Aus dem Leben eines Taugegarnichts

31.08.2009 um 21:03 Uhr

"Und alles ist wieder in Ordnung, und alles ist wieder gut..."

 

Musical

(Es folgt ein wenig Selbstbeweihräucherung. Be ye warned.)


Die Musical-Premiere und zwei weitere Vorstellungen liegen hinter mir, und ich kann nur sagen:

WAHNSINN!

Ich hätte diesen Eintrag vielleicht noch im Zuge meiner gestrigen Euphorie schreiben sollen, aber erstens war ich erst kurz vor vier zuhause und zweitens hätte er dann vornehmlich aus Ausrufezeichen bestanden, und das will ja niemand. Inzwischen bin ich wieder etwas mehr in der realen Welt, igitt, angekommen, und hab obendrein irgendwie ein Jetlag, das heute Nachmittag aus einem "nur fünf Minuten hinlegen" einen anderthalbstündigen Tiefschlaf gemacht hat.

Die Premiere selbst war hart. Da ich ja so ziemlich alles getanzt habe, war ich drei Stunden lang hauptsächlich am Umziehen, unterbrochen von ein paar Pausen, in denen ich auf der Bühne stand. Ich hab mir am zweiten Tag dann doch zwei Tänze von der Trainerin abnehmene lassen, weil es mit der Umzieherei doch an einer Stelle zu knapp war, und ich gerade in dem Moment hinter der Bühe ankam, als mein Lied begann. Puh!

Aufgeregt war ich die meiste Zeit so gut wie nicht, selbst bei meinem kleinen Bauchtanzsolo vor immerhin fünfhundert Leuten. Nur ganz kurz vor Beginn: Der Saal füllt sich. Die Türen werden geschlossen. Der Saal wird abgedunkelt. Psssts gehen durch das Publikum. Das Publikum wird still. Dann hatte irgendein Mikro erst mal eine eklige Rückkopplung, weswegen sich der Start verzögerte. Wir standen derweil hinter der Bühe und warteten auf unseren Auftritt, der fast der erste Teil der Aufführung war. Das zehrte dann schon an den Nerven. Das Publikum bekann, rhythmisch zu klatschen. Wahnsinnige erwartungsvolle Atmosphäre.
Und dann ging's endlich los. Und wir waren einfach gut, wie uns hinterher jemand bestätigte, der unsere "normalen" Auftritte kannte. Wir haben gut getanzt und wir haben gut ausgestrahlt. Das Publikum hat bereits beim ersten Tanz unanimiert mitgeklatscht. Generell scheint das Musical gut angekommen zu sein. Es gab jedenfalls am Ende jeder Aufführung standing ovations. Und was das Publikum am Ende der dritten Aufführung bei der Verabschiedung veranstaltete, als unsere Tanzgruppe noch mal ein paar Takte mit a-capella-Step-Einlagen füllte, umschrieb der Regisseur treffend mit "Ich hab da gerade ein Feuerwerk gesehen."

Wahnsinn. Applaus ist etwas unheimlich, unheimlich Tolles.

Und die Bääänd rockt ja einfach. Nach wie vor ist die Musik einfach nicht ganz meins, obwohl ich sie mir grusligerweise wirklich allmählich schön höre. Emotionale Verbundenheit aus irgendeiner Art Stockholm-Syndrom vielleicht. Aber die Leute sind einfach super.

Hach, hach. Und die begeisterten Stimmen aus dem Publikum. Einfach großartig.
Aaah, ich entschwebe schon wieder.

Jedenfalls haben sich all die Anstrengungen, Flüche, die Zeit und die Arbeit einfach gelohnt. Ich freu mich auf die nächste Aufführung.

26.08.2009 um 17:20 Uhr

Als das Teleklingel fonte...

Der Premierencountdown steht bei drei Tagen und ich befürchte Stress.

Am Wochenende war, nach einem spätabendlichen Auftritt hierzulande, schon mal Durchlauf- und Kostümprobe andernbundeslands. Ich bin ja nur am Umziehen, nach jedem einzelnen Tanz, komplett mit Haar und Fuß. Und wenn ich es nicht schaffe, mich vor der Maskenbildnerin zu verstecken, was mein festes Vorhaben ist, auch noch mit Make-up. Ürgs. Mag mich nicht bemalen lassen.

Die Tänze klappen so lala, aber die eigentliche Schwierigkeit besteht auch eher in rechtzeitigem und rechtseitigem Auf- und Abgängen und vor allem den Einsätzen. Graus.

