bildpolkrit

26.05.2007 um 14:20 Uhr

mpu 2

von: soclyt

vor allem aber: themen mit größerer reichweite, große zusammenhänge, grundfragen vermeiden - zerlegen, zerlegen. oder sein lassen. wesentlich ist das training der fähigkeit, mit einem blick erkennen zu können, in wieviele mpus ein thema aufteilbar ist. 

monographien: gräber für mpus! karrieretechnisch weitgehend ineffizient und unbrauchbar - mit der ausnahme von vielleicht zwei, drei paradestücken. höchstens: zusammenfassung bereits vielerorts und nach möglichkeit mehrfach publizierter mpus in einem band - empfehlenswert ist die hinzunahme ein paar unpublizierter. 

das opus magnum des wissenschaftlers im 21. jahrhundert heißt mpu.

23.05.2007 um 09:51 Uhr

mpu

von: soclyt

minimal publishable unit: grundlegendes und unverzichtbares element für die beförderung der karriere durch vielzahl der publikationen. ist allerdings unbedingt zu ergänzen durch die technik des aufblasens, um das urteil zu vermeiden: "der publiziert lauter mpus".

04.05.2007 um 14:23 Uhr

Hochschule und Wirtschaft (HRK)

von: soclyt

"Die Hochschulen seinen auf verlässliche Zusagen angewiesen,sagte Wintermantel. Wenn eine Universität Dozenten für einen von der Wirtschaft nachgefragten Forschungsschwerpunkt einstelle, dürften Firmen nicht nach kurzer Zeit das Interesse verlieren." (FR 4.5.2007, S.4).

Der Markt, von dem sich die Hochschulpolitik soviel verspricht, ist eben schneller. Wenn man Markt will, wird man auch mit seinen Effekten konfrontiert. Da kann man nur raten, dass die Hochschulen die von ihnen propagierten Konzepte auf sich selbst anwenden: Flexibilität, Flexibilität! Ob sie damit die angestrebten Erfolge erreichen, lassen Beispiele wie das obige eher als zweifelhaft erscheinen.  

04.05.2007 um 10:44 Uhr

Wissenspolitik

von: soclyt

"Die Bedeutung der gesellschaftlichen Kontrolle neuer Erkenntnisse und ihrer Organisationen nehmen in modernen Gesellschaften einen wachsenden Stellenwert ein (...) Die vorrangige Frage in dem neuen Politikfeld wird sein, ob wir neue Erkenntnisse überhaupt verwenden sollen und nicht, wie man sie am besten verwenden soll bzw. wie man wissenspolitische Massnahmen in einer demokratischen Gesellschaft überhaupt organisieren kann." ( Stehr, Nico: Die gesellschaftliche Kontrolle neuer Erkenntnisse. In: Sociologia Internationalis 1/2003, S. 137 bzw. 125).

Die Frage nach dem Umgang mit Wissen spielt in der Bildungspolitik kaum eine Rolle. Sie ist vorentschieden: Wissen hat beizutragen zur Durchsetzung in der internationalen Konkurrenz, ist dafür funktionalisiert; daneben darf ein bißchen reflektiert und kritisiert werden - das bleibt aber gegenüber den anderen übermächtigen Interessen weitgehend folgenlos. Eine umfassende Auseinandersetzung über den Umgang mit Wissen in dieser Welt, in dieser Gesellschaft, in dieser Situation findet nicht statt. Am ehesten wird das noch - allerdings bezogen auf Einzelfragen - in Institutionen wie Ethikräten gemacht. 

Bildungspolitik hätte sich die Frage zu stellen, wie sie mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen umgeht, welche Positionen mit welchen Begründungen sie dazu einnimmt, was sich daraus für Bildung ergibt.

Das würde beinhalten, dass die Grundlagen des Zusammenlebens, auf deren spezifische Ausprägung hin Wissen gegenwärtig zugeschnitten wird, zum Gegenstand einer auf nicht-borniertem Wissen basierenden Organisation gemacht würden.

Ob die Einrichtung eines Politikfeldes dafür der geeignete Weg ist, wäre eine eigene Frage.