Aus dem Leben eines Taugegarnichts

28.08.2004 um 01:07 Uhr

Gute Nacht, liebe Studenten!

17:30.
Der morgens/mittags exorbitant gepushte Blutzuckerspiegel sinkt blitzartig ab und signalisiert mit einem kleinen Schwächeanfall den Bedarf an Kohlehydraten.
Körper, wir müssen reden. Ein Anflug von Hunger oder Appetit hätte es auch getan.
Mache mir also etwas leckeres zu essen und wasche das Geschirr hinterher sofort ab. Endlos langes Schrubben von eingetrocknetem Irgendwas haben mich lernen lassen.

Nach dem Mittagessen wird es allmählich dunkel. Ich beschließe daraufhin, es "Abendessen" zu nennen. Macht auch keinen Unterschied. Außer, dass ich auf diese Weise keinen Nachmittag hatte, der fällt heute aus.
Tippe weiter.
Und weiter...
Und weiter...
Mann, wenn ihr wüsstet, wie öde mein Stoff ist, hättet ihr echt Mitleid!
Und was mich morgen erwartet, ist auch nicht interessanter.
Und weiter...
Kurze Pause: eMail/PM/sonstiger Check.
Und weiter...
Gegen 23:15 kommt erneut Hunger auf. Ich hab doch erst vor... sechs Stunden... du meine Güte, wie oft soll ich denn noch essen?
Na schön, also ein Blick in die Küche.
Im Kühlschrank, wie es sich für einen studentischen Kühlschrank gehört, gähnende Leere: Brot (alt...), Milch, Käse. Brombeerwein. DAS ist doch ein Wort!
Im Vorratsschrank fast nur Sachen, die man irgendwie zubereiten muss. Schnappe mir die letzte Handvoll Erdnussflips und den Wein und tippe weiter.

Wenn ich das so lese, klingt das, als würde ich ungesund leben... hm... nö...
Na, ist nur eine Phase, die Zeiten von Salat und Obst kommen schon wieder. Und Brokoliauflauf, morgen *gg*. Aber wie erwähnt: Als in der Prüfungszeit befindlicher Student lebt man manchmal asozial. Muss man genießen, die Zeit.
Jetzt ist es jedenfalls eins und ich bin müde. In der Hoffnung, meinen Tagesablauf morgen wieder an ein weniger studentisches Level angleichen zu können, verabschiede ich mich in die Nacht.
Ein weiterer Tag aus dem Leben eines Taugegarnichts.

Good night and joy be with you all.

27.08.2004 um 16:37 Uhr

Guten Morgen, liebe Studenten!

Stimmung: fast motiviert


Als Student - vor allem in der Prüfungszeit - lebt man manchmal wahrlich asozial, oder?
Da schläft man bis gegen 10, bleibt dann noch eine Weile liegen, um dann sein Frühstück einzunehmen. Im Bett natürlich. So gegen 12. Ok, wenn man gut ist (Ich bin gut! ), hat man vorher schon ein kleines Skript durch.
Was isst man als asozialer Student während der Prüfungszeit morgens?
Gute Frage, natürlich nicht das gleiche wie während der Arbeits/Vorlesungszeit, das würde unangenehme Assoziationen hervorrufen. Irgend etwas, das möglichst lecker ist, möglichst ungesund und so wenig nahrhaft wie möglich. Und lecker, aber das sagte ich bereits.
Bei mir sind das Filinchen mit Nutella, oder besser Nutella mit etwas Filinchen drunter. Nachmittags schon seit einigen Wochen von mir verzehrt. Ist nur ne Phase, das hört irgendwann wieder auf. Hoffe ich. Ich hab erst neulich meine Küche von den sich stapelnden leeren Nutellagläsern befreit.

Man schafft das Geschirr in die Küche und völlig geschafft von diesen Anstrengungen und mit einem Zuckerschock versehen, fällt man wieder ins Bett. Vormittags-/Nachfrühstücksdösen.
Aber nicht lange, wir müssen ja weiter Skripte durchackern. Und damit es nicht all zu asozial wird, hält man die ungekämmten Haar mit einer Spange zurück und wechselt vom Schlafanzug in bequeme Hauskleidung. Also in eine löchrige Leggins und ein dreckiges Top/T-Shirt/War-mal-Strickjacke, je nach Wetterlage.
Wach ist man zu dieser nachtschlafenen Zeit natürlich noch nicht, also macht man sich einen Cappuccino. Dann wünscht man dem Laptop einen guten Morgen und fängt an zu tippen.

Ungwohnterweise geht das heute alles sehr viel leichter von der Hand, die Konzentration reicht tatsächlich mal länger als nur eine Stunde, in der einem ständig einfällt, wieviel interessanter jetzt ein Blick aus dem Fenster wäre. Oder der Dreck unter den Fingernägeln. Oder wie toll es wäre, jetzt den Schreibtisch zu bemalen. Heute ist das besser. Yay.
Könnte an der aufkeimenden Erkenntnis des Mangels an Zeit und des übergroßen Berges Stoff liegen.

Nach ca. 3 Stunden, also gegen 15:30, fällt einem ein, dass man ja noch einen Brief zur Post schaffen wollte.
Studentisch korrekt reagiert man mit einem "Das mach' ich heute Nachmittag". Bis einem auffällt, dass in der nichtstudentischen Welt ja bereits Nachmittag ist! Und man nicht weiß, wie lange die Post an einem nichtstudentischen Freitag auf hat.
Also zieht man murrend Straßenklamotten an. Das feste Schuhwerk fühlt sich nach einigen Tagen des Sockentragens sehr seltsam an, aber bald hat man sich daran gewöhnt und tritt blinzelnd hinaus in das morgige - pardon - nachmittägliche Tageslicht. Durch den Sauerstoffkonsum wird man tatsächlich ein wenig wacher und man beschließt, sich das Zeuch auch daheim mal öfter reinzuziehen.

