Gedanken oder Fragen

14.03.2009 um 18:18 Uhr

Nürnberg, Waffenmesse für Amokläufer

Befremdlich.
Nur wenigeTage nach dem Schulamoklauf in Winnenden findet nicht weit davon entfernt, in Nürnberg, Europas grösste Waffenmesse statt.

Auch die Firma Beretta hat auf dieser Waffenmesse einen Stand. Sicher werden sie gute Abschlüsse tätigen. Denn mit einer ihrer Schusswaffen tötete Tim K. Schüler und Lehrer in der Albertville Realschule.
So können sie auf die Zielgenauigkeit, Treffsicherheit und hohe Durchschlagskraft ihrer Schusswaffen hinweisen. Künftige Amokläufer und Todesschützen können sich auf dieser Messe in Nürnberg mit neuen, garantiert tödlichen, Schusswaffen eindecken.

Erstaunlich auch, Bundesinnenminister Schäuble sowie sein Parteifreund Bosbach stellten sich nur wenige Stunden nach dem Amoklauf von Winnenden ganz betroffen vor die Kameras und sagten, Forderungen nach einem schärferen Waffengesetz seien verfehlt. Verkündeten aber im gleichen Atemzuge, zu prüfen ob Killergames sowie Gewaltdarstellungen auf Viedeos ganz verboten werden sollten.

Ich bin kein Freund von Killer und Ballerspielen, aber damit wurden die Kinder der Albertville Realschule nicht getötet.
Tim K. erschoss sie, nicht mit Counterstrike sondern mit der Beretta Schusswaffe seines Vaters.
Schäuble fragte sich, wie dieses durch ein schärferes Waffenrecht verhindert hätte werden können.
Nun, wenn der Vater die Waffen nicht legal im Hause hätte lagern dürfen, dann wäre die Tat für Tim K. wohl so gut wie nicht möglich gewesen.

Eine Initiative aus Autoren und Liedermachern ruft auf ihrer Seite sportmordwaffen zum Schulboykott auf, um ein schärferes Waffenrecht durchzusetzen.
Die Behörden weisen auf die Schulpflicht der Kinder hin. Aber sollten sie dann nicht alles dafür tun, dass solche Taten wie in Winnenden oder in Erfurt nicht mehr möglich ist. Den Privathaushalten die Feuerschusswaffen aus der Hand nehmen, damit wir alle ruhiger leben können? Die Kinder in den Schulen vor derartigen Amokläufen mit Schusswaffen geschützt sind.

In Deutschland wurden im Jahre 2000 durch Schusswaffen 1.201 Menschen getötet.
In Österreich werden 2/3 aller Tötungen im Familienbereich mit Schusswaffen begangen, wie der Justizsprecher Steinhäuser mitteilte.
Muss das sein?
Schäuble, die CDU aber auch die SPD sind auf Seiten der Waffenlobby und der Waffennarren. Dabei wäre es doch so einfach, es bräuchte nur verboten zu werden Feuerschusswaffen in Privathaushalten lagern oder führen zu dürfen.

Die Waffennarren und Waffenfetischisten sehen darin eine Einschränkung ihrer Freiheiten.
Sie fordern sogar, die Liberalisierung des Waffenrechtes, dass jeder sich bewaffnen darf, die Waffen auch in der Öffentlichkeit tragen darf.
So denken sie, könnten diese Amokläufe verhindert werden, denn dann hätten die Lehrer zurückschiessen können.
Wollen wir das? Waffen in jedermanns Hände. Ich denke, Nein. Wir sind doch in einem zivilisierten Land und nicht im wilden Westen, wo das Gesetz der Waffe galt.
Auch wenn es in Deutschland über 8 Milionen Schusswaffen in Privathand gibt, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich wesentlich höher.
Und nach dieser Waffenmesse in Nürnberg, werden sicher wieder einige weiter aufrüsten.
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