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25.04.2008 um 17:40 Uhr

Universitäten: Projektförderung

"Immer mehr Bedeutung bekommt die kurzfristig angelegte Projektförderung, was die Universitäten auch mitunter zwingt, Moden hinterherzulaufen." (Helmut Zedelmaier, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der außeruniversitären historischen Forschungseinrichtungen (AHF), in SZ, 25.4.2008, S. 50).

23.04.2008 um 11:31 Uhr

Universitäten und das Ende der Kritik (Erich Hörl)

von: soclyt   Stichwörter: Kritik, Kulturkritik, Universitaet

"So wird etwa die Industrialisierung und Kybernetisierung der Universität , um nur ein Beispiel zu nennen, von ihren eigenen Trägern nicht etwa nur hingenommen, sondern selbst implementiert. Ein größeres Versagen und eine beschämendere Verantwortungslosigkeit der sogenannten intellektuellen Eliten angesichts der kultur- und wissensindustriellen Zumutung, ein vehementeres Eingeständnis des Endes der Kritik, als diese Selbstzertrümmerung es darstellt, ist kaum noch denkbar." (Erich Hörl: Rezension zu Bernard Stiegler: Logik der Sorge. In: SZ 22.4.2008, S. 16).

19.04.2008 um 12:15 Uhr

Aufgeben des Bildungsbegriffs

von: soclyt   Stichwörter: Bildung, Bildungswesen

Die Aufgabe einer Orientierung an "Bildung" bedeutet auch die Aufgabe einer in diesem Bereich sinnvollen Besonderheit - auch wenn sie tatsächlich nur limitiert realisiert und praktiziert wurde und Bildungsideologien der Kritik bedürfen. Es soll jetzt eine andere - angepasstere, flexiblere, "glattere" - Art von Persönlichkeit  und Arbeitskraft geformt werden, Widerständigkeit durch Geschicklichkeit, Autonomie (zumindest als Ziel) durch Akkomodation, Freiheit durch Zwang, Muße durch Schnelligkeit (Zeitgewinn), Distanz und Reflexion durch vorbehaltloses Sich-Hineinwerfen, Kritik durch "konstruktive Kritik" ersetzt werden. Es geht nicht um Weiterführungen des Bildungsbegriffs (der neben kritikablen Elementen auch erhaltenswerte enthält), sondern um sein Verwerfen.

So sei das nicht umfassend und ausschließlich angestrebt? Es dürfte aber jedenfalls der Effekt sein - und in einer Reihe von Punkten ist es explizit angestrebt.

An Massenuniversitäten sei das kaum anders machbar? Auch da sind verschiedene Zielsetzungen möglich.

Das sei eine idealistische Illusion? Das ist Kritik des gegenwärtigen Umbaus des Bildungswesens, seiner Intentionen, Methoden und Effekte.

03.04.2008 um 11:46 Uhr

Fortbildung als vernachlässigtes Steuerungsinstrument?

von: soclyt   Stichwörter: Fortbildung, Medizin, Finanzierung

"90 Prozent der Mediziner-Fortbildungen in Deutschland werden  mit circa 1,5 Milliarden Euro im Jahr von der Pharmaindustrie finanziert." (Bernd Hontschik in FR, 29.3.2008, S. 15).

Da haben die anderen Bereiche noch einiges aufzuholen. Fortbildung schafft und erweitert Kompetenz für die Teilnehmer - und Gewinn für die Finanzierenden.

Also: Rein in den eigeninteressegeleiteten Fortbildungsmarkt mit der Verbindung des Anscheins von Seriosität und altruistischer Förderung bei Erhöhung der Gewinnmargen - eine Fortbildungsoffensive, um mehr herauszuholen.