Gedanken oder Fragen

15.01.2010 um 17:10 Uhr

Das kleine Mädchen, welches hinter der Mauer sitzt

Nicht gewollt zu sein ist ein schlimmes Gefühl.
Auch um die Liebe zu kämpfen, immer und immer wieder, und sie dennoch nicht zu bekommen.
Im Gegenteil, anstatt Liebe und Zuwendung zu erhalten, nur auf Ablehnung zu stossen.

Entweder man zerbricht daran, oder man wird hart, verzichtet auf die Liebe und zieht Mauern hoch, hinter denen man sich verbirgt.
Aus Angst wieder und wieder verletzt zu werden.
Wird zur kleinen Rebellin, zur kleinen Revoluzzerin, verbirgt sich dahinter, nur um nicht mehr verletzt zu werden.

Und so geht man dann ins Leben. Fest ummauert, irgendwie frierend, denn hinter diesen Mauern ist es oft sehr kalt.

Keine Gefühle zeigen, alles auf Abstand halten damit es einen nicht trifft. Und doch...

Sid87 fragt sich, weshalb sie gerade jetzt anfängt darüber zu schreiben, über ihren Seelenzustand. und sie sagt:

"Vielleicht ist bloggen die einzige Chance für das kleine Mädchen, das weinend hinter der Mauer sitzt um jemals gehört zu werden."

Und ja, ich sehe dieses weinende kleine Mädchen hinter ihren Mauern, hinter der kleinen Revoluzzerin. Beim bloggen lassen die Mauern doch hin und wieder das eine oder andere hindurchscheinen, von dem was sich dahinter befindet.


Wie es dazu kam, dass Sid diese Mauern hochzog, sich von den Eltern ungewollt fühlte, wo sie doch nichts mehr als nur deren Liebe wollte, könnt ihr
hier bei Sid87 /Warum? nachlesen *klick*


Die Geschichte des kleinen Mädchens, welches hinter der Mauer sitzt und weint.
Mit dem Gefühl, dass niemand dieses weinen hört oder zur Kenntnis nimmt, da die Mauern so grenzenlos fest und stark sind.

Verlorene oder als Kind nicht bekommene Liebe kann man nicht zurückholen, und doch schmerzt es noch lange darauf verzichtet haben zu müssen.
Dieses wissen viele hier, wie zum Beispiel 1Mishou, Mockingbird, Suizideangel, Inge, Jule87, Maria_Hilf und noch sehr viele mehr, wie ich hier lesen konnte.
Jeder hat versucht auf seine Art damit umzugehen, und doch ist etwas verloren, was man niemals mehr zurückbekommen wird.
Sind die gebauten Mauern dann ein Schutz, oder hindern sie eher am wirklichen Leben, welches niemals frei sein wird von Enttäuschungen.
Aber auch nicht von schönen Dingen, die diese Mauern vielleicht nicht an uns heranlassen.

Das war die Geschichte, des kleinen Mädchens welches weinend hinter der Mauer sitzt und sich wünscht doch gehört zu werden.
Sie spielt sich tagtäglich immer und überall wieder neu in diversen Variationen ab.
Das kleine Mädchen, welches doch nur Liebe sucht und sie nirgends findet, da die Mauern so unendlich hoch sind.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 15.01.2010 um 18:52 Uhr:Man muss sich keine allgemeine Mauer bauen. Also, nicht zwangslaeufig... Natuerlich sind alle Menschen anders und bei einigen scheint es unumgaenglich, diesen Weg zu gehen, denn sie sind einfach so, dass dieses passiert.

    Klar, diese Nicht-Anerkennung durch die Eltern, die kann man nicht rueckgaengig machen. Aber man leidet nicht allzu sehr darunter, wenn man sich einfach auf andere Dinge konzentriert - zB den Partner, wenn vorhanden. Die Eltern sterben altersgemaess eh bald, den Partner hat man laenger (im "idealen" Fall, wenn man etwas von langen Partnerschaften haelt).

    Ich denk mir immer, vergangen ist vergangen. Man muss das beste aus dem machen, was man noch erreichen kann, und die Vergangenheit kann man eben nicht mehr beeinflussen. Statt sich also immer nur damit zu blockieren, sollte man schauen, was sich sonst so machen laesst.

    Ansonsten gilt fuer mich auch: "Wenn eines nicht gut laeuft, konzentriert man sich auf etwas anderes". Klar, die Beziehung zur Familie gilt als elementar, aber ich muss fuer mich persoenlich sagen, ich verstehe das eh nicht. Ja, so lange man dort lebt, sind das die Leute, mit denen man am meisten zutun hat, aber wenn man dann erstmal draussen ist, und mit denen evtl gar nichts mehr zutun hat? Wieso versteift man sich so, dass sie wichtig seien? Mir sind die Leute wichtig, mit denen ich zutun hab, und wenn das nicht die Eltern sind, weil ich die nie sehe, dann sind eben andere Leute fuer mich wichtig. Partner, Freunde, usw. Das ist fuer mich die Familie, nicht, wovon man genetisch abstammt.

    Und selbst, wenn man keine "Ersatzfamilie" hat: Die Welt ist so vielfaeltig. Es gibt Milliarden von Dingen, die man tun kann. Wenn ich merk, ich komm irgendwo nicht weiter, absolut gar nicht, und ich kann es auch kaum aendern, dann such ich mir was Anderes. Man muss nicht immer einem "Familiengefuehl" hinterher rennen, oder nach "Liebe" suchen. Wenn man merkt, da klappts nicht, wieso sucht man weiter? Nur, weil "alle" das tun? ;) Logisch gesehen: Wenn ich merk, familiaer geht nix, aber ich kann gut singen, haekeln oder meinentwegen auch kochen, wieso konzentriere ich mich dann nicht auf Letzteres? ;) Ich persoenlich tue das leider zu oft *l* Wenn ich merk, es geht im Studium nicht weiter, dann singe ich oder zeichne was, fuehl mich gut, aber im Studium bringts mich halt nicht weiter ;)

    Ja, ich kenne das, was oft gesagt wird, biologisch, psychologisch, ethnologisch, soziologisch... Die Wichtigkeit der Familie. Aber das basiert alles auf Regeln, die sind starr und traditionell. Interessanterweise hab ich gerade gestern einen Blogeintrag geschrieben (aber noch nicht veroeffentlicht), der genau das behandelt - wie Wissenschaften glauben, Dinge seien natuerlich und selbstverstaendlich, dabei sind sie vielleicht gar nicht naturgegeben, sondern man glaubt das nur, weil eben "alle" das machen - aber nur aus Gewohnheit/Tradition heraus, weil man seit Generationen allen *einredet*, dass das natuerlich sei...

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