Der sprachlose Goethe
Stimmung: gut
Ich meinerseits möchte mir das Reden ganz abgewöhnen und wie die bildende Natur in lauter Zeichnungen fortsprechen...
( Zitat: Johann Wolfgang von Goethe )
Was wäre gewesen wenn Goethe sich das Sprechen früh abgewöhnt hätte. Seine Worte nicht gesagt und geschrieben hätte, sondern sie als Zeichnungen hätte verbreiten wollen?
Hätte seine Umwelt, die Welt ihn auch in seinen Zeichnungen verstanden? Gezeichnete Dramen. Gezeichneter Briefwechsel. Gezeichnete Gespräche.
Wo stünde sein Andenken heute, gäbe es nur Zeichnungen von ihm? Faust als Zeichnung! Nur schwer vorstellbar?
Worte aneinanderzureihen ist doch manchmal einfacher und aussagekräftiger als dieses in Zeichnungen auszudrücken. Nicht immer, aber meistens, denn ein Bild kann auch viel sagen, es kann sprechen. Lässt aber fast mehr Interpretationsspielraum zu, als es klar Worte und Sätze lassen.
Und irgendwie muss ich lachen, bei dem Gedanken an einen schweigenden Goethe. Einem Goethe der zeichnet um sich verständlich zu machen.
Über eine sprachlose Welt in der nur über Zeichnungen kommuniziert wird.
Ja, vielleicht sogar ein Bloggen ohne Worte, dafür mit gefühlvollen Zeichnungen. Zeichnungen vom Betrogenwerden, vom Lieben, vom Leid und auch der Freude. Kommentare natürlich auch nur in Form von Zeichnungen. Kreativ aber schwer vorstellbar.
Ich gehe mal eben einen Stift holen, zum weiterzeichnen...
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