Tja und dann setzt man sich wieder an den PC. Und wartet, dass der Mittagshunger irgendwann kommt. Dauert bei mir heute etwas länger als sonst. Mal sehen, es ist ja auch erst 16:30 und ich werde jetzt weiter arbeiten.

26.08.2004 um 00:43 Uhr

Ich will keine Schokolade....

Musik: Mana. Die Musik zum PC-Spiel. Wird eh wieder keiner kennen. Ich höre nur Musik, die keiner kennt. Pöh.

Bob Ross hat mir per Gästebuch gesagt, ich solle schreiben. Also schreibe ich.
Für's Protokoll: Wenn ich durch meine Prüfungen falle, ist es seine schuld.
Endlich hab' ich einen Grund.
Im Gegenzug habe ich immerhin "We don't make mistakes, only happy accidents." in meine Sig aufgenommen.

Grüblerische Gedanken am Abend: Ist doch alles Scheiße, hier!
Ich muss jetzt wirklich hoffen, dass irgendjemand am anderen Ende Deutschlands mir einen Job gibt. Ich muss hoffen, dass ich meine Heimat, Freunde, Familie, etc. verlassen darf, um in einer dummen fremden Stadt mein Dasein zu fristen.
Ruhe auf den billigen Plätzen, ich will jetzt Jammern!
Dazu kommt, dass ich das noch vor meinen Eltern quasi rechtfertigen muss, denn natürlich hätten die mich lieber weiterhin in Reichweite. Und wenn dieser ganze Müll nicht wäre, hätte ich mir schon längst meinen Schwarm geschnappt und hätte ihn zu einem Kinobesuch genötigt.
So lass ich diese Gelegenheit flöten, noch eine Fernbeziehung mach' ich nicht mit. Hamlet hätte gesagt: "Doch brich', mein Herz, denn schweigen muss mein Mund."
Und Verwaltungsgeschichte ist Scheiße, jawohl!

Diese Situation ist derart verkorkst, dass mir eigentlich nur bleibt, darüber zu lachen, jawohl, hilft ja alles nichts.
Centi schnappt sich Brombeerwein und Nutella.
Ja, mir geht's gut! Hmpf!
Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Maaaannn!
Ach, sei ruhig!
Als Single macht wenigstens das Schmachten noch richtig Spaß.
*Brombeerweinschlürf*
Ja, Bob, ich habe derzeit Schokoladeneis im Kühlschrank, verklag' mich doch!
Kennt von euch noch jemand Brisco County, jr.? Hach, was für ein Mann.

*Nutellalöffel*
Oder Qui-Gon Jinn. Mann, was hab ich den angeschmachtet.

Hach ja, das Leben ist schon geil. Wenn es da nur nicht immer so doofe Prüfungen gäbe. Und Umzüge. Und sonstigen Ärger.

24.08.2004 um 23:54 Uhr

Zwischenbericht

Musik: Pat Metheny - Vidala. (Das Lied ist übrigens besser, wenn man den Text nicht kennt *hüstel*) U.a. Eben die "the sound fashion"-CD von Anno dazumal. Kennt die noch wer?

Ja, ich kann's nicht lassen. Aber soweit hab' ich mein Soll für heute erfüllt (also das Ziel, das ich mir gegen 19:00 gesteckt habe, als ich gemerkt habe, dass ich das eigentliche Ziel ohnehin nicht erreichen würde. Da bin ich konsequent. )

Heißt: Ich habe jetzt die Ausarbeitung für Landesgeschichte fertig. Die gesamte sächsische Landesgeschichte von 965 bis 1993 auf nur... 19 Seiten gekürzt.
19 Seiten von gerafftem, kompriertem Wissen in knappen Stichpunkten, Schriftgröße 11.
Und das soll ich irgendwann lernen? Bald? Diese Woche noch?
Ich bin am Arsch.

Soweit war das aber das aufwändigste Fach, die nächsten drei habe ich vor, an den nächsten drei Tagen "auszuarbeiten", was hier heißt: Durchgehen und Unklarheiten beseitigen, Wichtiges anstreichen, mehr nicht.
Reicht aber auch. Zumal das die uninteressanteren Fächer sind. *seufz*
Das interessiert euch alles nicht, aber ihr wisst ja, dass ich blogigo gern als Therapieersatz benutze und euch als unschuldige Zuhörer. Muahahaha.

Geistige Ergüsse des Tages:
"Das Pleißenland... das kenn' ich... ach ja, da wohn' ich... glaub ich... wie auch immer..."
Und natürlich alle paar Minuten:
"...aber wo wir stehen geblieben waren..."
"..wir waren wiedermal stehen geblieben..."
"...was wir aber eigentlich gerade wollten..."
"...um zur sächsischen Geschichte zurückzukommen..."

Ja, hochkonzentriert heute den ganzen Tag. Wir schieben's auf den Wetterumschwung und die Kopfschmerzen?
Immerhin hab ich es geschafft, stets geschäftig auszusehen. Da wurde der Stapel Papier umsortiert, an die andere Ecke des Schreibtisches gelegt, der Hefter vom anderen Tisch geholt, was in den PC eingegeben, Blätter sortiert... ja... geschäftig aussehen kann ich jetzt ganz gut.

