Gedanken oder Fragen

13.06.2010 um 17:19 Uhr

Brauchen wir selbstbewusste Menschen ?

Wir brauchen keine selbstbewussten Menschen, was wir brauchen sind Menschen die funktionieren.

Zitat: Wolfgang in einem Kommentar auf netzpolitik.org

Dieses sagte ein Didaktiklehrer einer Erzieherausbildung zu Wolfgang..

Dieser Satz blieb bei mir haften.
Wenn die Erzieher so etwas lernen, es vielleicht sogar anwenden, dann gute Nacht.

Sollen da Menschen ohne Rùckgrat, ohne eigene Meinung, ohne eigenen Willen herangezogen werden?
Hauptsache sie funktionieren, fùgen sich ein und stören nicht. Pflegeleicht zu benutzen, willfährig und dankbar fùr das was ihnen zugeteilt wird.
Selbstbewusstsein, selbst denken und hinterfragen ist unerwùnscht.
Menschliche Automaten.

Ich hoffe, dass sich nicht allzuviele Erzieher, in dieser ach so schönen funktionellen Welt, diese Meinung des Didaktiklehrers zu eigen machen.

PS.: Der ursprùnglliche Link zu Opalkatze war ein Missverständnis in der Urheberschaft des Zitates.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. ameparia schreibt am 13.06.2010 um 18:24 Uhr:Gehen wir nach Durkheim, gibt es in einer modernen Gesellschaft eine hohe Individualität, wobei das heißt, dass jeder seine Rolle hat, die er in der Gesellschaft übernehmen muss, damit sie funktioniert (basierend auf der Arbeitsteilung). In sofern würde ich dem Didaktiklehrer zustimmen: jeder Mensch braucht eine Rolle in dem großen Ganzen, aber von "funktionieren" würde ich nicht reden. Ebenso wenig würde ich sagen, dass das die Aufgabe von Erziehung ist. Jeder vernünftige Pädagoge müsste da erstmal nachfragen, was genau gemeint ist und im Ernstfall dagegen wettern.
    Aber, selbst wenn man "individuell" ist und seine Rolle übernimmt, kann man zugleich mündig sein und das ist m.E. eigentlich die Aufgabe von Erziehung: Hinführung zur Mündigkeit.

    Funktionieren im Sinne von "die Rolle in der Gesellschaft übernehmen, damit sie funktioniert" ist wichtig, aber m.E. nicht das erste Ziel der Erziehung, das ist Mündigkeit.


    Falls es dich interessiert: "Erziehung nach Ausschwitz" von Adorno, ein Aufsatz in "Erziehung zur Mündigkeit". Wirklich sehr schön.
  2. Amanita schreibt am 13.06.2010 um 19:04 Uhr:Klingt scheußlich, was dieser Lehrer da sagt - aber endlich hat mal einer ausgesprochen, was wir als Schüler lediglich gespürt haben. Die Schule bereitet auf eine Geschäftswelt vor, die an Individualität nur insofern Interesse hat, als die Leute in der Lage sein sollen, unterschiedliche Rollen zu übernehmen (vor allem: viele unten, sehr wenige oben). Ansonsten sollen wir das Gleiche tun - nämlich arbeiten, Steuern zahlen, für Nachwuchs sorgen und zu allen Zumutungen möglichst die Klappe halten.
  3. Muffin schreibt am 13.06.2010 um 21:16 Uhr:Ich denke, also bin ich... selbstbewusst und nicht funktionierend, nur weil es irgendjemand so will. Und das sollte auch niemand anderes tun.

    Liebe Grüüüße^^
  4. aloneone schreibt am 14.06.2010 um 06:43 Uhr:Hat er das wirklich so gemeint, wie es rüberkommt? :-(
  5. Yaimm schreibt am 14.06.2010 um 14:25 Uhr:Für die Wirtschaft ist das natürlich ein feine Sache, ähnlich wie bei den Japanern, die brav und ohne Widerworte für einen Hungerlohn ihre Arbeit verrichten, die bei manchen Arbeiten nicht miteinander sprechen dürfen, sondern stumpf das tun, wofür sie bezahlt werden.


    Disziplin und Gehorsam... mag funktionieren, aber nicht bei Europäern, da waren vor ein paar Jahrzehnten schon andere da, die das versucht haben.
    Wir sind Menschen und wollen es auch bleiben.

    Ich persönlich bin damit, daß ich "funktionieren" kann und meine Meinung trotzdem laut ausspreche, immer gut gefahren - natürlich auch angeeckt - und ich werde mir das auch niemals nehmen lassen.
    Meine Tochter zeigt in ihren jungen Jahren das gleiche Rückgrat, was mir sehr gut gefällt, in meiner Erziehung wird eigene und freie Meinung unterstützt.
    Und zum Glück hat mir das keiner vorzuschreiben, kein Wolfgang und auch sonst niemand.
  6. aenne schreibt am 14.06.2010 um 17:11 Uhr:Hallo sternenschein,
    gibt es sowas wie Gedankenübertragung? Mich hat das Thema Erziehung heute bewegt und du hast auch darüber geschrieben, wie ich jetzt eben lese. Ich habe als Mutter geschrieben, aber leider mußte auch ich feststellen, dass unsere Pädogogen nicht immer pädagogisch wertvoll arbeiten. Ich hab schon manchesmal mit den Lehrern meiner Kinder gesprochen, weil ich selbst der Meinung bin, dass gerade die Kinder gestärkt werden müssen, die zu ihren Fehlern stehen. Aber so wie mancher Erzieher/Lehrer arbeitet, steht wirklich nur das Funktionieren im Vordergrund. Damit werden automatisch Unehrlichkeit , Egoismus und vielleicht auch Mobbing gefördert.
    Herzlichst aenne

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