Gedanken oder Fragen

09.03.2011 um 07:08 Uhr

Das soll Erziehung sein?

Stimmung: gut Sonne scheint

Sitz still! Nerv nicht!
Du bringst mich nochmal ins Grab! Wenn Erwachsene reden, haben Kinder ruhig zu sein. Dir gehört, was du siehst, wenn du die Augen zu machst. So lange Du die Füsse hier unter den Tisch steckst, hast Du zu machen was wir dir sagen.
Wenn du noch einmal so bist, hab ich dich nicht mehr lieb.

Ja, mit diesen Worten wurden Kinder vor nicht langer Zeit *erzogen*, und vielleicht zum Teil heute noch..ich denke diese Liste liesse sich fortsetzen.
Vielleicht fällt Euch ja noch etwas ein.
Dann können wir die Sätze - sammeln - und endlich alles über Bord schmeissen.
Ich frage mich, wie die Menschen heute wären, wenn es diese unseligen Sätze nicht gegeben hätte. Mit Sicherheit, freier, selbstbewusster und gesünder.
Einen schönen Tag Euch, und werft den Ballast ab, wenn ihr denn noch welchen mit Euch herumtragt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Kurai_chan schreibt am 15.03.2007 um 14:33 Uhr:Ich will doch nur das Beste für dich, Kind!

    *argh*
  2. angelmagia schreibt am 15.03.2007 um 14:33 Uhr:Ja hab ich früher auch öfter so Sätze gehört.... Nicht so toll...

    Dann sowas wie "Du bist nur nett, wenn du was willst!"
    "Sprich in nem normalen Ton mit mir!"
    "Dein Papa nimmt dich eh nicht auf, wenn du ausziehst"
    "Mir egal, wohin du gehst, kannst auch auf der Strasse schlafen..."

    Sowas, was ich mir teilweise anhören durfte ... Bzw manchmal auch noch heute.. Teilweise
  3. koschtschej schreibt am 15.03.2007 um 14:43 Uhr:Ich glaube, diese dämlichen Sätze gibt es heute auch noch! Schrecklich! Auch gruselig, die Einstellung, dass Teller unbedingt leer gegessen werden müssen. Dem ist schon so manche Essstörung entsprungen...
  4. NoZi schreibt am 15.03.2007 um 14:43 Uhr:und soll ich euch was sagen ... so lange diese generation noch da ist, wird sich das auch nicht so schnell ändern.

    die lieblingssätze meiner schwiegerfamilie lauten nämlich: uns hat das auch nicht geschadet - wobei ich mir ernsthafte kommentare verkneifen muss!

    was wir uns nicht alles anhören durften, wegen mangelnder erziehung unserer kinder:

    dem gehört mal richtig der arsch versohlt!
    da gibt es gleich was hinten drauf!
    man muss kinder auch mal schreien lassen! (als kommentar zu den nächtlichen stillorgien unseres jüngsten!)
    das hätte es bei uns nicht gegeben! (dafür wahrscheinlich ne ordentliche tracht prügel!)

    allerdings muss man wirklich aufpassen, in wie weit man sich die erziehung aus der hand nehmen lässt ... hinterher ist man meistens klüger :)
  5. sternenschein schreibt am 15.03.2007 um 14:44 Uhr:Es wird gegessen was auf den Tisch kommt..
    aufessen, sonst gibt es morgen Regen..
    spaeter: Musst du denn soviel essen.
    Du sollst es doch mal besser haben als wir.
    Wenn ich mit dir rede, dann hast du mich anzugucken.

    Oh, ihr lieben, es kommt mir so vieles bekannt vor..
  6. Kurai_chan schreibt am 15.03.2007 um 14:45 Uhr:Dass aus den Essenssprüchen Essstörungen entstanden sind, kann ich voll und ganz unterschreiben. Leider.
  7. Einhornfee schreibt am 15.03.2007 um 16:49 Uhr:"In deinem Zimmer können wir auch gleich einen Untermieter einziehen lassen, dann bekommen wir auch wenigstens Geld dafür, dass jmd unser Zimmer blockiert"
    auch ein Spruch den ich schon hab zu hören bekommen
  8. Halleluja schreibt am 15.03.2007 um 17:33 Uhr:hab es gehasst, bei jeder aufforderung etwas zu tun (eigentl ein Befehl), immer laut und deutlich JA sagen zu müssen, statt einfach nur zu nicken. war ersteres der Fall, hieß es "hast du mich gehört?" .... nee quatsch, ich steh ja auch nur en Meter weg!!