Die Auswirkungen in der Gruppe sind vielfältig. Einerseits wird der Ton allmählich, hm, hektischer, aber dafür schweißt die gemeinsame Angst doch auch ordentlich zusammen, in heiterem schwarzen Humor. Wahrscheinlich werden wir uns blamieren, aber verdammt, wir werden uns gemeinsam blamieren! Ist doch was. Unsere Gruppe sollte dort drüben eh niemand kennen.

Der Bäänd wäre es indessen lieb, wenn wir diese Woche noch einmal ordentliche Sonderproben einlegen würden. Aber ich sachma: Wenn sie Profis hätten haben wollen, hätten sie Profis bezahlen sollen. Wir sind ne Hobbygruppe, die aus normalen Werktätigen, Schülern und Familienmenschen besteht. Mal eben spontan einen halben Tag finden, an dem man alle unter einen Hut kriegt, ist schlicht nicht.

Jedenfalls drei Auftritte am Wochenende, plus Generalprobe vorher. Letztendlich werden wir irgendwann Montag Morgen wieder zuhause sein.
Uh.

too little payment

 

20.08.2009 um 19:00 Uhr

In the desert you can remember your name

Heute war in Bonn der angeblich heißeste Tag des Jahres. Mindestens fürs Büro stimmt das, denn drinnen wie draußen waren kuschlige 32°C. Ah.

 

Wueste

 

Aaaah, es ist Sommer. Ich kann's nicht oft genug wiederholen. Sommer! S-o-m-m-e-r! Ist allein dieser Name nicht lyrisch und wohlklingend? Sommer. Flimmernde Luft, wehende Lüftchen, wiegende Platanen, leuchtende Rubinien, streichelnde Sonne.
Hin und wieder beschwert sich der Kreislauf. Pfft. Soll er nur. Ich groove derweilen weiter.
Bei offenem Fenster in der sanften Brise sitzen, Cappuccino schlürfen, Musik hören. Einfach wohlfühlen.

Man hat ja öfter diese Wohlfühlmomente, wenn man morgens aufwacht (Wartet doch erst mal.) und das Kissen liegt genau richtig unter dem Kopf, und man hat sich gerade richtig in die Decke eingekuschelt. Genau dieses Gefühl hab ich im Sommer den ganzen Tag. Eingekuschelt in die Luft.

Ach, hach. Fröhlich

16.08.2009 um 13:32 Uhr

Sat2

Ah, Sommer, Sonne, Sonnenschein, knapp 27°C im Wohnzimmer und es ist insgesamt recht chillig gerade. Chillig ist glaub ich auch ein Wort, das man nicht in den Mund nimmt, wenn es nicht 27° hat. Ich halte da die Voraussetzungen für eine chillige Atmosphäre auch einfach nicht für gegeben. 27° muss schon.

sommer


Gestern jedenfalls war es draußen deutlich wärmer, und das war auch gut so. Denn bei unserem Hupfdohlen-Auftritt auf Burg Sat2 haben wir unsere neuen Kostüme vorgeführt. Toller Qualitätssamt, lange Ärmel. Da muss dann auch niemand frieren. Zur Sicherheit hatte man aber doch noch ein paar Scheinwerfer angeschaltet. Von einer Fußbodenheizung hat man aber doch abgesehen.

Die Generalprobe war der Horror. Erst mal wurden wir von der Bühne geschmissen, von einer Horde (sic.) umherziehernder Irrer Schauspieler, die überhaupt nicht angekündigt und auch nicht im Plan vorgesehen waren. Wir haben uns trotzdem in den Saal getrollt und dort weitergeprobt. Es war so schrecklich. Die Reihen waren unregelmäßige Zickzack-Linien, die Schritte waren vergessen, wir haben uns beim Tanzen nur gegenseitig angerempelt, weil alles so eng war. Insgesamt recht ernüchternd.

Im Gegensatz zum Auftritt an sich. Gerade die Musical-Tänze, die wir aufgeführt haben, haben wir bei den Proben selten so glatt hingekriegt. Und das Publikum war begeistert. Das ist sowieso das Allertollste. Tanzen an sich ist ja schon ziemlich toll. Aber wenn da dann das Publikum zum Schluss applaudiert, also so richtig. Nicht nur "Ah, das Lied ist vorbei, da sollte man applaudieren", sondern "Hey, das hat mir gefallen, habt ihr gut gemacht, danke!"
Wobei da wohl auch hilfreich war, dass wir unsere "Fans" (lies: Die Eltern der tanzenden Kinder.) taktisch klug im Publikum verteilt hatten. Muahaha.

