Gedanken oder Fragen

03.03.2009 um 21:37 Uhr

Kölner Stadtarchiv eingestürzt

Archivar ist scheinbar kein staubtrockener Beruf.
Im Gegenteil.
Sie leben sogar sehr gefährlich.
Jedenfalls in Köln. Denn dort stürzte das historische Stadtarchiv, der Stadt Köln in sich zusammen.
Ebenso wie zwei der Nachbarhäuser. Teile des Stadtarchivsgebäudes stürzten auf die Strasse, brachten die Decke einer U-Bahn Baustelle zum Einsturz. Die Strasse glich einem Trümerfeld, welches Anwohner an 9/11 in New York erinnerte.

Die Nord-Süd Stadtbahn ist zur Zeit dort mit Tunnelbauarbeiten beschäftigt.
Ob der Einsturz mit diesen Tunnelarbeiten zusammenhängt, muss noch geklärt werden.

Die Stadt Köln wurde schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass sich im Keller des Stadtarchivs Senkungsrisse gebildet hatten. Einige sahen den Einsturz des Gebäudes deshalb als vorhersehbar an.
Doch es wurde, von der Stadt Köln, nichts weiter unternommen.

Es bleibt zu hoffen, dass nicht zuviele Menschen, bei diesem Einsturz, zu schaden kamen.
Der eventuelle Verlust, der dort lagernden 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und etwas 50.000 Fotos ist schon schlimm genug.

Die Frage aber bleibt, wer von den Behörden hatte dort in Köln geschlampt, nicht auf die Hinweise reagiert?

Die Sprecherin der Nord-Süd Stadtbahn meinte, durch den U-Bahn Bau kann dieser Einsturz normalerweise nicht verursacht worden sein.

Aber wodurch denn dann? Denn den Karneval und seine Umzüge hatte das Stadtarchiv unbehelligt überstanden. Die Tanzmariechen waren ja auch eher leichtfüssig und der riesige Merkelwagen richtete, selbst in der Politik, keine weiteren Nachbeben an.
Oder befand sich das Stadtarchiv etwa in einen derart maroden Zustand, dass den dort angestellten Archivaren schon fast ein Gefahrenzuschlag gezahlt hätte werden müssen?

Bedauerlich, verliert Köln damit ein Stück weit seine Geschichte, falls Teile der Dokumente verloren gehen.
Fügt aber gleichzeitig ein neues unrühmliches Kapitel der Stadtgeschichte und seiner verantwortlichen Baudezernenten hinzu.
Das wichtigste zum Schluss, der Kölner Dom steht noch. Ich hoffe, es bleibt so, nicht, dass auch er in einen U-Bahn Schacht versinkt.
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03.03.2009 um 16:43 Uhr

Mordfall Yasmin Stieler weiter ungeklärt

Der Mord an der 18 jährigen Schülerin Yasmin Stieler aus Uelzen bleibt weiterhin ungeklärt.
Vor über 12 Jahren, am 5.Okt. 1996, wurde die Schülerin Yasmin Stieler ermordet und bestialisch zerstückelt. Ihren Torso fand man an einem Bahndamm vergraben, in einem Plastiksack nahe Vechelde. Die anderen Leichenteile in der Nähe Hannovers. Ihre Hände wurden bis heute nicht gefunden.

Die Ermittlungen kamen nicht weiter, mehrere XY Sendungen brachten auch nicht den entscheidenden Hinweis.

Im letzen Jahr, nach fast 12 Jahren wurde ein Tatverdächtiger, aufgrund eines Spatenfundes den man erst jetzt fand, verhaftet. Es sah nach später Gerechtigkeit aus.

Doch scheinbar wurde der verkehrte verhaftet.
Jetzt, nach fast einem halben Jahr wurde der Tatverdächtige wieder freigelassen, der Haftbefehl aufgehoben.

Das Amtsgericht Braunschweig teilte mit, es bestehe kein hinreichender Tatverdacht mehr.
Es ist weder der Tatort, noch die genaue Tatzeit und auch nicht der Ort der Leichenzerstückelung bekannt. Zudem wisse man garnicht, ob es überhaupt eine Verbindung zwischen den damals Tatverdächtigen und Yasmin Stieler gab. Ob die beiden sich je begegnet sind.

Die Vorgänge um den gefundenen Spaten, mit dem der Torso angeblich vergraben sein sollte, sah der Richter als "dubios" an.
Denn es sei nicht sicher, ob der Spaten nach dem Tatzeitpunkt noch weiterhin benutzt wurde, so dass die Erdanhaftungen daran nicht aussagekräftig sind.

Als ich im Sept. über die Verhaftung hier im Blog unter Späte Gerechtigkeitschrieb, meldeten sich zahlreiche Kollegen des damals der Tat verdächtigen Heiko v. K. in Kommentaren zu Wort, die an seine Unschuld glaubten.
Ebenso wie der Hobbyermittler Vidocq, der von Anfang an glaubte, die Indiezienkette der angeblichen Beweise werde zusammenbrechen, so dass der Festgenommene spätestens im Frühjahr dieses Jahres wieder freigelassen werden müsse.
So dass ich im Dez. 08 in einem Eintrag fragte Sitzt der falsche in Haft?Der Hobbyermittler Vidocq behielt mit seiner Vermutung recht.

Zudem kam es in diesem Zusammenhang zu Merkwürdigkeiten, ein Kommentator, der sich den Namen des Verhafteten gab, schrieb bei mir in einem Kommentar: "Er wisse wer der Mörder ist, er kennt ihn." Vidoq und sie Frau des Verhafteten bekamen eine dubiose SMS.

Der Staatsanwalt in Braunschweig hat jetzt eine Woche Zeit, gegen die Aufhebung des Haftbefehls Einspruch einzulegen. Es müssten wohl schon neue aussagekräftige Beweise auftauchen, wenn er dieses tun sollte.

Es bleibt nur zu hoffen, das der Fall Yasmin Stieler jetzt nicht wieder zu den Akten gelegt wird. Sondern die Ermittler aus Peine auch in Richtungen ermitteln, in denen bisher noch nicht ermittelt wurde, damit der Mörder von Yamin Stieler nach über 12 Jahren doch noch gefasst und überführt werden kann. Dieses abscheuliche Verbrechen, an einer jungen Frau, nicht ungesühnt bleibt.
Späte Gerechtigkeit, ich hoffe sie findet ihren Weg.
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