Interessant finde ich, wie schnell man sich an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen kann.
Weil es nachts eben ruhiger ist und ich mich dann besser konzentrieren kann, arbeite ich vorzugsweise um diese Zeit. Heute habe ich tatsächlich bis halb elf durchgeschlafen... blöd.
Ich wache lieber eher auf, um dann festzustellen, dass ich ja noch liegen bleiben kann. Das ist doch der Sinn vom Urlaub und vom Ausschlafen, nicht?

Hab dann noch ein nettes Fundstück aus meinem Hefter, verfasst im März 2002, die Stunden waren nicht nur öde, nein, sie waren auch noch in Dresden.
Mitten in den Aufzeichnung fand sich also - neben anderem Gekrakel, Verwünschungen, Hunger- und Langeweilebezeugungen, elbischen Sprüchen und sinnlosen Kringeln folgendes:
- 1831 (...) konstitutionelle Monarchie [blabla], kommunale Selbstverwaltung [blabla]
- ich gehe nach Lothlórien
- 1832 Vertrag mit Landständen der Oberlausitz...

Sowas lese ich immer gern, ist auch der einzige Grund, aus dem ich meine ganzen alten Hefter aufhebe. Das ist wie ein Gruß von der Vergangenheit an mich selbst (Ja, ich bin ein einsamer Mensch...).
Schade, dass das nicht auch umgekehrt geht, heute würde ich mir rückblickend öfter mal ein "Nur Mut, das wird wieder!" zurufen.

Ich vermisse soziale Kontakte und meine Rollenspieler. Aber es ist klasse, spät aufzustehen und sich endlich mal wieder was leckeres zu Mittag machen zu können.
Und ich sitze hier mit einer Kerze, einem Glas Brombeerwein, netter Musik. Das Räucherstäbchen ist schon nieder.
Wie damals. Hach...

23.08.2004 um 01:55 Uhr

Fast-Halbzeit

So, nach fast der Hälfte der Lernzeit (etwa einem Viertel der Nettozeit), übergehe ich einfach mal mein Gelöbnis (Sucht!) und ziehe folgende Bilanz:
Ich wünschte, es wäre schon vorbei.
Obwohl ich es auch mal wieder genieße, auszuschlafen und dafür nachts, wenn alle außer mir schlafen und es ganz ruhig ist, im Buch zu blättern und hier und da ein wenig zur Zusammenfassung zu tippen (An das spätere Lernen des Getippten möchte ich noch nicht denken :-P ).

Die ersten Tage waren geprägt von einem erbärmlichen Maß an Arbeitsorganisation, -motivation und -disziplin. Wir schieben es auf die Mehrfachbelastungen.
"Nein, Centi, du wirst jetzt keinen Thread eröffnen. Und auch keinen Blogeintrag schreiben. Und jetzt leg' die Nagelfeile weg! Fein, du hast dich jetzt also im Forum zur Rechtschreibreform geäußert, könntest du dann jetzt wieder...? Nein, du musst jetzt auch nicht Mails abrufen, in den letzten 10min ist sicher keine dazugekommen. Also sieh jetzt wieder ins Buch! Das ist nicht das Buch, das ist ein Überweisungsauftrag! Ein Überweisungsauftrag? Shit... na egal jetzt, weiter.
Also 1792 tritt Sachsen dem Reichskrieg bei. Das interessiert kein Aas, mich auch nicht, aber ich muss es wissen. Oder auch nicht. Vermutlich eher nicht. So ein Mist...
'... August Kaden, der von 1890 bis 1910 die Sächsische Arbeiterzeitung verlegte...' Hm, also ich suche auch hin und wieder was, aber soo lange war bei mir noch nichts verschwunden. Gut, ich bin halt auch noch jung. Aber dass dann sowas gleich in die Geschichtsbücher kommt..."

Hin und wieder stutze ich über meinem Buch.
Der sächsische Kurfürst musste sich um die polnische Königskrone also ebenfalls schriftlich bewerben! An meine Brust, Leidensgenosse, Bruder im Geiste!
Ich frage mich nur, wie er das damals machte. Das Anschreiben war vermutlich 100 Seiten lang, das Deckblatt mit goldenen Lettern. Statt des Lichtbildes ein Kupferstich und der Lebenslauf... Zeugnisse? Na, Referenzen hatte er ja genug, aber kann man sich immer sicher sein, dass das auch für einen König reicht? Wie auch immer...
"...zur Unterhaltung von Straßen" Noch ein Stutzen. Wie muss man sich dieses nun vorstellen? Das ist ja schon bei Menschen schwer, aber so eine Straße hat nach meiner Erfahrung ja nun gar keinen Sinn für Humor. Hm.

Und obwohl ich in dieser Woche viel Lernunterbrechungen und soziale Kontakte hatte, vermisse ich selbige nach nur einem Tag Vollzeitlernens schon imens! Absoluter Kommunikationsmangel!
Das führt dazu, dass man tatsächlich alle Naselang ins Postfach sieht. Auch das Handy wird auf Nachrichten überprüft. Will nicht sonst jemand mit mir reden? Laptop? Wand? Zimmerpflanzen? War schon kurz davor, mit Karl Klammer, dem Wordassistenten zu flirten, der hat immerhin schöne Augen.
Und da wir gerade bei schönen Augen sind: Das von mir derzeit am meisten angeschmachtete Augenpaar soll sich inzwischen wieder im Land befinden. Aus, Centi! Platz! Kaum ein Zeitpunkt, kaum eine Konstellation war je so ungünstig wie diese! Denk nicht mal dran! Und um es mit den Worten meines allumfassenden geistigen Führers und Seelenverwandten zu sagen: "In ein Kloster, geh!"
Es gibt nur keine atheistischen Klöster mit Internetanschluss. Mist.

