Gedanken oder Fragen

24.11.2009 um 21:00 Uhr

Gestern

War nichts damit, den Mond oder Jupiter zu sehen.
Es war bewölkt und stockfinster.

So schaute ich, mehr zufällig, "Der Baader Meinhof Komplex (2)", die Geschichte der RAF.
Wollte ich erst garnicht, da alles noch recht präsent im Kopf aus dieser Zeit vorhanden ist.
Die Prügelperser, die scheinbar von der Polizei unterstützt wurden.
Die Schüsse auf Ohnesorg und Dutschke. Die endlosen Kolonnen der Polizeibusse die täglich und allabendlich mit ihren zuckenden Blaulichtern durch Hamburgs Strassen zu den Demos fuhren, begleitet von den Wasserwerfern.

Wenn ich mit den Kindern von einem Ausflug zurückkam, dieses angehalten werden von der Polizei, mit vorgehaltener MP, und das durchsuchen des Kofferraums. Das Knacken in der Leitung, beim Telefongespräch. Und die ganzen Horrormeldungen, von der Geilselnahme während der Olympiade, Mogadischu und die Flugzeugentführung, Schleyer im Fernsehen, als Gefangerner der RAF.

Es war eine merkwürdige Zeit.
Selbst der Weihnachtseinkauf in der Mönckebergstrasse, am verkaufsoffenen Samstag war unfriedlich. Polizisteh die auf ihre Schilde trommelten und pulkweise Demonstranten einkreisten um sie zusammenzuknüppeln. Mit ihren Schildern die ganze Strasse versperrten , und die Oma die nur einkaufen wollten, mit ihrem Schild auf den Boden drückten. Wut und Angst in den Gesichtern der Menschen. Auch Wut auf Springer, dessen Zeitungen dieses alles noch beflügelten.
Von Weihnachtstimmung blieb da in der festlich geschmückten Spitaler und Mönckebergstr. nicht viel übrig. Dabei wollte ich doch nur ein Walky-Talky CB Funkgerät als Weihnachtsgeschenk kaufen. Selbst wenn im Rundfunk eindringlich davor gewarnt wurde die Innenstadt zu betreten.

Dieses alles sah ich während des Films wieder vor mir. Viele Tote im Film, Es wurde geballert ohne Ende, viel Geschreie, viel Blut und letztendlich die toten Terroristen, die sich im Gefängnis selbst umgebracht haben sollen. Was damals kaum jemand wirklich glauben wollte.

Mitten in den TV Schüssen und Geschreie, oder war es schon bei dem Film "The Sixth Sense", in dem auch viele Tote die nocht hier auf Erden herumirren vorkamen, ein Geschreie, ja Todesschreie von draussen aus der Dunkelheit.

Nahm meine Taschenlampe und ging raus um nachzuschauen, wo das Geschreie im Todeskampf herkommt.
Es war so finster, dass man die Hand vor Augen nicht hätte sehen können. Die Katzen sausten erschrocken durch die Gegend, versteckten sich. Selbst das schwarze Kaninchen floh voller Panik nach ganz oben auf das gestapelte Holz, um sich dort zu verstecken.
Ich leuchtete alles ab, die Schreie hatten aufgehört. Es war nirgends etwas zu sehen oder zu finden.

Heute sah ich dann, mein braunes Ausbrecherhuhn, das letzte welches noch lebte, lag im Holzschuppen neben seinen ganzen braunen Federn. Halb aufgefressen. So musste es scheinbar jetzt auch dran glauben und fiel dem immer noch unbekannten "Chicken Killer" zum Opfer.

Wird wohl doch ein Marder hier sein Unwesen treiben. Die Katzen werden es wohl nicht gewesen sein, denn die haben eher Respekt vor dem Huhn gehabt, gingen zur Seite, wenn es ihnen ihr Futter klaute. Am Tage schlief es oftmals neben den Katzen im trockenen Laub. Da werden sie es ja wohl nicht in der Nacht gefressen haben? Selbst wenn der eine Kater heute sehr dick aussah und sie insgesamt nicht so hungrig wie sonst waren.

So habe ich den Rest des letzten glorreichen Ausbrecherhuhnes beerdigt, damit es nicht wie in the sixth sense hier noch als untotes Huhn herumläuft auf der Suche nach Hilfe.

Und die RAF?
Ich fragte mich nach dem Film, was aus der damaligen Protestbewegung ohne diesen Terror, die Schiessereien und das Töten geworden wäre?
Vielleicht hätten sich dann mehr "normale" Bürger den Protesten angeschlossen und es hätte erfolgreicher verlaufen können, ja vielleicht sogar eine samtene Revolution daraus werden können?
Die Staatsmacht ging allerdings auch äusserst brutal damals vor.
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24.11.2009 um 19:53 Uhr

Samstag

von: sternenschein   Kategorie: persönliches   Stichwörter: Samstag, einkaufen, Tochter, Topflappen, gehäkelt, Brief

Ist mal ein Extraeintrag wert.
Samstag, gerade wollte ich los zum Einkaufen.

Stand schon draussen, als der Postwagen hier herunterkam.
Sie gab mir ein Werbeblatt und einen Luftumschlag.
Ja, was konnte das sein, fragte ich mich.
*Tada* Es waren zwei selbstgehäkelte dunkelblaue wunderschöne Topflappen, die mir meine Tochter schickte, nebst einem kleinen Brief. *hüpf*

Uih, das war wirklich eine Überraschung und ein Zeugnis absoluter Häkelkunst.
Ich habe mich sehr gefreut darüber und kann die Topflappen gut gebrauchen. Hatte ja nur noch einen und selbst häkeln ist bei mir nicht so. ;-)
Danke dafür.
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