Island

22.08.2004 um 23:47 Uhr

4. Tag

Allein - sehr zu meiner Freude! Alle bis auf Jóhanna sind ausgeflogen und es ist einfach unbeschreiblich, hier in der Sonne zu sitzen und nichts zu hören außer den Vogelrufen, dem Insektenschwirren und ab und zu ein ganz fernes Motorengeräusch von der Straße. Am Morgen war es noch ein wenig regnerisch, aber nun scheint die Sonne.

Aber man muss sich wirklich schon anstrengen es zu hören. Hier gehe ich einfach los Richtung Lýsudalur,

mache einen Abstecher im ausgetrockneten Bachbett,

und setze mich in die Sonne!

Auf diesen Hof habe ich schon lange ein Auge geworfen. Er wird nicht mehr bewirtschaftet und dient nur noch als Wochenenddomizil, das wäre das Richtige für meinen lieben Mann und mich als AlterswohnsitzVerrückt

 

 

.Habe den Abend bei Haddy verbracht. Auf der Fahrt nach Arnarstapi habe ich mich unversehens auf der Straße nach Ólafsvík wiedergefunden und nach dem Wenden dieses Bild von der Südküste fotografiert:

 

 

 

Arnarstapi wird ziemlich zugebaut und Haddys Pläne tragen dem wachsenden Tourismus Rechnung. Ich lass das jetzt mal unkommentiert, aber Arnarstapi war in der Vergangenheit immer ein besonderer Ort für mich! Auch Kristján, Geirs und Haddys Gast sagte: Der Tourismus zerstört sich selbst seine Ziele.

Auf der Rückfahrt durch die Nacht hätte ich ewig so weiterfahren können, gute Musik im Radio und hinter den Bergen noch eine schwache Ahnung vom Sonnenuntergang.

 

 

21.08.2004 um 19:41 Uhr

1. bis 3. Tag

19. 8., 20.30 Uhr Islandszeit über dem Atlantik

Vor mir der heutige Tag - hinter mir die kommende Nacht. Wir gleiten über Wolkenbänke, hier und da glitzern blaue Meeresflecken. Jetzt flitzen nur noch Schäfchenwolken unter uns hinweg. Wo wohl der Schäfer sein mag?Ich werde den Rest der Nacht bei Magga in Seltjarnarnes verbringen, dann habe ich für die Stadt noch ein wenig Zeit, bevor ich mich auf die Fahgrt nach Nordwesten mache.

Gestern war ich zu fertig nach der Fahrt hierhin um auch nur noch ein Wort aufzuschreiben. Ich habe es nur noch geschafft, nach langen willkommensgesprächen ein paar Nachtschattenbilder von meinem Lieblingsbergen zu machen, bevor ich sehr kaputt ins Bett gefallen bin.

Der Tag gestern kristallklar, kühl, wolkenlos mit Wind aus Norden. Außer der Fahrt hierhin gab es nix Aufregendes, nur Wunderschönes.

 

Heute Morgen waren wir angeln mit dem Erfolg eines Fisches. Nachmitags bin ich mit Jana und Torsten nach Stýkkishólmur gefahren.

 

 

Die sonnige Landschaft war nur berauschend. Lange Schatten durch die relativ tiefstehende Sonne lagen auf den Wiesen. An den Kaldárkvisl

haben wir den Wasserfall gesucht, aber er hat sich von uns nicht so richtig finden lassen, dafür gab mir der Berg einen wunderschönen Stein.

Wir haben nachträglich noch herzlich über die Italiener gelacht. Sie kamen völlig empört in mein Lieblings-Kaffihús am Hafen in Stýkkishólmur gestürzt und verlangten soch tatsächlich, das der Hamborgarar Mafiosi von der Speisekarte genommen wird!

Auf dem Rückweg hatten wir noch einen weiteren Stopp bei Ölkelda, endlich - nach so vielen Aufenthalten hier! Der Abend war so kristallklar, dass einfach ich noch mehr Bilder von meinem Gletscher machen musste.

 

 Weiter zu Tag 4

19.08.2004 um 20:33 Uhr

Rückblick Islandreise 2004

23. 8. Seltjarnarnes

Am Morgen, eigentlich schon in der Nacht gab es heftige Regenfälle und da der Ritt nach Skógarnes wegen der Tide erst heut abend stattfinden soll, habe ich mich entschlossen, schon jetzt abzureisen.

Auf dem Weg nach Reykjavík habe ich noch einmal meine Flasche an der Ölkelda nachgefüllt und mich ganz spontan dazu entschlossen, den Tunnel zu meiden und um den Fjord drumherum zu fahren.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich besuchte auch endlich wieder den kleinen Wasserfall, an dem Hans und ich schon so oft gesessen haben.

Nachmittags musste ich vor dem Besuch bei M. noch zwei Stunden in Reykjavík füllen. Ich verbrachte sie im Sagamuseum, was sich auch wiederum gelohnt hat und unbedingt weiter zu empfehlen ist.

24. 8. 13.00 Uhr Leirubakki

Angekommen in Leirubakki!

