Gedanken oder Fragen

06.02.2009 um 16:34 Uhr

60 jährige Frau in Calgary bekam Zwillinge

Stimmung: gut

In Kanada brachte eine 60 jährige Frau Zwillinge zur Welt.
Der Kinderwunsch der 60 jährigen, indischer Abstammung, blieb bisher unerfüllt.
So liess sich die Dame in Indien Spendereizellen einsetzen. Jetzt brachte sie zwei Jungs, sieben Wochen zu früh, per Kaiserschnitt zur Welt.
Die beiden Babys müssen zur Zeit intensivmedizinisch betreut werden.

Ihr Geburtshelfer fragt sich, ob alles was machbar ist, auch gemacht werden sollte.

Da in Kanada Embryonen bei Frauen nur bis zu einem Alter von 45 bis 50 Jahren eingepflanzt werden dürfen, wich die Frau nach Indien aus, um sich dort die Spenderzellen einsetzen zu lassen.

Wir hatten hier gerade über die Mutter der Achtlinge diskutiert. Klar soll jeder machen, was er für richtig hält. Aber sollte die Frau dabei nicht auch an das Wohl der Kinder denken, die sie gebären will. Und ob dieses gegeben ist, bei einer Frau die mit sechzig Mutter von Zwillingen wird, ist doch etwas fraglich.
Auf der anderen Seite hört man auch von berühmten Vätern, die mit siebzig noch den Vaterfreuden entgegensehen. Sollte man da einen Unterschied machen, soll es den Frauen nicht vergönnt sein, auch im hohen Alter noch Mutter zu werden?

Mutter zu werden, indem die Natur überlistet wird, denn biologisch gesehen, hätte diese Frau wohl keine Kinder mehr bekommen können.

Da bleibt nur auf die Meldung zu warten:
101 Jährige bringt Drillinge zur Welt.
Nichts scheint heutzutage unmöglich. Dennoch,die Frage bleibt, sollte alles was möglich ist gemacht werden?
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. DieRoteZora schreibt am 06.02.2009 um 16:40 Uhr:so was muss man seinen kindern doch wirklich nicht antun ...
  2. Unbreakable schreibt am 06.02.2009 um 17:14 Uhr:Über diese Frage kann man sich streiten. Fakt ist aber, dass Menschen immer alles tun werden, was möglich ist - das liegt wohl in unserer Natur. Und wenn Menschen demnächst 120 werden, ist 60 doch noch ein annehmbares Alter zum Kinder kriegen. ;o)
  3. Hedera schreibt am 06.02.2009 um 17:28 Uhr:Mich macht es immer sprachlos, wenn ich lese, dass so alte Frauen Kinder bekommen wollen. Ich bin 42. Die Vorstellung nochmal ein Kind zu bekommen, für mich persönlich wäre das nichts, als Oma/Mama zur Einschulung zu gehen, den 18. Geburtstag evtl. schon in dementem Zustand zu erleben.
    Kinder halten jung, ob aber ein Zwillingspäarchen eine so alte Mutter verjüngt - das halte ich eher für eine Utopie.
    Die Belastung - der Stress- wie werden die Kinder aufwachsen und wie lange bei ihr? Hört sie ihre Musik, schämt sie sich nicht irgendwann im Kindergarten, wenn wieder jemand denkt, dass immer die Oma die süßen Kleinen bringt....und jeder beschämt zur Seite guckt, wenn sie erstnoch stolz erklärt, dass sie nicht Oma sondern Mama ist.....
    Für mich ist das egoismus. Wir werden immer älter, das ist wahr. Aber das es ein Zeitfenster für mögliche Schwangerschaften gibt, ist gut so. Die meisten Frauen genießen die Zeit, wenn die Kinder groß sind, man seinen Dingen nachgehen kann. Die Knochen werden müde, man ist im Alter evtl. relaxter als mit 30, aber auch nicht mehr so stressresistent. Und gerade noch Zwillinge.
    Ich kann mir kaum Argumente für eine Spätschwangerschaft vorstellen. Wenn Frauen mit 40 schon zur Risikogruppe gehören (gerade auch was das Down-Syndrom anbetrifft), wie sieht es da mit 60 aus????
    Aber das ist ja nicht die erste Meldung dieser Art. Es gab da doch auch die Italienerin, die mit 60 noch ein Kind bekam.....da hab ich auch nur mit dem Kopf geschüttelt....
    Und für alte Väter habe ich ebensowenig übrig!
    Ich hatte früher einen Kollegen, als ich in der Lehre war. Er war 18, seine Mutter früh an Krebs verstorben und sein Vater über 70 und dement. Er besuchte ihn am WE im Altenheim, seine älteren Geschwister waren weit über 30. Er hat mir leid getan. Schön war seine Kindheit sicherlich nicht immer.......nicht weil ich damit meine, dass alte Menschen ihre Kinder nicht lieben würden. Aber alles was ich mit meinen Eltern erlebt habe, das war für ihn von Anfang nicht drin. Sein Vater war schon seit Jahren krank und er mußte früh erwachsen werden um für sich selbst zu sorgen...Das hört sich vielleicht sehr nett an, aber ich im gleichen Alter, fand das nicht schön und tue es heute auch noch nicht!
  4. AngelInChains schreibt am 06.02.2009 um 18:23 Uhr:Wenn man bedenkt, dass die Kinder bei dem Alter der Mutter noch vor der Volljaehrigkeit schon Halbwaisen (oder, je nachdem, wie alt der Vater ist, auch Ganz-Waisen) sein koennten, ist das weniger schoen.

