Aus dem Leben eines Taugegarnichts

22.12.2009 um 17:15 Uhr

Die andern'n ham nen Weihnachtsbaum, und wir ne Witzfigur!

Annaberg ist überstanden. Und war natürlich großartig. Die einzige Gelegenheit im Jahr, wo ich ohne Murren Blasmusik über mich ergehen lasse. Und toll finde, aber sagt's nicht weiter.

Inzwischen ist die Temperatur auch um etwa 21° auf +6°C gestiegen - Baccardi Feeling! - allerdings zeigt das Gartenthermometer ein, öh, maximales Minimum von -22° in den letzten Tagen. Brrrr.

Tagsüber muss ich meinen Biorhythmus anpassen. Wecken ist halb zehn, damit dann alle Erledigungen erledigt und alle Besorgungen besorgt werden können, um dann punkt zwölf zum Mittagessen wieder da zu sein. Die restlichen 12 Stunden des Tages  kann ich dann beispielsweise Morrowind spielen. Und verblöden. Gestern Nacht hab ich mich bei einer Dokumentation im TV kurz ernsthaft gefragt, warum die Forscher diesen Wasserfall mit Seilen hochklettern müssen, statt einfach ihr Levitationsamulett anzulegen.
Dann doch den PC ausgeschaltet.

Wenn ich allein bin, mach ich das ja ganz anders. Ich verschlafe den Vormittag, esse am frühen Nachmittag und erledige dann einen Teil der Dinge, die ich mir vorgenommen habe, vielleicht am späten Nachmittag. Vielleicht auch gar nicht.

Heut gab's noch kein Morrowind. Besorgungen am Vormittag, und Plätzchenbacken und Baum holen am Nachmittag. Der Tannenbaum ist wie immer aus dem Garten und ich find ihn wie immer sehr hübsch. Womit ich ihn dann gegen meine Eltern zu verteidigen habe, die behaupten, er wäre krumm. Ts. "Der Baum ist ganz genau so schön, wie der vom letzten Jahr!"

19.12.2009 um 20:20 Uhr

Wetterbericht

arschabfrier

 

 

- 15°C
Minus Fuffzn!

Und morgen geht's auf den Annaberger Weihnachtsmarkt, zum traditionellen Füßeabfrieren. Owei.

Ahja, ich weile nämlich schon im sächsischen Outback auf Weihnachtsurlaub. Auch wenn man eher den Eindruck haben könnte, man wäre in Sibirien statt im Erzgebirge. Da will man irgendwann den Glühwein nicht mehr trinken, sondern seine Füße drin baden. Außerdem gefrieren ständig die Autoscheiben, von innen, beim Fahren. Und das Türschloss an der Haustür hat eine wunderhübsche Kruste aus Eiskristallen, innen.
Dafür hält sich die Schneehöhe mit was um die 20 cm in Grenzen und damit auch das Autofreischaufeln.

Morgen soll's ja übrigens wieder wärmer werden. Minus zwölf. Baccardi Feeling!

Ich bin ja für lokale Erwärmung...

16.12.2009 um 16:59 Uhr

...und ein Teller Hühnersuppe...

Huehnersuppe

Tatsächlich war die Tanzsaison schon beim letzten Eintrag beendet, denn jetzt, da erst mal nix Großes mehr ansteht (Komma, was mir besonders am Herzen liegen würde. Damit scheidet nämlich das Riverdance-Vorgruppen-Turnier aus, mit Recht.), konnte ich dann auch mal wieder krank werden.

Yay, Timing! Fröhlich

Samstag Nachmittag beim Bearbeiten längst überfälligen Papierkrams ging's los mit dem "Aha, ich werde krank", und dass ich dann am Sonntag trotzdem auf die Ronneburg bin, hat wahrscheinlich nicht geholfen. Dort gab's nämlich Schneegestöber und Eiswinde, aber auch wenn ich unter der Gewandung mannigfaltige Schichten Klamotten anhatte, ist Mütze auf dem Mittelaltermarkt ja nun tabu und die Kapuze hat es immer runtergeweht, und fußkalt war es auch, also generell geht warm anders.

