Wenn ich heute in der Küche bin und aus all den modernen Gewürzen und exotischen Zutaten auswähle, denke ich oft an meine Großmutter. Anstelle eines Smartphones mit tausend Rezept-Apps verwendete sie ein abgenutztes, fleckiges Kochbuch, in dem sie ihre Schätze handschriftlich festhielt. Ein Kapitel darin, „Blumenrezepte“, hat mich schon als Kind besonders fasziniert. Oma kannte die Schätze der Natur für die Küche genau, während wir heute Blumen eher als Dekoration betrachten. Sie verwandelte Löwenzahn, Rosenblüten, Holunder und Lindenblüten in Marmeladen, Sirupe und Tees, die nicht nur herrlich dufteten, sondern auch gegen allerlei Wehwehchen halfen. Bei einer besonders reichen Ernte wurden daraus kleine Nachbarschaftsgeschenke – eine schöne Tradition, die mich bis heute begleitet. Wenn Sie jetzt Lust auf frische Blumen bekommen haben, können Sie Blumen verschicken Hamburg heute nutzen und sich einen bunten Strauß direkt nach Hause liefern lassen. Allerdings haben selbst gesammelte Blüten einen ganz besonderen Zauber.

Die wichtigste Regel von Oma: die richtige Ernte

Bevor wir uns den Rezepten widmen, möchte ich mit euch Omas goldene Regeln teilen. Sie äußerte stets: „Die Natur bietet uns ihre Schätze an, doch wir müssen sie respektvoll behandeln.“

  • Nur an sauberen Stellen sammeln: Meide intensiv genutzte Straßen, Industriegebiete oder Felder, auf denen Pestizide eingesetzt wurden. Die eigenen Wiesen oder abgelegene Stellen im Wald sind am besten geeignet.
  • Zur richtigen Zeit ernten: Sammle die Blüten an einem trockenen, sonnigen Vormittag, nachdem der Tau getrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die Intensität der ätherischen Öle am höchsten.
  • Nimm nur das, was du benötigst: Lass genügend Blüten für die Insekten übrig und füge den Pflanzen keinen Schaden zu.
  • Nutze ausschließlich die Blütenblätter: Die meisten Rezepte verlangen nur die farbigen Blütenblätter. Die grünen Teile sowie die Stempel können einen bitteren Geschmack haben.

Rezept 1: Löwenzahnmarmelade – Omas „Honig“ vom Wiesenrand

Löwenzahnmarmelade stellte für uns Kinder ein echtes Wunder dar. Oma nannte sie mit Zuneigung „Wiesenhonig“, da sie goldgelb strahlte und köstlich süß war. In diesem Schatz steckt viel Arbeit, aber es lohnt sich!

Was ihr benötigt:

  • 400 frische Löwenzahnblüten (nur die gelben Blütenblätter, ohne die grünen Kelche)
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Gelierzucker (2:1 oder 1:1, je nach gewünschter Süße)
  • 1 Bio-Zitrone (Saft und abgeriebene Schale)

So funktioniert’s:

  1. Bei Sonnenschein die Löwenzahnblüten zusammentragen. Am Vormittag direkt zu pflücken, ist ideal.
  2. Die gelben Blütenblätter von den grünen Kelchen zu Hause sorgfältig trennen. Es ist etwas mühsam, aber wichtig, da die grünen Teile die Marmelade bitter machen.
  3. Die Blütenblätter in einen großen Topf geben, mit Wasser überdecken und die Nacht über ziehen lassen.
  4. Am Folgetag den Sud mit einem feinen Tuch oder Sieb abseihen und die Blüten gründlich ausdrücken.
  5. Den Blüten-Sud zusammen mit dem Gelierzucker sowie dem Zitronensaft und der -schale zum Kochen bringen. Unter Rühren mindestens 5-10 Minuten lang sprudelnd kochen lassen.
  6. Eine Gelierprobe durchführen: Einige Tropfen auf einen kalten Teller platzieren – wenn sie sich verfestigen, ist die Marmelade fertig.
  7. Heiß in sterilisierte Gläser füllen, verschließen und für 5 Minuten auf den Kopf stellen.

Omas Geheimtipp: Ein Schuss Orangensaft oder ein Stück Ingwer sorgen für eine besondere Note der Marmelade.

Rezept 2: Sirup aus Rosenblüten – Ein Hauch Sommer für frostige Tage

Rosen nahmen im Garten von Oma eine ganz besondere Rolle ein. Nicht nur aufgrund ihres atemberaubenden Aussehens, sondern auch, weil ihre Blütenblätter in der Küche magische Effekte erzeugten. RosenSirup war unser Lieblingsgetränk an heißen Sommertagen und half im Winter gegen Husten und Heiserkeit.

