Gedanken oder Fragen

25.02.2012 um 08:47 Uhr

Nils, wo bist du?

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges und allgemeines   Stichwörter: Nils, Blogigo, DUBIOSE, Werbung, Blogs, kotzt

Es kotzt mich an.
Aber sowas von.
Diese ganzen Medikamentenblogs mit ihrer dauernden Scheisswerbung und blöden Einträgen im Minutentakt.
Es scheint schon wieder Überhand zu nehmen und Nils scheint nichts dagegen zu machen oder es nicht zu bemerken.
So macht das bloggen keinen Spass, wenn man seine Einträge zwischen lauter Werbung für obskure Potenzmittel und anderen Arzneimittel oder Werbung für Spiele wiederfindet.;-((
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25.02.2012 um 06:27 Uhr

Den Tod aussperren

Aussperren kann man den Tod wohl nicht, er gehört zum Leben dazu.
Da ist nichts mit Tür zu machen und er bleibt draussen.
Selbst wenn wir es vielleicht manchmal gerne so hätten.

Unser Umgang mit dem Tod ist ein seltsamer.
Es wird nicht gerne über Gevatter Tod gesprochen. Meistens wird der Tod als Mann dargestellt, als Mutter Tod kommt er seltener daher.
Tröstlicher könnte der Tod vielleicht sein, wenn er in einer Frauenrolle daherkommen würde. Mutter Tod, die den Menschen in ihre warmen fürsorglichen Arme schliesst, um ihn zu seiner letzen Reise abzuholen.

Weit weg soll der Tod sein, ein Tabuthema in unserer heutigen Gesellschaft.
Und die Hinterbliebenen, sie stehen oft da mit ihrer Trauer, von der die meisten nichts hören wollen. Mit der Trauer, dem Leid des anderen nicht umgehen können oder auch nicht wollen.

In Hamburg Harburg will der Hospizverein ein Hospiz für Sterbende erbauen.
Dort im Grünen, in einer ruhigen Gegend, sollen sie ihre letzten Tage in schöner und angenehmer Umgebung verbringen können.

Einige Nachbarn wollen gegen den Bau des Hospiz klagen. Sie befürchten die Konfrontation mit dem Tod, Wollen keine Leichen oder Kraneknwagen vorbeifahren sehen. Glauben ihre Grundstücke würden dadurch einen Wertverlust erleiden.
Fordern zumindest einen Sichtschutz, eine Mauer um das Hospiz, damit sie das Elend nicht mit eigenen Augen sehen müssen. Schieben ihre Kinder vor, indem sie sagen, sie müssten ihren Kindern den Anblick dieser Einrichtung ersparen.

Mir erscheint dieser Umgang und dieses hinwegweisen von allem was mit dem Tod zu tun hat, sehr merkwürdig. Ja Unmenschlich sogar.
Auch Kinder werden schon mit dem Tod konfrontiert. Da sterben Haustiere, Verwandte, Grosseltern, wie will man all dieses von den Kindern fernhalten, ohne es ihnen zu erklären?
Bei den Hamstern oder Meerschweinchen greifen die Eltern manchmal zu einem Kunstgriff, kaufen eines in der Farbe des verstorbenen Tieres und tun so, als sei es dieses. Lügen das Kind an, ohne ihm die Chance zu geben, sein Tier würdevoll zu begraben, sich von ihm zu verabschieden.

Beerdigungen, Friedhöfe und Leichenwagen sind doch kein "BÄÄHHH", auch wenn man in unserer Gesellschaft leicht den Eindruck gewinnen könnte.
Ich begrub als Kind meinen Hamster, schaute aus dem Fenster meiner Schule genau auf einen Friedhof. Sah dort oftmals die Trauernden gehen, wenn sie ihren Verstorbenen die letze Ehre erwiesen. Ich fand als Kind da nichts unheimlich dran.
Die erste Tote sah ich mit vier Jahren, es war eine Wasserleiche, eine ertrunkene Frau, die angespült und von der Polizei geborgen wurde.
Wenn ich mit meinem Vater übers Land in Schleswig Holstein mitfahren durfte, war es ganz normal, damals, dass auf den Dörfern auf der Landstrasse manchmal ein schwarzer Leichenwagen fuhr. Es bildete sich eine lange Kolonne hinter den Trauergästen und anderen Fahrzeugen, da es sich nicht gehörte den Verstorbenen auf seiner letzten Reise zu überholen.
Die Leichenwagen damals waren meistens schwarzglänzende Mercedes Kombis, manchmal sogar mit einem Glasgehäuse über der Ladefläche, so dass man den Blumengeschmückten Sarg wunderschön sehen konnte.
Für mich als Kind hatte dieses etwas von Tod, Beerdigung, Trauer, aber auch von Schneewittchen, wegen deses prachtvollen Glassarges.

Heute aber will keiner mehr einen Leichenwagern sehen, am besten sie würden in Tarnfarben fahren und die Zeit einen Leichenwagen, der den Verstorbenen zu seinem letzten Ruheort bringt, nicht zu überholen, die würde sich heute auch noch kaum jemand nehmen.

Spiegel-Online/Widerstand gegen Hospiz *klick*
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