Ok dann will ich mal aufholen...
Von Dunedin ging es also weiter die Ostkueste runter auf dem Motorway 1 bis Baclutha und dann weiter auf der scenic Landstrasse nach Waikawa.
Zwischendurch wurde die Strasse dann zwischenzeitlich zu einer unbefestigten Strasse. Hier wird das Gravel Road genannt... und genau so war das dann auch:
die Strasse bestand aus groben Rollsplit und hunderten von Schlagloechern. Hoechsttempo war 100 km/h aber mehr als 40 waren nicht drin da wir unser Auto noch was behalten wollten.
Irgendwann wurde die Strasse dann besser und wir sind nach Niagara gefahren um dort die Wasserfaelle zu suchen. Tja wir haben sie dann erstmal uebersehen, sie waren einfach zu klein.
Also einfach ein ganz grosser Witz. Aber davon gibts ja Bilder. Dann haben wir noch nen kurzen Zwischenstopp in der Curio Bay gemacht, wo wir einen Fossilen Wald besichtigts haben.
Da die Versteinerungen an der Kueste waren, konnte man sie nur bei Ebbe angucken - aber wir waren zufaellig zum richtigen Zeitpunkt da. Eigentlich war die andere Seite, hinter dem Wald viel interessanter.
Da gab es Baeume die schief wuchsen aufgrund des starken einseitigen Kuestenwindes.
Hier gibts ein Bild davon. Sieht doch sehr gespenstisch aus.
Von da aus ging es dann weiter zum Tagesziel dem Slope Point - dem suedlichsten Punkt Neuseeland.
Hier seht ihr uns dort. Uebernachtet wurde auf dem Bauernhof. War dann auch sehr kalt und dreckig und am nהchsten Morgen funktionierte
das Klo und das Waschbecken nicht weil die Wasserleitung zugefroren war. Wir sind recht frueh aufgebrochen und sind dann ueber Invercagill nach Te Anau gefahren.
Te Anau ist ein kleiner Ort der an einem riesigen See liegt. Fuer uns sollte Te anau die Basis fuer den Milford Track sein. Nachdem wir aber beim Department of Conservation (DOC) nachgefragt hatten wie begehbar der Track zur Zeit waere, ist uns davon abgeraten worden wegen zu hohem Lawinenrisiko.
Wir haben dann umgeplant und entschieden einen Teil des Hollyford Track zu gehen. Einen Teil nur weil der Track keine Schleife ist sondern man am Ende mit einem Flugzeug zurueck geflogen werden muss, was dann aber fuer 2 Personen zu teuer ist. Schnell war noch ein Campingkocher und entsprechendes Gas organisiert und dann gings mit dem Auto los zur Hollyford Road an deren Ende der Startpunkt des Tracks ist.
Die ersten beiden Tage waren sehr anstrengend und die Rucksaecke waren verdammt schwer. Wir sind jeden Tag so um die 4 Stunden gegangen. Und da die zweite Huette dann auch schon sehr heruntergekommen war und der 3. Tag von der Route her anspruchsvoller werden sollte haben wir abgebrochen und haben uns einen Tag eher auf den Rueckweg gemacht.
Im Nachhinein war das einer gute Entscheidung. Am 1. Tag auf dem Rueckweg war das Wetter noch immer sehr sehr warm und trocken, aber am letzten Tag ist das Wetter dann in Regen uebergegangen. Wir haben die ganze Zeit komische Geraeusche von den benachbarten Berggipfeln gehoert - im Nachhinein stellte sich heraus das das Lawinen waren.
Am Auto angekommen haben wir dann unseren Kram eingeladen und sind dann nochmal vom Wetter ueberrascht worden. Wir sind eingeschneit worden. Wir sind heil zum Backpackers zurueck gefahren und am naechsten Tag war die Strasse die wir fahren mussten komplett gesperrt. Wir haben dann noch ein paar Tage in Te Anau verbracht und haben gehofft das die Strasse nach Milford wieder geoeffnet wird, da wir geplant hatten uns den Milford Sound auch noch anzusehen.
Daraus ist aber nix geworden und mittlerweile haben wir gehoert das die Strasse wohl noch bis Oktober gesperrt sein soll. Wahrscheinlich ist die Strasse von Lawinen zerstoert worden - in der Vergangenheit war das auf jeden Fall haeufiger der Fall wie wir in einem Video im DOC gesehen haben.