Was ihr benötigt:

  • 300 g duftende Rosenblütenblätter (unbehandelt, idealerweise von alten Rosensorten)
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 2 Bio-Zitronen (Saft)

So funktioniert’s:

  1. Die Rosenblütenblätter behutsam reinigen und mit einem Tuch abtupfen. Entfernt die weißen, bitteren Ansätze an den Blütenblättern.
  2. Das Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen und rühren, bis der Zucker sich komplett aufgelöst hat.
  3. Die Rosenblütenblätter in eine große Schüssel geben und mit dem heißen Sirup übergießen.
  4. Den Zitronensaft hinzufügen und alles gründlich vermischen.
  5. Die Schüssel abdecken und den Sirup für mindestens 3-4 Tage an einem kühlen Ort durchziehen lassen. Oma ließ ihn sogar eine Woche lang stehen.
  6. Den Sirup nach der Ziehzeit durch ein feines Tuch oder Sieb abgießen und die Blütenblätter leicht auspressen.
  7. Noch einmal aufkochen und heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Omas Geheimtipp: Das Rosenaroma wird umso intensiver, je länger der Sirup zieht. Benutzt unbedingt ungespritzte Rosen aus eurem Garten oder von Quellen, denen ihr vertraut.

Rezept für Blumen

Rezept 3: Lindenblütentee – das altbewährte Hausmittel von Oma für alle Familienmitglieder

Oma bereitete uns als Kinder bei Erkältung oder Bauchschmerzen immer eine Tasse warmen Lindenblütentee zu. Der Geruch der getrockneten Blüten ruft bis heute angenehme Erinnerungen an ihre liebevollen Hände wach.

Was ihr benötigt:

  • Frische Lindenblüten (idealerweise von der Sommerlinde)
  • Ein sauberes Tuch oder Backpapier zum Trocknen

So geht’s:

  1. Bei schönem Wetter und ohne Regen die Lindenblüten ernten. Wählt Blüten, die vollständig aufgeblüht sind, jedoch nicht verblüht.
  2. Die Blüten vorsichtig von den Stielen abziehen und auf einem sauberen Tuch oder Backpapier ausbreiten.
  3. An einem schattigen, luftigen Ort trocknen lassen. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, da die Blüten sonst ihr Aroma verlieren.
  4. Die Blüten werden nach einigen Tagen trocken und rascheln beim Berühren.
  5. Die getrockneten Blüten in dunklen Schraubgläsern aufbewahren und kühl lagern.

Für eine Tasse Tee:
1-2 Teelöffel getrocknete Lindenblüten mit kochendem Wasser aufbrühen und 8-10 Minuten ziehen lassen. Nach Wunsch mit Honig süßen.

Omas Geheimtipp: Eine Prise getrockneter Kamille oder ein Hauch Zimt sorgen für eine besondere Geschmacksnuance im Tee.

Rezept 4: Sirup aus Holunderblüten – Die Sommernote

Omas Gartenweg war von Holundersträuchern gesäumt. Bei ihrer Blüte im Juni lag ein wunderbarer Geruch in der Luft. Oma bereitete aus den weißen Dolden einen Sirup zu, den wir entweder pur, mit Wasser oder Sekt genossen haben.

Was ihr benötigt:

  • 20-30 frische Holunderblütendolden
  • 2 l Wasser
  • 2 kg Zucker
  • 3 Bio-Zitronen (in Scheiben geschnitten)
  • 20 g Zitronensäure (aus dem Supermarkt)

So wird’s umgesetzt:

  1. Die Holunderblütendolden vorsichtig ausschütteln, um kleine Insekten zu entfernen. Nicht waschen, da sonst der Duft verloren geht.
  2. Die Dolden in ein großes Behältnis geben und die Zitronenscheiben hinzufügen.
  3. Wasser mit Zucker und Zitronensäure zum Kochen bringen, bis der Zucker aufgelöst ist. Abkühlen lassen.
  4. Die Holunderblüten mit dem lauwarmen Sirup übergießen.
  5. Das Gefäß abdecken und 3 bis 5 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Täglich vorsichtig umrühren.
  6. Den Sirup mit einem feinen Tuch abseihen und die Blüten gründlich auspressen.
  7. Noch einmal aufkochen und den Sirup heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Omas Geheimtipp: Ein paar frische Minzblätter oder ein Stück Vanilleschote im Sirup verleihen eine besondere Note.

Warum ich diese Rezepte bis heute liebe

Wenn ich heute Löwenzahnmarmelade koche oder RosenSirup zubereite, habe ich das Gefühl, dass Oma ganz nah ist. Für mich sind diese Rezepte weit mehr als bloße Anleitungen zur Herstellung von Lebensmitteln. Sie sind eine Verbindung zu meiner Kindheit, zu unseren gemeinsamen Abenteuern in der Natur und zu einer Zeit, in der die Dinge noch einfacher und ursprünglicher waren.

In unserer hektischen Welt ist es wohltuend, einen Moment innezuhalten, die Blüten zu sammeln und daraus mit eigenen Händen etwas Leckeres zu kreieren. Es ist eine Art von Achtsamkeit, die uns lehrt, der Natur wieder Wertschätzung entgegenzubringen.

Probiert es einfach mal aus! Sucht euch einen sonnigen Platz, sammelt die Blüten und taucht ein in die zauberhafte Welt von Omas Blumenrezepten. Ich verspreche euch, dass der Duft allein schon die Mühe wert ist. Und wenn der erste Löffel Löwenzahnmarmelade auf eurem Frühstücksbrötchen landet, werdet ihr verstehen, warum diese Schätze für mich unbezahlbar sind.

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