Gedanken oder Fragen

09.12.2009 um 12:48 Uhr

Goethe und der Qualitätsjournalismus

Wenn man einige Monate die Zeitungen
nicht gelesen hat und man liest sie alsdann zusammen, so zeigt sich erst, wieviel Zeit man mit diesen Papieren verdirbt.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe (Nachlass)

Klar, auch ich habe gerne und viel Zeitung gelesen. Von der Taz über die Hannoversche Allgemeine, FAZ bis zur Züricher und die Lübecker um vergleichen zu können.
Denn jede Zeitung legte einen anderen Akzent auf das Tagesgeschehen.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, es wiederholt sich alles nur. Zwar mit anderen Personen an anderen Orten, aber dennoch.
Viele der Inhalte stellten sich als Fehlinformation und einseitige Meinungsmache heraus.
Wenn zum Beispiel der Schah Reza Palevi als demokratische Lichtgestalt dargestellt wurde, obwohl er ein von den Amerikanern geförderter Diktator war. Der Vienamkrieg, in dem die Greuel des Vietkong beschrieben wurden, aber nicht die der Amerikaner. Richard Nixon und seine Lügengeschichten. Lumumbas Ermordung und die Befreiung der afrikanischen Staaten von den Kolonialmächten. Häufig war die Berichterstattung tendenziell einseitig gefärbt. Die Wahrheit war es meistens nicht.

Ganz zu schweigen von Idi Amin, der nur noch der "Schlächter" genannt wurde. Nachdem er sich selbst zum Kaiser ausrief und forderte, Königin Elizabeth sollte ihm huldigen, am besten indem sie sich vor ihm ergebenst in den Dreck wirft. Darüber spekulierte die "Bild" gerne und lange.
Ja, die Bild diente manchmal der Belustigung, mit ihren dicken Schlagzeilen. Da trug ein Lehrer auch schon mal gerne den Kopf eines Schülers in der Aktentasche mit sich herum, anstatt ihn zu unterrichten.

Zeitungen dienten der Manupulation, warnten vor der roten Gefahr und den fünften Kolonnen Moskaus.
Wobei sie meistens gross "Unabhängig" im Titel trugen, um eine neutrale Berichterstattung zu suggerieren.

Goethe hatte damals wohl andere Zeitungen gelesen, aber so ganz anders zu heute schienen sie denn doch nicht gewesen zu sein.

Gedrucktes Wort muss eben l noch lange nicht wahres Wort sein. Ich möchte garnicht wissen, wieviele Lügen schon gedruckt wurden, um dann als einzige und ultimative Wahrheit verkauft zu werden.
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