Nachdem ich erstmal in Reykjavík eine Ehrenrunde gedreht habe - war schon auf dem Weg nach keflavík - bin ich dann doch noch bei etwas diesigem Wetter in den Süden gelangt. Hier in Leirubakki ist absolut tote Hose, ich glaube außer mir ist niemand mehr hier. Schon ein etwas komisches Gefühl!

Aber jetzt hier in der sonne mit Blick auf die Hekla

zu sitzen ist einfach grandios! sie ist direkt vor meiner Nase, die Südlandgletscher ein wenig mehr rechts, über mir blauer Himmel, am Horizont ein wenig mehr grau!

Es sind jetzt 18 Jahre her, dass ich mit Gela eine Nacht hier verbrachte. Es war alles viel kleiner aber die Tankstelle könnten noch die selbe sein. auf der Fahrt hierhin lag schon wieder ein bisschen Herbst in der Luft!

Heut nachmittag werde ich mir den Stöng-Nachbau anschauen, evtl. noch ins Schwimmbad, ich hätte eine Dusche nötig.

21.00 Uhr

Ich hatte mich zu früh auf eine einsame Nacht hier gefreufürchtet; dank der britischen Modelgruppe und der Holländer ist es mit der Ruhe jetzt hier vorbei! Ich hoffe nur, dass sie vom Fotoshooting so kaputt sind und früh ins Bett gehen.

Der Nachmittag war wieder wunderbar (mir gehen langsam die Worte aus), obwohl alles geschlossen war! Nach dem geschlossenen Stöng

wollte ich ins Bergschwimmbad des Þjórsárdalur, das war auch zu. Also bin ich dann zum Hjálparfoss und verbrachte dort einige Zeit.

Abends habe ich mich dann in den Hot-Pot hinterm Haus gelegt. Hab leider zu spät gemerkt, dass die einen sogenannten Wikinger-Hot-Pot haben, der ist schon sehr schön gemacht, sehr groß und ziemlich außer Sichtweite vom Haus!

 

25. 8., 11.00 Uhr

Sitze im Regen im Auto bei Dýrhólaey. Eben flog ein Falke über den Sander! Vielleicht kann mir mal irgendjemand erklären, warum es bei Vík immer regnet!!!!!!

Deshalb bin ich dort auch ziemlich schnell geflohen, zumal Unmengen von Touristen sich im Restaurant und dem Geschäft von Víkwool aufhielten. Zurück auf der Ringstraße bin ich wieder recht einsam, kaum Verkehr!

13.00 Uhr Skógarsafn

Das isländische Backgammon heißt Kotrutafl. Die Spindeln und die Trinkhörner haben mir sehr gut gefallen. Auch die Hornlöffel waren fantastisch, aber das sprengt leider mein Budget, wenn ich tatsächlich noch Snorris Mantel kaufen will!

Bei Skógar konnte ich dann auch wieder diesenetten isländischen Lavastreifenkühe bewundern. Irgendwann kriegen wir auch noch eine.

16.35 Uhr Kaffi Langbrók

Nach einem Abstecher ans Ende des Fljótshlið

gönne ich mir nun im Kaffi Langbrók eine Tasse Kaffee und Waffeln. Aus dem trüben Nieselwetter wurde ein blauer Himmel mit Sonnenschein und vielen Schäfchenwolken, was Fljótshlið und Eyjafjallajökull in ein fast unwirkliches Licht tauchen.

Warum wir letztes Jahr nicht im Kaffi Langbrók waren, weiß ich immer noch nicht. Es ist eine sehr gemütliches Cafe mit tollen Bildern an der Wand. Anscheinend gibts hier auch ab und zu Sessions, die Instrumente in der Ecke standen jedenfalls nicht nur zur Deko da.

 

19.50 Uhr Leirubakki

Zurück in Leirubakki. Es sieht aus, als hätte ich das ganze Haus heut für mich allein. Leider ist die Küche abgeschlossen, so dass ich mir noch nichtmal einen Swiss Miss machen kann. Nun gut, dann ess ich meine Vorräte halt eben so. Nach einem Besuch am Seljalandsfoss auf dem Rückweg und dem kleineren Wasserfall daneben

war ich noch in Hvolsvöllur einkaufen und habe dabei eine nette Handwerksgalerie entdeckt. Ich hab natürlich Geld dagelassen!

26. 8. Garður

Mein Einkauf von Eiern gestaltete sich abenteuerlich! Ich wurde erst für den 28. erwartet und die Tochter des Hauses ist mit mir noch zu einem weiteren Hof gefahren, damit ich meine 50 Eier zusammenkriege.

Das amtstierärztliche Zeugnis habe ich mir dann nach langem Hin und Her selbst in Reykjavík besorgt. Nach einem kurzen Besuch bei Magga und Mundi habe ich dann auf den letzten Drücker noch den Mantel im Sagamuseum gekauft.

Dann habe ich die letzten Stunden am Garðsvíti in der sonne gesessen und Tausenden von Vögeln zugeschaut, die sich aus dem blauen Himmel in Wasser stürzen.

Die Zeit am Flughafen verging schnell und bescherte mir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Tschüss Island, bis zum nächsten Jahr?!!