Und hinterher noch nett beieinander gesessen und hier und da ein bisschen zur nachfolgenden Musik getanzt.

Premieren-Countdown: Zwei Wochen. Stimmungsstatus: Kein Bock, aber irgendwie auch sehr gespannt.

11.08.2009 um 10:04 Uhr

Das Autoradio-hoffentlich-happy-end

Weil in den Kommentaren darnach gefragt wurde: Das alte Autoradio funktioniert durchaus anstandslos. So etwa zwanzig Minuten lang. Was dann ein Problem ist, wenn die CD so problematische Dinge wie Ordner enthält, dann dauert's schon mal 15 Minuten, bis er sie fertig gelesen hat und spielen kann.
Und weil mir generell zwanzig Minuten Musik im Auto nicht reichen und er auch immer öfter schon eher anfängt rumzuzicken, war ich von heimischen Gefilden aus mit Vater-von-Centi am Wochenende in Korl-Morx-Stodt und habe mir einen Ersatz besorgt.
Beim Ausbau des alten Dings hat Vater-von-Centi dann auch mal einen Blick unter das Isoband, mit dem die Drähte da umwickelt waren, geworfen. Ich hatte mich das ja nicht getraut. Klar hatte ich alle Sicherungen rausgenommen und es hätte eigentlich nichts passieren können. Aber freiliegende Drähte lösen bei mir einen dauerhaften nicht-rangreifen-Reflex aus. Naja, da lag jedenfalls dann das Problem, denn einer der Drähte war irgendwann aus seiner Halterung gerutscht. Das alte Radio war davon nicht beeindruckt gewesen, die neuen hatten wohl aber beschlossen, genau diesen Draht zu brauchen.

Das neue Radio ist jedenfalls ganz shiny und mit diskretem Display und intuitivier Bedienung und USB-Anschluss und Ordner-Shuffle-Funktion und all diesen Dingen, die ich wollte und toll finde.

Jetzt kann ich auch endlich die Hörbuch-Abteilung der Stadtbibliothek voll auskosten.
In diesem Zusammenhang: Heinrich Heine funktioniert nicht als Hörbuch. Reine Verschwendung. Für Heine braucht man mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Nathan der Weise funktioniert hingegen ganz grandios, beim Lesen allein war mir nie aufgefallen, wie witzig der ist. Und die Wanderhure verspricht jetzt schon, eines der schlechtesten Bücher aller Zeiten zu werden. Und folgt damit Wolfgang Hohlbeins "Ich bin der Sturm" sehr dicht, aber was hatte ich auch erwartet. Nick Hornbys "How to be good" ist überraschend witzig, leider hab ich nur den letzten Satz nicht verstanden, wodurch das Buch im Nachhinein irgendwie verliert. Dann wären da noch die populärphilosophischen Schinken von Richard David Precht ("Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?") und Wilhelm Schmid ("Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist"), die hören sich hingegen von vorn bis hinten auch ganz ausgezeichnet.
Bibliotheken sind ja so praktisch.

06.08.2009 um 21:39 Uhr

Trackback - Das Radio-Drama

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 Petunien
Wie alteingesessene Leser mit gutem Gedächtnis wissen könnten, besitze ich ein tendenziell unzuverlässiges Radio. Ja, immer noch. Weil: Es funktioniert ja. Meistens. Solange Dinge noch funktionieren, auch nur ansatzweise, muss man keinen Ersatz dafür besorgen. Aus welcher Seite der Familie ich das ererbt haben will, kann ich auch nicht eruieren, aber egal. Deswegen hat ja auch schon ein heroischer, angebrochener Orangensaft acht Monate lang in meinem Kühlschrank ausgeharrt. Er war nicht verschimmelt, also rein theoretisch trinkbar.

Aber vorgestern ging mir das Radio final auf die Ketten. Ich hörte so eine Weile das vorläufe Hörspiel zu dem Musical mit der Bänd-deren-Musik-und-Schauspielerei-ich-nicht-mag, dann wechselte ich auf die Clancy-Brothers. Ersteres spielte das offenbar gehörlose Gerät natürlich tadellos, letzteres eher bruchstückhaft, springend, hopsend, willkürlich. Und wer gute Musik verdirbt, und das vor allem ja nicht zum ersten Mal, beschwört den Heiligen Zorn des Centis herauf.