    sagt mein Vater heute noch, wenn ich nasche: "Na das gibt was auf die Hüften!".... :P
    der nascht doch selber, und zwar heimlich, nachts :)

    das mit dem Aufessen des Tellers kann ich auch nur unterschreiben. wenn ich als Kind mit meiner kleinen cousine bei meiner Oma war, bekam sie immer was zu hören, weil sie nicht so "schön" gegessen hat wie ich. Was kam ich mir da jahrelang blöd vor.
    und jetzt wird gesagt, dass ich zwar nicht dünn bin, aber "es geht noch".... häää??
    und dabei bin ich ganz normal...

    ne bekannte darf sich von ihrer oma auch immer anhören, dass sie ja viel zu fett ist! so nach dem Motto, was soll in diesem Leben eigentlich noch aus dir werden?? boah, nee.

    ja... und dann noch , wie Kurai_chan schon erwähnte, die wohl beste Ausrede für Ausrutscher,: "Ich will doch nur ein Bestes".... oder auch "Ich will dich doch damit nicht ärgern!"
  9. rougenoir schreibt am 15.03.2007 um 17:49 Uhr:Wie wär es mit: "Andere Kinder haben nichts zu essen, und du lässt das stehen" oder so ein Blödsinn. Ich weiß zwar nicht, ob ich sowas gehört habe, aber mein Unterbewusstsein sagt mir immer, ich würde jemanden kränken, wenn ich sein Essen nicht aufesse. Umbekehrt bin ich allerdings auch nicht gut darauf zu sprechen, wenn man es nicht achtet, wenn ich gekocht habe ... es geht doch immer weiter, wenn auch unterbewusst.
    Und dann muss ich mir dauernd anhören, ich wäre zu dick ... dauernd von meinem Bruder, von irgendwelchen Cousinen, Tanten und sonstwas, aber dann wollen sie einem immer Essen andrehen, wo ist denn da die Logik?!

    Was ich noch sehr schlimm finde, ist, wenn irgendwelche Erwachsene oder nicht erwachsene einem erzählen wollen, aus welchen Gründen man was tut, oder, dass man irgendetwas mit Absicht tut ... was aber nicht zutrifft, und dann hören sie so lange nicht damit auf das zu behaupten, bis man aufgibt.

    Oder aber, wenn sie schon vorher wissen wollen, was man tun wird ... *arrrgh* ... das sind jetzt nicht direkt Sprüche, aber genauso großer Mist, und das kommt nichtmal nur bei Eltern und Großeltern vor ... überall.
  10. TEDDYGIRL schreibt am 15.03.2007 um 17:52 Uhr:Ich könnte da auch noch den einen oder anderen Spruch anbringen...
    Viel schwieriger allerdings ist es den Ballast wirklich einfach abzuwerfen,daß geht nämlich nicht so einfach,wie es sich anhört. Es kommt immer wieder retour,durch verschiedene Situationen,und schon hängt man wieder drin im Gedankensumpf.Da braucht man nur einkaufen gehen,und hört wie ne Mutter mit ihrem Kind schimpft.Ich glaube wir könnten Bücher darüber schreiben...
  11. rougenoir schreibt am 15.03.2007 um 17:53 Uhr:Und die gibt es darüber auch schon zu Hauf ... oder aber über die Probleme, die deswegen entstehen.
  12. Kikilein schreibt am 15.03.2007 um 20:09 Uhr:Ich bekomme sogar noch in meinem Alter Sätze wie: In deinem Alter hätte ich das früher nicht machen können. Da hätte meine Mutter mich bis in die Nacht ausgeschimpft.
    Oder: Ich will dich nur vor Fehlern bewahren.
    Oder: Kind, (ich bin 25 aber na ja) ich will nur das Beste für dich. Ich glaube diesr Satz wird bei der Geburt des ersten Kinder bei der Mutter reinprogrammiert :o)
  13. Paulinchen schreibt am 15.03.2007 um 20:13 Uhr:Schöne Sprüche kennen wir aber alle oder zumindestens von unseren Omas. Meine Mutter konnte sie wohl selber nicht ab und hat sie weniger gebraucht. Ich versuchte es, sie nicht zu gebrauchen. Ob es mir gelang, will ich gar nicht beurteilen.
    Aber am allerschlimmsten ist die Tatsache, wenn deine Schwiegermutter dir erklärt, "da hat er was mit dem Gürtel bekommen, hatte er aber verdient". Und du bist vollkommen geschockt und sagst: "Nichts rechtfertigt diese Strafe."
    Oder du sitzt vor einem Direktor wegen der Kinder in der Klasse deines Kindes und bekommst zu hören "ich kenne doch seinen Vater, also eine richtige Tracht kann der mit Sicherheit verabreichen". Bitte?
    Und nicht vergessen, es ist noch nicht so lange her, da waren Prügelstrafen per Gesetz noch erlaubt.
  14. sternenschein schreibt am 15.03.2007 um 21:35 Uhr:Ja, in der Schule wurden die Pruegelstrafen ja in den 70ern abgeschafft, aber zu Hause ist es erst seit einigen Jahren verboten.
    So wurde noch ein Vater freigesprochen, der sein Kind mit einem Sand gefuellten Stueck Gartenschlauch verpruegelt hatte.
    Es sei im Rahmen der Erziehung gewesen und keine Koerperverletzung, lautete das Urteil.
    Zum Glueck ist das ja jetzt verboten und vor allem ebenso die seelischen Demuetigungen.
    Nur leider halten viele sich da nicht dran.