Egal, das war's allemal wert. Weil: Ronneburg. Totschlagargument. Obwohl die auch immer überfüllter wird. Was da am Abend um fünf noch an der Kasse stand, war der Oberhammer, so lange Schlangen hab ich an dem Kassenhäuschen noch nie gesehen, geschweige denn zwei Stunden vor Schluss. Immerhin verläuft sich das aber auf der Burg selbst ganz gut. Außerdem waren mein alter DSA-Meister aus dem Sachsenland und ein mit ihm befreundeter DSA-Autor (Muss ich dich kennen? Nein? Gut, setz dich, nimm dir'n Keks.) da und ich hab endlich mal wieder ein bisschen Freaksprech gehört.

Dann bin ich zuhause erst mal zwei Tage lang schniefend vom Schreibtisch zum Bett gekrochen und hab mich gefragt, wo eigentlich mein neulich noch so hoch gelobtes Immunsystem bleibt. Hatte sich aber wohl nur kurz Urlaub genommen und ist heute wieder bei mir eingezogen, obwohl ich das Gefühl nicht loswerde, dass die Viren noch ein bisschen in meinen Bronchien nachfeiern wollen. Indessen machen die Myrtol-Kapseln in meinem Darm aua. Hng. (Weil ich auch wieder mal auf die Packung statt auf den gesunden Menschenverstand hören musste.)

Morgen trete ich dann meinen Weihnachtsurlaub an und hoffe, dass es meinen Pflanzen immer noch gut geht, wenn ich wiederkomme - die Campanula blüht ja tatsächlich schon wieder. Draußen, auf dem Balkon.

Wie und ob ich zwei Stunden Speed-Training Irish Dance in drei weiteren Stunden aufgeholt krieg, schau ich dann nach den Ferien. Äh. Nach dem Urlaub. Auch, ob ich mich tatsächlich für das Feis am 30.1. anmelde, wo gar keine Zeit sein wird, mich gegenüber dem letzten großartig zu verbessern. Obwohl ich bei der Light Jig Potential sehe. Und wenn ich mich ein bisschen anstrenge und beim Treble Jig mal den Rhythmus halte (und den Absatz vom Boden lasse, gah), könnte ich da vielleicht auch mal weniger unterirdisch abschneiden. Warum - waruuum?! - keiner außer mir meine Slip Jig mag, muss ich auch mal in Erfahrung bringen. Und dann versuch' ich's bei der Single Jig einfach mal ohne Patzer. Achjo, klingt ja nach nem Plan. Böcke hätte ich ja schon, und sei es nur, um wieder die Tanzkünste der Open-Ladys anzusabbern.

11.12.2009 um 18:18 Uhr

Ich bin Batman.

Volleyball

Inzwischen sind auch die meisten Geschenke beisammen. Und mehr: Beim Stöbern in diversen Geschäften hab ich mich bei Vince Ebert (mit freundlicher Empfehlung von Órin) festgelesen, und ewig überlegt, wem ich dieses Buch schenken könnte. Irgendwie fiel mir dann keiner ein, also hab ich mir's selbst geschenkt. Dann hab ich mich noch ein Stück von der Menschenmenge über den Weihnachtsmarkt (stage diving war gestern! Weihnachtsmarkt ist heute!) tragen lassen, ehe ich endlich nach hause gegangen bin, um meiner Bestimmung zu folgen.

Tagsüber hatte ich mich nämlich wegweisend bei einer hochwichtigen und streng beruflichen Mail vertippt und "dren" statt "dran" geschrieben. Jahaa, ganz klar, das sollte mir etwas sagen!
Ergeben startete ich also am Abend auch seit langem mal wieder Morrowind und stellte fest, dass meine Diebin tatsächlich zuletzt auf der Dren-Plantage war. *mystische Musik* Fröhlich

Hach, schön. Blümchen pflücken im Sonnenschein, Guare streicheln - wollen, dann vor dem doch angriffslustigen Wilden Guar fliehen, sinnlos durch die wunderschöne Szenerie der Ascadia-Inseln latschen, irgendwelche Forscher wieder zusammenführen, die sich verirrt haben und verängstigt sind und sich ohne meine Hilfe noch zehn weitere Jahre hinter den Büschen verstecken würden, über einen Hügelkamm nach Molag Amur klettern, Klippenviech töten, eine Daedra-Ruine finden, mit der ungeskillten Waffe in der Hand jämmerlich gegen einen Eisatronachen versagen, neuladen, Klippenviech töten, Klippenviech töten, Klippenviech töten, zurück über die Berge kraxeln, Klippenviech töten...
...da rauskommen, wo man vor einer Stunde schon war und feststellen, dass man überhaupt nix gemacht hat.
Und noch ein Klippenviech töten.
Also wie immer. Hach.

