Anleitung zum Entlieben

01.01.2015 um 00:01 Uhr

Frohes Neues Jahr!

von: Lapared

Oeps, wo ist den Curds Weihnachtsgruß geblieben? Egal, er hatte ohnehin nur seine Verstimmung über das fehlende Tannengrün an der Atlantikküste kundgetan.
Inzwischen sind wir wieder im Lande, Curd sitzt auf der Couch, futtert Cognacbohnen und bemängelt das fehlende Meeresrauschen. Also, alles in feinster Ordnung.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch. Auf eine Neues, Ihr Lieben, viel Glück, Erfolg, bleibt bloß gesund... Und Prost!

P.S. Die Filme wird es wirklich geben, der erste läuft im Frühjahr in der ARD, der zweite im Herbst im Kino. Hurra! Ich melde mich mit den genauen Terminen.

07.10.2014 um 01:02 Uhr

Lebenszeichen aus Lissabon

von: Lapared

Liebe Milliömchen - alle Zehn oder Zwölf, die noch übrig sind. Ich hoffe, es geht Euch gut, Ihr lieben treuen Seelen. Schön, dass Ihr nach uns seht. Es gibt gute Neuigkeiten.

Endlich hat es geklappt! Zwei Drehbücher, die ich geschrieben habe, werden zur Zeit verfilmt. Eine Kinokomödie und ein Pilotfilm für eine neue ARD-Reihe. Ich erzähle mehr darüber, wenn es wirklich wahrhaftig ganz in echt so weit ist. Toi, toi, toi…

Diesen Winter wird der Ofen also Gott sei Dank wieder bullern. Letztes Jahr blieb die Künstler-Kemenate aus Kostengründen kalt (das ist keine Metapher). Und für alle Fälle tanken wir gerade ein bisschen Wärme auf Vorrat, Curd und ich. Im wunderbaren Portugal.

Curd guckt ein bisschen gequält, weil er sich beim tollkühnen Wellenritt das Steißbein geprellt hat. Jetzt tut ihm der Hintern übel weh. Er übertreibt es aber auch immer. Ich hingegen bin topfit und strahle nach einer etwas turbulenten Phase wieder über beide Ohren, wie man sieht ;)


01.01.2014 um 00:01 Uhr

Happy New Year, liebe Milliömchen...

von: Lapared

Hier fliegen naturgemäß die Löcher aus dem Käse. Alle trinken Sekt und essen Berliner. Nur Curd liegt mit einer Schachtel Cognacbohnen im Bett und schaut durch sein Fenster in den Silvesterhimmel. Wer weiß, was unter seinem Mützchen vorgeht...

Glückliches, gesundes 2014! 

17.11.2013 um 18:10 Uhr

Kurze Unterbrechung

von: Lapared

Ihr Lieben,

ich weiß, Ihr habt es schon lange gemerkt (und bis auf wenige Ausnahmen, die ich kurzerhand zensiert habe, habt Ihr es nicht gesagt bzw. kommentiert, was wirklich zauberhaft war) ...

 Curd und ich brauchen eine Verschnaufpause.

 Ich hoffe, dass es danach weiter geht, mit neuem Elan, noch sehr lange...

 Also, keine große Abschiedsrede, kein Danke für die Aufmerksamkeit und all das (nur, dass Ihr die Allerbesten seid!) …

Tschüss und bis bald!

Curd & Lpunkt

P.S. Und der Film kommt vielleicht doch noch, Curd darf immer noch träumen, auch davon werde ich dann berichten...

03.11.2013 um 16:26 Uhr

Welt rettem

von: Lapared

Liebe Milliömchem, Curd hat drimgende Projekte. Deshalb heute nur eim schneller Schnappschuss! LOVE, Curd

