Island

17.03.2008 um 18:50 Uhr

Eine Reise, der Schwägerin das Fürchten zu lehren ;-)

Diesmal wollte ich endlich mein Versprechen zum 40. von Marion wahrmachen und uns beiden ein paar Tage ohne Ehemänner gönnen. die Wahl fiel nach langem Suchen auf Irland, denn da wollte ich ja eigentlich immer schon mal hin.....

 

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17.03.2008 um 18:38 Uhr

4. Tag

Es ist immer noch bewölkt bei unserem Aufbruch,

 

aber es blaue Löcher in der Wolkendecke. Wir brausen noch einmal kurz an den Strand und machen sort die (fast) letzten Fotos; mit der hin und wieder hervorblitzenden Sonne ergeben sich tolle Motive.

 

Danach erreichen wir ziemlich rasch Killorglin,

dort gibt es im Coffeeshop von gestern ein kleines Frühstück und lange Gespräche. Wir tanken (mit einem Tankwart, der ein mir unverständliches Englisch spricht, ich nicke immer nur), bedauern noch einmal zutiefst, gerade an St. Patricks wieder nach Hause zu müssen, schaffen es so grad vor der Parade durch Castlemaine und sind schon wieder am Airport.

Einchecken, einsteigen, abheben - Irland, ich komme wieder.

Kerry-Gold-Rausch

Montag, St-Patrick’s-Day … Meine Rüsselpest war soweit verschwunden, aber zum Fahren hatte ich jetzt auch keine Lust mehr. Insbesondere weil Marled den Bogen raus hat. Zum Abschied noch mal an die Bay (die Ruine mal aus der Nähe gucken). Wir stellten fest, dass das Schild „Public Toilets“, welches immer zum Strand wies, jetzt auf das Cafe deutet (der Wind, oder doch die Wirtin?). Weiter nach Cahirsiveen … so langsam könnten wir einen Kaffee brauchen … aber noch alles zu … wohl Feiertag? Wir genossen die Landschaft, fuhren weiter nach Killorglin und freuten uns am Meer. Gesang: „la mer“, „je ne regrette rien“, und auf der Höhe von Glenbeigh natürlich „no lake today“. Wir waren bester Laune und stellten in Killorglin fest, dass das Cafe von gestern schon geöffnet hatte und auch ein Parkplatz direkt vor der Lokalität frei war. Supi! Mein Frühstück: Würstchenpastete, 1 Rosinenbrötchen (von der Schwere des Teigs ein Kampfgebäck – da noch warm, aber lecker essbar) mit Marmelade und 2 Tassen Kaffee. Marled macht Diät, ein Muffin … tzzz. Den Kreisel (ja, bei näherem Hinsehen stellte sich raus: es ist ein Kreisel!) verließen wir diesmal auf vorgeschriebene Weise und tuckerten gemütlich Richtung Castlemaine. Als wir die Ortschaft gegen 10.05 Uhr durchquerten, war da mächtig was los: Bühne aufgebaut, Himmel und Menschen und ein Schild „Parade 10.00 – 11.00“. Upps, bevor hier jemand auf die Idee kommt, zu wenden, Beschluss: weiterfahren, bis uns jemand aufhält. Die Parade kriegten wir so zwar nicht zu sehen, aber unseren Flieger verpassten wir nicht. An der Tankstelle vor dem Flughafen gab es Service: ein alter Mann, etwas über 70, betankte den Astra und hielt ein Schwätzchen mit Marled (die Probleme hatte, den Slang zu verstehen). Die Einfahrt zum Flughafen verpassten wir trotz eines großen Schildes, weil da kein Pfeil drauf war. Aber wenden, wenden ist doch nur wirklich kein Problem, oder? Wir parkten das Auto, gaben die Schlüssel bei der Autovermietung zurück und just in diesem Moment öffnete der Check-In beim Zoll. Meine Stiefel zog ich gleich aus, so dass ich ohne Reklamation (wenn ich an die Geschichte mit dem Korsett in 2003 denke!) in die Wartehalle durfte. Hatte leichtes Nachholbedürfnis beim Shoppen und daher den Touri-Shop so sehr beglückt, dass ich mit Master-Card zaheln musste. Start und Landung überstand ich leidend, aber wenig Schaden, Der treusorgende Hans sammelte uns am Hahn ein und brachte uns nach Maderhausen.


Das war’s dann schon! Außer dem Kerry-Gold im Lidl habe ich keines gesehen und … auf meinen Hüften ist auch keines haften geblieben. Toll, wieviel man mit Angstschweiß so verbrennt.


Herzlichen Dank, Marled und …


je ne regrette rien!!!“



 

 

16.03.2008 um 18:06 Uhr

3. Tag


Diesmal lassen wir uns zum Frühstück von der Wirtin des Bridge-Pubs in Portmagee verwöhnen mit einem irischen Frühstück.

Unser Weg führt uns danach bei sehr bedecktem, aber trockenem Wetter an der Nordküste der Iveragh entlang, wir wollen uns das Bog Village bei Glenbeigh anschauen, nachdem wir die sonstigen archäologischen Schätze am Weg mitgenommen haben!



Irgendwie finden wir weder in Glenbeigh noch dahinter irgendeinen Hinweisschild und so entschließt Marion, dass sie gern den Lake Callagh sehen möchte. Wir biegen nach rechts ab und sehen den See auch in weiter Ferne glitzern - das war es dann auch!

Die Straße verläuft in großem Bogen links am See vorbei, durch ein parkähnliches Wohngebiet, in dem sich Villen links und rechts hinter Palmen und alten Bäumen verstecken. Irgendwann verzweigt sich die Straße, wir folgen dem rechten Verlauf, immer noch in der Hoffnung ans Seeufer zu gelangen. Aber Marion bekommt ihren Wunsch nicht erfüllt, wir entfernen uns gar vom See, der sich irgendwann ganz aus unserem Blickfeld verabschiedet. Ich möchte gern zurück zur Hauptstraße - immer noch zum Bog Village, wo sich eine Rekonstruktion eines typischen Torfdorfes des 19. Jhdts. befinden soll. Aber nach dem Abstecher zum (Fast)See biegen wir erst kurz vor Killorglin wieder auf die Hauptstraße. Dort kaufen wir rasch was ein und essen im Pub eine Kleinigkeit.

Dann begehe ich meinen ersten und letzten schwerwiegenden Fahrfehler: ich folge dem Rechtspfeil vor dem Kreisverkehr und biege nach rechts in den Kreisverkehr ein!Sonstige

Der fatale Fehler wirkt sich gottseidank nicht gravierend aus, der entgegenkommende Wagen ist so freundlich, uns erst wieder die linke Fahrbahn finden zu lassen.