Was ich aber eigentlich berichten wollte: Gestern, beim Volleyball, da bin ich von friendly fire erwischt worden. Letzter von drei Sätzen, Satzball meiner Mannschaft bei 24:21 (gegen uns, bei nem Stand von 1:1), ich steh am Netz. Ich will dazu sagen, dass ich eigentlich immer auf den schaue, der Angabe hat, und wenn irgendwo ein Ball droht, querzuschießen, zieh ich den Kopf ein und heb die Hände über den Schädel. Geschulte Reflexe.
Aber wie das so ist. Centi starrt durch das Netz hindurch die gegnerische Manschaft in Grund und Boden, Teamkollegin hinter Centi verschießt, Ball fliegt di-rekt an Centis Hinterkopf. Mit voller Wucht.
Tat nicht mal weh. Tjaja, wenn man gewohnt ist, tagsüber den Schädel ständig gegen die Tischplatte zu hämmern... Fröhlich

Allerdings haben mich meine MitspielerInnen daraufhin angesehen, als müsste ich jeden Moment tot umfallen. So die Reaktion, die ich immer ernte, wenn ich erzähle, wo ich wohne. Etwa. Hm.

"Geht's dir gut?"
"Sicher."
"Tat's sehr weh?"
"Nein, überhaupt nicht."
"Ich hab schon mal einen an den Kopf bekommen, da bin ich direkt ohnmächtig geworden."
"Ja, aber... ich bin Batman!"

09.12.2009 um 20:13 Uhr

She's a loser, a boozer, a me and you user

Waldorf and Statler
Die diesjährige Tanzsaison ist jetzt erst mal weitgehend abgeschlossen.
Das Feis letzten Samstag war... ach, sagen wir mal beschönigend, dass ich schlecht war. Mit dem Light Jig einen überraschenden aber tröstenden dritten Platz gemacht, der Rest resultierte in "unter ferner liefen". Einschließlich des Tanzes, mit dem ich Meisterin wurde, den ich aber auch verpatzt habe. Just in dem Moment, da die Richterin schaute, gah.
Was aber insgesamt bestätigt: Man muss gar nicht perfekt sein, um voranzukommen. Man muss nur besser sein als alle anderen. Fröhlich

Letztendlich war der Tag aber trotzdem toll. Den Intermediate- und Open-Tänzerinnen könnte ich ja stundenlang in Ehrfurcht erstarrend zuschauen (Genau genommen hab ich das auch getan.), hin- und hergerissen zwischen "Boah, geil, ich üb jetzt die nächsten Jahre wie eine Blöde, damit ich auch irgendwann halb so gut tanzen kann" und "Ich suche mir ein neues Hobby, ich bin ja so unwürdig."

Der kleine Auftritt am Sonntag lief dann, uh, interessant ab. Wie das halt so ist, wenn man versucht, mit einer winzigen Stereoanlage ein dutzend Steptänzerinnen zu übertönen. Letztendlich haben wir alle irgendein anderes Tempo getanzt, weil keiner die Musik mehr gehört hat.
Deh. Aber das betraf immerhin nur die größeren Hardshoe-Auftritte. Die Softshoe-Sachen und auch mein erster (aaw) Solo-Auftritt verliefen sehr gut und nach Abschluss meiner vier extra laut gehämmerten Treble-Jig-Schritte erntete ich gar ein "Wow." aus dem Publikum. Also, ich nehme einfach mal an, dass es mir galt. *huldvoll wedel*

Das nächste Projekt ist schon in Aussicht: Die Gewinner-Gruppe eines demnächst (haha) stattfindenden Wettbewerbs darf einmal als Vorgruppe von Riverdance auftreten. Bin wieder eine der wenigen extrem unbegeisterten Pragmatikerinnen. Wir haben noch fünf Trainingseinheiten, um einen völlig neuen Tanz zu extrem schneller Musik zusammenzuklöppeln und aufführbar zu machen. Ahahaha-nein. Außerdem... versteht irgendwer, dass ich mit unserer Laiengruppe gar nicht als Vorgruppe dieser Expertenriege auftreten will...?