Also gestern direkt zum Technik-Verkauf meines Vertrauens (Lies: der einzige, den ich in Bonn kenne.) gepilgert, Radio ausgesucht und gekauft. Ja, wenn's sein muss, geht das auch in schnell.
Abends das Teil noch ignoriert. Immer so. Wenn ich etwas kaufe, lasse ich es für den Rest des Tages in der Ecke liegen. Entweder bin ich davon angenervt, weil ich schon viel zu viel Zeit darauf verschwendet habe, es ausgesucht, gekauft und nach hause transportiert zu haben, oder weil dieses neu gekaufte Ding in meine schöne vertraute Welt interveniert und ich mich noch einen Abend lang versichern muss, dass trotz eines neuen Gegenstandes in meiner Wohnung/meinem Auto alles noch irgendwie so ist wie vorher.

Wie auch immer.

Heute also nach neuneinhalb Stunden Arbeit in die Tiefgarage gegangen, um das Auto rauszufahren, weil ich bei dem nicht vorhandenen Licht da unten nicht arbeiten kann. Es sei denn, ich wollte Negative entwickeln. Das kommt aber ganz selten vor. Nebenbei bemerkt waren zu dem Zeitpunkt draußen um die 30°C.

Also Bilbo auf den nächstbesten Parkplatz gestellt, die entsprechenden Radio-Sicherungen rausgenommen und das alte Radio ausgebaut. Was im übrigen eine große Kraftanstrengung war, weil die Drecksstecker sich nicht lockern lassen wollten. Also mehr rohe Gewalt aufgewendet. Dabei zwei Plaste-Nippel an den Steckern kaputtgemacht. Selbst schuld, was saßen sie auch so fest. Irgendwann, schweißnass, hatte ich das Radio ausgebaut. Hurra!

Damit dieser Eintrag nicht so eintönig wird, hier das sinnlos gepostete Bild einer Kornblume:

 

Kornblume


So, weiter im Text. Nächster Schritt: Das neue Radio einbauen.

Zwei flotte Klicks später saßen die Stecker - das Antennenkabel bräuchte einen Adapter, hmpf - dann steckte ich die Sicherungen wieder an ihren Platz, drehte den Zündschlüssel um und - nichts.
Das Radio blieb teilnahmslos und unbelebt. Allein kriegte ich das offenbar nicht hin.

Es war übrigens warm. Es war spät und ich hatte Hunger. Außerdem stank ich schon nach Stress-Schweiß. Aber was half's.
Ich stieg aus, um den Kassenzettel aus der Wohnung zu holen, da fuhr ein uralter VW neben mich. Ob ich fertig eingeparkt hätte.
WTF?! :fea:
Ja, weil da wär ja noch so viel Platz.
WTF?!?!
Ich meine, da war tatsächlich noch viel Platz. Vier Parkplätze rechts und einer links von mir, um genau zu sein. Aber wenn du damit meintest, ich stünde nicht korrekt in der Parklücke: Ja, meine beiden rechten Reifen touchierten den weißen Streifen.
Er stellte sich dann in die eine enge Parklücke und murmelte noch irgendwas in seinen Bart, in dem das Wort "Fahrschule" vorkam. Ich ignorierte ihn und machte mir nicht mal die Mühe, mich aufzuregen. Es war warm, es war spät, ich hatte Hunger, ich stank, ich musste ein verdrecktes Radio umtauschen fahren und ich wurde gerade von einem sprechenden Schnurrbart blöd angemacht!

hng

Kassenzettel geholt und sicherheitshalber auch gleich den Bonner Stadtplan. Der Laden ist super per Bahn zu erreichen, aber mit dem Auto war ich da noch nicht.
Meine Befürchtung diesbezüglich bewahrheitete sich. Natürlich. Die Straße, von wo aus man zu fuß den Laden erreichen kann, ist von selbigem durch eine hübsche Wiese abgetrennt. Aber kein Ding, ich muss nur die nächste links abbiegen.
Hier darf man nicht links, also die nächste. Die nächste, die nach der Einbahnstraße da links kommt. Und nach der anderen Einbahnstraße.
Einen Kilometer später machte die Straße einen kompletten Knick und bog in die Innenstadt. Roar.
Einmal wenden und zurück und irgendwie die Straße gefunden, in die ich wollte.

Jedenfalls fast.
Ich landete in einem Wendehammer kurz davor. gaehn

Aber es war warm, es war spät, ich hatte Hunger, ich stank, ich musste ein bekacktes Radio umtauschen, ich bin von einem motzenden Toupée blöd angemacht worden und ich habe mich wieder mal in der Bonner Innenstadt verfahren. Ich blieb also in der Zufahrt zum Wendehammer stehen. Weiß rückblickend auch gar nicht, ob direkt am Laden genug Parkplätze vorhanden gewesen wären.