    Da ist halt die Frage, welches Wohl eines einzelnen Menschen wichtiger ist: Das der Mutter oder das des Kindes (ich haette eben fast "Muttertier" geschrieben O_o). Tatsache ist, es sind beides Menschen. Kein Mensch sollte mehr Wert sein, als ein anderer. Und genau da befinden wir uns nun mitten in einem Problem.

    Allerdings muss es nicht schlimm sein, wenn aeltere Menschen noch ein Kind bekommen, sofern sie sich in einem Alter befinden, in dem sie der Vorraussicht nach noch nicht so bald sterben sollten. (Andererseits kann natuerlich auch eine 30-jaehrige Frau ploetzlich versterben und dann sind die Kinder auch (Halb)waisen, egal, wie jung die Mutter bei ihrer Geburt war) Das Alter sagt schliesslich nichts ueber Qualitaeten aus.

    Es stimmt zwar, dass ich es nicht leicht hatte, mit einem Vater, der zu meiner Geburt schon ueber 40 war (und nach der Scheidung und dem Verlust der letzten Familie noch einmal eine neue gegruendet hat) - aber das lag vor Allem an der Diskriminierung durch Umstehende, die mit einer "die Familie ist unnormal"-Attituede auf einen zugehen. Diskriminierung at its best. DARAN sollte man arbeiten... Kann doch nicht sein, dass Kinder fuer was, wofuer sie nichts koennen, naemlich das Alter der Eltern, ausgegrenzt und dumm angepoebelt werden. Genau das passiert.
  5. Findus schreibt am 06.02.2009 um 20:54 Uhr:Ich denke die Natur hat nicht umsonst dafür gesorgt, das eine Frau unter normalen Bedingungen, nur bis zu einem bestimmten Alter Mutter werden kann. Meistens rächt es sich, wenn man wieder allem Wissen , Mutternatur ins Handwerk fuscht.
  6. Galahad schreibt am 06.02.2009 um 23:13 Uhr:Ich warte auf die Meldung "FünfzigjährigeR erwartet Drillinge" *hust*... (aber nee, den schwangeren Mann gab es ja kürzlich schon - der war, glaube ich, eine Frau, die sich umoperiern ließ und mittendrin dann schwanger wurde).

    Ich persönlich kann die Dreißigjährige, die nicht entscheiden wollte, welcher der acht Embryos überleben darf, noch verstehen - aber diese Sechzigjährige kann ich nicht verstehen! Soll sie sich doch lieber als Tagesmutter/-oma anbieten - viele junge Familien wären froh darüber.