Allerdings überkommt mich dabei auch hin und wieder echte Wehmut. Damals... *seufz*
Wehrda, nachts, barfuß im Schlafanzug auf dem Balkon stehen oder sitzen und in den Himmel sehen. Wahlweise im warmen Sommerwind, im Regen oder Schnee.
Über mir die Sterne, unter mir das Tal, ein kleiner beleuchteter Ort. Leise Musik im Hintergrund.
Vor mir der Wald, über dem gerade der Mond aufgeht.
Tagsüber das Krähen der Raben, die Blaumeisen auf dem Balkon, hin und wieder ein Eichelhäher im Vorbeiflug. Eine Katze, die die Straße unter mir überquert, die Kinder im Haus gegenüber. Vorbei.

Ach ja, meine Eltern sind jetzt verheiratet. Bei der Zeremonie mussten wir allerdings schon aufpassen, nicht in Gelächter auszubrechen, ("wir", das waren meine Eltern und ich). Weil so nach 23 Jahren unverheirateten Zusammenseins, da beginnt jetzt mit der Heirat schon ein irre anderer Lebensabschnitt. Da werden ja Probleme auf die beiden zukommen, von denen sie noch gar nichts ahnen! Meiner Mutter blieb nur, sich fest in den Finger zu kneifen, während ihr Magen knurrte und ich absolut fasziniert die bunten Fenster anstarrte. *lol*
Na, hinterher waren wir gut essen und dann haben wir uns wieder dem Umuzg gewidmet *g*
[Haltet mich nicht für unromantisch, ich habe eine sehr romantische Ader. Allerdings zählt die Heirat bei mir zu den "Verwaltungsakten" und hat für mich von Haus aus rein gar nichts mit Romantik zu tun.]

Allgemein kann ich sagen:
Dafür, dass mein Leben kurz davor ist, im Chaos zu versinken und sämtliche Horrorvisionen meiner Kindheit direkt vor meiner Tür stehen, geht es mir recht passabel. Sollte mich zwar allmählich mal an ein paar Ämter wenden, weil ich doch kein Arbeitslosengeld bekomme (immerhin wird die Rentenversicherung nachgezahlt, doll...), beim Fotografen war ich auch noch nicht, aber ansonsten ist alles im grünen Bereich.
Lieben Dank an alle, die mir Glück wünschen - hier, an anderer Stelle oder stumm - bis zum nächsten Mal!

16.08.2004 um 17:54 Uhr

Bis bald!

Gar nicht da und auch schon wieder weg:
Mir ist aufgegangen, dass meine Prüfungen gar nicht erst in drei, sondern bereits in zwei Wochen sind.
Ich habe daher eine Weile gegrübelt und beschlossen, es wäre allmählich Zeit, in Panik auszubrechen.

Dies möchte ich nun auch tun und verabschiede mich für ein paar Tage von hier. Mein Plan ist, die meiste Zeit nicht im Internet zu sein (Ausgenommen wohl wikipedia und Google. Die Kraft, dann nicht nach anderen Seiten zu schielen, werde ich aus meiner Panik schöpfen.) und natürlich auf keinen Fall irgendetwas hier zu schreiben. Solltet ihr hier also doch etwas von mir geschrieben sehen, muss es sich hierbei um eine Sinnestäuschung handeln.

Kurz zusammengefasst nun das letzte Mal vor der Pause meine derzeitige Situation:

Zu den Prüfungen sei gesagt:
Ich bin am Arsch.

Zum Lernen:
Ich weiß nicht was. Ich weiß nicht wann. Ich weiß nicht wie.

Zu den Bewerbungen:
Sisiphusarbeit.

Zu meiner Wohnung:
Es sah schon schlimmer aus, es sah auch schon besser aus. Laptop, Tee und Eiskaffe finde ich aber noch.

Momentaner Geisteszustand:
blblbl blb *klick* trrrrrrr *brumm* pschhhhhhhh.

Ambossvorat:
leer.

Kornblumen:
Noch in der Blüte, aber es neigt sich dem Ende zu.

An alle, denen ich noch Mails schulde:
Gnade, Mitleid, Einsicht, Verständnis!

Vorhaben in naher Zukunft:
Bewerbungen, lernen, Termin beim Fotographen (Passbilder), eine Woche Urlaub zum Lernen, Lernen und Lernen.

Wer mir gewogen ist, möge heute und morgen in zwei Wochen daumendrückender Weise an mich denken.

Euch alles Gute, danke für's Lesen und für's Schreiben, ich komme wieder!


14.08.2004 um 16:14 Uhr

Doof. Do-hof! Doofdoofdoofdoof.

Der Übersicht halber mal wieder chronologisch:

Dienstag, 10.8. 18:30

Komme verschwitzt und genervt nach hause, war noch schnell auf die Post gerannt, um eine Bewerbung abzuschicken und will jetzt nur noch duschen, einpacken und ins Bett fallen.

Einer meiner Rollenspielkollegen ruft an, ich hätte seine SMS nicht beantwortet - das war richtig, denn dies war der erste Tag dieses Quartals, an dem ich mein Handy daheim vergessen hatte. - und er frage daher so noch einmal an, ob wir uns nicht irgendwann zwischen 6 und 7 (also quasi jetzt...) spontan treffen könnten, um einen neuen Chara zu erschaffen.

Es folgte mein Blick durch meine Wohnung: Vor mir standen 5 noch (!) gepackt Reisetaschen der letzten Wochenenden, Papier lag auf, unter und neben dem Schreibtisch, vom Chaos in der Küche möchte ich gar nicht sprechen.