Fahren auf der linken Straßenseite stellt sich insgesamt als unproblematischer als befürchtet raus. Am Anfang driftet man ein wenig stark nach links und das Gehirn muss bei jedem Abbiegen erneut eingeschaltet werden! Schwierig finde ich die engen Straßen zu bewältigen, auf denen oft zwei Autos knapp aneinander vorbeipassen. Das ist in Island besser organisiert, dort sind die (Neben)straßen zwar oft nicht geteert, aber selbst die geringste Schotterpiste ist breit genug.

Ich bitte Marion, die Umgehung von Killarney zu suchen, aber natürlich verfahren wir uns und natürlich leiten uns die Schilder quer durch die Stadt.

Endlich draußen finden wir uns auf einer wildromantischen Straße in einer wildromantischen Gegend rund um den Nationalpark wieder, aber leider sind am heutigen Sonntag nicht nur Einheimische unterwegs. Zum ersten Mal sehen wir die Busladungen voll von Touristen, die uns entgegen kommen und höchste Aufmerksamkeit erfordern.

Den ersten Stopp gibt es beim Lady's View - and it's really breathtaking!

Bei Molls Gap gibt es noch einen Einkaufsstopp, leider reichen unsere Finanzen nicht für die hochwertigen Sachen von Avoca. Einen weiteren Stopp legen wir beim Pancake House ein und danach suchen wir den Abzweig zur Ballaghbeama Gap (sehr schnell abgekürzt zu Banshee Gap) durch die MacGillyCuddy Reeks, den wir am Tag zuvor nicht gefunden hatten. Vielleicht wäre unsere Suche nicht ganz so intensiv verlaufen, wenn wir vorausgesehen hätten, was uns erwartet!

Die Straße verengt sich rasch zu einem engen Band, auf dem es im wild bewachsenen Tal noch hie und da einen Ausweichstelle gibt.

Schnell werden die Felsbrocken links und rechts größer und die Straße schraubt sich in vielen Serpentinen sehr unübersichtlich in die Höhe. Der Himmel ist dunkelgrau, die Berge schroff und abweisend, der Pass noch lange nicht erreicht. Unsere Scherze werden spärlicher, Marion leidet zunehmend und auch mir ist es nicht mehr egal. Ich will nur noch heil wieder runter, es gibt daher keine Zeit für Fotos.

Kurz hinter dem Pass, wo die linke Seite fast senkrecht in eine Schlucht abfällt, kommt uns dann ein Auto entgegen!

Millimeterweise schieben wir uns aneinander vorbei. Etwas weiter unten zwingt mich dann eine Schafherde und später eine Kuhherde auf der Straße zum Anhalten, Marion betätigt sich als Kuhtreiberin und ich mache rasch ein Suchbild: Wo ist die Straße????

Der zweite Pass auf dieser Strecke nötigt uns dann nur noch ein müdes Lächeln ab - harmlos!

Wir sind aber jetzt hungrig und essen im Pub von Ballinskellig. Draußen steht ein Schild: Live Music tonight und der Plan, nach Portmagee zur Session zu fahren, hat sich erledigt. Wir haben noch 1 1/2 Stunden uns im Hostel auszuruhen. Dort treffen wir auch die Gesellen auf der Walz, Gottfrie, Kai, Petra und Laurin, die uns schon am Ladies View aufgefallen sind. Es sind Deutsche und wir kommen rasch ins Gespräch. Ich lade sie ein, mit uns abends zum Pub zu fahren und es wird ein gelungener Abschluss, bis wir um 12 nachts das Feld räumen.

 

Natürlich gibt es hier auch wieder Marions Sicht der Dinge:

 

