bildpolkrit

23.10.2007 um 12:20 Uhr

Raumprobleme an Hochschulen: Statistik im Kino

von: soclyt

Endlich bewegt sich was im deutschen Hochschulwesen - zumindest in bezug auf Vorlesungsräume. So gravierend scheint dieses Problem nicht zu sein, wenn man sich etwas einfallen läßt - Vorreiter Würzburg.

Warum nicht auch:

BWL an der Würstchenbude

Slawistik auf der Parkbank mit Spätaussiedlern

Geschichte im Museum (reduzierte Eintrittspreise!)

VWL in der Sparkasse

Biologie im Wald (mit Labor im Kleinbus)

Medizin in der Waschabteilung von Krankenhäusern

Pharmazie unterwegs mit Vertretern

Pädagogik in der Nachmittagsbetreuung (dient der Förderung von Ganztagesschulen)

Germanistik zuhause

Geographie sowieso im Freien

Mathematik geht überall

Jus in der Gerichtscafeteria

Theologie in den leerstehenden Kirchen

Philosophie auf der agora

Physik in Sandkasten und Badewanne ...

21.10.2007 um 18:50 Uhr

Unternehmerprofessoren

von: soclyt

"Ein guter Unternehmer und ein guter Professor haben vieles gemeinsam" (Wolfgang Herrmann, TU München, zit. n. "Spiegel" 42/2007, S. 164).

Was?

Die Orientierung an der Marktideologie?

Die Propagierung des "Unternehmers" als gesellschaftliches Leitbild?

Die Überschätzung der Regelungsfunktion des Marktes?

Das Gewinninteresse?

Die allumfassende "Management"-Technik?

Die Umwandlung von Institutionen in "Unternehmen"?

Die Lobpreisung des Wettbewerbs?

Die Interpretation der "Globalisierung" als Zwang und Chance bzw. "Herausforderung"?

Den vom Eigeninteresse dominierten Umgang mit den "Kunden"?

Die eigene Durchsetzung in der Konkurrenz, der anderes unterzuordnen ist?

Das Interesse an der Funktionalisierung von Wissenschaft und Bildung für die Wirtschaft?

Das Setzen auf "Marketing"?

Die rasche Umsetzung in ökonomische Verwertung?

Siehe dazu auch:

"Die Qualität eines Wissenschaftlers wird auf der Waage seiner unternehmerischen Potenz abgewogen. Das 'unternehmerische Selbst' - der neue kategorische Imperativ des herrschenden marktradikalen Gesellschaftsmodells - ersetzt immer mehr die Figur des kreativen Intellektuellen, der seine gedankliche Unabhängigkeit gerade dadurch erweist, dass er nicht von fremdgesteuerten Geldströmen abhängig ist" (Keupp, Heiner: Unternehmen Universität. Vom Elfenbeinturm zum Eventmarketing. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 10/2007, S. 1193 f.).   

18.10.2007 um 11:49 Uhr

Kostensenkungsorientierte Hochschulpolitik: Anmietung von Sälen für Vorlesungen

von: soclyt

Ein unzureichender Schritt in die richtige Richtung. Gebäudeneubau und -erhalt - kostspielig und lästig. Vorschlag: Verkauf  der Uni-Gebäude. Ist marktwirtschaftlich, führt zu massiven Einsparungen. Dafür: Zeltstädte im Sommer (problemlos vergrößer- oder verkleinerbar; jahrgangsflexibel), Iglus im Winter ( evtl. mit Hilfe von Schneekanonen und Scheeräumgerät = Förderung mittelständischer Betriebe); beides in PPP. Verwaltungspersonal: Home Offices.

Oder überhaupt: Virtualisierung der Universitäten. Löst Anfahrts-, Parkplatz-, Raum- und weitgehend auch Personalprobleme. 

17.10.2007 um 11:24 Uhr

Grundzüge gegenwärtiger Bildungspolitik

von: soclyt

Bildungspolitik soll Kosten senken und - als Gegenwirkung und zum Auffangen damit verbundener negativer Auswirkungen - Effizienz steigern.

Bildungspoltik führt zur Effizienzsteigerung Marktelemente ein und erzielt und akzeptiert dabei negative Effekte.

Bildungspolitik instrumentalisiert. Sie dichotomisiert im Rahmen des Wettbewerbs in Exzellenz und Masse.

Bildungspolitik soll Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Bildungspolitik demontiert den Bildungs-Begriff und ersetzt ihn durch "Kompetenz".

Bildungspolitik will mehr Anwendugsorientierung (schnellere Umsetzung in Patente und Produkte).

Bildungspolitik stebt mehr Kooperation mit der Wirtschaft an und vergrößert dadurch die Einflussmöglichkeiten der Wirtschaft.