Gedanken oder Fragen

14.01.2009 um 16:36 Uhr

Schiller und die Vielfalt des Charakters

Stimmung: gut

Auch Friedrich Schiller machte sich Gedanken über den Charakter. Wie sollte es auch anders sein?

Gleichwie aus einem einfachen weissen Strahl,je nachdem er auf Flächen fällt, tausend und wieder tausend Farben entstehen, so bin ich zu glauben geneigt, dass in unserer Seele alle Charaktere nach ihren Urstoffen schlafen, und durch Wirklichkeit und Natur oder künstliche Täuschung ein dauerndes oder nur illusorisch ein augenblickliches Dasein gewinnen.
Alle Geburten unserer Phantasie wären wir also zuletzt nur wir selbst.

Zitat: Friedrich Schiller
(in einem Brief an Reinwald, Bauerbach, 14.04.1783 )

Ich denke ja auch, dass alles in uns selbst vorhanden ist, und dass das, was wir davon selbst fördern und zulassen uns und unseren Charakter ausmacht. Bestimmt wer wir sind. Selbstbestimmt.
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14.01.2009 um 15:52 Uhr

Von toten Pferden

Stimmung: gut

Eine alte Weisheit der Dakota Indianer lautet:

Wenn du entdeckst,
dass du ein totes Pferd reitest,
steig ab.

An dieser Weisheit ist viel dran, wir sollten sie beherzigen.
Denn wie oft versuchen wir im Privatleben zu ignorieren, dass der Gaul tot ist. Wollen einfach so tun als sei nichts und versuchen immer weiter zu reiten.
Das wir dabei nicht vorankomen ist klar, selbst wenn wir dem toten Pferd die Peitsche geben, grössere Futterrationen oder einen anderen Sattel auflegen. Es bleibt tot, da hilft auch alles warten oder sich einbilden dass man dieses Pferd doch noch mal reiten kann nichts.

In der Politik gilt dieses genauso. Mir scheint oft, dass die grossen Parteien auch schon lange tote Pferde sind. Und doch werden sie immer weiter geritten.
Auch mit neuen Reitern, wie Müntefering und Steinmeier wird das alte Ross SPD nicht wieder lebendig. Schröder hat es schon zu Tode geritten in dem er ein Pferd "Neue Mitte" mit einspannte.
Diese neue Mitte gab es von Anfang an nicht, es war nur ein Holzpferd auf dem sowieso nicht geritten werden konnte. Ein Nichts ohne Ziel und Sinn, nur hohle Worte die verschleiern sollten.

Müntefering tut so, als sei das Pferd SPD noch am leben. Als Reiter gibt er ihm jetzt eben noch mehr die Peitsche. Helfen wird es nichts, wenn keine neuen Denkansätze kommen und das Pferdegerüst gegen ein neues lebendigeres ausgetauscht wird.
Auf toten Pferden kommt man nicht voran, man kann sich höchstens mitsamt Pferd in den Abgrund stürzen.
Merkels CDU Pferd ist aber auch nicht viel lebendiger, und wenn der grossen Koalion beide toten Pferde vor dem Karren gespannt sind, bleibt der Wagen trotzdem stehen.

Die Reiter des toten Pferdes Kapitalismus werden hektisch. Wenn sie bisher von den Selbstheilungskräften des Marktes sprachen, der alles selbst regelt und gut werden lässt, behaupten sie jetzt in der Krise das Gegenteil, und geben dem toten Pferd ungeheure zusätzliche Futterrationen. Nichts mehr mit Vertrauen in die Selbstheilungskraft des freien Marktes. Jetzt müssen auch die für Futter sorgen, die dieses Pferd niemals reiten durften. Damit die Reiter der Apokalypse noch einige Zeit im Sattel sitzen bleiben dürfen und von uns allen samt toten Pferd weitergetragen werden.
So wie im Moment die Dresdner Bank und die Commerzbank, die beide Konkurs wären, würde der Staat sie nicht stützen. Da scheinen die Selbstheilungskräfte des Marktes scheinbar nicht zu gelten.

Vielleicht wäre es wirklich mal besser, einfach abzusteigen und die Pferde zu wechseln.
Es heisst zwar, im Galopp wechselt man nicht die Pferde, aber ein totes Pferd kann nicht mehr galoppieren. Neue Ideen und Gedanken müssen her, um nicht in der Krisenspirale zu bleiben sondern durch neue Wege weiterzukommen.

Eine gute Seite mit Witzen wie der Staat mit toten Pferden umgeht und sie dennoch reitet findet ihr hier:
schaefer-bergkamen.de *klick*
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