Sonntag: Aufwachen mit Kopf- und Ohrenschmerzen. Nase und Ohren zugestopft, das ruiniert das körpereigene Belüftungssystem. Das irische Frühstück im Bunkers in Portmagee rief nach uns!!! Marled fuhr die enge Straße inzwischen mit Todesverachtung und sehr versiert. Das Krickelkurven-Schild und das vom-Dreieck-stürzendes-Auto-Schild sind schon alte Bekannte geworden (nicken, grüßen, weiterfahren). Sogar die „Fahr-bitte-etwas-weiter-rechts-Rufe“ sind sehr selten geworden. Der 10-minute-walk-viewing-Point ist sonntags gesperrt – doof. Irish-Breakfast entpuppt sich – wie von mir erwartet als: Blutwurst, Leberwurst, Bacon, gegrillte Tomate, 4 Würstchen, baked Beans Toast dazu Marmelade und Butter (stand aber nicht Kerry-Gold drauf!). Im Pub planten wir dann den Tag: Cahirsiveen: das Fort am Strand, die Ruine und überhaupt: den Rest vom Ring of Kerry, weil so richtig tapfer ist man nur, wenn man mal ganz rum gefahren ist! Das Ringfort war kleiner als gedacht. Die Ruine war weitläufig abgesperrt, sah auch sehr baufällig aus. Wirkte irgendwie wie der Turm von Connor Mc Leod aus Highlander nachdem der Kirgise dagewesen ist. Zwischen Kells und Glenbeigh sangen wir „la mer“. Hinter Glenbeigh beschloss ich, dass ich unbedingt den Caragh-Lake sehen muss! Also: nach rechts abgebogen und … verirrt!!! Zunächst war die Durchfahrt von einem Servicewagen der irischen Telekom mit Drehleiter versperrt. Marled setzte ca. 50 m rückwärts und … der Laster machte dann doch den Weg frei. Also: neuer Versuch! Der See schimmerte gelegentlich durch die Einfahrten der Häuser der offenbar gut betuchten Anwohner durch … mehr sahen wir nicht. Die Straße ist sehr schmal (schätze 2,50 m). Gegenverkehr ist hier nicht möglich (bleibt glücklicherweise auch weitgehend aus). Als das Schild Cappanella-Outdoor-Center auftauchte, scheuchte ich meine Chauffeuse Richtung Killorglin (weil Schotterpiste und Kopfweh ist aua) – tja, und das war es dann auch mit dem See-Sehn! Song der Stunde: No Lake Today, the road has gone away … In Killorglin gönnten wir uns dann einen Imbiss: russische Eier für Marlette (selten so eklige Majonaise gesehen) und Fritten (ja, das können die Iren gut!) für mich. Hatte das Bedürfnis in einer Touristenfalle Geld auszugeben … daher: restlicher Ring of Kerry von Killarney Richtung Kennmare – zumindest bis Ladies View, dann sind wir komplett rund! In Killorglin hatten wir dann auch DIE brenzlige Situation beim Autofahren. Ein Kreisel, oder war es doch keiner? Eine Spur für links, eine Spur für geradeaus und rechts. Nicht so ganz wenig Verkehr. Wir beschlossen: wir biegen rechts ab … leider bogen wir rechts rechts ab, also nicht im weiten Bogen, sondern volle Kanne auf die Gegenfahrbahn – rechts halt. Dem entgegenkommenden Wagen wichen wir mit dem linken Hinterrad eine Verkehrsinsel überfahrend aus – aber – uff – nix passiert. Wir sind schon Granaten! In Killarney näherten wir uns einem großen, großen Kreisel. Marled hat schlechte Erfahrungen mit Städten und wagte es, meine gute Idee (von Killarney nach Kenmare zu fahren) in Frage zu stellen. Vor dem Kreisel ist Kenmare ¾ rum beschildert – im Kreisel zeigt Kenmare die 2. links – also 2. links und: willkommen auf der Schnellstraße nach Cork. 8 km später fanden wir eine brauchbare Wendemöglichkeit … Killarney ließ uns über uns hinauswachsen: Sonntag, alles voll von Ir(r)en, Fußgängern, Radfahrern, Pferden, Kutschen und … natürlich blöden Touristen mit ihren Mietwagen. OK, meine Idee war nicht gut. Für den Rest des Tages würde ich mich mit der Routenplanung bedeckt halten. Wir ließen Muckross House and Gardens rechts liegen und genossen die anspruchsvolle Strecke mit Felsen, die in die Straße hineinragen, Bussen, die uns entgegenkamen und interessanten Ruinen am Straßenrand, an dem man nicht halten kann, weil es einfach zu eng ist. Wir erfreuten und an den Blumen und der Mittelmeervegetation. Am Straßenrand trampten ein paar Gesellen auf Walz. Wir wundern uns, die hier zu treffen, dachten, die seien auf Deutschland beschränkt. Marled wollte die Jungs natürlich sofort mitnehmen. In meinen Augen machte das aber keinen Sinn, da wir ja kreuz und quer fahren werden, nicht wissen, wo die hinwollen und es ja nicht in deren Interesse sein kann, dass sie irgendwo im Nirgendwo stranden. Marled findet mich spießig! Schließlich erreichten wir Ladies View. In der dortigen Touristenfalle wurde ich zwar nicht fündig, aber wir haben das ultimative T-Shirt für Hansi entdeckt: schwarz, ein Gepäckanhänger aus Pappe ist drauf abgebildet und drauf steht: if found return to PUB! – Klar, gekauft, ne! Als wir kurz darauf Molls Gap erreichten schließt sich für uns der Ring of Kerry: komplett rum! Geschafft, viel gesehen und UNFALLFREI!!! Der Laden dort bietet nicht die übliche Touriware, sondern hochwertige Wollwaren und Kleider, Haushaltswaren, Bücher, Seife etc. – wirklich schön das Geschäft, wunderschöne Dinge aber leider auch preislich hochwertig. Wir beließen es beim Angucken und fuhren weiter zum Pancake-Restaurant – nach soviel Anstregung ist es doch wieder Zeit für einen Imbiss, nicht wahr? Im Pancake-Restaurant werden gusseiserne Waren (Untersetzer, Skulpturen), Steinarbeiten und Gartenmöbel verkauft. Wir lasen den örtlichen Anzeiger und stellten fest, dass hier Ruinen (Häuser ohne Dach und mit verrammelten Fenstern) mit 0,6 Hektar Land für 280.000 EUR zum Kauf angeboten werden. Das sind Preise!!! Weiter ging’s und heute passte die Beifahrerin auch auf, dass in Dereendaragh das Abbiegen nach rechts klappt, weil Marled (nachdem sie wegen der Odyssee um den Caragh-Lake und rundum Killarney doch etwas frustiert war) noch unbedingt durch eine wildromantische Schlucht und einen gei … äh steilen Pass fahren musste. Ich atmete tief durch, warf ein Notfall-Bonbon ein und los ging’s in die Banshee-Gap (oder hieß es doch Ballagh-Beama-Gap?). Also: Healy-Pass ist für Weicheier!!! Hier gibt es keine Sicht auf den Gegenverkehr, Schlucht ohne Ende, Gegenverkehr (auch wenn laut Lonely Planet kaum befahren – ha, warum wohl?), reichlich Schafe, einspurige Brücken, die mit Mauern begrenzt sind, enge Kurven, Geröll auf der Stra … ne, auf dem für das Fahren vorgesehenen Pfad … zum 2. Mal an diesem Tag atme ich flach und kralle mich bleich in den Sitz. Na, wie ist Irland? Himmlisch … uaaaaaaaaaah!!!! Die vielen Steine, die Schlucht … ich kriege leicht Platzangst … aber die Notfallbonbons sind in meiner Tasche auf dem Rücksitz. Ich bin der kleine Hobbit und reite auf dem Rücken eines Nazgûl durch Mordor. Fotos von der Schlucht gibt es keine. Marled musste fahren und ich musste … überleben. Eine Reifenpanne in dieser Schlucht … nö! Allein die Vorstellung trieb mir die imaginären Tränchen in die Guckerchen. Irgendwann erreichten wir dann einen Abzweig. Rechts geht’s nach Glencar, links nach Waterville. Da es langsam dunkel wird, machten wir uns auf den Heimweg … natürlich über einen Bergpass. (S)Pass muss sein, nicht wahr? Der Ballagshisheen-Pass ist lulu … also ehrlich, da gibt es teilweise sogar Mittellinien! Marled war auch entsprechend enttäuscht. Wir hielten gegen 18.00 Uhr in O’Leary’s Pub in Ballingskelligs und aßen zu Abend (Marlette hatte Fish and Chips und ne Cola, ich Hamburger mit Fritten ein Guinness und ein Aspirin Complex). Uns fiet auf, dass viele junge Mädels im Pub waren, die eifrig Alcopops konsumierten. Vorglühen für den Samstag Abend! Zurück im Hostel trafen wir die Wandergesellen … Leicht fertig verzog ich mich in’s Zimmer, während meine liebste Schwägerin mit Marion (unserer Host) die Abreisemodalitäten regelte und den Wandergesellen noch zu einem Rabatt verhalf. Die Gesellen werden uns später in den Pub begleiten, wo es ab 21.30 Uhr Live-Musik geben soll. (Ich war nicht mehr bereit, nach Portmagee zu fahren. Einfach nur noch kapott und platt und glücklich aus Mordor entkommen.) Im Zimmerchen noch Koffer gepackt, Heizung angeworfen (irrsinnig kalt in der Bude) und für die Musik in Schale geworfen. Wir Mädels im Jeansrock! Macht schon was her. Die Wandergesellen waren zu viert, so dass die Marlette 2mal fahren musste. Die erste Fuhre sind Kai (Goldschmiedgeselle mit binärer Gürtelschnalle) und ich. Im Pub orderten wir dann schon mal die ersten Guinnesse an der Theke. Wegen seiner „Klamotte“ zieht Kai alle Blicke auf sich. Als die Meisterchauffeuse mit Laurin, Gottfried und Petra eintraf, suchten wir uns einen Tisch im hinteren Bereich und warteten bei Guinness (die tapfere Fahrerin bei Cola) auf die Live-Musik. Da die Musik einfach nicht kommen wollte, stimmte der Wirt hinter dem Tresen auf einmal ein Volklied (irgendwas mit Dingle Bay) an. Gute Tenorstimme!!! Den Refrain gröhlten die Mädels (und zum Schluss auch wir) mit. Die Mädels waren um 22 Uhr immer noch da und hatten inzwischen reichlich vorgeglüht. Hoben einander gegenseitig den Pulli hoch (o.k., ich zeig denen Deins und Du zeigst ihnen dann meins), kleine Rangeleien unter den Jugendlichen. Die Wandergesellen waren DER Hingucker (und Durst hatten die 4 auch). Ein Pärchen forderte sie auf, nachher mit dem Bus nach Cahirshiveen in die Disco zu fahren. Weil unklar war, ob wie und wann man heimkehrt, ließen die Gesellen das dann aber bleiben. Inzwischen kam die Musik doch noch. Die Jungs spielten eine Mischung aus Folk und Pop und Marlette tanzte mit mir einen Scottish (oh Mann! Es dauerte natürlich 10 Takte, bis ich verstanden hatte, was sie von mir wollte – ich bin ein armer, kleiner Bewegungslegastheniker!!!) und ein paar Biere später (von denen die Fahrerin selbstverständlich nur genippt hat) ging es zurück in’s Hostel. Marled wollte die Reste unserer Vorräte (die wir ja gegebenenfalls noch entsorgen müssten) checken, aber die sind längst in den Mägen irgendwelcher Bedürftiger verschwunden. Gut so!

