Gedanken oder Fragen

18.08.2008 um 07:34 Uhr

Arbeitsamt will Kinder sicherstellen

von: sternenschein   Kategorie: Politisches   Stichwörter: Euskirchen, ARGE, Arbeitsamt, Kinder, sicherstellen, Scholz, Weise

Stimmung: gut

Eine Frau in Euskirchen hat zwei Kinder.
Die Kinder sind in einem Alter von 7 Monaten und 2 1/2 Jahren. Ihr Partner arbeitet vollschichtig, verdient aber so wenig, dass die Arge Euskirchen über Hartz IV das Einkommen aufstocken muss.

Im Gesetz ist geregelt, dass Müttern eine Arbeitsaufnahme erst bei Vollendung des dritten Lebensjahres ihrer Kinder zuzumuten ist.

Dieses interessierte aber das Arbeitsamt in Euskirchen herzlich wenig. Es lud die Frau zu einem Gespräch ein, natürlich unter Androhung einer Kürzung der Geldmittel bei Nichtfolgeleistung.

In dem Brief hiess es.:
behandelt wird u.a. die Sicherstellung der Kinder.

Ja, geht es noch? Wollen die Arbeitsämter jetzt schon die Kinder der Hartz IV Empfänger sicherstellen. Einfach weg demit, damit diese Mütter auch einen der begehrten Ein Euro Jobs ausüben können?

So oder ähnlich muss die besagte Mutter gedacht haben. Sie wandte sich in ihrer Not an das
Erwerbslosen Forum Deutschlands
Mitarbeiter des Forums wollen sie jetzt auf ihren Behördengang begleiten.

Selbst wenn die Formulierung des Arge Briefes vielleicht nur eine unglückliche war, so ist es dennoch ein Unding.
Ich frage mich, was Arbeitsminister Scholz (SPD) und der Präsident des AA Weise zu diesem Fall sagen. Denn sie sind die Verantwortlichen für das, was in den Argen geschieht und fabriziert wird. Sie geben die Vorgaben und Richtlinien heraus.
Oder soll jetzt schon wirklich mit Kindeswegnahme gedroht werden, wenn Mütter von Kleinkindern Hartz IV beziehen müssen?

Eine Kopie des Einladungsschreiben der Arge Euskirchen ist hier beim
Erwerbslosen Forum Deutschland *klick*
einzusehen.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. HApart1 schreibt am 18.08.2008 um 07:47 Uhr:vielleicht gab es da besorgte stimmen, die mutter würde ihre kinder nicht gut betreuen (;->)
    mutter in zwangsarbeit schicken und kinder wegräumen
  2. sternenschein schreibt am 18.08.2008 um 07:55 Uhr:Begründen könnten sie die Kindeswegnahme dann damit, dass vom Hartz IV Regelsatz für Kinder, die Mütter ihre Kinder nicht ordnungsgemäss versorgen können. Da dieser für eine ordnugsgemässe Versorgung mit gesunder Nahrung, Kleidung, Schulsachen, Kinderzimmereinrichtung etc. zu niedrig ist. ;-)
    Liebe Grüsse
  3. AngelInChains schreibt am 18.08.2008 um 08:04 Uhr:Ich hoffe doch, dass mit "Sicherstellung" eine Sicherstellung der Moeglichkeit zur Versorgung der Kinder gemeint ist. Aber anders verstanden wuerde ich es den Behoerden mittlerweile auch schon fast zutrauen.
  4. sternenschein schreibt am 18.08.2008 um 09:02 Uhr:@Angel,
    wenn sie schreiben:
    behandelt wird u.a. die Sicherstellung der Kinder
    würde ich es, bei wörtlichnehmen des Geschriebenen, eher als Kindeswegnahme auffassen.
    Da aber das AA dieses Recht ja garnicht hat, kann es im Grunde nicht so gemeint sein.
    Die Stadt Euskirchen hat übrigens eine eigene Internetseite auf der sie sich als "Stadt mit Gesicht" bezeichnet.
    Ein hässliches Gesicht, wie ich finde, was in diesem Fall zeigt.
    Ein Ruhmesblatt ist diese "Vorladung" für die Arge Euskirchen und auch für die Stadt Euskirchen wohl eher nicht.
    Der dortige Bürgermeister wird nicht sehr erfreut sein, wenn Euskirchen als Stadt der amtlichen Sicherstellung von Kndern deutschlandweit bekannt wird.
    Und er trägt auch Verantwortung, da er wohl Vorgesetzter eines Teils der örtlichen Arge ist.
    Da macht die Arge Negativwerbung für Euskirchen.
    Liebe Grüsse
  5. TheNicciPain schreibt am 18.08.2008 um 12:09 Uhr:Ich würde ja direkt wieder zum Chef des zuständigen AAs wandern, Presse ist ja offensichtlich schon dabei und dann direkt mit Anzeige drohen... das ist ja wohl das Letzte, was die abziehen!

    Mir wurde 2005 EMPFOHLEN, 3 Jahre mit Lilly zu Hause zu bleiben ... die Worte der Bearbeiterin: "...ist ja auch schöner und besser für Mutter UND Kind!"
  6. Arydale schreibt am 18.08.2008 um 15:09 Uhr:"Sicherstellung": Ich denke, dass es in diesem Fall um die Betreuungsmöglichkeit der Kinder geht und wie diese bisher aussieht und/oder erweitert werden kann um die Mutter möglicherweiße in Arbeit zu bringen. Extrem unglücklich ausgedrück, da hängt ein Beigeschmack an, der an "Sicherungsgewahrsam" erinnern mag. Möcht gar nicht dran denken wenn ich mit meiner o. g. Annahme Unrecht haben sollte.

    Fataler (wenn meine Annahme oben richtig ist) finde ich, das jemand Vollzeit arbeitet und man sich davon keinen angemessenen Lebensunterhalt leisten kann.

    Oft liegt es auch im Bereich des jeweiligen Sachbearbeiters und dessen aktueller Laune, wie was gehandhabt wird, und welche Folgen daraus entstehen.
  7. eineReisende schreibt am 19.08.2008 um 17:40 Uhr:Ich würde in diesem Fall von einem geistigen "Paragraphenhorizont" sprechen. Wahrscheinlich ist er nicht weiter als ein DIN-A-4-Blatt. *g
  8. Gast schreibt am 09.11.2008 um 11:43 Uhr:Schaut man sich mal die Satzstellung/Grammatik des Schreibens an, wage ich zu bezweifeln, dass dieses ein Behördenschreiben ist! Man sollte doch von Bediensteten des Landes/Bundes erwarten dürfen, dass Sie der deutschen Sprache mächtig sind! Wie peinlich!!!!
    Gruß
    ein Mitarbeiter einer Arbeitsgemeinschaft in Deutschland
  9. sternenschein schreibt am 16.11.2008 um 04:28 Uhr:Gallo gast, danke für deinen Kommentar.
    Die Satzstellung ist wirklich sehr merwürdig gewählt.

    @eine Reisende
    das ist durchaus anzunehmen, wenn es denn diesen geistigen Paragraphenhorizont gibt, dann muss er sehr beengt sein.

    Liebe Grüsse
    sternenschein

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