Gedanken oder Fragen

04.01.2009 um 17:02 Uhr

Karl Lagerfeld hoch hinaus

Stimmung: gut

"Ich will nicht auf derselben Höhe wie die anderen fahren. Der Hummer ist wie ein Panzer, er gibt mir Sicherheit."
Zitat: Karl Lagerfeld

Der drei dieser US Geländewagen besitzt, die vom amerikanischen Militär auch im Irakkrieg eingesetzt wurden.
Ich weiss nicht in welchen Krieg sich Karl Lagerfeld befindet um sich so unsicher zu fühlen. Wohl eher im Krieg mit sich selbst.

Karl Lagerfeld findet zur Zeit zu seiner puritanischen Natur und Lebensweise zurück.
"Ich erlaube mir nichts, gönne mir wenig, ich könnte sehr spartansich leben."
Das will er jetzt auch. Bis auf seine Köchin, Dienstmädchen und Chauffeur, entliess Lagerfeld sein ganzes Personal. Ja, er kommt auch allein zurecht, mit dem kleineren Haus, und nur noch drei Angestellten, die dafür aber rund um die Uhr für ihn dasein müssen.

Spartanisch, sage ich da nur. Weshalb nur kasteit dieser Mensch sich selbst so sehr? Er hat es doch nicht nötig dermassen armselig, mit nur drei Geländewagen und drei Angestellten für sein persönliches Wohl, zu leben.

Oder plagt ihn sein schlechtes Gewissen, wegen der ganzen Pelze die er verarbeitet hat?
Wer Tiere isst, kann sich auch mit ihnen kleiden, ist seine Meinung. Er findet es nicht schlimm, wenn Tiere zu Pelzen verarbeitet werden, zumal diese Tiere doch Bestien sind. Die, wenn sie könnten, auch den Menschen töten würden.
Dabei denkt er auch an einen ganzen Berufszweig, den Jäger im Norden, der von der Verwertung der Pelze lebt und nichts anderes als das jagen "gelernt" hat.
Ja, Karl Lagerfeld macht sich Gedanken um deren Arbeitsplätze.
Ob erauch Chinchillas und Kaninchen für solche Bestien hält, die nur darauf aus sind den Menschen zu zerfetzen entzieht sich meiner Kenntnis. Aber deren Verarbeitung zu Pelzen scheint er nicht abgeneigt zu sein.
Lagerfeld selbst isst Fleisch nicht so gerne, denn das Produkt Fleisch sieht so anders aus, im Gegensatz dazu, als es noch voller Leben war, wie er sich ausdrückte.

Magersucht wird aus seiner Sicht von den Medien hochgespielt, sie gibt es fast garnicht.
"Lediglich 1 Prozent der Franzosen seien zu dünn, aber "Zillionen"Franzosen leiden unter Fettleibigkeit. Fettleibigkeit ist das wahre Problem."

Die Wirtschafts und Finanzkrise tangiert Karl Lagerfeld nicht, denn " die Luxusindustrie ist wenig betroffen von der Finanzkrise. Zum Glück gibt es heute Vermögen auf der Welt, die es bei der Weltwirtschaftskrise 1929 noch nicht gab."

Wenn ihr demnächst von einem Geländewagen "Hummer" überholt werdet, vielleicht sitzt ja Karl Lagerfeld darinnen, der nicht mit euch auf der gleichen Höhe fahren will. Etwas höher kann ja nicht schaden, aber abgehoben ist dann doch schon wieder merkwürdig.
"Zillionen" von Pelz und Tierfellen hin oder her.
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04.01.2009 um 15:22 Uhr

Des Einsiedlers Lied und einsame Insel Träume

Stimmung: gut

Komm Trost der Nacht, o Nachtigall,
Lass deiner Stimm mit Freudenschall
Aufs lieblichste erklingen!
Komm, komm und lob den Schöpfer dein,
Weil andre Vöglein schlafen fein
Und nicht mehr mögen singen!
Lass dein Stimmlein
Laut erschallen, denn vor allen
kannst du loben
Gott im Himmel hoch dort droben.

Zitat: Christoph von Grimmelshausen(gest.1676 )

Von Grimmelshausen wurde zur Zeit der Wirren des dreissigjährigen Krieges gross. Erlebte die Greuel und Verrohung des Kampfes und des Soldatenseins. Hielt etliches davon in seinen Werken fest.
Dieses Zitat entstammt seinem siebenbändigen Werk "Der abenteurliche Simplizissimus", welches er 1668 schrieb. Im ersten Band, Kapitel 7 stimmt ein alter Einsiedler im Walde dieses Lied an.

Interessant ist, dass im sechsten Band sein Held zur See fährt und Schiffbruch erleidet. An einer einsamen, aber fruchtbaren Insel strandet auf der er dann alleine lebt.
Dieses war etwa 50 Jahre bevor Daniel Defoe den Roman "Robinson Crusoe" im Jahre 1719 schrieb.
Vielleicht war und ist der Erfolg, solcherart "einsamer Inselliteratur", in der ein oder mehrere Menschen auf einem unberührten Eiland unter einfachsten Bedingungen leben, auch ein Zeichen des Wunsches "Zurück zu der Natur".

"Robinson Crusoe" wird heute noch gerne gelesen, sowie zahlreiche ähnliche Romane, Geschichten und Verfilmungen.
Und fiebern wir nicht alle mit, wenn plötzlich Freitag auftaucht, Robinson Gesellschaft leistet?
Haben nicht auch wir uns gefragt, was hätten wir auf dieser einsamen Insel gemacht?
Daher wohl auch die Frage:"Welche drei Sachen würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen."
Bewusst wird einem dabei, den Schmuck sicherlich nicht, Geld wohl auch nicht, denn dort zählen andere Dinge, die wesentlich wichtiger sind.

Inselfilme von Tom Hanks, der dort mit einem Ball spricht, über Jonny Depp bis hin zur "Blauen Lagune" und vielen anderen Filmen, sie alle hatten das Robinson Thema aufgegriffen und abgewandelt dargestellt.

Es sind schon geflügelte Worte geworden:
Ich möchte am liebsten auf einer einsamen Insel sein, nichts mehr hören und sehen."
Oder aber auch
"Mit dir auf einer einsamen Insel, das wäre ein Traum!"
Manchmal ruft eben nicht nur der Berg, nein, auch Inseln können rufen. Vielleicht soagar noch lauter.
Ich höre sie schon rufen, mit ihrem leisen Plätschern der Wellen, der Brandung am Strand, während die Sonne blutrot am Horizont im Meer versinkt. Die Insel. Sie ruft.;-)
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