    Mit den ganzen ueblen Saetzen, den Ballast abschmeissen..
    Ich habe vor laengerer Zeit mir diese Saetze, die ich zu hoeren bekam aufgeschrieben. Es wurden drei DIN A4 Seiten..da war dann allerdings auch dabei:
    Bei Rot geht man nicht ueber die Strasse!
    Habe mir die aufgeschriebenen Saetze immer mal wieder betrachtet, darueber nachgedacht, ob sie in meinem Leben noch Gueltigkeit haben sollten, ob sie sinnvoll sind..alles was dieses nicht war, habe ich durchgestrichen..es hatte fuer mich keine Relevanz mehr, war nicht mehr gueltig.

    So habe ich vieles von dem Unbewussten, wonach ich aber doch manches Mal handelte, ganz bewusst ueber Bord geworfen.
    Denn nur was Bewusst wird, koennen wir aendern, Wenn hingegen es nur diese leisen Stimmen der Eltern, Lehrer und anderer in uns sind, die wir garnicht wahrnehmen, die uns aber am Leben hindern, dann koennen wir das deken nicht abstellen.
    Solange nicht, bis wir diese Einfluesterungen in uns an die Oberflaeche holen. Um frei entscheiden zu koennen, wie wir handeln.
    Es ist mir einigermassen gelungen..mich von diesen Einfluesterungen zu befreien..hoffe ich jedenfalls.


