Gedanken oder Fragen

27.07.2010 um 04:18 Uhr

Autorin Brigitte Schwaiger tot

Eine recht kurze Meldung, und doch....
hat sie mich lange nachdenken lassen.

derstandard.at / Brigitte Schwaiger tot *klick*

Die Schriftstellerin Brigitte Schwaiger
geboren in Freistadt (1949-2010)
wurde in Wien tot aus der Donau geborgen.

Ihre bekanntesten Werke sind:
"Wie kommt das Salz ins Meer"
"Fallen lassen"

Die unter Depressionen leidende Schriftstellerin, scheint ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt zu haben.
Oftmals hielt sie es nicht mehr aus.
Meinte, wir psychisch Kranken werden von der Gesellschaft wie der letzte Dreck behandelt.
Schwaiger studierte zwei Semester Psychologie, Germanistik und Romanistik, bevor sie heiratete.
Nach ihrer Scheidung besuchte sie später die Pädagogische Akademie in Linz.

Ich weiss nicht, ob sie vor ihrem Tod noch einmal das Sacher besucht hat.
So wie sie es sich vorgenommen hatte, wenn sie es denn wüsste. Da sie dort einmal mit einer Gräfin verwechselt wurde.
Weiss auch nicht, weshalb sie nicht in den 49er einstieg, von dem sie sagte:
"Wenn man nicht weiterweiss, kann man einsteigen, hoch ins Spital fahren, dort wird einem dann geholfen".

Vielleicht hatte sie dazu auch einfach nicht mehr die Kraft gefunden, in ihrem Kampf, im ewigen lernen "auch mal egoistisch sein zu können".

Wie sie in einem Essay auf
derstandard.at
Reisen mit dem Neunundvierziger *klick*

schrieb.

Brigitte Schwaiger, möge sie ihre Ruhe und den Frieden mit sich selbst gefunden haben.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Bloomsbury schreibt am 27.07.2010 um 13:07 Uhr:Es ist irgendwie verkehrt, Leuten, die sagen, das kann ich nicht, einzubläuen, doch das kannst du, doch das kannst du. Damit peitscht man sie nur vorwärts, weiter nichts.

    Der Text mit der Neunundvierziger ist schön.
  2. Tinkerchel schreibt am 27.07.2010 um 21:21 Uhr:Also ich kenne diese Schriftstellerin nicht aber trotzdem schade!
  3. sternenschein schreibt am 28.07.2010 um 04:08 Uhr:Liebe Bloomsbury,
    ich finde auch diese Bemerkungen, dem müsste man mal ordentlich in den Arsch treten, oder auch wenn einige meinen, sie bräuchten immer jemanden, der dieses tut um voranzukommen, verkehrt.
    Alles was wir aus nicht freien Stücken tun, gegen unsere innere Überzeugung, wird wohl nicht richtig sein.
    Mag eine ganze Weile gut gehen, aber innerlich wird man es boykottieren, wohl auch nicht wirklich sein "bestes" geben.. Und letztendlich mündet es in einer Depression.
    Leider wird in unserer Gesellschaft da nicht viel Rücksicht drauf genommen, was dem einzelnen angemessen wäre.
    Hauptsache ist scheinbar er funktioniert.
    Bin bei solchen Einträgen immer lange am überlegen, ob ich sie so schreiben kann. Welche Auswirkungen es auf die Leser haben könnte, da hier ja auch einige sind, die sich ähnlich fühlen.
    So wie ich bei Serena las, die sich gerade heute morgen so fühlte, so unerkannt und unverstanden von der Gesellschaft, und sich erstmal den gefühlten Schmutz abduschen musste.

    Liebe Tinkerchel,
    ich glaube, du brauchst diese Schriftstellerin und ihre Bücher auch noch nicht zu kennen.
    Vielleicht später, denn einige Kommentatoren anderswo, sie hatten ihr Buch "Wie kommt das Salz ins Meer" im Unterricht der 9. Klasse gelesen und fanden es sehr gut, sowie nachdenkenswert. Da es von einer jungen Frau handelt, die sich nicht anpassen will oder kann und es daher sehr schwer hat.

    Ja, es ist traurig, dass diese Frau nicht mehr leben mochte. Es ihr nicht mehr möglich war mit der Welt um sich herum zurechtzukommen.

    Liebe Grüsse
  4. MIKE69 schreibt am 28.07.2010 um 07:46 Uhr:Auch mir ist diese Schriftstellerin unbekannt gewesen, aber auch ich sehe mittlerweile eine große Zahl der Selbstmörder als Opfer unserer Gesellschaft, nicht ihrer Krankheit. Der Aufschrei nach Robert Enkes Tod war letztendlich nur das schlechte Gewissen, welches mal kurz beruhigt wurde. Wirklich geändert hat sich nichts. Man wird ausgegrenzt, ärztliche Hilfe bekommt man nur schwer. Am liebsten würde man uns nur Tabletten hinterherwerfen, damit wir still sind und die Allgemeinheit nicht stören. Dieses hilft aber nicht, die Ursachen zu bekämpfen.
    Ich hoffe, die Robert Enke Stiftung kümmert sich zukünftig auch darum, dass mit Depressionen bei uns anders umgegangen wird.


    Gruß,
    MIKE69
  5. Amanita schreibt am 01.08.2010 um 19:19 Uhr:Kenne diese Schriftstellerin! In ihrem Roman "Ein langer Urlaub" beschreibt sie ihre Kindheit im Nachkriegs-Österreich und wie sie an diesen seltsamen Spanier geriet, mit dem sie dann verheiratet war. Ein Macho und Sadist! Aber depressiv klingt sie darin eigentlich nicht.
    Depressionen sind was Grausiges und Gespenstisches - kenne eine Menge Menschen mit Depressionen.
    @MIKE: Tabletten sehe ich im Fall von Depressionen nicht ganz so negativ, sie helfen am schnellsten. Ohne die würden Depressionen noch wesentlich mehr Opfer kosten.

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