03.12.2009 um 17:11 Uhr

RL vs. ID

Toestand
Festgestellt, dass ich dringend einen Trainingsraum brauche. Ein-zwei Softshoe-Schritte könnte ich auch in der Wohnung üben, aber wenn ich mit Hardshoes anfange, fällt unten die Lampe runter. Und Hardshoe-Schritte ohne Hardshoes zu üben, ist nur die halbe Miete.
Einige meiner Mittänzerinnen haben es unterdessen geschafft, ihre Männer respektive Väter mit dem Tanzen anzufixen. Die planen inzwischen mit leuchtenden Augen den Umbau ihrer Kellerräume, mit Tanzfußboden und Spiegelwänden. Ein Haus müsste man haben.

Außerdem bräuchte ich jemanden, der mir während des Tanzens das Real Life vom Leib hält. Mitten im Trainingsstress ist plötzlich Dezember geworden. Ja, wer hat den denn eingeladen?! Hat irgendwer Weihnachtsgeschenk-Ideen? Obendrein will meine Sparkasse eine Entscheidung von mir, einen Zahnarzttermin hat auch noch keiner für mich ausgemacht und meine Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Vor vierzig Jahren. Kurz vor der großen Heuschreckenplage. Und dem Hagelsturm.
Eine schlimme Zeit. Wo ist eigentlich das THW, wenn man's mal braucht?

Na, heute Abend gibt's erst mal wieder Volleyball.

01.12.2009 um 18:56 Uhr

Meister!

DM

Die heiße Trainingsphase ist vorbei, ebenso wie die DM 2009. Das bedeutet, ich kann mich voll auf das Feis am Samstag und den Auftritt am Sonntag konzentrieren. Fröhlich

Jedenfalls. DM. Die fand ja im Dorf #Alpenblick statt, und da wir da alle keine Böcke hatten hinzufahren, nahmen wir nen Bus, samt Busfahrer. Die erstaunliche Stauarmut bescherte uns eine kurze sieben-Stunden-Fahrt, die wir jeweils relativ kurzweilig gestaltet bekommen haben. Nahrungsmittel wurden herumgereicht, Herzhaftes, Gesundes, Süßes - irgendwer hat Butter mit einem Hauch Zucker gebacken und das ganze Shortbread genannt. Hrrr.
Eine unserer jüngsten Tänzerinnen (6) hat dem Geburtstagskind, das einen guten Teil unserer beeindruckenden Sektvorräte spendiert hatte (der andere kam vom Busunternehmen), ein Bild gemalt, ich erhalte einen selbstgebastelten Weihnachtskranz, weil ich im Vorfeld gejammert hab, dass ich ja den heimischen Weihnachtsmarkt verpasse, man löst Sudoku, isst, schaut Videos, was man halt auf Busfahrten so tut.
Eins der Videos war Celtic Tiger. Fremdschämen. Nicht zuletzt wegen des völlig unmotivierten Striptease der Klischee-Stewardess, die danach in Stars-and-Stripes-Unterwäsche noch irgendwelche Turneinlagen zum  Besten gab.

"Also ich find's ja beachtlich, dass man in so einem knappen Höschen noch einen Männer-Spagat... also dass da nix..."
"Sockenkleber."


Wie auch immer. Unsere Ferienwohnung war in einem Bauernhof mit drei hübschen Katzen, einer Bernhardinerin und diversem anderen Getier. Die würzige Landluft konnte man beinahe schneiden.
Aber da blieben wir ja nicht lange, sondern verbrachten den größten Teil des Samstags in der Halle. Wo wir feststellten, dass die Fläche sehr viel kleiner war als versprochen. Bei einer 16-Mann-Formation eher ungünstig.
Zum Tanzen mussten es die alten Softshoes noch mal tun, die neuen waren noch zu knapp. Dafür gaben dann auch die als Schnürsenkel verwendeten Gummis noch beim Eintanzen den Geist auf. Gut, dass ich noch Schnürsenkel dabei hatte und es vor Ort Elastics zu kaufen gab.