 

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15.03.2008 um 20:36 Uhr

2. Tag

Musik:

  Die Nacht in der JuHe war ruhig, außer uns scheint nur noch ein Amerikaner im Haus übernachtet zu haben. Außerdem steht ein Zelt auf der Wiese und nasse Rucksäcke in der Küche. Das scheinen die Backpacker gewesen zu sein, die gestern wohl sehr spät abends eingetroffen waren, in unserem Trakt geklingelt hatten und dann wohl aus lauter Verzweiflung (es hatte nachts in Strömen geregnet) ihr Zelt aufschlugen. Jetzt liegen sie noch in ihren Schlafsäcken und wir bekommen beim Frühstück nur Besuch von Nick, dem New Yorker, der hier mit seiner Freundin einige Tage Urlaub macht. Die beiden haben keinerlei Nahrungsmittel mitgebracht, darum ist er auch sehr dankbar, dass wir ihm die german speciality - Schwarzbrot!, unseren aufstrich und Belag sowie den Cappucino dalassen. So kommt seine Freundin doch zu einem Frühstück im Bett

Als wir losfahren, versperrt uns strömender Regen weitgehend die Sicht auf das Meer und die Skellig Islands! Über den Cahapass

geht es an der netten Bucht vorbei, die wir gestern bei ruhigerem Wetter bewundern durften, heute schlagen die Wellen hoch an den Strand.

 

Im nächsten Ort auf dem Ring of Skellig - Portmagee - gehen wir erstmal einkaufen im örtlichen bezaubernden Tante Emma-Laden und im Pub unsere eingekauften Postkarten schreiben und richtigen! Kaffee trinken.

 

Übrigens haben wir unterwegs einen der vielen Zeugen katholischen Glaubens fotografiert, eine kleine Muttergottesgedenkstätte, die uns noch überall im Land begegnen werden.

Im Pub beschließen wir auch kurzfristig hier morgen noch einmal zu einem echten irischen Frühstück hinzukommen und nun dem schlechten Wetter im Skellig Experience zu trotzen.

Aber kaum kommen wir über die Brücke, die Valencia-Island mit Portmagee verbindet auf dem Parkplatz der Ausstellung an, hört es auf zu regnen.

In den Ausstellungsräumen befindet sich außer uns und dem Mann an der Kasse niemand, so haben wir viel Zeit uns alles genau anzuschauen. Die ausgestellten Fundstücke und Dioramen vermitteln ein sehr eindringliches Bild von der Besiedlung und dem harten Leben von

Skellig Michaels

zuerst durch irische Mönche vom 6. - 11. Jahrhundert, dann durch die Leuchtturmwärter, bis vor einigen Jahren auf Automatikbetrieb umgestellt wurde.

wir waren von den Exponaten, aber auch vom Film sehr begeistert! Allerdings habe ich den Wunsch, der in mir bei der Planung der Reise entstanden war, die Insel mal zu besuchen, schnell wieder begraben!



Nach dem Museumsbesuch versuche ich die Skellig Islands zu fotografieren, aber Dunst und schlechte Sicht verhindern eine gute Aufnahme.

Wir wenden auf den Ring od Kerry in südlicher Richtung ab und stoppen als erstes bei Waterville. Dort präsentiert sich dieser nette Frosch am Straßenrand, der für uns abends noch eine Bedeutung bekommen soll.

Dort zeigt Marion mir auch einen der typisch? irischen Friedhöfe, eigenartig und irgendwie total trostlos! Die Gräber sind nicht bepflanzt, sondern mit verschiedenfarbigem Schotter abgedeckt, auf dem irgendwelche dinge platziert sind, die ich schon hart an die Grenze des Kitschs einordne.

Der Himmel klart nach und nach auf und verspricht schönes Wetter für unser Vorhaben. Wir werden über Kenmare einen Teil der Halbinsel Beara fahren und ich möchte über den Healy-Pass - eine richtige Entscheidung, wie sich später herausstellt.

Zuerst liegt aber der Ring of Kerry entlang des Kenmare Rivers, der aber ein Fjord ist, vor uns. Irgendwo auf der Strecke lockt mich ein Schild zu einer Handweberei, sie ist aber geschlossen und sogar zu verkaufen, würde mir schon sehr gefallen!

Die Straßen sind sehr eng, zum Teil tunnelartig überwachsen von Bäumen und eingegrenzt von Steinmauern, das Fahren ist hier anstrengend!

In Kenmare gibt es daher zuerst einen Aufenthalt zum Einkaufen und natürlich wollen wir den im Reiseführer erwähnten Steinkreis mit 15 Dolmen aus der frühen Bronzezeit sehen. Das Ganze liegt quasi in der Stadt, aber wirkt durch Anpflanzungen eher ländlich. Dort halten wir uns einige Zeit auf und führen tiefschürfende Gespräche über Gott und die Welt.


Von dort geht es zuerst noch weiter in Richtung Süden. Hier sind die Straßen besser ausgebaut, das Fahren ist wesentlich entspannter. In Adrigole biegen wir rechts ab und lassen die zivilisierte Welt hinter uns, grandiose Ausblicke auf die Bergwelt der Beara eröffnen sich und Schafe kreuzen freilaufend unseren Weg; ein wenig erinnert mich dir Szenerie an Island. Ich erschrecke Mariaon des öfternen mit plötzlichen Photostopps, wenn ich unverhofft links ranfahre und versuche, die Sonnenflecken auf den Bergen und Tälern einzufangen.