    Nur eben, sie begleiten uns ein ganzes Stueck unseres Leben..und nicht gerade zu unserem besten.
    Und was noch dazukommt, das Eltern, auch heute noch, sehr haeufig wollen, das ihre Kinder das ihnen nicht ermoeglichte Leben leben. Das sie das machen sollen, was die Eltern nicht geschafft oder erreicht habe.
    Und manchmal sind sie wohl auch neidisch, wenn die Tochter freier leben kann, als die Mutter es konnte.
    Mehr Moeglichkeiten besitzt als sie frueher.
  15. Paulinchen schreibt am 15.03.2007 um 21:51 Uhr:Nun der Wunsch, dass es den Kindern besser gehen möge, der ist nicht falsch. Der Wunsch, dass sie etwas aus ihrem Leben machen und die Ohnmacht, wenn sie es mit den Argumenten abtun, es wäre ihr leben, ist schon schrecklich. Zumal es für Kids dann ein Freibrief ist, eben nicht das zu tun was möglich wäre. Grade wenn man selbst mit seinem Leben nicht so zufrieden ist, ist der Wunsch für die Kinder vorhanden. Das ändert natürlich nichts daran, dass man Verantwortung abgeben muss und bestimmte Erziehungsmethoden einfach falsch sind. Dass man aus Ohnmacht und Überforderung in alte Verhaltensmuster zurückfällt, ja, das passiert. Man kann darüber reden. Letzten Endes wissen sie es selber. Überfordert sind viele Eltern (s. die Sendung mit der Erziehungsnanny, Erziehungscamps). Worin die Gründe liegen kann man lange spekulieren. Ändern wird man es erst, wenn man die Ursachen erkennt und behandelt. Erziehungscamps finde ich persönlich für eine ganz fürchterliche Einrichtung, die Kinder werden an ihre Grenzen geführt - wodurch - durch Isolation, Disziplin (du redest nur, wenn ich es erlaube). Worin besteht darin der Sinn? Aber solche Sendungen werden publiziert und das brave deutsche Volk findet das toll.
    Fakt ist, dass wohl unsere Gesellschaft an sich krank ist. Sonst wären die Auswüchse nicht so groß oder?
    Je mehr und je öfter ich mich hier umsehe, je mehr erkenne ich das.
    Wir sind in einem Alter, sicherlich haben unsere Eltern fFehler gemacht. Welche Eltern machen die nicht, es gibt keine Richtlinien für Menschen. Nirgends. Aber uns nur darauf orientieren und damit argumentieren, bringt uns letzten Endes nicht weiter.
  16. sternenschein schreibt am 15.03.2007 um 22:32 Uhr:Fuer mich bedeutet Erziehung ein foerderndes Begleiten.
    Klar wollen wir das unsere Kinder es gut haben, aber koennen wir ihnen deswegen unseren Weg, den wir fuer richtig halten ueberstuelpen.
    Wenn ich dann hier in einem Blog lese, das eine junge Frau, die ein Fach studiert, welches sie garnicht studieren moechte, ueberlegt ob sie sich umbringen soll.
    Ob ihr Vater dann merkt, das sie diese Richtung garnicht gehen wollte, sie aber nur einschlaegt, weil ihr Vater es so wuenscht.
    Das ist doch schrecklich und besser, ausser vielleicht finanziell, geht es ihr damit auch nicht.
    Ein ganz grosses Manko ist wohl dass nichtverstehen der Kinder. Die sich dann so unendlich allein gelassen fuehlen. Wenn keiner auf sie eingeht und nur Forderungen gestellt werden. Sie fuehlen sich oftmals nicht nur unverstanden, sie sind es auch...und ja, auch manchmal ungeliebt..
    danke fuer eure aufschlussreichen Kommentare..
  17. Paulinchen schreibt am 15.03.2007 um 22:49 Uhr:Du bist aber heute wirklich fleißig, lieber Sternenschein ;-)
    Natürlich ist es falsch, den Kids eigene Lebensinhalte aufzudrücken. Wie die aus dem Sport bekannten Eiskunstlauf-Mamis. Kinder sollen das lernen und damit spielen, was sie gerne möchten.
    Dass sich Kinder unverstanden fühlen, ist traurig. Wir haben uns - oft - unverstanden gefühlt. Im Übrigen versteht mich meine Mutter heute auch noch nicht, ist wohl der Mensch, der mich am Wenigsten kennt. Nun ja... Wir haben es in der Hand, es zu ändern.
    Liebe Grüße
  18. rougenoir schreibt am 16.03.2007 um 00:37 Uhr:Ah, diese Erziehungscamps Marke Amerikaprodukt! Grausam! Die wollen mit Gewalt irgendwelche Jugendlichen ändern?! Mein Gott, ERziehungsmethoden aus dem Mittelalter. Übelst.
  19. zartgewebt schreibt am 16.03.2007 um 12:31 Uhr:Hm...Der "FINGERZEIG" geht anscheinend immer nur in die gleiche Richtung....

    Auf "SICH SELBST" zu zeigen fällt da schon wesentlich schwerer....

    LG zartgewebt
  20. rougenoir schreibt am 16.03.2007 um 18:33 Uhr:Genau, ändern können uns die Eltern nicht mehr, das müssen wir schon selbst tun.
  21. TheNicciPain schreibt am 09.03.2011 um 19:38 Uhr:Uff, lese ich richtig? Hier hatte anscheinend jeder Kommentator eine schlechte Kindheit (bezogen auf die Sätze, die man zu hören bekam) ???

    Natürlich ist 'Essen bis der Teller leer ist' Quatsch! Wurde mir nicht gesagt, gebe ich auch nicht so weiter .. ABER: manche Kinder sind derart schlechte Esser, dass man sie permanent zum Essen anhalten muss, da sie es sonst schlicht vergessen. Oder damit Spielen.

    Natürlich geht am NICHT bei Rot über die Straße! Die Ampeln wurden nicht umsonst erfunden.

    Natürlich hätte es gewisse Dinge früher nicht gegeben. Aber da hat es die dusseligen Ansagen von Tanten, Omas, Eltern etc. auch nicht gegeben. Den Klugschiss mein ich ..

    Es ist immer alles relativ. Was, wenn Eltern o.ä. es WIRKLICH BLOß GUT MIT EINEM MEINEN??? Was ist DARAN verkehrt???
  22. ameamagao schreibt am 10.03.2011 um 14:03 Uhr:
    TheNicciPain:
    Es ist immer alles relativ. Was, wenn Eltern o.ä. es WIRKLICH BLOß GUT MIT EINEM MEINEN??? Was ist DARAN verkehrt???


