Aus dem Leben eines Taugegarnichts

02.08.2004 um 21:48 Uhr

Jetzt fahr'n wir über'n See, über'n See...

Nein, ich kam natürlich nicht auf die Idee, den Eintrag, für den ich fast eine Stunde gebraucht habe, irgendwo zwischen zu speichern (Danke, Werbung). Hier also nochmal aus dem Gedächtnis:

Was bisher geschah:
Das Centi fuhr also am Donnerstag auf Freitag zu ihren Eltern (Wir erinnern uns: Die wurden in der Wochenendplanung übergangen), um dort am Freitag mit Pappa der Versicherung auf's Dach zu steigen, weil denen nach 15 Monaten in den Sinn gekommen war, dass sie eigentlich lieber 500 Euro mehr von mir hätten.
Ja, nee, is klar. Ich verkaufe auch Brötchen und behaupte am nächsten Tag, dass sie eigentlich 5 Euro gekostet hätten. Pappnasen.

Danach legte ich mich zwischen 10 und 14 Uhr in die Sonne, cremte mir immerhin das Gesicht ein, kann ja nicht viel passieren (Kinder: don' try this at home!).
Daraufhin fuhr ich also bei gefühlten (?) 50°C im Auto und Sonnenbrand auf dem Rücken drei Stunden gen Sonnenuntergang, damit ich dann am Samstag mit Mel nach Frankfurt fahren konnte, um da des Weibsbildes Geburtstag nachzufeiern.
Dort trafen wir dann auch noch ein paar Leute, die ständig irgendwas von "Rum" und "Captain" erzählten und stöberten durch ein paar der unendlich vielen Tinneffläden Frankfurts.

Nach einem gemütlichen Abend gingen wir relativ zeitig ins Bett und nachdem ich endlich meine Kissen zurechtgeschoben, mich mit einer Mücke bekriegt und den Cocker Spaniel verflucht hatte, weil der sich nicht entscheiden konnte, ob er im Zimmer oder draußen und wenn im Zimmer, dann auf dem Bett oder daneben und wenn im Bett, dann in welchen und ob mit dem Kopf zur Tür oder zum Fenster schlafen wollte, als ich endlich müde genug war, meinen Sonnenbrand und meine Nase (*nies* *schnief*) zu ignorieren, als ich also das alles geschafft hatte und eingeschlafen war, graute der Morgen und mir vor ihm und es war 7 und wir standen auf (Ich als letzte.).

Weil: Heute war der "Wir-gedenken-der-Gefährten-die-tagelang-den-Anduin-hinuntergeschippert-waren-und-leihen-uns-Kanus-um-damit-die-Lahn-hinunterzupaddeln"-Tag.
So fuhren wir also da hin und nach einer kurzen Einführung - die breite Seite des Paddels kommt also ins Wasser, nicht ins Boot oder nach oben - ging es auch schon los.
Nachdem wir für das erste Wendemanöver nur etwa fünf Minuten und die gesamte Breitseite des Flusses gebraucht hatten, hatten wir schon die ersten Koordinationsschwierigkeiten ("Also der Vordermann ist für die Lenkung zuständig, während die hinteren beiden permanent paddeln..." "Nein, die vorderen beiden paddeln permanent, der hintere richtet sich nach den Gegebenheiten und bremst bei Bedarf"....) hinter und die erste Schleuse vor uns. Todesmutig und dummerweise stieg ich aus, um beim Öffnen der 6 Schleusenklappen (Name?) und Schleusentore zu helfen. Dummerweise, weil ich seit über einem Jahr nicht mehr wirklich Sport treibe (von gelegentlichen Einkäufen und Umzügen abgesehen) und nach diesen 15 Minuten schon völlig fertig war.

Dann hatten wir den Dreh aber allmählich raus und kamen durchschnittlich geradeaus fahrend (ihr wisst schon: 2 Jäger schießen auf eine Ente: einer links, der andere rechts vorbei, statistisch gesehen ist die Ente tot) ganz gut voran. Schleusen wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen (Volleyball, Frisbee), die Flussmitte zum Picknickplatz und blaue Müllsäcke zu Naturdenkmälern.

Nach einer kurzen Mittagsrast hatte denn auch der Spaniel Mozart seine Vorliebe dafür entdeckt, sich bei der rasanten (*räusper*) Fahrt in der reißenden (*hüstel*) Strömung des wilden (*huhust*) Flusses um die Nase wehen zu lassen und stieg fröhliglich von Boot zu Boot um.
Irgendwann wurde er dann müde und nutze einen unaufmerksamen Moment von Mel, sich auf ihrem Sitz niederzulassen, weil er schließlich nicht auf dem nassen Boden schlafen wollte. Er war süß, also ließ sie ihn gewähren, bis sie nicht mehr konnte und ich das nasse stinkende Bündel wieder vor die Beine nahm, von wo aus es sich um mich herumschlich und den 10 CentiMeter breiten Streifen auf meiner Bank hinter mir soweit vergrößerte, dass es da weiterschlief. Wir fanden einen Kompromiss (ich bekam 3cm, er den Rest) und bald waren wir auch schon angekommen, fuhren in den "Hafen" ein und krochen zum Bahnhof.

Gegen 17:15 machte ich mich auf den Weg gen Osten, gegen 21:15 kam ich an, wie weiß ich nicht mehr, ich schätze, Bilbo fuhr, während ich schlief oder so.
Duschte dann nur noch und fiel komatös ins Bett, wo ich heute morgen wieder einmal das Wunder des menschlichen Körpers erleben durfte. Einfach unglaublich, was einem so alles weh tun kann: Der Hintern vom Sitzen, der Rücken vom Sonnenbrand und der gesamte(!) Rest vom Muskelkater.

Werden diese Schmerzen je enden? Werde ich es endlich mal gebacken kriegen, längere Texte öfter abzuspeichern? Wie werde ich meine Diplomarbeit schaffen? Und bekomme ich den Kaugummi aus meiner Lieblingsdecke wieder raus?

Die Antworten erhalten Sie vielleicht, wenn es wieder heißt... äh... wenn es wieder... Ja, wie heißt es eigentlich immer...
Also bis denne!