Gedanken oder Fragen

11.03.2009 um 17:06 Uhr

Tim K. tötet bei Amoklauf in Winnenden 16 Menschen

Nimmt dieser Wahnsinn denn nie ein Ende?
"Es war ein Amoklauf in Reinkultur. So etwas habe ich noch nie erlebt. Er ist mit einer Waffe in die Schule rein und hat das Blutbad angerichtet."
sagte der Landespolizeipräsident Hetger.

Tim K. siebzehn Jahre alt. Einzekind, unauffällig. Er ging auf die Albertville Realschule, machte dort seinen Abschluss.

In seinem Elternhaus ein ganzes Waffenarsenal von 16 Schusswaffen. Legal. Sein Vater ist Sportschütze und scheinbar ein Waffennarr, wenn er im Haus 16 Schusswaffen lagert. Aber vielleicht ist dieses bei Sportschützen, bei Menschen die gerne schiessen, das schiessen als Sport ansehen auch normal.
So ist wohl Tim K. , dieser 17 jährige Junge, schon früh mit Schusswaffen in Berührung gekommen. Er schoss scheinbar auch gerne.
Denn jetzt erschoss Tim K. auf seinem Amoklauf in Winnenden und Umgebung mindestens 16 Menschen. Nicht als Sportschütze, nein, als Amokläufer.

Tim K. soll ein völlig unauffälliger Junge gewesen sein, er wurde nie in irgendeiner Form auffällig. Andere sagen, er sei ein frustrierter Junge gewesen.

Dieser Frust, oder auch sein Geltungsdrang liess ihn eine Schusswaffe aus seinem Elternhaus nehmen, sich einen Bundeswehrtarnanzug anziehen und so gekleidet heute morgen um 9.30 in seine alte Schule, der Albertville Realschle in Winnengen, eindringen.

Dort ginge er schweigend durch die Gänge, drang in Klassenzimmer und erschoss 9 Schüler, alle zwischen 14 und 15 Jahre alt, sowie drei Lehrerinnen. Beendete einfach mit einem Zucken des Zeigefingers am Abzug der Waffe seines Vaters, das Leben dieser Schüler und Lehrerinnen. Einfach so, ohne Skrupel und scheinbar ohne Mitleid für die Opfer.

Tim K. verliess die Schule, erschoss noch einen Menschen auf dem Gelände der nahegelegenen psychiatrischen Klinik. Raubte ein Auto, den Besitzer liess er am Leben, und floh in das ca. 40 Km entfernte Wendlingen.
Die Polizei sperrte in einem Grosseinsatz, mit mehr als 1.000 Beamten, weite Teile von Winnenden ab. Die Menschen waren entsetzt, es herrschte Panik.
In Wendlingen, auf dem Gelände eines Supermarktes erschoss Tim K. zwei weitere Menschen, verletzte zwei Polizisten, bis er selbst, von einer Polizeikugel getroffen, starb.

Tim K. ein siebszehnjähriger Junge, Tim K. der 16 Menschen erschoss und dann selbst starb. 17 Tote.
WARUM??

Tim K.'s Motiv ist noch unklar. Einige vermuten, er nahm sich den Amoklauf von Erfurt, oder auch den Amoklauf vom Mittwoch im US Staat Alabama, bei dem ein Amokläufer seine Familie auslöschte, sowie weitere Menschen erschoss, einfach nur weil sie zufällig auf der Veranda sassen, oder aus der Tankstelle kamen als Vorbild..

Können diese Taten Tim K. mit dazu gebracht haben, seine Wahnsinnstat zu begehen? Hatte er schon länger mit dieser Möglichkeit gespielt? Denn die Waffen dazu waren ja jederzeit in seiner Reichweite. In seines Vaters Waffenschrank. Da brauchte Tim K. sich nur noch zu bedienen.