Der Healy-Pass schlängelt sich in Serpentinen in kühle Höhen, Steine undSchafe säumen rechts und links den Weg, die Straße ist eng, aber überschaubar.

Auf der Passhöhe gibt es nochmal einen Halt, den vier Münchner für eine Zigarettenpause mit uns teilen.

Die Fahrt führt uns wieder runter and en Kenmare River (der in Wirklichkeit ein Fjord istFröhlich) und nocheinmal durch die Stadt. Um die unübersichtliche und kurvige N70 zu meiden, entschließe erneut, eine Nebenstrecke über die Straße nach Sneem und dann über den Pass bei der Ballaghbeama Gap zu nehmen . Irgendwiverpassen wir die Abfahrt zum Pass, so dass wir schließlich doch über Sneem nach Waterville einfliegen und uns nach reiflicher Überlegung (und Begutachtung der finanziellen Situation) für das Menu im Paddyfrog entscheiden, zu diesem Restaurant gehört nämlich die nette Metallskulptur vom Morgen. Der Rest desTages verläuft ruhig und nach der nächtlichen Heimfahrt liegen wir ziemlich erschossen um 11 in unseren Betten.

 

 

 

Marions Bericht:

 

Nächtens wachte ich dann schon mit laufender Nase, verklebten Augen und heftiger Rüsselseuche auf – verdammt! Ich bin hier um was zu sehen, mich zu amüsieren und nicht um krank zu sein!!! Marled übersetzte Rüsselseuche mit Trunk-Blague. Schließlich sind wir ja im Ausland … I

m Frühstücksraum standen zwei Trekking-Rucksäcke und vor der Jugendherberge ein Zelt. Das waren wohl die beiden Backpacker, die letzte Nacht um Hilfe bei uns klingelten. Wow, die Jungs hatten echt einen Schutzengel, der dafür sorgte, dass wir sie nicht reingelassen haben. Zum Frühstück gab es: Vollkornbrot mit Knoblauchcreme und Parmaschinken, abgepackte Pfannkuchen mit Marmelade und ein Aspirin Complex. Gott, was ging es mir so gut!!! Autofahren, nein danke! Ich werde froh sein, wenn ich die Sehenswürdigkeiten erhaschen kann … grml …

Über uns plötzlich ein gewaltiges Gepolter … ein junger Kerl erscheint: Nick aus New-York, der seine Freundin, die für ein Jahr in England ist, besucht und mit ihr hier das Wochenende verbringt. Er muss am Montag zurück in USA sein, weil er class hat. Redet wie ein Bilderbuch. Will wissen, wo er was zu essen kaufen kann. Marled vermacht ihm unsere Reste. Er ist begeistert, dass er bei dem Regen draußen seiner Liebsten Frühstück an’s Bett bringen kann „she will love me!“ – Na, dann ist der Vormittag für ihn ja gerettet. Während Marlette die Karte etc. aus dem Zimmer holt, wasche ich ab und wundere mich darüber, dass Nick das Vollkornbrot toastet. Er textet mich immer noch zu …

Wegen des anhaltenden Regens beschlossen wir, zunächst nach Portmagee zu fahren. Dort soll es ein Museum geben. Nachdem gestern Marled die große Sprechrolle hatte, übernahm ich diesmal ihren Part: „rechts, bitte fahr etwas weiter rehechts“ – OK, wenn man fährt, dann hört man die Äste nicht so deutlich an der linken Seite vorbeistreifen, ich gebe es zu. Portmagee hat einen kleinen Laden mit POST. Eine gute Gelegenheit ein paar Karten zu kaufen, Briefmarken zu erwerben und das alles dann auch noch los zu werden. Ich stellte mich am Tresen an kaufte ein paar Karten und ordere „Stamps“. Der nette Herr machte mir klar, dass ich Briefmarken nur am Postschalter (also dem Tresen neben dem Krämertisch) bekommen kann und lächelte, als habe er das Pulver erfunden, ließ mich die Karten zahlen und wechselte an den Postschalter. Irgendwie erwartete ich, dass er jetzt auch noch eine Uniform anzieht oder zumindest eine Mütze aufsetzt, bevor er mir die Briefmarken verkauft. Der Briefkasten ist nicht vom Laden aus zugänglich. Unter dem linken Schaufenster befindet sich außen ein Briefschlitz mit grüner Klappe. Dort kann man die Post einwerfen (die dann in einen Kasten im Laden fällt). Die Iren, die haben das schon sehr zweckmäßig organisiert!

Im „Bunkers Pub“ (Live-Musik jeden Freitag und Sonntag) gegenüber habe ich dann endlich 2 Kaffee bekommen und mein Aspirin begann zu wirken. Auch haben wir dort ein Heftchen von der Kerry-Touri-Info entdeckt, mit dem wir den weiteren Verlauf des Tages planten. Zunächst also über die Brücke nach Valentia (ja, auch hierzu fiel einer von uns ein unanständiges Lied ein, welches lautstark gesungen worden ist) und Skellig Exposure geguckt. Die Überfahrt nach Skellig Michael war für den Tag abgesagt (schlechtes Wetter). Als wir den Film gesehen hatten (some sea-sickness-pills?), gelangten wir zu der Einsicht, dass weder die Überfahrt, die Landung, noch das Erklimmen der 649 Stufen etwas für uns gewesen wären … aber das Museum, das war ganz klar war für uns. Wir waren mutterseelenallein dort drin. Skellig Michael erinnerte Marled direkt an den Mont St. Michel – und auf diese Bemerkung hin holte der Museumswärter ein Buch und belegte uns, dass es da durchaus Parallelen gibt. Im Touri-Shop erwarb ich ein T-Shirt („the leprechauns made me do it!“) und Marled in einem unbeobachteten Moment Irish-Fudge. Wenn schon kein Kerry-Gold auf den Brot, dann wenigstens auf den Hüften! Wir ließen uns noch den Weg zu einem Aussichtspunkt beschreiben und starteten. Den Aussichtspunkt haben wir natürlich nicht gefunden, aber geknipst wurde trotzdem. Auf der Kuppe ging es dann nur noch nach links – rechts Einbahnstraße, geradeaus Abhang. Ein vertrauenerweckendes Schild mit Schlangenlinien-Pfeil und vom Dreieck stürzendem Auto wiesen auf die kommende Strecke hin – na denn!!!

