Charly war ein kleiner Hund, als Hundebaby passte er fast in eine offene Hand.
Eine junge Nachbarin hatte ihn, kümmerte sich nicht. Sperrte ihn über Nacht alleine auf den Balkon.
Meine Tochter kaufte ihn ihr fùr 50 DM ab.
Er musste noch richtigt springen, wenn er den Bordstein hinauf wollte.
Ich ging gerne mit Charly seine Runden. Viele sagten, *Oh ist der süüüss, so einen will ich auch;*.
Charly entwickelte sich zu einer Bergziege, er mochte draussen zu gerne rennen und toben, sprang oftmals wie ein Flummi über einen Meter hoch, vor lauter Übermut.
Charly war immer dabei, überall. Besuchte mich meine Tochter, sprang er aus dem Auto, war als erster hier, wedelte wie wild, wollte gestreichelt werden.
Sassen wir am Lagerfeuer, legte Charly sich dazu und war zufrieden.
Die Jahre vergingen, Charly wurde ein älterer Hundeherr von über 15 Jahren.. Er wurde langsamer, gemächlicher. Konnte kaum noch etwas hören. Bekam Hustenanfälle aufgrund eines schwächer werdenden Herzens.
Herztabletten bekam Charly, zuletzt schon die höchste Dosis, dann frass er auch wieder und manchmal blitzten seine trüben Augen auf und er schien in dem Moment wieder voller Freude zu sein, jung zu sein.
Die meiste Zeit allerdings wollte er nur noch seinen Korb und seine Ruhe.
Gestern, am Donnerstag, kam meine Tochter mit Charly. Er sprang nicht wie sonst immer fröhlich aus dem Auto, kam mir nicht wie sonst immer entgegengelaufen.
Es war Charlys letzte Reise hierher, er ging über die Regenbogenbrücke, wie so schön gesagt wird.
Meine Tochter musste ihn einschläfern lassen. Auch wenn ich nicht so dafür bin, denn uns schläfert man auch nicht ein. Der Tierarzt meinte, er müsste sonst in nicht langer Zeit bei einem Hustenanfall aufgrund des schwachen Herzens ersticken. Und dieses sei fürchterlich. So hatte sie sich dazu entschlossen, ihm das zu ersparen.
Ich begrub ihn, in seinem Korb liegend, hier bei mir im Garten, neben dem Platz an dem meine Hündin begraben liegt, mit der Charly früher so gerne herumtobte und spielte. Vielleicht toben die beiden jetzt auf der anderen Seite freudig wuffend über die Wiese.
Und ja, mir kamen die Tränen, als ich ihn da so liegen sah, und daran dachte wie oft er neben mir ging. Wie voller Leben er war und wie endlich das Leben letztendlich doch ist.
Wenn wir jetzt einmal wieder am Lagerfeuer sitzen, wird Charly nicht mehr neben uns liegen. Aber er wird dennoch dabei sein.
Charly, du warst ein toller Hund, danke dass es dich gab. Ich hoffe es geht dir jetzt besser, da wo du jetzt bist.
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