    Da schließe ich mich mal dem Geburtshelfer an und frage mich, ob alles was machbar ist, auch gemacht werden sollte.
  7. sternenschein schreibt am 07.02.2009 um 01:32 Uhr:@Galahad, das mit dem 50 jährigen Mann, der Zwillinge bekommt, werden wir vielleicht auch noch erleben.;-)
    Die Mutter der Achtlinge sagte jetzt ja, sie hat sich als Kind schon immer ganz viele Kinder gewünscht, da sie so sehr darunter litt Einzelkind zu sein.
    Sie wollte eine riesengrosse Familie haben, um nicht mehr dieses Gefühl des Alleinseins zu haben.
    Sie ist ja ledig, und lebt bei ihren Eltern. Ihre Mutter sagt "wäre sie bloss Kindergärtnerin" geworden.
    Sie als Oma, findet 14 Kinder auch ein "wenig" viel.
    Ich stelle mir geade einen Kinderwagen für acht Kinder vor, denn irgendwie muss man ja auch mal mit den Kindern rausgehen können.
    Diese Frühchen Geburt, was ja alle acht sind, ist auch nicht so ohne für die Kinder.

    @AngelInChains,
    Im Grunde war dein Vater mit etwas über40 ja noch nicht so "betagt". Umso schlimmer dass man dann schon als Kind mehr oder weniger ausgegrenzt wird. Das sollte wirklich nicht sein. Und wenn es durch die anderen Kinder geschieht, dann haben die es ja auch von irgendwo her.
    Ein Kind kann doch niemals etwas dafür, welche Eltern es hat. Dieses sollte niemals und unter keinen Umständen Grund sein es irgendwie zu missachten oder auszugrenzen.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  8. sternenschein schreibt am 07.02.2009 um 02:05 Uhr:@DieRoteZora,
    zumal ich nicht annehme, dass die Embryonen von Fremdspendern stammen, denn ich glaube kaum dass man von einer sechzigjährigen noch Eizellen bekommen kann.
    Dann kommt zu ihrem Alter später noch hinzu, dass sie den Kindern sagen muss, sie sei nicht die richtige Mutter, das Mutter und Vater unbekannt sind.
    Womit ich nicht sagen will, dass Adoptiveltern keine guten Eltern sein können, aber in diesem Fall finde ich dieses noch erschwerend.
    @Unbreakable,
    Es stimmt, die Alterserwartung nimmt immer weiter zu. Meinst diese Frau ist in dem Sinne noch "jung"?
    Ich weiss auch nicht, ob die Wechseljahre heute erst später eintreten, als es früher der Fall war.
    Es gibt ja auch bei uns sehr viele Mütter, die noch zwischen 45 und 50 noch einen "Nachzügler" bekommen.
    Ich glaube insgesamt geht bei uns das durchschnittliche Alter der Erstgeburt ziemlich nach oben.
    @Hedera,
    denke auch, da wird zu wenig aufs Kind geschaut, sondern erst einmal auf sich.
    Man könnte im Alter von 40 noch vorbringen, dass man ruhiger geworden ist, sich nicht mehr so leicht überfordert fühlt, eventuell ist das finanzielle gesicherter, was einem Kind ja durchaus zu gute kommen könnte.
    Aber mit 60 und dann noch Zwillinge, da gebe ich dir recht.
    Es kann wunderschön mit Kindern sein, aber sie können auch stressen. Da hätte ich dann auch Bedenken.

    Etwas anderes ist es, wenn solch ein Fall einfach eintritt, aus irgendwelchen Gründen. Nicht wie hier gewollt.
    Denn ich habe in genügend Blogs von Menschen gelesen, die zumindest teilweise bei den Grosseltern aufwuchsen, aus diversen Gründen. Und davon schreiben, dass sie es dort sehr gut hatten. Sie ihrer Oma sehr dankbar sind.
    Ich würde auch nicht sagen, dass ältere Eltern die schlechteren sind. Das wäre zu pauschal. Sie können wohl auch sehr gute und sorgende Eltern sein. Eventuell sogar die etwas gelasseneren Eltern.
    Nur wie du sagst, ob es wirklich derart verjüngend wirkt, bleibt die Frage und ob man dem allen noch gewachsen ist.
    Allerdings sind auch sehr junge Eltern dem nicht gewachsen, wie man ja häufig genug sieht oder liest.


    @Findus,
    das sehe ich genauso. Es wird schon seinen Grund haben, weshalb es die Natur so eingerichtet hat. Ist ja im Grunde auch von der Natur so wie es ist, sehr gut eingerichtet.

    Liebe Grüsse
    sternenschein
  9. TheNicciPain schreibt am 07.02.2009 um 12:08 Uhr:Ich teile Findus' Meinung!