Auf nach Waterville! Der Touri-Shop war kalt und enttäuschend. Das Lokal gegenüber, das „Paddyfrogs“, duftete vielversprechend, aber warmes Essen hatten wir erst für den Abend geplant. So ne Tasse Kaffee wäre gut gewesen. Aber das Cafe, das wir ausgeguckt hatten, war geschlossen. Die Post auch … weiter über den Coomakesta-Pass Richtung Kenmare. Der südliche Ring of Kerry kam mir viel schlimmer vor, als das Stück, welches ich am Vortag gefahren war. Beklemmend waren für mich insbesondere die Teilstrecken, die rechts und links zugewachsen sind, so dass man den Eindruck hat, durch einen Urwaldtunnel zu fahren. Die Vegetation mit ihren Palmen, Aloe etc. ist wirklich beeindruckend aber an manchen Engstellen gab es einfach zuviel davon. War froh und glücklich, dass ich mit meinen Kopfschmerzen nicht fahren mußte und dass Marled mich ausreichend liebt, um schön genüsslich um die Kurven zu fahren. Die Strecke am Kenmare-River entlang ist atemberaubend, schafreich und alles andere als langweilig. Hinter Sneem wird der Ring dann wirklich eine Strecke für fortgeschrittene Linksfahrer. Au weia!

Schließlich erreichten wir Kenmare und fanden sogar einen Parkplatz. In einem Supermarkt kaufen wir 2 Baguettes (french rolls – frisch belegt) und einen kleinen Apfelkuchen. Ein Stone-Circle ist beschildert. Da Marled darauf beharrte, dass dieser außerhalb der Siedlung liegen müsse, fuhren wir mit dem Auto hin. 200m weiter suchten wir also einen neuen Parkplatz. Am Eingang zum Steinkreis steht ein Pförtnerhäuschen – unbesetzt. Ein Preisschild mit dem „Eintrittspreis“ ist überklebt, ein Schlitz für Geld vorhanden. Wir waren nette Touris und warfen 2 Euronen ein und suchten den Kreis. Dieser entpuppt sich als klein, von Lebensbäumen umstanden und mit einer Bauschutt-Deponie im Rücken. Das richtige „Prickeln“ wollte bei mir nicht aufkommen. Die Anlage wirkte auf mich nicht authentisch! Ein Teil des Apfelkuchens fällt mir beim Futtern in den Kreis. Als ordentliches Kind hob ich die Reste natürlich auf und steckte sie in unsere Mülltüte. Es war mal wieder an der Zeit, sich künstlerisch wertvoll zu erleichtern, mit Blick auf den Steinkreis, versteht sich …

Solchermaßen inspiriert führte uns der Weg weiter nach Glengariff über den Caha-Pass. Der Pass beeindruckt durch eine Art Mondlandschaft. Die Tunneldurchfahrten (Löcher, die durch Felsen gesprengt wurden) sind beeindruckend. Der Gegenverkehr ließ uns schon mal ein wenig das Atmen stocken … aber Marled ist ja schon Profi (wich sogar nur noch nach links, nicht mehr nach rechts aus!). Hinter dem Pass hatten wir einen wunderschönen Blick auf Bantry-Bay und fuhren weiter Richtung Adrigole zum Healy Pass (Marled sprach schon seit dem Abflug davon, über diesen Pass zu fahren). Der Pass windet sich in Serpentinen den Berg hoch. Immerhin ist er kaum befahren und man sieht den Gegenverkehr schon von weitem. Unter einer Pieta trafen wir 3 Bayern, die uns auch freundlich Vorsprung gaben … Ab Lauragh geht’s es nur noch bergab weiter zurück nach Kenmare. Da mir die Krickelstraße von Templenoe nach Kenmare schon bei der Hinfahrt Beklemmungen verursacht hatte, fuhren wir nach Molls Gap weiter auf dem Ring of Kerry. Der Touri-Laden war schon geschlossen Das Licht wurde langsam rosa. Das Adrenalin in Marleds Adern konnte man förmlich singen hören. Sie wollte – wenn möglich – noch einen Bergpass oder durch eine wilde Schlucht fahren. Die Beifahrerin übersah leider die braunen Schilder in Deerendaragh, so dass wir uns dann doch in Sneem wiederfanden und von dort aus nach Waterville zum Abendessen fuhren. Dieses Paddyfrogs – es roch heute Mittag einfach zu gut dort. Also: schwupps die Marlette zum 3-Gänge-Menue eingeladen – ja, es war klasse: vorab süßes Walnussbrot aus dunklem Mehl mit Rosinen und Butter … dann: meine Tintenfischringe, der Seebarsch und zum Abschluss der Kaffee mit Apfelstreuselkuchen und homemade Vanilleeis … hmmmm … Marled hatte gebackenen Ziegenkäse, Huhn und Mousse au Chocolat … fein, fein, fein. Nur schade, dass wir uns wegen der Fahrerei nicht den passenden Wein gönnen konnten. Ein guinnessfreier Abend!

 

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14.03.2008 um 18:12 Uhr

1. Tag

Musik:

Ich werde jetzt hier in den nächsten Tagen unter dem 17.3. St. Patricks Day, meinen kleinen Reisebericht mit Bildern einstellen.

Eins vorweg: Irland hat mich sehr überrascht, es ist sehr viel rauer, karger, steiler und vor allem steiniger, aber auch milder und üppiger als ich es mir je vorgestellt habe, irgendwie eine gelungene Synthese aus Island und der Bretagne.

 

1. Tag

14. 3. 2008

 

Marion hat das Problem mit der Adaptersteckdose endlich gelöst - aber dafür zwei Guinness gebraucht! Man muss die Steckdosen mit Hilfen eines Schalters einschalten!

Irland ist anders als ich gedacht habe, aber ist das nicht eigentlich immer der Fall, wenn man ein fremdes Land bereist? Kein Land hat bis jetzt meinen inneren Bildern und Vorstellungen entsprochern, die ich im im Vorsfeld bei der Reiseplanung gemacht habe, außer vielleicht der Bretagne, aber da hatte ich mir gar nichts vorgestellt.

Aber zurück nach Irland! Die Berge steigen ähnlich schroff wie in Sardinien oder dem Schwarzwald von 0 auf 1000, erheben sich aus einem flachen, karierten Land, dessen Karos mit Steinmauern eingefasst sind.

Das war so der erste Eindruck bei der Fahrt durch das Land nach der Landung. Der Flug selbst 2 Stunden, die Uhren müssen wir zurückstellen auf Greenwichtime, es ist grau, trübe. Das Mietauto ist schnell übernommen, aber Marion schaut sich die markierten Schäden genau an!

Ist auch wichtig, denn auf uns wartet ungewohnter Linksverkehr, in den sich Marion gleich todesmutig stürzt! Ich übernehme die Karte und dirigiere uns erstmal an Killarney vorbei, wo wir aber noch kurz in einem Lidl einige Dinge fürs Frühstück kaufen.

Unser Weg führt uns weiter an der Nordseite der Iveragh-Halbinsel, auf schmalen Straßen und mehr als einmal mahne ich Marion, nicht so weit links zu fahren (was mir ganz nebenbei am nächsten Morgen auch so gehen wird). Unterwegs weist ein Schild auf die Woollen Mills

hin und natürlich halten wir dort an und werden gleich einiges an Euros los! Allerdings lehnen wird das Angebot eines Mannes ab, der Marion überreden will, eines der dort zahllos herumlaufenden Kinder mitzunehmenFröhlich.

