DIESEL-REKORDFAHRTEN<br>In 30 Tagen viermal um die Welt<br>Dieselmotoren für Pkw sind in den USA immer noch kein Thema. Der aktuelle Anteil am Gesamtmarkt beträgt gerade mal ein Prozent. Um den dieselrenitenten Amis die Qualitäten ihrer Selbstzünder zu demonstrieren, hat Mercedes seinen neuen V6-CDI jetzt gleich eine ganze Reihe von Weltrekorden fahren lassen.<br><br> <br> <br>Weltrekordfahrt des Mercedes V6-CDI-Diesel: Zahlreiche Weltbestleistungen für alle Fahrzeugkategorien und -klassen<br>Auf einem Hochgeschwindigkeits-Rundkurs im texanischen Laredo erzielte der 224 PS (165 kW) starke Sechszylinder in drei serienmäßigen E 320 CDI-Modellen neue Weltbestleistungen für alle Fahrzeugkategorien und -klassen über 100.000 Kilometer, 50.000 und 100.000 Meilen. Darüber hinaus knackten die drei sechsköpfigen Fahrerteams auf den insgesamt 20.000 Runden 19 weitere Distanz- und Zeitrekorde in der Fahrzeugklasse 2,5 bis 3,0 Liter Hubraum (siehe Liste).<br>Beaufsichtigt wurden die Rekordfahrten von der Fédération Internationale de l'automobile (FIA), der internationalen Regulierungsinstanz für die Durchführung solcher Weltrekordversuche. Deren Kommissare hatten zuvor im DaimlerChrysler-Werk in Sindelfingen drei Fahrzeuge ausgewählt, verplombt und in die USA verschickt. Denn laut den weltweit anerkannten Statuten sind während des Rekordversuchs Reparaturen nur bis zu einem gewissen Grad zulässig, ein Wechsel kompletter Baugruppen wie Motor, Getriebe oder Abgasanlage gar nicht erlaubt. Beides war nach Mercedes-Angaben während der 30-tägigen Tortur, in der klimatische Schwankungen und permanente Erschütterungen Mensch und Maschine malträtierten, aber auch nicht notwendig. Über die gesamte Laufstrecke waren pro Fahrzeug lediglich zehn Inspektionen fällig, bei denen das 26-köpfige Mechanikerteam ebenso oft Motoröl, Luft- und Dieselfilter wechselte.<br>Womit ihnen nach der Zielankunft der Applaus der Amerikaner sicher war, wie etwa des von der FIA mit der Überwachung der Rekordfahrt beauftragte United-States-Auto-Club-Präsidenten Rollie Helmling: 'Von den zurückliegenden Weltrekordversuchen unter unserer Aufsicht gehört der Mercedes-Weltrekordlauf mit Sicherheit zu den beeindruckendsten.' Und auch Pilot Brendan Gaughan, der in der erfolgreichsten US-amerikanischen Rennserie NASCAR fährt, fand es 'sagenhaft, dass ein Dieselfahrzeug eine vierfache Erdumrundung mit einem Schnitt von knapp 140 Meilen (225 km/h) pro Stunde bewältigt. Neben dieser sportlichen Leistung überzeugt mich die Laufruhe und der Komfort, beides liegt auf dem hohen Niveau eines V8-Benziners.'<br>Mercedes vermutet, dass auch Gaughans Landsleute immer öfter zu dieser Überzeugung gelangen. Der geplante Jahresabsatz des Mercedes E 320 CDI in den USA sei bereits nach fünf Monaten erfüllt gewesen. Allerdings waren das auch gerade mal 3000 Fahrzeuge.<br>Dabei sei das ökonomische und ökologische Potenzial des Dieselmotors in den USA nach Mercedes-Berechnungen gigantisch. Ein Anstieg des Dieselmarktanteils bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf rund 30 Prozent würde in den USA täglich rund 1,4 Millionen Barrel Rohöl einsparen. Das entspräche dem gesamten US-Ölimport aus Saudi-Arabien. <br>Hochgerechnet auf einen westeuropäischen Dieselmarktanteil von 50 Prozent ergäbe sich sogar das astronomische Einsparpotenzial von jährlich rund 133 Milliarden Liter.<br>Einen zusätzlichen Schub für den Dieselmotor erhofft sich Mercedes jetzt durch die jüngsten Ankündigungen der Bush-Regierung, ein Programm für sparsame und abgasarme Automobile aufzulegen, in dem 'Clean Diesel'-Modelle und Hybridfahrzeuge in den kommenden Jahren mit 2,5 Milliarden Dollar steuerlich gefördert werden sollen.<br><br> <br>
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