28.10.2013 um 13:00 Uhr

Frosty-Day

von: Lapared

Bei der letzten Heizkostenabrechnung bin ich fast aus meinen Lammfell-Pantöffelchen gekippt. Ich musste 200 Euro nachzahlen und meine neuen Abschläge könnten bei den Steuerprüfern die Vermutung nahelegen, ich betreibe nebengewerblich einen florierenden Saunaclub. Oder einer meiner Mitbewohner (Club Chez Curd). Und das, obwohl ich schon lange nur noch die Küche heize. Den Raum, in dem ich als emsige kleine Küchentischautorin immerhin meine Käsebrötchen verdiene. In den anderen Räumen bleibt die Heizung aus - jawohl, da bin ich knallhart! Aber wenigstens in der Küche, ich gebe es gerne zu, will ich es schön mollig haben. Schön mollig heißt schön mollig. Der Ofen muss bullern, bei Raumtemperaturen unter 28 Grad kann ich nicht denken. (Außerdem müssen die anderen Räume ja noch ein bisschen mitbeheizt werden, wer will denn bitte ein eiskaltes Wohnzimmer?) Aber das, habe ich beschlossen, wird sich jetzt ändern. In diesem Winter werden Heizkosten gespart!

Nun bin ich ja, treue Leser wissen es, ein bisschen gehandicapt. Ich habe diesen schlimmen angeborenen Regulationsdefekt. Ich kann nur ganz oder gar nicht, ein bisschen weniger ist mir quasi unmöglich, beim Heizen ist das nicht anders. Ein Thermostat auf Drei ist wie nur die halbe Tafel Rittersport. Schönen Dank, dann verzichte ich lieber ganz.

Meine Sparstrategie für den Winter lautet daher: Ich heize nicht weniger, ich heize gar nicht. Zumindest an einem Tag pro Woche. Ich beschließe hiermit offiziell und einstimmig den heizungsfreien Montag – huch, das wäre ja heute… - den heizungsfreien Dienstag! In Anlehnung an den Veggie-Day, den ich persönlich klasse fand (wenn ich König wäre, würde ich das Tiere-Essen ganz abschaffen, ich glaube nämlich, wenn wir aufhören, Tiere zu schlachten, hören wir auch auf, uns gegenseitig abzumurksen, LOVE&PEACE, yeah…), also, in Anlehnung an den meiner Meinung nach zu Unrecht verunglimpften Veggie-Day nenne ich meinen heizungsfreien Dienstag Frosty-Day (oder lieber Schlotter-Day? Her mit dem Glühwein-Day?) Obwohl es bekanntlich keine Kälte gibt, nur zu dünne Kleidung. Und meine beiden schnittigen Neoprenanzüge habe ich dieses Jahr ohnehin viel zu selten getragen.

Neben den eingesparten Heizkosten verspreche ich mir auch positive Effekte für Haut und Haar. Heizungsluft ist bekannlich der dermatologische Staatsfeind Nr. 1, alles trocknet aus, schuppt und knittert. Der Frosty-Day wird mich frischer, jünger, strahlender aussehen lassen. Meine Kreativität wird möglicherweise auch profitieren, über kühle Köpfe hört man jedenfalls immer nur Gutes. Die geile Gehirnmaschine wird in der Küche rattern und dampfen wie eine russische Lokomotive im sibirischen Winter. Ach, das wird so super. Ganz sicher. Bestimmt…

Sollte es so kommen, werde ich selbstverständlich Beweisfotos posten: Lpunkt mit Neoprenanzug, Moonboots und Bommelmützchen am Küchentisch beim Käsebrot-Verdienen. Curd natürlich genauso. Ein Spaß wird das.

28.10.2013 um 00:26 Uhr

Sorry, kleine Verspätung...

von: Lapared

Burghardt, der olle Klepper... melde mich Montag. Liebe Grüße!

20.10.2013 um 18:08 Uhr

Curds Herbstgedicht

von: Lapared

 Ach herrje, jetzt geht das wieder los...

 Jedes Jahr dasselbe Theater, das will doch keimer mehr sehem.

 Die Blättchem werdem braum, die Bäumchen kahl...

 Umd der arme kleime Curd kriegt wieder seim Herbstdepressiom.

   Um meim Gefühle auszudrückem, habe ich eim Gedicht geschriebem.

 P.S. Geschriebem, abgeschriebem - ist das demm so wichtig, liebe Freumde?

13.10.2013 um 18:21 Uhr

Schwestern im Pool

von: Lapared

Gesternabend in der Supermarktschlange stand eine Frau weiter vorne und irgendwie war mir, als würde ich sie kennen. Aber ich kam und kam einfach nicht drauf, woher. Sie telefonierte gerade, deshalb konnten es natürlich auch ihre Stimme oder ihre Gesten sein, die bei mir vertraute Gefühle weckten. Ihre attraktive, vornehme Erscheinung in dem gedeckten, schwarz-grau-braunen Business-Outfit und den italienischen mindestens-eine-Monatsmiete-Stiefelchen war es jedenfalls nicht. Nee, nie gesehen.