Nach Te Anau ging es direkt nach Queenstown. Queenstown soll die Partystadt Neuseelands sein. Da wir am Wochenende dort ankamen, hatten wir erstmal Probleme noch ein Zimmer zu kriegen und sind dann schliesslich in einem kleinen Budget Hotel gelandet. Von der Party haben wir allerdings nichts mitgekriegt. Irgendwie alles ein grosser Mythos, zumindest haben wir nichts vom Nightlife finden koennen - stattdessen
sind wir aber jetboaten gewesen im Shotover River. Jetboats sind boote die keine Schiffsschrauben haben sondern das Wasser an der Vorderseite ansaugen um es an der Rueckseite wieder auszustossen. Unser Fahrer ist also mit uns einen engen Canyon entlang gerast und hatte nichts besseres zu tun als immer wieder auf die Klippen zuzuhalten. Herauslehnen oder austrecken der Arme war
natuerlich verboten, da waere auch nicht mehr viel Platz gewesen bis zur Wand. Zwischendurch haben wir dann auch immer wieder 360 Grad Drehungen bei vollem Tempo gemacht. Zunaechst in der Mitte des Rivers und dann auch an den Felsen. Gekonnt ist gekonnt - da war nicht wirklich viel Platz zwischen dem Boot und den Felsen, maximal ein halber Meter. Eine Mutter die die Tour ihren zwei Kindern gebucht hatte fand das dann auch nicht mehr witzig.
Ach ja zwischendurch hatte es auch was gehagelt. Das peitscht ganz schoen wenn man durch einen Hagelschauer angeflogen kommt. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spass und uns schockt auf jeden Fall vorerst kein Autofahrer mehr. ;-)
Auch in Queenstown wurden wir eingeschneit und als es wieder weiter gehen sollte konnten wir auf der Autobahn ein nettes Massenphaenomen beobachten: ein Autofahrter haelt an und zieht Schneeketten auf und sofort halten alle an und machen ihm das nach obwohl die Strassenlage dafuer ungeignet ist. Hauptsache alle donnern mit ihren Ketten ueber den Asphalt und es lohnt sich das man die Dinger dabei hat...
Kurz hinter Queenstown wurde es schlagartig besser und auf der Strasse und den Bergen war nichts mehr vom Schneegetoebere zu sehen - Wettergrenze. Sehr eindrucksvoll.
Der naechste Stop war dann in Wanaka. Dort sind wir im Puzzle World gewesen. Neben einem Museum fuer optische Illusionen konnte man ein riesengrosses und schwieriges Labyrinth besuchen. Die Aufgabe war genau an jeder Ecke des Labyrinths mindestens einmal zu sein und danach zum Ausgang zu finden. Die schwierigere Version war dann noch alle Ecken in einer bestimmten Reihenfolge abzugehen.
Wir haben die leichtere Version gewaehlt und waren im Labyrinth fuer rund zwei Stunden gefangen und hatten echt schon darueber nachgedacht einen der Notausgaenge zu benutzen. Naja wir haben es ja dann doch noch geschafft. Die durchschnittliche Zeit fuer die Loesung sollte laut diesem Bild
hier bis zu 1 Stunde sein. Ich wuerde sagen zwei Deppen unterwegs ;-)
Dann haben wir noch eine Nacht in Wanaka verbracht und sind am naechsten Morgen weiter Richtung Norden bis zum Franz Josef Gletscher. Dort haben wir eine Tour auf den Gletscher gemacht und uns durch Spalten und Eisloecher gequetscht. Man bekam Spikes und Schuhe gestellt und in das Eis wurden von unserem Fuehrer Stufen mit der Spitzhacke geschlagen. Insgesamt waren wir 4 Stunden auf dem Gletscher und haben uns nur im untersten Drittel des Gletschers bewegt. Fuer den kompletten Aufstieg braucht man wohl mindestens
eine Woche. Wir haben uns den Gipfel dann mit einem Hubschrauberrundflug angesehen und sind sogar auf dem Gipfel gelandet. Seht Euch einfach die Fotos dazu an. Die Gletscherwanderung war eine der besten Sachen die wir hier bisher gemacht haben und wir sind immer noch von dem blauen Eis fasziniert.
Ich hab dann nachts noch eine kurze eine Gluehwuermchen-Wanderung gemacht und habe tatsaechlich welche gefunden.
Hier seht ihr ein neuseelaendisches Gluehwuermchen. Es sind tatsaechlich bis zu Regenwurm grosse wurmfoermige Larven die klebrige Faeden spannen und dann versuchen mit ihrem blauen Licht Insekten in ihr Netz anzulocken um sie dann zu verspeisen.
Wir haben spaeter auf der Nordinsel davon tausende gesehen aber dazu demnaechst mehr.
Weiter ging unsere Fahrt ueber Hokitika nach Greymouth. Dort haben wir dann 2 Tage verbracht. Nix besonderes... Weiter ging es nach Motueka, das als unsere Basis fuer den Abel Tasman Track dienen sollte.
Unterwegs sind wir an einem Flughafen mit Flugschule vorbeigefahren und ich hab dann diese am naechsten Tag aufgesucht um mal nachzufragen ob ich nicht mal ne Platzrunde in der Cessna fliegen koennte mit einem Fluglehrer. Ich haette zwar keine Lizens aber wuesste schon wie das geht vom PC und wuerde gerne wissen ob ich auch ein richtiges Flugzeug fliegen koennte.