Leider kommen wir auch noch an der Skelligs-Chocolatiere

 

vorbei, kostet mich dann auch noch mal, weil wir dem verführerischen Duft und den tollen Angeboten nicht widerstehen können. Übrigens taucht dann irgendwann die Silhouette vonn der Insel Skelligs Michael am Horizont auf und ich denke sofort an den Mont Saint Michel - ähnliche Konturen und die Lage im Meer weisen eine frappierende Ähnlichkeit auf. Leider haben wir am nächsten Tag Pech, als das Wetter eine gute Aufnahme dieses Berges mitten im Meer verhindert.

wir biegen vom Ring of Kerry auf den touristisch nicht so erschlossenen Ring of Skelligs ab und erreichen nach einiger Sucherei endlich unser Hostel - allerdings ist niemand da. Marion ruft die ausghängte Nummer an und nach kurzer Zeit erscheint unser Host Marion, die irgendwo weiter weg wohnt. Unser Zimmer

ist schnell bezogen und da Marion schon das Unheil kommen spürt (sie wird in den nächsten Tagen durch eine Erkältung arg gehandicapt sein), nehme ich das Steuer bis zum nächsten - einzigen Pub in die Hand. Das Dorf Ballinskelligs ist eigentlich nur eine Streusiedlung und der Pub liegt etwa 2 km vom Hostel entfernt.

Dort gibt es für die hungrigen Mägen ein Chicken Curry und Scampis und für die Beifahrerin ein schönes Guinness! Und damit ist der erste Tag quasi zu Ende!

Marions Bericht:

 

 

Kerry-Gold-Rausch


Nachdem ich den Bürotag am 13. März gerade noch so überstanden, meinen Koffer zum x.ten Male umgepackt und meine Lieben am 14. dann um 6 Uhr aus dem Schlaf geknutscht hatte, da ging es los … zunächst über nächtliche Straßen nach Naurath (mit Zwischenstopp in Reinsfeld zum Zuckerbrötchenkaufen) zum schlafenden Haus der Maders. Mein Klingeln an der Haustür schreckte die Bewohner auf. Bis Hans und Marled die Treppe nach unten geschafft hatten, war ich dann schon widerrechtlich durch die Schweineküche in’s Haus eingedrungen und hatte den Kaffee aufgesetzt (mein Bruder Hans findet meinen (!!!) Kaffee wässrig). Die Fahrt zum Flughafen Hahn war ohne besondere Vorkommnisse – mal abgesehen davon, dass Marled in Hans’ CD-Sammlung dann doch was Irisches zum Einstimmen fand: das Lied von den Mädels mit den gaelischen Namen, die in Cahirsiveen nicht in den Kochkurs dürfen … lalalalalala … Wir haben uns in den Kerry-Gold-Rausch gesungen.

Am Flughafen wurde dann noch ein Reiseführer erworben (Lonely Planet) und Saftbärchen von Haribo gekauft. Das Hänschen wurde verabschiedet und wir haben uns – vorschriftsmäßig mit den Zip-Lock-Beutelchen in der Hand - bei der Zollkontrolle angestellt. 10m vor den Röntgengeräten – singend „leaving on a jetplane“ bzw. „über den Wolken“ – fiel mir dann ein, dass mein BH Metallbügel hat – was ich auch lautstark äußerte. Ein gelangweilter Zöllner rief daraufhin zu uns rüber: „Werden wir ja sehen!“ – Ähm, ob ich gleich mit ihm mitkommen sollte??? – Marled kam ohne Mängel über den TÜV – bei mir piepte es . Klar, die BH-Bügel … und … die Schnallen meiner Stiefel! Also: ab auf den Stuhl, Stiefel aus (gut, dass ich mir am Morgen noch eine neue Frischesohle gegönnt hatte) und ab mit den Tretern durch den Röntgenapparat. Mit strahlenden Boots an den Füßen nun ab ins Duty-Free. Einchecken, Leute begaffen und – immer noch singend – in den Flieger. Fliegen ist toll, nur mit Start und Landung habe ich so meine Probleme. Schlimm ist, wenn mich dann noch jemand auf mein Problem anquatscht, anstatt mich in Ruhe die Primzahlen von 0-100 vorwärts, rückwärts und seitwärts murmeln zu lassen. Die freundliche Irin aus Cork neben mir konnte das nicht so ganz verstehen … argh … - aber Start und Landung gut. Die Nase und die Schleimhäute waren zwar furchtbar trocken, aber: alles im grünen Bereich.

Am Flughafen haben wir dann den Mietwagen abgeholt und zuerst mal Schlange gestanden. Die Herren hinter uns haben sich an unseren Koffern gestört, wollten sie aber nicht haben (obwohl bei genauerer Überlegung Damenwäsche auch ihre Reize hat, sagten sie). Am Schalter kam mir dann einiges seltsam vor: 1.) Marled hatte Vollkasko ohne SB bei Easy-Car abgeschlossen – die von Alamo erklärten uns, dass sie einen Abzug von der Kreditkarte machen, weil wir 1200 EUR (*kreisch*) SB hätten. Im Falle eines Schadens würden die einbehalten und von Easy-Car erstattet. Sowas hatte ich bis dahin noch nie gehört, kenne mich ja nur mit deutschen Autovermietern aus. – 2.) das Auto war lt. Mängelbericht rundum vermackt. Sollten wir noch was finden, möchten wir das bitte vor Abfahrt zu Protokoll geben. – Na dann! Ab zum Auto und mal rundrum gelaufen – der Astra war wirklich rundum vermackt und vor Abfahrt habe ich dann noch den Schaden unter dem vorderen Nummernschild und an der hinteren linken Seite (Tür und Seitenwand) dokumentieren lassen. Meine Schwägerin hat sich darüber prächtig amüsiert und meine Mackensuche im Foto festgehalten – ich fand es einfach nur uncool.

Um mich zu vervollkommnen habe ich dann mit Einverständis der Marlette das Steuer im Linksverkehr übernommen (wir haben zunächst nicht gerafft, wie man den Blinker wieder ausstellt und hielten etwas verschwitzt an der Ausfahrschranke des Flughafenparkplatzes). Erste Teilstrecke: unfallfrei bis Killarney. Unser erster Einkaufstopp war der LIDL (direkt am erstbesten großen Kreisel): Obst, Brot, Garlic-Cream (als Alternative zum Kerry-Gold, weil es das nur im ½-Pfund-Gebinde gab), Schinken, Marmelade und Cappuchino für das kommende Frühstück einkaufen. Dosen-Guinness durfte ich nicht in den Wagen packen – trotz meiner Argumentation, dass einer heute abend heimfahren muss. Na gut, dann kein Kulturbolschewismus!