Ich bin oftmals erchrocken über die Googlesuchanfragen zu diesem Thema.
Soll ich ihn einfach töten.
Ich trage mich mit dem Gedanken einen Mord zu begehen.
Ich will töten.
Was steckt hinter diesen Suchanfragen. Menschen, wie der 17 jährige Tim K.? War er schon auf meiner Seite, hat nach Amokläufen geooglet? Denn danach wurde in den letzten Tagen des öfteren gesucht.
Wer weiss es schon.

Ich selbst halte nach wie vor ein totales Schusswaffenverbot in Privatbesitz für notwendig, um solche Taten zumindest zu erschweren.
Denn hätten diese ganzen Schusswaffen nicht in seinem Elternhaus legal gelegen, wäre Tim K. nicht mit Schusswaffen in Berührung gekommen, wer weiss, vielleicht könnten diese 16 Menschen dann noch leben und Tim K. auch.

So aber wurde nicht nur das Leben dieser 16 Menschen ausgelöscht, sondern auch das Leben der ganzen Angehörigen der Opfer, von einem Tag auf den anderen zerstört. Bei ihnen bleibt die Trauer und Verzweiflung zurück.
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11.03.2009 um 10:55 Uhr

Friedrich Schiller und die Zeit

Stimmung: gut

Aber die Zeit ist ein kaltes fühlloses Ding,
das von Freud und Leid der Menschen keine Notiz nimmt, und für lauter Eigensinn immer langsamer geht, je mehr man es fortstösst, und wenn sie uns ja einmal eine falsche Gefälligkeit erweist, so ist sie von dem kleinen Kapital unseres Lebens gestohlen.

Zitat: Friedrich Schiller
( in einem Brief an Lotte v. Lengefeld, 22.11.1788 )

Die Zeit ist eine gefährliche Schiedsrichterin.

Zitat: Friedrich Schiller
( in einem Brief an Huber, Weimar, 20.01.1788 )

Ja, was ist sie nun, die Zeit?
Ein Freund oder ein Gegner?
...manchmal kämpfen wir gegen die Zeit,
aber manchmal kämpft auch die Zeit für uns.

Die Zukunft ist noch nicht, nur die Vergangenheit steht still, höre ich Schiller sagen.
Gibt es die Vergangenheit?
Nein, sie ist vergangen, sie kehrt nicht zurück, es gibt sie nicht. Es gibt sie nur in uns, in unseren Vorstellungen. Und dort steht sie, die Vergangenheit, nicht still. Denn wir bewegen uns in ihr, durch uns gibt es auch in der Vergangenheit eine Zeit. Eine Zeit die wir für sie erschaffen, nach unseren eigenen Gesetzen, je nach dem, ob wir mit unseren Gedanken durch die Vergangenheit hindurcheilen, oder auch mal an diesem oder jenem Punkt verharren, um ihn zu geniessen oder genauer zu betrachten. So ziehen wir die Vergangenheit ins Jetzt, doch ändern können wir sie nicht. Die Vergangenheit.
Nicht? Können wir sie wirklich nicht ändern? Doch, können wir, denn unsere Gedanken und Vorstellungen können alles. Selbst die Vergangenheit verändern, ganz nach unseren Wünschen. Uns eine Vergangenheit nach unserem eigenen Gusto kreiren. Doch an dem Jetzt, und auch an dem vergangenen, wird die Vergangenheitsänderung durch uns nichts ändern.
Denn die Vergangenheit besitzt ihre eigene Wahrheit, unabhängig davon welche wir ihr geben Es ist wie es ist.
Egal wieviel wir gedanklich in der Vergangenheit ändern. Denn sie ist vergangen und nicht mehr wirklich vorhanden.
So wie der Apfel vom vorigen Jahr, der rot und reif am Baume hing. Vor meinem geistigen Auge hängt er dort immer noch, wenn ich es will. Ich könnte ihn in meiner Vorstellung auch in einen grünen Apfel umändern, doch es würde sich am Jetzt nichts ändern. Denn der Apfel ist nicht mehr.
Die Zeit. Sie ist über den Apfel hinweggegangen, nahm ihn mit sich fort. Doch in mir, da ist er noch, so oft und solange ich es will und ihn sein lasse.
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