Gedanken oder Fragen

01.07.2010 um 21:20 Uhr

Arbeiterkind und studieren

Arbeiterkind, ein seltsames Wort.
In der heutigen Zeit.
Es gab Zeiten, da waren die Arbeiter noch stolz darauf Arbeiter zu sein. Da wurden noch die Kesselklopper von Bloom und Voss besungen und die Ewerfahrer der Schuten. Längst schon gibt es sie nicht mehr. Sie gingen mit der Zitronenjette von dannen. Und der Stolz mit ihnen.
Heute klingt das Wort Arbeiter und Arbeiterkind schon fast anrüchig.

Kaum ein Wunder, wenn die doch die "Elite" in diesem Zusammenhang herablassend von "Bildungsfernen Schichten", wie sie sie nennen beliebt zu sprechen.
"Lohnabhängige" sagt man auch. So ist es nun einmal wenn man nicht von seinem Ererbten oder den Zinsen seines Guthabens leben kann.
"Lohnabhängig" und immer auf der Kippe ein "Hartzer" zu werden. Wenn man es nicht schon geworden ist.

Die Medien verbreiten gerne diese Story, dass die Kinder "Hartzer" werden wollen.
In der Schule schon lernen, wie man bei der Arge den Antrag auf Hartz IV ausfüllt und abgibt.
Aber das Medienbild bildet nicht die ganze Wahrheit ab.

Viele Kinder aus diesen Schichten sind ehrgeizig, wollen mehr erreichen, strengen sich in der Schule an, träumen von einem Studium.
Etwa jedes vierte Kind aus einem Nichtakademikerhaushalt schafft es, ein Studium zu beginnen.

Manchmal sogar gegen die Widerstände von zu Hause. Wo die Eltern diesen Wunsch, diesen Traum, vielleicht als Flausen ansehen.
Sagen, das Kind sollte lieber etwas ordentliches lernen als zu studieren.
Es nicht wirklich unterstützen, manchmal wohl auch nicht unterstützen können.

Und doch, es ist der Traum so manches Mädchen, manches Jungen, Tierarzt, Ingeneur, Lehrer, Rechtsanwalt etc. zu werden.
Schade wenn diese Träume begraben werden müssen, da die Unterstützung fehlt, man nicht weiss wie man sich diese Träume erfüllen kann.
Niemand einem helfen kann, bei der Suche nach dem geeigneten Studienplatz, oder, und das ist oftmals noch viel schlimmer, bei den Fragen wie das alles finanziert werden kann.

Zu Fragen der Finanzierung, Bafög, Beihilfen, Studienkredit, Stipendien, Studienplätze, Bewerbungen etc. gibt die Seite

studis-online.de *klick*

recht gut Auskunft.
Oder hättet ihr gewusst, das seit 2009 Studenten die Bafög als Studienbankkredit bekommen, auch Wohngeld beantragen können?
So etwas und vieles mehr könnt ihr auf der Seite erfahren.

Im Jahre 2008 grúndete sich eine Initiative, die sich zum Ziel setzte Arbeiterkindern bei Fragen zum Studium zu helfen, damit dafür zu sorgen, dass mehr Kinder aus diesen Schichten ein Studium beginnen.
Die Stiftung "Arbeiterkind" berät studierwillige Jugendliche persönlich. Hat in vielen Städten Aussenstellen, in denen man sich beraten lassen kann. Unter anderem in Berlin, Hamburg, Bochum, München, Dortmund, Kiel, Frankfurt, Mainz, Freiburg, Wiesbaden, Duisburg, Bielefeld, Hannover und Giessen.
Sie stellt auch Studienmentoren, damit das Studium zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann.

Nähere Informationen findet ihr auf der Seite

arbeiterkind.de *klick*

Dort findet ihr auch die Adressen und Telefonnummern der Ansprechpartner in eurer Nähe.

Über Rückmeldungen, wie nützlich diese beiden Seiten für euch sind, bzw. Erfahrungen mit der Hilfe durch arbeiterkind.de wäre ich sehr dankbar.
Viel Glück und Erfolg wünsche ich euch bei der Verwirklichung eurer Träume. Möge es gelingen.
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