Auf der Straße von Killarney nach Killorglin übten wir dann brav das Linksfahren – ohne dass der Beifahrer unnötig Ausschlag bekommt (Peifahrer-Pusteln) – mit Seitenabstand nach rundum. Beim Schild Woolen Mills überkam es uns zum ersten Mal: DA müssen wir hin. Von der Straße abgebogen, Schotterweg gefunden, scharfe Kurven gefahren, ohne dabei in den Bach zu stürzen oder reichlich spielende Kinder über den Haufen zu rennen. Bei den Woolen Mills dann sogar rückwärts eingeparkt (ja, der Opel hat einen Rückwärtsgang), das Klo gefunden und munter drauflos geshoppt. Ich bin stolze Besitzerin eines Schalumhangs, den Marled mir als Souvenir gekauft hat. Auch die ersten Postkarten wanderten in die Tasche. Als wir wieder ins Auto stiegen, rief uns ein Mann was zu. Ich hatte verstanden: „Wollen Sie ein Kind“ und guckte deshalb ziemlich kariert. Auch Marled zuckte die Schultern. Also nachgefragt: „blabla, Englisch schlecht. Was haben Sie gemeint?“ – „Hier laufen so viele Kinder rum. Wollen Sie nicht eines haben?!“ – Äh! – „No, thanks. I’ve already got two girls at home!“ –Diese Iren! Die sollen ja schon in alten Zeiten ihre Kinder verkauft haben … tzzz.

In Killorglin habe ich laut Marled einem Transporter fast die Tür abgefahren – also: für mich sah das nach reichlich Platz aus, echt! Ab dort wurde der „Ring of Kerry“ dann auch wahrhaft fahrtechnisch interessant: schmal, durch Steinmauern oder Felsen nach rechts und links begrenzt, einspurige Brücken (änbrädbrü) … ich habe ganz schön geschwitzt (über den Zustand meiner Beifahrerin kann ich nichts sagen, musste doch auf die Fahrbahn gucken). Auch die „Rechts, bitte mehr RECHTS“-Rufe meiner Beifahrerin sorgten dafür, dass der Blutdruck nicht abfiel. An jeder schönen Bucht (mit Haltemöglichkeit) sind wir LINKs rangefahren und haben das smaragd-blaue (toller Farbton) Wasser bestaunt. In Glenbeigh machten wir Halt an einer Tankstelle. Marled erwarb eine Straßenkarte, ich fand die Post und schickte meine ersten Karten in die Heimat. („Wie? Sie brauchen 9 Briefmarken. Hören Sie, ich gebe ihnen ein Heftchen, da sind 10 drin, ok?“). Bei der Weiterfahrt haben wir das erste Überholmanöver (örg, wir fuhren rechts an einem Trecker vorbei) gemeistert. Hinter Cahirsiveen (das Lied aus Hansis Auto singend) sahen wir ein „Ballinskelligs“-Schild, woraufhin wir auf die landschaftlich schönere Strecke abbogen. Entgegenkommende Traktoren ließen uns den Randstreifentest machen (matschig, hält und bäh!). Wir fanden die Bay – großartig – haben Fotos gemacht, Steine gesammelt, obwohl das ausdrücklich verboten ist und haben den anwesenden Tölpeln guten Tag gesagt. Die enge Straße zerrte etwas an meinen Nerven und Kopfschmerzen stellten sich ein. Auf den Windungen Richtung Hostel entdeckten wir dann noch eine Schokoladen-Manufaktur. Na klar, DA mussten wir doch hin. Leider sind wir viertel vor Feierabend dort angekommen. Es waren nur noch 2 Damen bei der Arbeit … aber der Duft, der Duft, der Duft … aaaaaaaah … natürlich unterstützten wir Touristen einheimische Arbeitplätze und innovative Geschäftsideen und haben ausschließlich aus diesen Gründen richtig Geld da hängen lassen (nicht dass sich da zwei Mädels heißhungrig lechzend später am Abend auf die Schoki stürzten, nein!). So kamen wir dann in Ballinskelligs an. Auf der Suche nach dem Hostel durchquerten wir die ganze Streusiedlung, machten ein interessantes Wendemanöver, haben dabei keinen Hund überfahren und fanden es schlussendlich Ich war im festen Glauben, dass es 18 Uhr sei (wir waren für zwischen 18 und 20 Uhr dort angemeldet), hatte aber die Zeitverschiebung (-1 Stunde nicht bedacht). Also: standen wir allein am Hostel, keiner weit und breit. Mein technisches Genie (inzwischen heftig von Kopfschmerzen geplagt) wurde vor die Herausforderung, ein Handynetz zu finden gestellt. Nach mehreren Versuchen war ich dann erfolgreich bei Vodafone IE eingeloggt. Wir haben unsere Host, Marion, angerufen, die meinte, dass sie in einer halben Stunde käme. Marled musste mal für kleine Mädchen – na dann: auf zum Strand! Ein Schild „public toilets“ wies auf die Brandung. Ein Klo war nicht zu sehen, nur Altglascontainer. Ob das Public Toilets sind? Das Cafe am Strand war geschlossen. Den Pub haben wir nicht gefunden und auch die Art-Galerie war nicht geöffnet. Soll ja Leute geben, die Meister im kunstvollen Freiluft-Pipi sind.

Zurück am Hostel: eingecheckt, erklärt, wo wir herkommen. Erzählt, dass es bei uns Wein gibt. Marions Mann sagte mir, dass der Wein in der Ecke hier Guinness heißt und ich fragte ihn, wo denn die Guinness-Berge seien und ob die letzte Ernte gut gewesen sei. Hahaha! Vielleicht sieht man sich ja im Pub.

Im Zimmer wurde ausgepackt, Schoki gefuttert und der Adapter in die Steckdose gesteckt, damit ich mein Handy laden und auch meinen deutschen Fön benutzen könne – aber KEIN SAFT! Alle Schalter ausprobiert (die Steckdosen sahen aber auch seltsam aus und hatten so merkwürdige Abdeckungen) – nichts. Na, jetzt hatte ich wirklich Kopfweh und auch meine Nase juckte. Mein Körper signalisierte: Marion, jetzt biste fertisch! Was soll’s? Marled Autoschlüssel und Steuer übergeben und ab in’s Pub. Essen und Trinken wurde am Tresen bestellt. Ein lecker Abendessen (Hühnchencurry für die Marlette und panierte Scampi mit lecker Fritten für mich) und 2 Guinness genossen und back to bed. Inspiriert vom Bier ging ich dann mal in die Küche gucken, wie es denn da mit Steckdosen aussieht. Des Rätsels Lösung: die Abdeckungen waren keine Abdeckungen, sondern Schalter. Also: Schalter an – Saft fließt, Problem gelöst. Welch ein Tag! Plötzlich klingelt es unten an der Tür. Da ich mein Nachthemd schon anhabe (und die Tür nicht abgeschlossen ist, sondern einfach nur klemmt) sehe ich davon ab, zu öffnen. Auf Anraten meiner Bettgenossin habe ich mir die Ohren verstopft und bin erschöpft eingeschlafen.

 

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