Ich bin ja mehr vom Stern der lustigen bunten Schlumpfpullover. Stil geht anders. Also wo, in welcher Galaxie, waren wir uns wohl schon begegnet? In der Werbung? Im schillernden Filmbusiness? Ich beobachtete die elegante Dame grübelnd. Da sieht sie mich plötzlich an, strahlt… und ruft quer durch den Laden: „Hey! Das gibt´s nicht! Du hast ja Haare!“ Ich verzog keine Miene und sah an ihr vorbei zum Gemüse. „Mit deiner blauen Latexmurmel gefällst du mir aber besser!“ Sie lachte donnernd, dass sich die Weingummiregale bogen. Bei diesem Lachen fiel bei mir der Groschen. Das war Klarinette!

Klarinette ist eine Alliierte, sag ich mal, eine liebe Verbündete. Die Galaxie, in der wir befreundet sind, ist das öffentliche Bad. Im Krieg um die Bahnen, der in einem Großstadtbecken zum Schwimmspaß dazu gehört, halten wir seit Jahren treu zusammen. Lassen uns vorbei, takten unser Tempo oder geben der anderen die Bahn weiter, die eine zuvor im blutigen Nahkampf für sich erstritten hat…

Wie es dazu gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr, ohne viele Worte jedenfalls. Wir waren wohl einfach auf einer Welle, im doppelten Sinne. Tatsächlich kannte aber auch ich Klarinette bisher nur mit Gummihaube und Schwimmkostüm. Außerhalb des Beckens waren wir uns nie begegnet, nicht mal beim Duschen. So was gibt´s wirklich.

Ich war verlegen, als sie nun plötzlich so vor mir stand. Im echten Leben. In Klamotten tat sich spürbar eine Kluft zwischen uns auf, ich fühlte mich ein wenig ungepflegt. Noch dazu die Krücken, als wäre ich im Suff die Kellertreppe runter gepurzelt. „Ach, hallo!“ Mehr kam mir nicht über die Lippen.

Doch dann hörte ich Klarinette fröhlich rufen: „Komm, ich lasse dich vor! Auch mit Haaren!“ Und zu den anderen: „Lassen Sie mal meine Schwimmkameradin durch, bitte, die Frau mit den Krücken und der hübschen Perücke…“ Und siehe da, aus Schwestern im Pool wurden Schwestern in der Supermarktschlange.

Einen Steh-Kaffee haben wir dann auch noch genommen. Dabei habe ich erfahren, dass Klarinette gar nicht Klarinette heißt - wer hätte das gedacht! - sondern Helene. Klarinette hatte nur ich sie all die Zeit im Geiste gerufen. Weil das Einzige, was ich aus kurzatmigen Beckenrandplaudereien über sie wusste, war, dass sie beruflich Klarinette spielt, was sehr auf die Schultern geht, weshalb sie zum Ausgleich so viel Rücken schwimmt. Helene. Schöner Name. Wir haben uns beim Kaffee gleich wieder genauso wunderbar verstanden wie im Wasser.

Schon seltsam, wie schnell ein bisschen Kleidung trennen kann.

06.10.2013 um 17:45 Uhr

Spachodder

von: Lapared

Der nette neue Nachbar (eingezogen vor kaum 2 Jahren), hat mir ein Buch geliehen, es heißt „Das schönste deutsche Wort“. Da hat es vor einiger Zeit mal einen Wettbewerb gegeben, veranstaltet vom Deutschen Sprachrat (huihuihui, was wir alles haben) und vom Goethe-Institut. Das Buch ist dabei rausgekommen. Ein tolles Buch. Vor allem die versammelten Wörter darin. Wörter wie Pusteblume, Vergissmeinnicht, Hauch (Hauch, hallo, ist das nicht fantastisch?!). Wörter wie Rascheln, Kuddelmuddel, Wonneproppen. Oder Pampelmuse. Nochmal: Pam-pel-muuuu-se! Ein absolutes Knallerwort, oder etwa nicht?