Es folgte ein Blick auf mich: Durchgeschwitzt, genervt, im Stress, KO und ... erwähnte ich im Stress?
Entschuldigte mich dann mehrfach, blieb aber unerweichlich. Nüscht!

Geduscht, etwas aufgeräumt, Sachen für Dresden zusammengepackt, ins Bett gefallen.

Mittwoch, 11.8. 5:30

Wecker befördert mich unsanft aus dem Schlaf. Springe sofort (also nach 15 min) auf, packe die restlichen Sachen zusammen und fahre gen Osten.

8:15 Weg gefunden, ich kenn mich in DD doch noch etwas aus, ha!
Dresden ist immer noch so, wie ich es verlassen habe: Hässlich, gepflastert wie zu Napoleons Zeiten, voll, unansehnlich und... groß. Ich mag keine Großstädte, fühle mich hier aber besonders unwohl.
Finde Erheiterung, in dem ich links aus dem Fenster sehe "Hier wohn' ich nicht!" und rechts aus dem Fenster sehe "Hier wohn ich auch nicht!", links aus dem Fenster sehe "Hier werde ich nie wohnen!" und rechts aus dem Fenster sehe "Und hier werde ich auch nie wohnen!". Finde die Stadt auf die Weise fast erträglich.

Komme am Ziel an und parke direkt vor dem Justizministerium, neben dem videoüberwachten Eingang. Hätte ich Bilbo irgendwo sicherer unterbringen können? Vermutlich nicht (Nein, kein Knöllchen, kein Kratzer, alles Bestens!). Yay me!
Da ich noch etwas Zeit habe, gehe ich rüber in die Markthalle, um micht da noch etwas umzusehen. Alles beim Alten, nur den Preisen hat der Euro ihre damalige Unverschämtheit genommen.
Die Toilette verlangt nun 50 Cent Eintritt. Wucher.

8:45
Treffe Kollegen. Schwatzen gemeinsam und verfluchen kollegial unsere Oberarbeitgeber und die Situation im Allgemeinen. Alle doof, alles doof.

9:00 Unterrichtsbeginn.
Dozent Nr.1: Ist der Meinung, der sogenannte Unterricht ist in Wirklichkeit Konsultation. Weigert sich, auch nur ansatzweise anzudeuten, was vom Besprochenen prüfungsrelevant sein könnte. Überstehe die vier Stunden, indem ich alles gesagte in Frage stelle. Und Nimiels großzügig gespendeten Ambossvorrat halbiere. Danke, Nimiel!

13:00
Dozent Nr.2: Besser. Hat die Prüfungsfragen bereits fertiggestellt und geht mit uns die sächsische Landes- und Verwaltungsgeschichte durch. Ätzendes Thema, aber netter Dozent. Nicht nur, weil er den Raum betrat mit einem "Ah, alle wieder hier, Die Herren etwas rundlicher, die Damen etwas hübscher...".
Erfahren noch etwas Organisatorisches und fertig.

16:15
Abschlussgestöhne mit Kollegin: Lernen doof, Unterricht doof, Dozent Nr.1 doof, Joblage doof, Dresden doof.
Gut, dass wir das geklärt haben.

Nehme - for auld lang syne und für meine Nerven und Bilbo - die Straßenbahn zu einer Freundin, wo wir uns nur noch zu einem Videoabend aufraffen können, ehe wir ins Bett fallen.

Donnerstag, 8:50
Nachdem ich mich aus der WG meiner Freundin geschlichen (wollte ja keinen wecken, nur der doofe WG-Kater war der Meinung, er müsse aller Welt verkünden, wie grausam Centi ist, die ihn so einfach links liegen lasse, ohne ihn zu streicheln) und mit der Straßenbahn den Weg zurück hinter mich gebracht habe, stellen meine Kollegen und ich fest, dass wir keinen Bock haben. Schon gar nicht auf Dozenten Nr.3 und 4, auf den Unterricht und überhaupt alles doof hier.

9:00 - 10:30 Dozent Nr.2 nochmal... gut, gut.
10:45 - 12:15 Dozent Nr. 3.
Glänzte bereits beim letzten Treffen durch halbstündiges Zuspätkommen, halbstündige Plauderrunde und halbstündiges Durchgaloppieren durch 90-Minuten-Stoff.
Glänzt diesmal durch völlige Unkenntnis der derzeitigen Joblage ("Aber vor kurzem sah es doch noch so gut aus!!").
Außerdem hätte er 90 min sächsische Landesgeschichte ab 1945 unterrichten sollen, unterrichtete stattdessen 75 min DDR-Geschichte (ausschließlich abgelesen) und wies uns dann darauf hin, dass wir für die sächsische Geschichte das und das Buch lesen sollten. *Ambossbumm*

Bilanz der mittäglichen Gesprächsrunde: Alle doof, Dozenten doof, Unterricht doof, Dresden doof, ... Naja, der Grundtenor sollte inzwischen klar sein.

13:00
Dozent Nr.4 (hier bitte angsteinflößende Musik einfügen)
Besonders beliebter und autoritärer Zeitgenosse. War der Meinung, wir könnten die sächsische Verwaltungsgeschichte eigentlich komplett runterbeten und er wäre nur noch da, um Fragen zu beantworten. *Ambossbumm*
Überschüttete uns mit Begriffen, erwähnte Bücher, die wir lesen konnten und überging die Frage, wann wir das tun sollten (36-Stunden-Woche, wir kriegen ja für Prüfungsvorbereitung nicht frei.) *Ambossbumm*
Habe ihn mit Blicken aufgespießt, Ambosse geworfen, habe den Boden unter seinem Dozentenstuhl aussägen lassen und eine wildgewordene Rinderherde auf ihn gejagt. Unkraut vergeht nicht.


