Gedanken oder Fragen

05.01.2010 um 16:11 Uhr

Wie wir an die Toten denken

Half Llight mit Demi Moore
sah ich letztens spätabends im TV.
Es war ein spannender Fantasy Thriller samt Liebesromanze.
Vielleicht eine etwas schwere Kost zu so später Stunde, dachte ich noch. Doch dann liess ich mich von der Geschichte gefangennehmen.

Eine Krimiautorin verliert ihren Sohn.
Sie tippt an ihrem Manuskript, ihr Sohn kommt ins Zimmer, fragt ob sie Zeit zum spielen hat. "Noch drei Minuten" antwortet sie. Vergisst ein wenig die Zeit.
Ihr kleienr Sohn geht durch die von von ihr nicht abgeschlossene Pforte auf den Bootssteg und ertrinkt.
Sie gibt sich die Schuld an dem Tod ihres Sohnes. Um diese Schuld zu verarbeiten zieht die Autorin auf eine kleine Insel an Englands Küste.
Dort verliebt sie sich in den Leuchtturmwärter.
Nur dieser Leuchtturmwärter, mit dem sie sich im Leuchtturm trifft ist schon lange tot, vor Jahren beging er Selbstmord. Die Dorfbewohner glauben sie sei irre. Zumal ihr Sohn immer irgendwie in ihrer Nähe scheint, sie schützen will.
Spannend und undurchsichtig bis zum Schluss gedreht, mit sehr schönen Landschaftsbildern der englischen Küste und deren Musik unterlegt.

Aber haften geblieben ist mir der letzte Satz aus dem Film:

"Ich glaube die Toten würden wollen dass wir sie sehen wie sie lebten, nicht wie sie sterben."
Nicht wörtliches Zitat aus Half Light

Nun sind die Bilder eines Menschen so eindringlich in uns festgebrannt, so dass sie die Bilder seines Lebens fast verdrängen können.
Und doch ist das sterben eines Menschen nicht das wichtigste in seinem Leben, sondern das Leben ansich wird für ihn das wichtige gewesen sein.
Und an dieses Leben sollten wir uns erinnern, viel mehr als an den Moment des Todes, des Gehens dieses Menschen.
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