Die ganze Sache war kein Problem und ich hatte einen Termin fuer den naechsten Tag. Mein Fluglehrer hatte selber den Simulator und meinte das das wohl kein Problem mit dem fliegen werden wuerde und so war es dann auch. Ich bin mit ihm die Checkliste durchgegangen und habe den Oelstand und ob Regenwasser im Treibstofftank ist nachgeprueft (
hier ein Bild davon). Danach hat er das Flugzeug angelassen und hat den Funk uebernommen. Als ich dann zur Startbahn rollte wusste ich nicht ob
ichs nicht doch ein bisschen uebertrieben hatte aber es als ich auf der Runway stand gab es kein zurueck mehr. Ich habe tatsaechlich den Takeoff selbst gemacht und auch die Platzrunde geflogen und bin dann zweimal selbst gelandet. Mein Fluglehrer hat die Klappen bedient und hat manchmal leicht korrigiert. Insgesamt war das so wie in der Fahrschule. Am Ende haben wir dann noch den Flug besprochen und er meinte das ich schon ganz gut fliegen wuerde aber stellenweise die Nase mehr runterdruecken muesste im Landeanflug.
Ich war auf jedenfall begeistert und werde hier wenn es geht noch mal mein Glueck bei einer Flugschule probieren.
Ok, jetzt aber zum Abel Tasman Track. Der Track ist beruehmt fuer seine traumhaften Straende und dafuer das manche Abschnitte des Tracks nur bei Ebbe gegangen werden koennen. Die Wanderung dauerte 3 Tage und wir haben uns mit einem Wassertaxi in einer Bucht abladen lassen. Da zu unserer Startzeit gerade Ebbe war ist unser Boot auf einem Anhaenger von einem Tracker ins Wasser gezogen worden und dann dort freigelassen worden. Wohlgemerkt wir sassen schon die ganze Zeit im Boot.
Dann ging es zu unser Startbucht. Da das Wassertaxi nicht ganz an den Strand rankam mussten wir mit den Rucksaecken erstmal durchs knietiefe Wasser stapfen. Ich kann nur sagen es ist unglaublich wie schnell man das Gefuehl in den Fuessen verliert und es einem ganz egal ist wie "muschelig" und steinig der Boden ist. Danach haben wir uns erstmal in der Sonne getrocknet.
In den naechsten Tagen mussten wir noch mehrmals durchs eiskalte Wasser... Insgesamt war der Track ueberlaufener als der Hollyford Track ,dafuer gab es aber auch schoenere Huetten. Das Wetter blieb bis eine halbe Stunde vor dem Wassertaxi Abholzeitpunkt konstant sonnig aber dann fing es anzuhageln in dicken Koernern. Die Schuhe mussten wieder aus, weil wir ja wieder zum Boot durchs Wasser mussten und es bildete sich schnell eine Schlange vor dem Boot und jeder probierte die Fuesse ins Wasser zu bekommen, weil der Hagel da nicht an die Fuesse kommen kann und der Aufschlag nicht so schmerzhaft ist. Es wurde also
schoen vor dem Boot getanzt. Sehr witzig. Wir haben uns dann noch einen Ausruh- und Trocknen Tag in Motueka gegoennt bevor wir dann wieder nach Picton, unserem Startpunkt der Suedinseltour zurueckgekehrt sind.
Ich habe mal eine Karte mit unserer Route gemacht.
Hier sehr ihr sie. In Picton gabs dann noch eine Ueberraschung. Die Faehre fuhr den ganzen vorherigen Tag nicht wegen zu rauher See sollte aber zu unserem Abfahrtszeitpunkt wieder fahren.
Das ist sie dann auch. Aber als wir den Marlborough Sound verlassen hatten und die Cook Street durchquerten hat es ganz stark gewackelt und das Wasser spritzte meterhoch am Heck. Die ganze Sache hatte was von Achterbahn fahren und hatte zunaechst auch Spass gemacht. Kurz bevor das Aussendeck auf dem wir waren geraeumt wurde und das Boot nur noch mit halber Geschwindigkeit weiterfuhr gab es einen so starken Schlag das ich mich hingelegt habe und meine Hose dabei aufgerissen ist. Ab da war die ganze Sache nicht mit mehr so witzig und ueberall sah und hoerte man nur noch Leute die sich uebergaben. Ich hab dann
kurz bevor es zu spaet war noch ne Reisetablette eingeworfen und bin immer noch von der Wirkung begeistert. Melanie und ich hab dann den Rest der Fahrt mit Augen zu und Walkman verbracht. Wir sind aber heil angekommen und auch das Auto hatte sich nicht losgerissen. Danach war die Strecke wohl wieder gesperrt.
So weit erstmal fuer heute und die Suedinsel. Sie hat uns sehr gut gefallen.
Viele Gruesse aus der Bay of Plenty....
Markus