Zum Schluss nochmal bei Dozent Nr.2 gehabt, der all das wieder relativierte und andeutete, dass vorhergehender Unterricht für'n Hamster war. Danke!

16:15
Man sieht einen roten Peugeot 106 als Kondenzstreifen gen Ortsausgang düsen.

Auf der Autobahn angekommen, bemerke ich, dass mein Motor schnurrt "wie ein Kätzchen". Ein großes Kätzchen. Ein großes Kätzchen mit Husten. Oh-oh. Der Auspuff.
Fahre auf den nächsten Rastplatz und begutachte Bilbos Unterseite von allen Seiten. Nichts.
Heia, wird halt ein Rohr undicht sein, wird schon gehen.

Ja, er machte denn auch weiter brav seine 140, und meine mittelalterliche Musik (*palimm, palimm, palimm, klimper, palimm*) war dann von einem ganz interessanten Bass unterlegt (*rott rott rott*).

17:45
Komme auf dem heimischen Parkplatz an und stelle fest, dass da was fehlt. Nein, es ist noch da, aber:
Das Auspuffrohr hatte sich hinter die Plastikverkleidung geklemmt und schmolz selbige nun fröhliglich vor sich hin.
Brachte Bilbo ganz spontan zum Dock, wo ich ihn am nächsten Tag abholen konnte.

Freitag und Samstag nun zusammengefasst:
Verbrachte die Zeit bei meinen Eltern, die derzeit umziehen und sich mit Dutzenden von Kartons abmühen *ächz*
Erfuhr Freitag, dass sie nächsten Freitag heiraten wollen, so quasi in der Mittagspause mit mir als einzigem Gast. Wegen finanzieller Vorteile, machen sie meiner Meinung nach richtig, wobei ich finde, meine Mutter sollte ihren Namen behalten.
Wie auch immer.

Nun sitze ich also hier in meiner Wohnung, mache Nutellaflecke ins Bettlaken (argh! Kennt wer ein Hausmittel dagegen?) und versuche mich aufzuraffen, aufzuräumen und diverse Lernsachen zusammenzutragen, aufzubereiten und... *schüttel* zu lernen.... *ürgs*
Ich hab keinen Bock! Ich hab doch erst gelernt, neulich. Wie oft muss man eigentlich lernen? So ein Schwachfug, die Hälfte brauch ich eh nie wieder. Argh!
Ja, ich geh ja schon...

10.08.2004 um 18:08 Uhr

Huuuuuuiiiiiiiiiiiii *bumm*

Musik: Skibbereen

Hossa, war das gestern ein Tag!
Es war der Abgabetermin meiner Diplomarbeit und irgendwie habe ich an dem Tag auch nichts anderes gemacht, als hier und da winzige Kleinigkeiten zu verändern:
Das Inhaltsverzeichnis. Habt ihr schonmal ein Inhaltsverzeichnis mit Word erstellt, ohne nach einer Stunde aufzugeben und es einfach von Hand mit Tabulatoren zu tippen? Ein Unding! Ein von Word erstelltes Inhaltsverzeichnis hat sich in meinem Fall nämlich am Deckblatt orientiert und bestand aus drei Inhaltspunkten: Überschrift, mein Name und die erste Überschrift.
Später hab ich es zu mehr überredet, aber da hat es dann beschlossen, es könnte meine Arbeit eigentlich mal neu gliedern. Und hat die Hyperlinks versaut. Hat mich ein paar Ambosse gekostet.
Hab dann für das handerstellte keine fünf Minuten mehr gebraucht.

Die Formatierung.
Mein ArbeitsPC hat nur WordPad, also musste ich für die endgültige Formatierung (z.B. Seitenzahlen) andere Leute von ihren PCs verscheuchen. Und dort natürlich sämtliche Absätze neu einrichten. Argh.

Das Ganze wurde dann mehrfach ausgedruckt, revidiert, superrevidiert, wieder ausgedruckt, in neue Form gebracht, superrevidiert, diskutiert, kritisch begutachtet, superrevidiert... Argh!

Habe bei dieser Gelegenheit wieder gemerkt, dass der Informationsaustausch zwischen meinen Oberarbeitgebern, meinen Arbeitgebern und mir gleich Null ist.
Und dass ein Monatsvorrat an Ambossen schon am neunten Tag aufgebraucht sein kann.
Zumindest an ersterem sollte ich vielleicht was ändern und mich öfter melden, würden schon sehen, was sie davon hätten, mir nichts zu sagen, ich könnte ja das Gefühl haben, jeden Handschlag dort hinterfragen zu müssen, muahaha.
Dumm nur, dass immer nur einer für einen bestimmten Bereicht zuständig ist und wenn der mal Urlaub hat, erfährt man halt ein paar Wochen lang mal nix. Wir sind ja auch nur die Praktikanten. Und solange wir bei den Arbeitgebern hocken, fühlen sich die Oberarbeitgeber eben nicht zuständig. Die Arbeitgeber aber auch nicht, weil sie ja nicht die Oberarbeitgeber, sondern eigentlich nur der Praktikumsbetrieb sind.
Und verdammt, mein Ambossvorrat ist alle!!

Jedenfalls muss ich also morgen und übermorgen nach Dresden (Oberarbeitgeber), und bekomme noch ein wenig Unterricht. Hoffentlich erfahre ich dann auch endlich mal, worin wir überhaupt geprüft werden.
Hätte ich übrigens letzte Woche nicht angerufen, wüsste ich gar nicht, dass ich da morgen hin muss. Weil: Die Mail war an die allgemeine Stadtverwaltung gerichtet, und die hat sie nicht weitergeleitet.
Zwar fand man es seltsam, dass ich auch nach einem Monat den Eingang der Mail noch nicht bestätigt hatte, aber deswegen muss man ja nicht gleich nachhaken.
And that's another reason why my Ambossvorrat ist alle.