Ehe ich mit Einzelheiten aus dem Laden um mich werfe, poste ich noch eine Kornblume:

 

Kornblume



So, alle erholt? Dann weiter.

Ich stapfte also eine Winzigkeit angepisst in den Laden und stellte mich an der Schlange am Service an.
Noch ehe der Mond drei mal voll gewesen war, war ich auch schon an der Reihe. Mir war natürlich bewusst, dass man Mitarbeiter nicht anmotzt, die konnten ja gewöhnlich nichts dafür, dass es warm, spät und ich hungrig war, also hab ich mich um Freundlichkeit bemüht.
Was wohl hieß, ich senkte meine Stimme auf ein möglichst ruhiges Level, erinnerte mich irgendwie daran, dass man die Mundwinkel ein wenig anheben sollte und erklärte dem Thresenmenschen dann durch zusammengebissene Zähne hindurch meine Probleme.
1. Radio bei euch gekauft.
2. Hier in Anleitung steht, dass da extra Anleitung für Anschluss, aber extra Anleitung nicht da.
3. Ich trotzdem probiert, aber Radio nicht gehen.
4. Es ist warm, es ist spät, ich bin hungrig, ich stinke, das Radio geht nicht, ich bin doof angemacht worden, habe mich verfahren und hab mir in der Service-Schlange gerade die Beine in den Bauch gestanden.

Ahja, meinte der Thresen, das erzählen Sie doch am besten meinem Kollegen da hinten am Infopoint.

ROAR. Hng.

Na schön. Ich stapfte also so elegant mir das noch möglich war, zum Infopoint, bemühte mich, nicht ganz so auszusehen, wie ich mich gerade fühlte, und knurrte dann Punkt eins bis drei noch einmal.

Ahja, meinte der Infopoint, ob ich das Radio denn dabei hätte. Nein, ich hätte es im Auto *hinthint*.
Ahja, meinte der Infopoint, dann solle ich es doch mal holen, dann könnte er das Gerät an ihrem Testdings anschließen. Wir treffen uns dann am Service-Schalter.

ROAR! Traurig

Ich stapfte raus und brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es warm war, ich hungrig und stinkend und achihrwisstja.

Radio ausgebaut, zum Service-Schalter. Kein Infopointer da. Ich wartete. Und wartete. Fragte den Service-Schalter, ob es hier einen zweiten Service-Schalter gäbe. Nein, das hier müsse schon der richtige sein.
Fein.
FEIN! fein

Ich wartete. Und wartete. Und lutschte ein zuckerfreies Zahnpflegebonbon. Und feilte mir die Nägel. Dann setzte ich das Radio am Service-Schalter ab und stapfte zum Infopointer, der ganz relaxt an seinem Infopoint stand.
Konnte mich so eben noch zurückhalten, ihn nicht am Ohr zu packen und hinter mir her zum Service-Schalter zu schleifen. Im süßesten "Ein falsches Wort und du bist tot"-Tonfall fragte ich ihn, ob er mich vergessen hätte. droh
Ahnein, die Kollegen könnten es wohl nicht anschließen, fragte der Pointer.

ROAR!! dampf

SIE haben gesagt, SIE wollten das Ding anschließen und ich sollte mit dem Radio wieder zu IHNEN an den Service-Schalter kommen! Flöt.
Ahja, dann käme er doch gleich mal mit.
Awas, zu liebensgewürzig. Wütend

Er schloss also das Radio an und Tatsache, bei ihm funktionierte es. Dann könne es ja nur an meinem Auto liegen.
MACHST DU MEIN AUTO AN?! schrei
(The Caps Lock is strong in this day.)
Nein, räusperte ich mich, das alte Radio tat's ja auch.
Fragte er, ob es auch nach dem Einbau des neuen noch funktionierte. Das hatte ich natürlich nicht getestet.

Ich stapfte also raus, um das alte Radio wieder einzubauen. Das ging erstaunlich flott. Und das Radio funktionierte. (Was ja auch keine Selbstverständlichkeit bei dem Ding ist, ich könnte ja mal ein bisschen dankbar sein.)

Als ich wieder rein kam, war der Infopointer nicht mehr am Service-Schalter, dafür stand da wieder eine Python an. Hurra. Kurz die Tasche auf Sprengstoff gecheckt - hatte es natürlich wieder zuhause liegen lassen - und mich in mein Schicksal ergeben.

