Gedanken oder Fragen

24.11.2010 um 16:34 Uhr

Der Zeitkompressor

Kann mal jemand den Zeitkompressor abstellen?
Das Jahr ist schon fast wieder herum. Das Mindesthaltbarkeitsdatum für 2010 schon fast abgelaufen.
Irgendwie viel zu schnell, läuft sie, die Zeit davon oder dahin, je nach Sichtweise..
Ist die Zeit dehnbar wie ein Kaugummi oder auch nach belieben komprimierbar, so wie die Luft in einem Kompressor.
Wird die Zeit eifach so zusammengequetscht, auf engsten Raum, damit sie schneller läuft?
Im Hintergrund stehen die Herren der Zeit und lassen den Zeitkompressor immer schneller arbeiten.

Kein Wunder, wenn da einige meinen, man sollte die Zeit "entschleunigen".
Lässt Zeit sich entschleunigen?
Gibt es dann eine entschleunigte Zeit, eine normale Zeit und dazu noch unsere heutige schnelle Zeit?
Wie weit entfernen sich die Schnellen, die auf der Überholspur leben und die Zeitentschleuniger voneinander?
Leben sie dann noch in einer gemeinsamen Zeit?
Zeit ist Geld, so heisst es. Würde es ohne Geld keine Zeit mehr geben oder eher unendlich viel mehr Zeit.
Zeit für die wichtigen Dinge und nicht für das Geld?

Zeit ist schon ein merkwürdiges Ding.
Beim Warten auf irgendetwas, da scheint sie sich wie ein Kaugummi unendlich in die Länge zu ziehen und bei manchen Tätigkeiten vergeht sie viel zu schnell, eben wie im Fluge.
Zeitkonten sind irrelevant für Dinge die zeitlos sind.
Und des Menschen Zeit ist begrenzt.

Viele Fragen inspiriert von

S_Hase ( Die Kuh im Hasenfell )

und

ameamagao ( eigen-art )

.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. ameamagao schreibt am 24.11.2010 um 16:55 Uhr:Zeit ist eine Haltung zur Welt.
    (Gedanke, der eben durch mein Hirn schoss.)
  2. Yaimm schreibt am 24.11.2010 um 17:17 Uhr:Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.
    (Albert Einstein)

    Als ich 13,14 war, wartete ich auf den 15. Geburtstag, damit ich endlich Mofa fahren konnte. Dann auf den 16., um endlich ein Moped fahren zu dürfen. Dann auf den 18... Da zog sich die Zeit wie Kaugummi.
    Jetzt denke ich "Herrje, meine Kleine wird bald 10... ist das schon lange her, wo ist denn die Zeit nur hin?!"

    Vielleicht sollte ich mir mal wieder etwas suchen, auf das es sich lohnt zu warten...
  3. ameamagao schreibt am 24.11.2010 um 17:18 Uhr:Mir fällt gerade noch ein Buch ein: "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny. Hab es noch nicht gelesen, aber es soll sehr schön und auch sehr gut sein. Zum Thema "Zeitempfinden".
  4. S_Hase schreibt am 25.11.2010 um 14:22 Uhr:Zum Genießen braucht man Zeit, nicht nur beim Essen.

    Wenn man auf etwas langfristig wartet, wünscht man sich, die Zeit würde schnell vergehen, aber eigentlich ist das nicht besonders schlau. Warten hat ja den Beigeschmack von Zeitverschwendung, und im Hinblick auf die begrenzte Lebenszeit sollte man das wohl vorsichtig dosieren. Den Tod wünscht sich kaum jemand früher herbei, und falls doch, dann ist das Leben schon so gut wie vorbei, selbst wenn man hier noch Jahre verweilt.
  5. S_Hase schreibt am 25.11.2010 um 14:26 Uhr:Die Schnellen und die Bedächtigen leben in derselben Zeit, aber in unterschiedlichen Welten.
  6. Nasoetwas schreibt am 27.11.2010 um 13:10 Uhr:Den Zeitentschleuniger hat jeder in sich.
    Ist doch die Zeit der Ablauf jeglichen Geschehens und darauf kann jeder zum Teil selbst Einfluss nehmen.

    Muss man immer mitsausen?
  7. sternenschein schreibt am 30.11.2010 um 15:10 Uhr:@ameamagao,
    das Buch habe ich auch noch nicht gelesen, habe aber auch gehört es soll gut sein.
    "Zeit als Haltung zur Welt", was würde dann unser jeweiliges Zeitempfinden über uns und unsere Haltung zur Welt aussagen?

    @Yaimm,
    *lach*..haben wir als Jugendliche nicht alle auf irgendetwas gewartet, so wie du auf das Moped etc.. und dann immer die Fragen, wenn..dann. Irgendwie stellte man sich so vieles vor, was sich verändern würde, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat. Deiner Tochter wird es wohl ähnlich gehen, wie dir damals.

    S_Hase, manchmal warte ich ganz gerne, da es sozusagen "freie" Zeit ist, die man "anders" nutzen kann. Beim Arzt z.B. um zu lesen..und dann kommt man dran und ärgert sich fast, da man mit dem lesen noch nicht fertig wurde, wo es doch gerade so interessant war..;-)

    @Nasoetwas,
    fällt wohl schwer, stehen zu bleiben oder langsam zu gehen, wenn alle sausen und dahinrasen wollen.
    Brauchst dir nur mal die Autofahrer anzuschauen, die ihr Leben rikieren, nur um 3 oder 5 Minuten eher am Ziel zu sein, als der andere. Oder eben an der nächsten roten Ampel wieder eingeholt werden.
    Aber sie waren kurze Zeit schneller, was sie scheinbar befriedigt für einen Moment.