Immerhin kam man dann auch gestern schonmal auf die Idee, mir einen Dienstreiseantrag zu faxen, den ich am selben Tag zurückfaxen sollte. Vor der Reise. Sonst war das immer auch Wochen danach möglich, aber gut. Die Kosten kann man ja so grob schätzen, wir sind ja flexibel. Hätte ich eine kostenpflichtige Übernachtung genommen, keine Ahnung, wie sie das hätten abrechnen wollen.
Natürlich war das Teil unleserlich, aber ich hab das ja schon öfter ausgefüllt und so ging es kurz darauf zurück.

Ich bekam dann einen Anruf, dass man das überhaupt nicht lesen kann und ich noch einen ausfüllen und zurückfaxen sollte. Habe die Helden darauf hingewiesen, dass die Qualität dann auch nicht besser würde und auch seinen Vorschlag, ihn "morgen [sic!] mitzubringen [sic!!]" mit dem Hinweis, dass ich erst übermorgen komme, ausgechlagen.
Hab's dann auf meine Kosten per Post verschickt.
And that's another reason why my Ambossvorrat ist alle.


Zwei Stunden nach Verfassen dieses Blogs bekam ich übrigens einen Anruf, ich solle die Arbeit nochmal ausdrucken, die Oberarbeitgeber wollen noch ein Exemplar, um es besser herumreichen zu können. Weil die armen Leute finden, dass ihre Zeit zu knapp ist.
Oooooohhhhhhh.
So, und wenn ich jetzt noch einen Amboss besessen hätte, wäre der jetzt auch weg.

Na, zumindest auf meine Rollenspielkollegen kann man sich verlassen. Mein Schmachtobjekt ist zwar in der Bretagne (*grumml* Hab ich übrigens schon erwähnt, dass wir die gleichen Filme mögen? Hach...*schmacht*) aber einer sagte am Sonntag auf meine Ausführungen, was ich so mache, Dinge in Richtung "Hüterin des Wissens" und "sehr spannend". Gut, er war auch Archäologe...

05.08.2004 um 22:59 Uhr

Antworten

Stimmung: Hach... *seufz* .... hach... *Kerzeanzünd* *Räucherstäbchenanzünd* *indenNachthimmelstarr* Hach...



Zu den noch offenstehenden Fragen:

>Werden diese Schmerzen je enden?
War halb so wild, Muskelkater und Co. am Montag, der aber Dienstag schon viel weniger wurde. Und das nach den Schleusen und Wasserkilometern und völlig untrainiert, ich bin stolz auf mich.

>Werde ich es endlich mal gebacken kriegen, längere Texte öfter abzuspeichern?
Ähm... ich hoffe?

>Wie werde ich meine Diplomarbeit schaffen?
Ähm... also Montag ist Abgabe, bis dahin hab ich noch etwa... 4 Stunden. Mal schauen...
Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass das meine Abschlussarbeit ist. Es reicht nicht, wenn sich die "Kunden" durchfinden, ich muss protokollieren, und begründen und blablablubb. So ein Mist. So ein Blödsinn. So ein Gewes!

>Und bekomme ich den Kaugummi aus meiner Lieblingsdecke wieder raus?
Ich habe jetzt meine riesige blaue Decke zusammengeschnürt und in mein Minitiefkühlfach gestopft. Wenn ich Pech habe, dehnt sich das Kondenswasser in der Decke aus und ich bekomme das Teil nie wieder aus dem Fach, bevor ich meinen Kühlschrank nicht abtaue. Was ich eigentlich mal machen könnte.
Wahrscheinlicher ist allerdings, dass sich der Kaugummie ob der lächerlichen Temperaturen kranklacht und ich demnächst den Gefrierschrank meiner Eltern in Beschlag nehmen muss. Man wird sehen.
Meine schöne Decke.

Was für ein öder Eintrag. Ich schreib' noch einen.

04.08.2004 um 22:51 Uhr

Seifenoper

Stimmung: *wegrenn*

Mann, Mann, Mann, ich bin im falschen Film.
Ich meine, ich hatte in meinem langen Leben 4 "OdB"s.
Nr.1 war ein völliger Fehlgriff, da ist zum Glück nie was draus geworden.
Mit Nr.3 war ich zusammen und will es nie mehr sehen.
Nr.4 (*schmacht*) fährt jetzt sammt seinem Helden für 3 Wochen in den Urlaub und plötzlich meldet sich Nr.2 wieder.

Ja, bin ich hier in einer billigen Soap, oder was?!
Kriegste doch voll den Rappel hier, HimmelarschundZwirn. Lasst mich halt alle in Ruhe, ich bin sowieso nicht das, was ihr von mir halten. In Wirklichkeit bin ich nämlich nicht fröhlich und süß, sondern tiefsinnig und depressiv, jawohl.

02.08.2004 um 21:48 Uhr

Jetzt fahr'n wir über'n See, über'n See...