Die Zeit bis zu meinem ersten Tanz, meinem einzigen Solo, wurde laaang. Denn erst waren die Kinder dran. Was zwar alles wahnsinnig interessant war, aber ich saß ja wie auf glühenden Kohlen, stundenlang.
Das Solo war ja letztendlich doch nicht gestrichen sondern einfach von den U25ern zu den Ü25ern gepackt worden. Und ich musste feststellen, dass es doch drei statt zwei Gegnern waren. Was in sofern beängstigend war, als dass dritter von dreien zu werden doch irgendwie nicht so schlimm scheint wie vierter von vieren. Da steht man nämlich als einziger neben dem Treppchen. Brrr.

Aber das Problem hatte ich letztendlich dann doch nicht. Denn bei der Nennung zur Siegerehrung, bei der von hinten nach vorn aufgezählt wurde, war mein Name als letzter dran, Anspannung verwandelte sich in Erleichterung und Erleichterung in Euphorie. Siegerin! Deutsche Meisterin im Primary Single Jig! Ü15. Ich hab nur drei Leute besiegt, aber der Titel ist trotzdem meiner. Ha!

Als nächstes kam das Duo mit Trainerin H. Wir hatten nur ein gegnerisches Duo, das zwar langsame Schritte hatte, dafür aber deutlich anspruchsvollere als unsere, denn wir hatten nur Anfängerschritte zu einer ausgefalleneren Choreo zusammengefügt. Das gewichteten dann auch die Richter entsprechend und ernannten uns zu Vizemeistern. Und wir bekamen eine Gratulation der verdienten Meister, es hätte "wahnsinnig Spaß gemacht", uns zuzusehen.

Nach dem Duo das Trio: Der Tanz unserer 3er-Gruppe ist in den letzten anderthalb Jahren immer mal umgemodelt worden, die letzte Version war etwa vier Wochen alt und wir drei relativen Anfänger traten damit gegen vier recht gute Gruppen an. Davon zwei aus unserer eigenen Tanzschule. Bei denen ich auch mitgetanzt habe.
Tanz eins (3er) und zwei (7er) dieses Durchgangs waren echte Klopper und ich hätte danach gut eine Saustoffflasche brauchen können. Stattdessen hab ich mich einfach mal demonstrativ keuchend hingesetzt und wir bekamen einen kleinen Aufschub, indem die fünfte Gruppe einfach vorgezogen wurde.
Unseren dritten Tanz (5er) hab ich letztendlich trotzdem versaut. Mit einem Schritt konsequent und merkbefreit in die falsche Richtung gestürmt und mit dem nächsten Schritt dann die korrekte Position gesucht: Hintergelaufen, vorgelaufen, quergelaufen und plötzlich war der Schritt zu Ende und ich stand mutterseelenallein auf der Tanzfläche, meine Mittänzer in einem abgebrochenen V hinter mir.
Uups. Peinlich. Mit zwei eleganten Schritte beiseitegesprintet und nonchalant weitergetanzt. Allerdings war dies wohl nicht der einzige Patzer und der Tanz landete auf Platz fünf.
Den ersten Platz landete unsere bescheidene, aber dafür korrekt getanzte 3er-Gruppe. Mit der konsequenten Wertung 2-1-1-1-1 und 475 von 500 Punkten. Wir haben uns kaum mehr eingekriegt an diesem Abend, denn damit hatten wir nie gerechnet, eben weil der Tanz simpel gestrickt war und alle anderen Gruppen wirklich gut und teilweise auch anspruchsvoller tanzten. Das Ego war für den Abend jedenfalls ordentlich geboostet.

Die nächsten Tänze waren deutlich konkurrenzärmer, bei den Softshoe-Formationen stellte unsere Tanzschule gar die einzigen beiden Formationen, so dass wir uns nach dem Sieg der fulminanten Ex-16-dann-15-Mann-Formation (ein zwei Wochen alter Muskelfaserriss in der Wade einer Tänzerin legte sie dann an dem Abend doch noch final lahm) dann teilweise gegenseitig zum ersten und zum zweiten Platz beglückwünschen konnte. Weird.

Unsere Gruppe hat letztendlich von den über 80 Meistertiteln 12 eingeheimst, ich hatte immerhin Anteil an drei Meister- und drei Vizemeistertiteln und bin enorm zufrieden.