Gedanken oder Fragen

23.05.2012 um 17:09 Uhr

Neues Leben

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges und allgemeines   Stichwörter: Leben, Geburt, Stute, Fohlen

Ich durfte dabei sein.
Was heisst dabei sein, alleine stand ich in der dunklen Nacht am Pferdestall am Rande des Waldes, als die Stute ihr Fohlen bekam.. Tagelang hatte die Besitzerin schon gewartet, es musste bald so weit sein. Doch jetzt war ihr das Trinkwasser für die Pferde und auch ihr eigenes Essen ausgegangen.
So wollte sie schnell nach Hause fahren und Nachschub besorgen. Bat mich, ob ich mal eben eie Stunde auf die Stute aufpassen kann.
So stand ich dort in der Dunkelheit am Waldesrand, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet.
Die Stute schaute aus ihren Stall, begrüsste mich mit ihrem dicken Bauch.
Kaum waren die Rücklichter des Autos der Besitzerin in der Dunkelheit verschwunden, legte die Stute sich hin. Es geht los, dachte ich. Doch sie stand noch einmal auf, frass etwas, legte sich wieder hin.
Ich wollte sie bei dem Geburtsvorgang nicht stören oder aufschrecken, da sie mich ja nicht so gut kennt.
Leuchtete vorsichtig in ihre Richtung, sagte ein paar beruhigende Worte.
Langsam wurde etwas schwarzes zwischen ihren Hinterläufen sichtbar, das Fohlen, es kam. Dachte dabei an die Tierarztfilme, in denen häufig das Fohlen verkehrt liegt, an ihm gezogen wird, an schweissüberströmte Tierärzte, hoffentlich nicht so etwas.
Dann dachte ich an die Natur, sie wird es schon alles richtig machen, bei den Wildpferden sind auch keine Tierärzte dabei, wenn sie draussen im grünen ihre Fohlen bekommen. Die Natur hat es schon alles gut eringerichtet und die Stute, die Mutter, sie wird schon wissen was sie zu tun hat.
Hatte auch etwas Angst, sie könnte, wenn sie sich bewegt ihr Baby zerdrücken. Doch das tat sie nicht, sie war sehr vorsichtig.
Nach einer halben Stunde lag dann das schwarze Fohlen zwischen ihren Beinen, umhüllt von Teilen der Fruchtblase. Hatte ich so noch nie gesehen. Es reckte sein Köpfchen, welches von der Fruchtblase eingehüllt war. Wollte schon hingehen und eingreifen, sie entfernen, dachte sonst erstickt es noch. Hatte aber Bedenken, dass die Stute sich erschrecken könnte. Zum Glück reckte und drehte das Fohlen noch einmal seinen Kopf, die Mutter leckte daran und dieses Fruchtblasenteil löste scih vom Kopf. Puh, gutgegangen..;-)
Nach etwa 1 1/2 Stunden kam dann die Besitzerin wieder, freute sich, dass alles gut gegangen war. Rieb das Fohlen ab, entsorgte die Mengen an Fruchtblasenhaut, geriet noch einmal in Panik, da sie dachte, die Vorderhufe des Fohlen seien "verklumpt" und hängen in Teilen herab.
Dem war aber nicht so. die Hufe im Mutterleib haben eine Art Schutzballen, damit das Fohlen die Mutter nicht mit Huftritte im Leib verletzen kann.
Langsam versuchte das schwarze Fohlen sich aufzustellen, irgendwann stand es dann auch wackelig und schwankend da. Die Stute stand auch auf, leckte ihr Baby ab, es dauerte noch etwas, bis dieses die Zitzen der Mutter fand.
Eine Riesennachgeburt bzw. Mutterkuchen hing bei der Mutter herunter, da durfte sie nicht drauftreten, damit es nicht mit Gewalt herausgerissen wird. So band die Besitzerin die Nachgeburt hoch.
Alles sehr merkwürdig anzusehen und teils eben auch sehr blutig.

So durfte ich, der keine Ahnung von Pferden hat. das erste mal bei der Geburt eines Fohlen dabei sein.
Sehen, wie neues Leben die Welt betritt.
Einmal ist immer das erste Mal. Ich bin dankbar für dieses Erlebnis und hoffe dieses noch schwarze Fohlen wird ein schönes Leben haben und gross und kräftig werden. War bei seiner Geburt ja schon etwa im Stehen 1.20 Meter gross.

Noch nebenbei bemerkt, heute ist schon der dritte Tag mit sommerlichen Tagestemperaturen von über 30 Grad. Und das hier im Norden.
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