthaftem" Patriotismus? Sind das wirklich grundlegende Differenzen?

08.07.2006 um 12:27 Uhr

GEW und Patriotismus: Nationalhymne aus Lebensfreude

von: soclyt

"Wenn heute junge Fußballfans die Nationalhymne singen, tun sie das aus Lebensfreude und zur Unterstützung der deutschen Mannschaft." (GEW-Pressemitteilung; zit. n. hlz - Zeitschrift der GEW Hamburg 6-7/6, S. 3).

Warum sollte man ausgerechnet die Nationalhymne aus Lebensfreude singen?

Welches Konzept von "Lebensfreude" steht dahinter? Welche Stellung zur nationalen Symbolik?

Woher kommt plötzlich diese Verbindung von Lebensfreude mit nationalen Symbolen?

Ist aus dem Bewußtsein getilgt, dass der forciert positive Bezug auf nationale Symbole und Inhalte zum extremen Gegenteil von Lebensfreude führen kann?

Ist der Anspruch des gegenwärtigen Patriotismus auf grundlegende Differenz zu früheren Ausprägungsformen so umstandslos zu akzeptieren?

Patriotismus aus Lebensfreude? Da gibt es vielleicht ein paar sinnvollere Ausdrucksformen.    

07.07.2006 um 10:13 Uhr

Studienabschlüsse: Individualisierung - die andere Seite (Griechenland) II

von: soclyt

Wenn das so abläuft:
Wird der individuell Qualifizierte zum freihändigen Anbieter und Verkäufer seiner Arbeitskraft;
muss ggf. umlernen ("Lebenslanges Lernen" als Dauerprogramm bzw. permanente Pflicht);
muss sich durch - evtl. besonders exotische, Aufmerksamkeit erregende, aber verwertbare - Spezifitäten von seinen Konkurrenten abheben;
kann bei der Auswahl und Kombination von "Kompetenzen" seine Kreativität entfalten und unter Beweis stellen.

06.07.2006 um 10:22 Uhr

Studienabschlüsse: Individualisierung - die andere Seite (Griechenland)

von: soclyt

Die Individualisierung von Studienabschlüssen ermöglicht nicht nur stärker perönlich zugeschnittene Auswahl und Kombinationen, sie bringt auch Nachteile.
Sie entwertet die Aussagekraft von Abschlüssen.
Sie ist ein weiterer Beitrag zur Entkoppelung von Bildung und Beschäftigung.
Der formale Abschluss ist nicht mehr so wichtig; wenn der Bewerber über die geforderten Qualifikationen nicht verfügt, ist es seine Sache, sie sich anzueignen - er braucht also Qualifikationsflexiblität und Qualifikationseigenverantwortung.
"Die Studierenden erwerben anstelle eines allgemeingültigen Diploms eine Ansammlung verschiedenster Zertifikate über belegte Studien, Kurse und Seminare. An die Stelle (sic) einer objektiveren Bewertung gleichrangiger Diplomanden sucht sich der Arbeitgeber den Berwerber mit der am besten passenden Sammlung von Zertifikaten aus. Am Ende wird dies zu individuellen Arbeitsverträgen führen, da es keine Interessensgemeinschaft beispielsweise gleichrangiger Elektroingenieure mehr gibt, sondern individualisierte Bewerber mit den unterschiedlichsten Kenntnissen" (Nikos Kaloutis in "junge welt" 6.4.2006, S. 8).
 

05.07.2006 um 09:53 Uhr

Hinweis: Mögliche Adressenänderung von bildpolkrit

von: soclyt

Möglicherweise ändert sich die Adresse von bildpolkrit in der nächsten Zeit.

04.07.2006 um 10:51 Uhr

Institut der deutschen Wirtschaft: Flexiblere Ausbildungsvergütungen II

von: soclyt

Man könnte den Vorschlag des Instituts der deutschen Wirtschaft auch auf andere Bereiche ausweiten:
Schulgeld für schlechtere Schüler;
höhere Studiengebühren für weniger erfolgreiche Studierende;
geringere Vergütung für Lehrer mit niedrigerer Stückzahleffizienz - Halt, dazu gibt es bereits Forderungen: Die "Einführung zielorientierter Lehrervergütung" mit den Vorstellungen:"Eine leistungsorientierte Entlohnung der Lehrer schafft Anreize, sich noch stärker als bisher um jeden einzelnen Schüler zu kümmern (...) Eine leistungsorientierte Vergütung ist die Voraussetzung dafür, dass die Schulen ihren personalpolitischen Spielraum zum Wohl der Schüler auch ausnutzen können" (a.a.O., S. 6).

03.07.2006 um 09:50 Uhr

Institut der deutschen Wirtschaft: Flexiblere Ausbildungsvergütungen

von: soclyt

"Bildungsarme Jugendliche erbringen dem Betrieb jedoch weniger Erträge und verursachen gleichzeitig höhere Kosten als besser vorgebildete Jugendliche. Die Struktur der Ausbildungsvergütung nimmt jedoch darauf bislang keine Rücksicht mit der Folge, dass sich die Ausbildung bildungsarmer Schüler für die Unternehmen häufig nicht lohnt." (Hans-Peter Klös, Institut der deutschen Wirtschaft, Statement Bundespressekonferenz Berlin 26.6.2006, S.7).
Das Institut der deutschen Wirtschaft propagiert: Weniger Lohn für "bildungsarme" Auszubildende: "Um die Ausbildungsschwelle für Unternehmen zu senken, wäre die Flexibilisierung der Ausbildungsvergütungen hilfreich" (a.a.O.). Ein ähnlicher Vorschlag existiert bereits von Schavan (siehe bildpolkrit 9.6.2006). Das würde eine Aufgabe der Gleichheit der Vergütung bedeuten und liegt auf der Linie der Aufweichung der Tarifverträge und der Individualisierung von Entlohnung. Dafür bekommen sie einen Ausbildungsplatz, würde wohl argumentiert werden. Geringerer Lohn erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Arbeits-/Ausbildungsplatz zu bekommen. Ausbildung der Arbeitskraft ist aber keine Wohltat für die Öffentlichkeit, sondern Interesse der Wirtschaft - auch wenn das manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Aufwand gemacht werden kann oder muss.