Gedanken oder Fragen

06.01.2010 um 15:38 Uhr

Mein Schiller des Tages

Es ist ja die allgemeine Quelle
der menschlichen Klagen,
dass ihnen die Hirngespinste der Zukunft den Genuss des Augenblickes rauben.

Zitat: Friedrich Schiller
( In einem Brief an Körner, Leipzig, 7.5.1785 )

Schiller nennt es Hirngespinste, unsere Angst und Bedenken die die Zukunft betreffen.
Und es sind Hirngespinste, denn niemand vermag in die Zukunft zu sehen. Gut, wir können Folgen abschätzen, mehr als ein Abschätzen ist es aber nicht.
So wird Schiller es aber wohl nicht gemeint haben.
Eher meinte er wohl, wenn heute etwas gut und schön ist, denkt der Mensch gleich weiter, geniesst das heute nur unter Vorbehalt.
Phantasiert sich schon ein schlechtes Ende in die Zukunft hinein.

Um dann zu sagen, ich habe es ja gewusst.
Manche trauen sich kaum zu lachen oder sich wohlzufühlen, da sie dann denken die "Strafe" folgt sogleich auf dem Fusse..
Übermut tut selten gut, heisst es dann.

Erstaunlich ist auch, dass etliche, wie Schiller es sagt, sich mit Hirngespinsten der Zukunft, den Genuss des jetzt verderben. Im Umkehrschluss aber, wenn das jetzt nicht so toll ist, aber auch dieses nicht tolle in den Hirngespinsten fortschreiben, anstatt sich mit Hirngespinsten an eine gute Zukunft das jetzt zu versüssen, in der Hoffnung auf andere Zeiten.

Es wird zwar oft gesagt: "Alles wird gut" oder "Zeit heilt alle Wun den".
Doch geglaubt wird trotzdem selten daran, dass Zeit alle Wunden heilt. Und selbst wenn es so kommt, wird es meistens nur als eine vorübergehende Besserung aufgefasst, die auch schnell, ganz schnell wieder vorbei sein kann.
Wie sagte Schiller?
"Der Mensch raubt sich mit den Hirngespinsten der Zukunft den Genuss des Augenblickes".
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