Kaum drei Götterläufe später stand ich auch schon wieder vor dem Service-Schalter-Thresenmenschen, schilderte mein Problem und wurde im Fazit unterbrochen von einem Vortrag, den der zuvor wenig gesprächige Mensch nun zu halten anfing. Der ging etwa so:

"Rhabarber, Rhabarber, Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz, Südbahnhof, Erdbeerkuchen, Rhabarbermarmelade, Bushaltestelle."

Zwischendurch kamen dann auch Wörter vor, die ich kannte, da hakte ich dann geschickt nach:

"Zugabteil, Fahrkartenschalter, Bahnhofsuhr, Adapter, Rhabarber-"
"Adapter?"
"Ja, den könnte man eventuell beim Hersteller des Wagens kaufen..."
- Mein Auto ist bald dreizehn Jahre alt, ich bin nicht mal sicher, ob es den Hersteller noch gibt, geschweige denn dass er ausgerechnet dieses Einzelteil hat. -
"...oder man könnte auch [die beiden Enden der Galaxis mit Hilfe von schlauchförmigen Schwarzen Löchern miteinander verknoten, und wenn dann noch der Blitz um Mitternacht in die Rathausuhr einschlägt...], damit würde wohl aber die Garantie verfallen."

Danke, und wenn Sie jetzt einfach das Radio wieder in diesen Karton da stecken wollen, zusammen mit dem mir abgekauten Ohr, und mir einfach mein Geld wiedergeben könnten, denn Fakt ist letztendlich ja, dass dieses Radio nicht in meinem Auto funktioniert, wofür es aber beim Kauf gedacht war, dann wäre ich Ihnen sehr, sehr verbunden.
Ahja, aber dafür bräuchte er noch die Blende. Die lag noch im Auto.

ROAR! menschheit vernichten menschheit vernichten menschheit vernichten

Ich stapfte also zum dritten Mal aus diesem Laden, holte die vermaledeite Blende, stellte mich noch einmal drei Erdzeitalter am Service-Schalter an, reichte dem Menschen dort Blende und Kassenzettel, wurde zur Kasse weitergereicht und bekam endlich mein Geld wieder.

Heimwärts funktionierte das alte Radio anstandslos.

 

Bluemchensex

 

Immerhin: An der billig-Tankstelle für sieben Cent billiger vollgetankt und vom Tankwart angesprochen worden.
"Du hast hier aber lange nicht mehr getankt."
WTF, man spricht mich an? Wie muss man da reagieren? Ah, was sagen.
"Äh... ja."
"Du tankst doch nicht etwa fremd?"
Er hat Humor?? staun Geil.
"Ja, nun, ihr seid so abgelegen und schlecht zu erreichen und so..."

Auf dem Weg nach draußen kurz innegehalten.
Hat der mich gerade geduzt?
Der hat mich doch geduzt!
Geduzt!

Ich bin jung, man hat sich an mich erinnert und ich bin jung und ich habe gerade etwa 2,10 beim Tanken gespart. Hurra, davon kauf ich mir die nächst Anti-Faltencreme!

woohoo

03.08.2009 um 11:15 Uhr

Ihr Talent "Realität" erhielt soeben einen Malus von 2.

Gestern Nacht im aim:

"Wo ist mein Wochenende hin??"
"Du hast es verzockt!"

Eine völlig haltlose Unterstellung, die natürlich absolut und vollkommen...
...richtig ist.
Uff.

Also nicht nur. Ich hab auch... den Kühlschrank abgetaut (ihn also zwei Stunden lang ausgeschaltet, hinterher das Eis weggemacht, das Ding getrocknet und fertig), zwei Mal abgewaschen und... gelesen. Ein bisschen.

Aber mei, Drakensang fetzt schon ein bisschen. Und in den Blutbergen sieht's aus wie im Elbsandsteingebirge. Nur die Mücken sind größer. Und wenn ich in dem Tempo weitermache, bin ich bald durch und kann mich wieder BG2 anderen Spielen widmen. Gossic (sic) zum Beispiel. Oder Pool of Radiance, weil rundenbasierte Party-RPGs folken.

Kurzer Blick ins RL: Heute Sondertraining Musical. Ich werd zu spät kommen, weil ich arbeite, und damit den Teil verpassen, der mit am relevantesten wäre. Im Gegensatz zu allen anderen Teilen, die ich auch nicht kann.

Dann doch lieber Ferdok.