Nein, ich kam natürlich nicht auf die Idee, den Eintrag, für den ich fast eine Stunde gebraucht habe, irgendwo zwischen zu speichern (Danke, Werbung). Hier also nochmal aus dem Gedächtnis:

Was bisher geschah:
Das Centi fuhr also am Donnerstag auf Freitag zu ihren Eltern (Wir erinnern uns: Die wurden in der Wochenendplanung übergangen), um dort am Freitag mit Pappa der Versicherung auf's Dach zu steigen, weil denen nach 15 Monaten in den Sinn gekommen war, dass sie eigentlich lieber 500 Euro mehr von mir hätten.
Ja, nee, is klar. Ich verkaufe auch Brötchen und behaupte am nächsten Tag, dass sie eigentlich 5 Euro gekostet hätten. Pappnasen.

Danach legte ich mich zwischen 10 und 14 Uhr in die Sonne, cremte mir immerhin das Gesicht ein, kann ja nicht viel passieren (Kinder: don' try this at home!).
Daraufhin fuhr ich also bei gefühlten (?) 50°C im Auto und Sonnenbrand auf dem Rücken drei Stunden gen Sonnenuntergang, damit ich dann am Samstag mit Mel nach Frankfurt fahren konnte, um da des Weibsbildes Geburtstag nachzufeiern.
Dort trafen wir dann auch noch ein paar Leute, die ständig irgendwas von "Rum" und "Captain" erzählten und stöberten durch ein paar der unendlich vielen Tinneffläden Frankfurts.

Nach einem gemütlichen Abend gingen wir relativ zeitig ins Bett und nachdem ich endlich meine Kissen zurechtgeschoben, mich mit einer Mücke bekriegt und den Cocker Spaniel verflucht hatte, weil der sich nicht entscheiden konnte, ob er im Zimmer oder draußen und wenn im Zimmer, dann auf dem Bett oder daneben und wenn im Bett, dann in welchen und ob mit dem Kopf zur Tür oder zum Fenster schlafen wollte, als ich endlich müde genug war, meinen Sonnenbrand und meine Nase (*nies* *schnief*) zu ignorieren, als ich also das alles geschafft hatte und eingeschlafen war, graute der Morgen und mir vor ihm und es war 7 und wir standen auf (Ich als letzte.).

Weil: Heute war der "Wir-gedenken-der-Gefährten-die-tagelang-den-Anduin-hinuntergeschippert-waren-und-leihen-uns-Kanus-um-damit-die-Lahn-hinunterzupaddeln"-Tag.
So fuhren wir also da hin und nach einer kurzen Einführung - die breite Seite des Paddels kommt also ins Wasser, nicht ins Boot oder nach oben - ging es auch schon los.
Nachdem wir für das erste Wendemanöver nur etwa fünf Minuten und die gesamte Breitseite des Flusses gebraucht hatten, hatten wir schon die ersten Koordinationsschwierigkeiten ("Also der Vordermann ist für die Lenkung zuständig, während die hinteren beiden permanent paddeln..." "Nein, die vorderen beiden paddeln permanent, der hintere richtet sich nach den Gegebenheiten und bremst bei Bedarf"....) hinter und die erste Schleuse vor uns. Todesmutig und dummerweise stieg ich aus, um beim Öffnen der 6 Schleusenklappen (Name?) und Schleusentore zu helfen. Dummerweise, weil ich seit über einem Jahr nicht mehr wirklich Sport treibe (von gelegentlichen Einkäufen und Umzügen abgesehen) und nach diesen 15 Minuten schon völlig fertig war.

Dann hatten wir den Dreh aber allmählich raus und kamen durchschnittlich geradeaus fahrend (ihr wisst schon: 2 Jäger schießen auf eine Ente: einer links, der andere rechts vorbei, statistisch gesehen ist die Ente tot) ganz gut voran. Schleusen wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen (Volleyball, Frisbee), die Flussmitte zum Picknickplatz und blaue Müllsäcke zu Naturdenkmälern.

Nach einer kurzen Mittagsrast hatte denn auch der Spaniel Mozart seine Vorliebe dafür entdeckt, sich bei der rasanten (*räusper*) Fahrt in der reißenden (*hüstel*) Strömung des wilden (*huhust*) Flusses um die Nase wehen zu lassen und stieg fröhliglich von Boot zu Boot um.
Irgendwann wurde er dann müde und nutze einen unaufmerksamen Moment von Mel, sich auf ihrem Sitz niederzulassen, weil er schließlich nicht auf dem nassen Boden schlafen wollte. Er war süß, also ließ sie ihn gewähren, bis sie nicht mehr konnte und ich das nasse stinkende Bündel wieder vor die Beine nahm, von wo aus es sich um mich herumschlich und den 10 CentiMeter breiten Streifen auf meiner Bank hinter mir soweit vergrößerte, dass es da weiterschlief. Wir fanden einen Kompromiss (ich bekam 3cm, er den Rest) und bald waren wir auch schon angekommen, fuhren in den "Hafen" ein und krochen zum Bahnhof.

Gegen 17:15 machte ich mich auf den Weg gen Osten, gegen 21:15 kam ich an, wie weiß ich nicht mehr, ich schätze, Bilbo fuhr, während ich schlief oder so.
Duschte dann nur noch und fiel komatös ins Bett, wo ich heute morgen wieder einmal das Wunder des menschlichen Körpers erleben durfte. Einfach unglaublich, was einem so alles weh tun kann: Der Hintern vom Sitzen, der Rücken vom Sonnenbrand und der gesamte(!) Rest vom Muskelkater.

Werden diese Schmerzen je enden? Werde ich es endlich mal gebacken kriegen, längere Texte öfter abzuspeichern? Wie werde ich meine Diplomarbeit schaffen? Und bekomme ich den Kaugummi aus meiner Lieblingsdecke wieder raus?

Die Antworten erhalten Sie vielleicht, wenn es wieder heißt... äh... wenn es wieder... Ja, wie heißt es eigentlich immer...
Also bis denne!