Gewonnen hat damals übrigens das Wort „Habseligkeiten.“ (Hm, na gut…) Und ihm dicht auf den Fersen „Geborgenheit“, ein deutsches Wort, das vor allem vom Ausland honoriert wurde. Es war nämlich ein internationaler Wettbewerb und andere Sprachen, so konnte man in den Begründungen der Einsender lesen, haben z.T. gar kein Wort für Geborgenheit. „Fernweh“ gibt´s auch nicht in jeder Sprache. Seltsam. Wie kann man ohne Fernweh und Geborgenheit zurecht kommen…

Jedenfalls… Seit ich das Buch habe, frage ich mich, was mein Lieblingswort ist. Trödeln ist ganz weit vorn. Nicht nur, weil es so hübsch klangbildlich - oder schöner gesagt (!) - lautmalerisch ist. Trödeln ist mir auch inhaltlich sehr nahe. Ich persönlich trödele immer, es sei denn, ich trödle, was auch oft vorkommt. Im Moment bin ich natürlich besonders langsam. Curd hat es letzte Woche gewohnt mitfühlend erwähnt: Ich hatte einen kleinen Unfall. Ich bin in die Ostsee gefallen und auf einem Stein gelandet. Aber auch mit heilen Knochen bin ich ein echtes Trödelschwein.

Das Wort habe ich gerade neu. Trödelschwein. Es ist ein bisschen origineller als nur trödeln und gefällt mir eigentlich auch recht gut. Es stammt von Bauer Schulz, aber das ist eine andere Geschichte, nur kurz: Bei Bauer Schulz – www.meinekleinefarm.org - kann man Wurst von Schweinen kaufen, die davor ein gutes Leben hatten. Die zumindest den Himmel sehen und sich in einer Matschkuhle suhlen durften (suhlen, auch schön!). Und die Bauer Schulz so persönlich kannte, dass er über sie Dinge sagen könnte, wie über eins seiner Schweine, das inzwischen Wurst ist und ausverkauft ("… ein Trödelschwein, sehr gemütlich unterwegs, ziemlich unaufgeregt…“). Aber ich schweife ab.

Ich glaube, ich nehme Spachodder. Wenn der Deutsche Sprachrat oder das Goethe-Institut mich fragen würden, ich würde sagen: "Danke, dass Sie fragen, welche Ehre, mein schönstes deutsches Wort ist Spachodder." Und würde vermutlich ruckzuck disqualifiziert. 

Kleiner Spachodder, bis vor einer Stunde dachte ich noch, diese Wendung sei völlig geläufig! Ich dachte, sie käme ursprünglich aus Ostpreußen, wie mein Vater, der sie häufig benutzte. Als liebevolle Bezeichnung für ein mickriges kleines Geschöpf, egal ob Mensch oder Tierchen. Für einen dreckigen kleinen Lümmel… oder eine magere kleine Rotzgöre… einen zähen kleinen Köter… oder oder oder… für einen kleiner Spachodder eben! Es gibt keinen besseren Ausdruck für einen Spachodder als Spachodder. Dachte ich.

Doch gerade musste ich feststellen: Mein Lieblingswort existiert gar nicht. In ganz Google gibt es keinen einzigen Spachodder! Was sich hiermit allerdings ändern dürfte (Spachodder Spachodder Spachodder). Spachodder, gesprochen Schpa-chodda [ʃpaːçɔdɐ], ist offenbar ein im Ursprung exklusives Papa-von-Lpunkt-Wort, das ich hiermit offiziell in den deutschen Wortschatz auswildere. In den Weltwortschatz! Ins Web jedenfalls. Tschüss, kleiner Spachodder! Mach es gut.

Mal sehen, ob es sich da draußen behaupten kann, mein Lieblingswort. Ich mag es natürlich auch deshalb, weil ich dabei immer meinen Vater vor mir sehe, wie er es sagte, als er noch lebte. Er sagte es so nett. Mit einem verschmitzten Grinsen, ein bisschen abfällig, aber eher amüsiert, vor allem gütig. (Da kommt doch dieser kleine Spachodder und pinkelt einfach an den Reifen… oder… Da steht dieser kleine Spachodder und behauptet, er hätte den Kuchen nicht gegessen…) Wem es gefällt, der kann das Wort gerne benutzen - das fänd ich sogar ziemlich schön.

So, Ihr kleinen Spachodder (Plural von der Spachodder: die Spachodder), und nun zurück an die Arbeit! Gemütlichen Sonntag noch.