    Selber habe ich gleichaltrige Freundinnen, die nicht schwanger werden können. Sie denken über Adoption nach. DAS ist für mich der richtige Weg. Wenn ich keine Kinder bekommen könnte, dann würde ich adoptieren!!! Und nicht quer durch die Weltgeschichte düsen, um krampfhaft schwanger zu werden....
  10. Unbreakable schreibt am 07.02.2009 um 18:43 Uhr:Ich kenn die Frau ja nicht, sternenschein, evtl. ist sie ein junger Typ. Ich halte es aber für unmoralisch, den moralischen Zeigefinger zu heben, wenn wider seine eigene Moral in die Natur eingegriffen wird, selbes aber gutzuheißen, wenn es einem "in den Kram passt". - Das zu deiner Frage, ob alles gemacht werden sollte, was möglich ist. Wir Menschen experimentieren nunmal, das hat die Natur so eingerichtet - sonst hausten wir noch in Höhlen.
  11. AngelInChains schreibt am 07.02.2009 um 19:19 Uhr:Sternenschein, es ist traurig, aber ich glaube fast, die Feindlichkeit gegenueber "Unnormalem" ist "typisch Mensch" und wird sich somit durch alle Generationen bis zum Ende ziehen. Was wechselt, ist bloss, was als "normal" gilt. Somit werden immer andere Menschen als "unnormal" betrachtet und diskriminiert. So beispielsweise eben auch aeltere Eltern.

    Ich weiss es ja selbst noch, wenn an meiner Grundschule Sommerfest war und ich mit meinem Vater dort war. Da ist man dann mal anderen Eltern oder Lehrern begegnet und es wurde gleich gefragt, ob das mein Grossvater sei (natuerlich ist man mit etwas ueber 50 nicht unbedingt uebertrieben alt, wenn man mal vom Zustand ausgeht, wo ich schon ein paar Jahre an der Grundschule war; aber viele Eltern von Mitschuelern hatten ihr Kind eben schon mit 20 oder 22 bekommen und waren zu dem Zeitpunkt demnach knapp 30, wenn ueberhaupt). Meinen Vater stoerte das nicht, er korrigierte das dann eben. Ihn hat es gar nicht beeinflusst, aber ich hab dann bei der fragenden Person ein gewisses Entsetzen oder fast schon eine Art von Abscheu erkennen koennen. Ploetzlich waren sie gar nicht mehr so freundlich, wie vorher, und das Gespraech wollten sie dann auch nicht mehr unbedingt weiterfuehren. Denen stand fast auf der Stirn geschrieben "Die moegen wir jetzt nicht mehr, die sind UNNORMAL".

    Kinder haben seltener daraus ein Problem gemacht. Hoechstens die, die Eltern hatten, die den Kindern diese Denkweise aufzwangen. Andere, deren Eltern sich nicht drueber aufgeregt haben, haben es auch hingenommen und sich nicht dran gestoert. Denen kam es dann ungewoehnlich vor, aber ausgemacht hat es ihnen nichts. Das zeigt wieder, wie sehr die Meinung der Eltern die Kinder beeinflussen kann.
  12. TheNicciPain schreibt am 09.02.2009 um 07:40 Uhr:Es geht hier nicht um NORMAL oder UNNORMAL, sondern das Wohl der Kinder. Warum heißt es wohl, dass eine Frau ab 35 schon zur Risikogruppe gehört, wenn sie schwanger wird? Weil die Kinder vermehrt genetische Fehlbildungen aufweisen. Nehme ich es also bewusst in Kauf, wenn ich mit 60 schwanger werde, dass meine Kinder körperlich behindert sind? Na danke! Was wäre ich für eine Mutter, wenn ich meinem Kind nicht nur das Beste will?
  13. AngelInChains schreibt am 09.02.2009 um 17:31 Uhr:Es ging bei "normal vs unnormal" aber auch nicht um alte Muetter... Was eigentlich aus dem Gespraech ersichtlich sein sollte.
  14. Unbreakable schreibt am 10.02.2009 um 23:23 Uhr:Die Genproblematik greift dann hauptsächlich, wenn das "Material" alt ist. Da es sich um Spendereizellen handelt, ist das hier wohl nicht der Fall. Nur mal so.
    Ob es das beste für sein Kind ist, es öffentlich mit "Standortangabe" auszustellen, sei dahingestellt.
    War das jetzt `ne Beleidigung? ó.ò

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