    Liebe Grüsse
  8. ameamagao schreibt am 30.11.2010 um 15:31 Uhr:""Zeit als Haltung zur Welt", was würde dann unser jeweiliges Zeitempfinden über uns und unsere Haltung zur Welt aussagen?"

    Haltung zur Welt ist zugleich eine Haltung zu sich und seinem eigenem leben: wie sehe ich es, welche Prioritäten habe ich? "Darf" ich zeit verschwenden, muss cih möglichst viel leisten und Geld verdienen, gönne ich mir Ruhe und die Möglichkeit, dinge genau anzuschaun... Mit diesen Einstellungen zu uns, unserem leben, zur welt, beeinflussen wir unser Zeitempfinden, denke ich, gravierend.
    Wie Welt, oder die Zeit, rast nicht - wir rasen.
  9. Nasoetwas schreibt am 01.12.2010 um 10:45 Uhr:
    ameamagao:""Zeit als Haltung zur Welt", was würde dann unser jeweiliges Zeitempfinden über uns und unsere Haltung zur Welt aussagen?"

    Haltung zur Welt ist zugleich eine Haltung zu sich und seinem eigenem leben: wie sehe ich es, welche Prioritäten habe ich? "Darf" ich zeit verschwenden, muss cih möglichst viel leisten und Geld verdienen, gönne ich mir Ruhe und die Möglichkeit, dinge genau anzuschaun... Mit diesen Einstellungen zu uns, unserem leben, zur welt, beeinflussen wir unser Zeitempfinden, denke ich, gravierend.
    Wie Welt, oder die Zeit, rast nicht - wir rasen.


    Mancher dieser Autofahrer hat jetzt gar keine mehr!
  10. ameamagao schreibt am 01.12.2010 um 12:11 Uhr:@Lyriost
    Danke für den Link, er ist interessant (auch wenn ich noch nicht alles genau verstanden habe ^^).

    Da hätte vielleicht (ein klein wenig) der Herr Marleau-Ponty mit reingepasst, der auch sagt, dass es Zeit nicht gibt (wenn er es auch anders begründet).. Wenn mich nicht alles täuscht (wenn), meinte er, Zeit sei nur eine Illusion, die Welt kenne keine Zeit. Die Zeit werde im Kopf des Menschen geschaffen und erst dann wahrgenommen, wenn er eine Erinnerung mit einem gegenwärtigen Bild vergleicht. Die Zeit gebe es also nur im Menschen, der Vergleiche anstellt, nicht aber in der Welt an sich.
  11. Lyriost schreibt am 01.12.2010 um 12:21 Uhr:@ameamagao
    Raum, Zeit und Kausalität sind apriorische Erkenntnismodi eines wahrnehmenden Subjekts. Sagt schon Kant. Also nichts wirklich Neues. Kein Platz für die Zeit als objektive Realität.
  12. ameamagao schreibt am 01.12.2010 um 12:27 Uhr:Apriorische Erkenntnismodi hatte ich erst - und trotzdem fiel mir die Nähe dazu nicht auf. Danke für den Hinweis.
    Nein, etwas Neues ist es unter diesem Rückblick nicht, wohl nur eine Weiterführung, was Merleau-Ponty schrieb. Ich muss aber auch einräumen, dass ich seine Sätze zur Zeit nur noch vage im Kopf habe..
  13. Nasoetwas schreibt am 01.12.2010 um 12:43 Uhr:Welchen Begriff würdet Ihr denn für "Zeit" verwenden?

    Hast du noch 1 Stückchen Tagesablauf für mich übrig?
  14. sternenschein schreibt am 06.12.2010 um 03:47 Uhr:Zeitverschwendung ist ja auch ein interessanter Begriff. Wobei man sich fragt, ob man wirklich die Zeit verschwenden kann? Man mag sie ungenutzt verstreichen lassen können, aber ist sie damit verschwendet?
    Totschlagen kann man die Zeit ja angeblich auch, oder Zeit wieder einholen.
    Merkwürdige Sache die Zeit.

    Danke für eure Denkansätze zur Zeit.
    Mir kam dabei als erstes der Gedanke..
    es war, es ist und es wird sein.
    Vielleicht ist ja alles drei gleichzeitig vorhanden, nur wir sehen nur diesen jetzigen, unseren Ausschnitt davon.
    Vielleicht ist das Vergangene alles noch da und das Zukünftige ebenso.
    So wie die Zeit die Objekte in ihrer Dimension verformt. Da von Blockzeit gesprochen wurde, vielleicht ist sie ja eine Art Körper in dem alles, auch wir schon vorhanden sind, durch den wir hindurchgehen. Dann würde die Vergangenheit bleiben und die Zukunft auch schon da sein, nur wir scheinen bei hr noch nicht angekommen zu sein.
    Wenn Zeitreisen möglich wären, wovon ja einige Physiker ausgehen, (bei hohen Geschwindigkeiten verläuft die Zeit ja anders als sie für die zurückgeblieben verläuft) dann müsste das vergangene und zukünftige schon immer vorhanden gewesen sein, denn durch diese Reise schafft man ja nicht eine beliebige Vergangenheit, sondern begibt sich dorthin. Da wäre natürlich die Frage des Paradoxum, wenn in der Vergangenheit auf dieser Reise etwas verändert werden würde.
    Liebe Grüsse und danke für die Anregungen.

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