Gedanken oder Fragen

04.02.2009 um 13:06 Uhr

Die Naivität zwischen Aberwitz und Alltagsstaub

Stimmung: gut

Aberwitz und Alltagsstaub
gab es zu allen Zeiten, im sogenannten Kindesalter der Menschheit nicht minder wie heute, aber eine gute Blume wächst einfach hindurch und blüht.

Der Naive sagt sich:
was geht mich das an?
Er tut unbefangen was zu tun ist, geht die tausendmal begangenen Wege zum tausendhundertsten Male, schreibt eine Ilias nach Homer, wofern ihn das Herz dazu zwingt, oder wenn das Beispiel besser mundet, ein Romeo und Julie ("auf dem Lande") nach Shakespaere, reimt Herz auf Schmerz und Sonne auf Wonne, wofern es der Sinn verlangt. Und siehe da, die abgedroschensten Garben geben ihm neue Weizenkörner und die Kreuzwege blühen unter seinen Schritten, als ob gerade hier der Frühling seinen Lieblingssitz aufgeschlagen hätte.

Doziere, beweise, warum dies und das geradezu unmöglich ist, der Naive tut's und siehe da, es war möglich und leicht.

Zitate: Carl Spitteler ( 1845 - 1927 )
aus " lachende Wahrheiten " " Naivität "

Diese Bemerkungen des Schweizers Carl Spitteler ùber die Naivität gefallen mir besonders gut.
"Der Naive tut's und siehe da, es war möglich und leicht. "
Ist es da nicht manchmal wünschenswert mit einer gewissen Naivität an eine Sache heranzugehen?
Sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen, die sagen dieses gibt es doch schon hundertfach, oder es ist unmöglich?
Sich nicht jedesmal darum zu kümmern, was andere vor uns schon gemacht haben?
Etwas ganz neu, ganz eigen anzufangen, auf unsere Art. Auch wenn es von anderen, scheinbar schon perfekt, und auf den ersten Blick nicht zu verbessern, schon da ist?
Und selbst wenn es nicht besser wird, so wird es doch anders. Trägt unsere ganz besondere Handschrift, ist ein Unikat, so wie jeder Mensch ein Unikat und etwas einzigartiges besonderes ist.
Vielleicht und gerade der Naive. Denn er kümmert sich nicht um ausgetretene Pfade, schaut nicht was da ist, geht sie vielleicht auch, aber auf eine Art, als wenn sie noch niemand ging. Und so werden aus ausgetretenen Pfaden ganz neue Wege, die vielleicht auch zu anderen, neuen Zielen führen.

"Gerade so, als hätte der Frühling hier seinen Lieblingssitz aufgeschlagen."
Auf dem eine gute Blume durch den Alltagsstaub und Aberwitz einfach hindurchwächst und blüht.

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04.02.2009 um 06:00 Uhr

Carl Spitteler und das Glück auf Erden

Stimmung: gut

Menschen zu finden,
die mit uns fühlen, mitempfinden,
ist wohl das schönste Glück auf Erden.

Zitat: Carl Spitteler ( 1845 - 1924 )
Spitteler wurde 1919 der Nobelpreis in Literatur verliehen.
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