    Sternenschein hatte in einem Kommentar geschrieben, er hat sämtliche Kindheitssätze mal für sich gesammelt und ist dann Satz für Satz durchgegangen, was heute noch Gültigkeit für ihn hat (bei rot nicht über die Straße), und was er für sich wegwerfen möchte. Ich denke, das war sein Grundgedanke (wenn ich so frei sein darf, sternenschein).


    Abgesehen davon: natürlich meinen Eltern es in der Regel auch immer gut. Eltern sind meist nicht entweder böse oder toll - Eltern sind auch nur Menschen. Klar. Aber manche Eltern machen nunmal ziemlichen Bockmist und ich finde die Idee schön, die übernommenen Glaubenssätze, die einen eigentlich nur erdrücken, bewusst über Bord zu werfen.
    Ich hab erst gestern von meiner Mom einen Anschiss bekommen, weil ich schlechte Laune hatte, die von meinem Gesicht deutlich abzulesen war (nein, ich hab sie nicht angemotzt oder so). "Was ziehst du so ein Gesicht, muss das sein? Guck mal, die Sonne scheint und du sitzt hier und verdirbst mir die gute Laune!" Nach 24 Jahren krieg ich immernoch solche Sätze von ihr ab und die gute Frau weiß genau, wie beschissen ich die letzten Wochen schlafe und wie fertig ich deswegen bin. Sie meint es nur gut...? In dem Fall meint sie es für sich gut, aber nicht für mich ;).
    Und diesen Glaubenssatz - wenn es dir nicht gut geht, ziehst du jeden runter und alle sind böse auf dich - würde ich sehr gerne über Bord werfen (und meiner Mom bei der Gelegenheit auch mal gleich wegnehmen).



    Ich musste beim Lesen der Kommentare an eine Liedziele der Onkelz denken: "Das hier ist euer Erbe, auch wenn's euch nicht gefällt. Drum werdet bess're Menschen und ihr kriegt ne bess're Welt." Es ist gut, sich die negativen Glaubenssätze vor Augen zu führen - und dann bei den eigenen Kindern zu reflektieren, was man weiter gibt und ob man sihc diese Erziehung auhc so gewünscht hätte.
  23. sternenschein schreibt am 10.03.2011 um 15:18 Uhr:@Nicci,
    diese Sätze sind ja Momentaufnahmen, die aber dennoch oftmals sehr, sehr lange in einem Menschen nachwirken können.
    Und das perfide daran ist, oftmals ganz ohne es bewusst und wirklich zu merken.
    Sie nehmen teils das Selbstbewusstsein und verschliessen Fähigkeiten, die ohne diese negativen Sätze vorhanden wären.
    Wir können sie und ihre Auswirkungen nur beseitigen, in dem wir sie wieder hervorholen und uns bewusst machen.
    Und manche der Sätze werden von Eltern doch manchmal aus Boshaftigkeit oder Überforderung gesagt.
    Manchmal auch aus Unwissen, wie sensibel ein Kind ist und welche Auswirkungen diese Sätze haben können.
    Diese Auswirkungen auf das Erwachsenenleben und die daraus entstehenden inneren Kämpfe können wir immer wieder auf diversen Blogs lesen, aber auch hören, wenn wir hören wollen, von Menschen die wir persönlich kennen.

    Dieser Eintrag ist ja schon einige Jahre alt, doch mir war er so wichtig, auch die Kommentare dazu, dass ich ihn noch einmal nach vorne gestellt habe, da die Kommentare mich beim lesen vorgestern noch einmal sehr berührt haben.

    @ame,
    ja, so wie du es sagst, so habe ich es gemeint. Wie sollen wir etwas über Bord werfen können, wenn wir es uns nicht bewusst machen können, was da in uns ist. Welche ungute Saat da in uns aufgegangen ist, die uns von anderen eingepflanze und aufoktruiert wurde.

    Mir hat es sehr geholfen, mir diese Glaubenssätze aufzuschreiben, sie nach und nach durchzustreichen und aufzupassen, wenn sie dennoch mal wieder zuschlagen wollten, ohne dass ich es merke.


    Eine Kindheit muss nicht durchweg unglücklich gewesen sein und doch können in ihr diese negativen Sätze sehr viel Unheil anrichten.
    Kinder sind wesentlich sensibler, als oftmals weithin von den Eltern angenommen wird. Und die Nachwirkungen des gesagten halten wesentlich länger an, als normalerweise behauptet wird, wenn es heisst ein Kind vergisst schnell.
    Falls es "vergessen" hat, dann ist es unterschwellig im Unterbewusstsein doch noch da und wurde nur verdrängt.


    Danke für eure Kommentare
    sternenschein

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