Gedanken oder Fragen

15.08.2009 um 19:22 Uhr

Die Bremer Stadtmusikanten

Stimmung: gut

Sie hatten es nicht mehr gut, dort wo sie waren.
Sie hatten es wohl auch niemals wirklich gut gehabt dort.
Der Esel des Müllers, der Jahr für Jahr die schweren Getreidesäcke schleppen musste, und jetzt wo er nicht mehr konnte einfach fortgejagt wurde.
Der Hund, der Angst hatte vom Bauern nicht sein Gnadenbrot zu bekommen.
Die Katze, die der Bürgermeister nicht mehr brauchte, da ihre Zähne schon stumpf waren.
Und Gockelmann, der Hahn des Bauern Bolte, der am nächsten Tag im Kochtopf landen sollte.

Besser als hier, werden wir es wohl überall haben können, sagten die vier sich scheinbar.
Und so zogen diese vier so unterschiedlichen Gesellen los, in Richtung Bremen.
Auch wenn jeder von ihnen so ganz anders war, als die anderen drei, so ergänzten sie sich doch prima. Jeder von ihnen konnte etwas, was die anderen drei nicht konnten. So sollte dieses gemeinsame gehen, bei aller Unterschiedlichkeit, doch jedem von ihnen zu Nutzen sein.

Selbst wenn diese vier Bremer Stadtmusikanten niemals in Bremen ankamen, sondern in einer alten Räuberburg sich einquartierten, hatte ihre gemeinsame Wanderung und ihre Verschiedenartigkeit doch ihren Sinn.

Einer alleine von ihnen hätte es nie geschafft, was sie so gemeinsam zu viert schafften.

Besser als hier, werde ich es überall haben.
Sagten sie sich wohl.
Und so gingen sie.
Der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn.
-

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Angel1968 schreibt am 15.08.2009 um 20:09 Uhr:Die Bremer Stadtmusikanten hatte mal meine Klasse aufgeführt. Ich durfte ein Stück der Geschichte aufsagen.

    Gemeinsam schafft man jede Hürde.

    Liebe Grüße
    Angel
  2. Muffin schreibt am 15.08.2009 um 22:03 Uhr:Die Bremer Stadtmusikanten - das ist ein schönes Märchen! Zwar nicht eines meiner Liebsten, aber schön ist es alle Male =) ... und ja, sie gingen zu viert, weil sie sich dachten, dass es überall besser sei. Erstaunlich dabei finde ich aber die Tatsache, dass sie Freunde geworden sind, denn normalerweise könnte die Katze Appettit auf den Hahn gehabt haben und die Katze im Gegenzug vom Hund gejagt werden. Aber diese Tiere, die sich doch normalerweise gar nicht verstehen würden untereinander, wurden dennoch Freunde. Also denke ich, es lehrt uns, dass in den schlechtesten Zeiten aus Feinden Freunde werden können.
    Liebe Grüüüße^^
  3. Rabenmutter schreibt am 16.08.2009 um 13:55 Uhr:Ja ich finde dieses Gleichnis auch schön, dass man Freunde eben nicht nur unter "Seinesgleichen" suchen und finden kann...Auch wenn es da wohl einfacher ist, aber manchmal können wirklich gute Freunde unterschiedlicher nicht sein.
  4. sternenschein schreibt am 17.08.2009 um 03:16 Uhr:@Angel68,
    ich glaube ich hatte es mit der Schulklasse beim Weihnachtstheater damals mal gesehen.

    @Muffin,
    finde diese Verschiedenartigkeit der Tiere in der geschichte, dieses sich gegenseitig ergänzen sehr interessant.
    Und diese Aussage, nicht einfach auszuharren abzuwarten, sondern mit Hoffnung im Herzen dann aufzubrechen und zu gehen.

    @Rabenmutter,
    wenn es wirkliche Freunde sind, die andersartig sind, dann bereichert es ja auch sehr.
    Durch den Eintrag bin ich dann noch auf eine Seite gestossen, auf der einer meinte er hätte es wissenschaftlich bewiesen, dass diese Geschichte nicht bei Bremen sondern in NRW spielt.
    Und dass der Freiherr, der den Gebrüdern Grimm diese Geschichte übergab, extra das ihm verhasste Bremen hineinschrieb, um klarzumachen, dass die dort gemachte Musik Tiergejaule und Katzenmusik ist.;-)

    Liebe Grüsse
  5. Rabenmutter schreibt am 18.08.2009 um 15:27 Uhr:Dann ging die Idee des Freiherrn wohl etwas nach hinten los, oder? :-)
  6. sternenschein schreibt am 19.08.2009 um 02:31 Uhr:@Rabenmutter,
    Bremen war dieses jedenfalls nicht abträglich UND sie haben das Denkmal für die Stadtmusikanten als Touristenattraktion.
    Da Bremen protestantisch war, zudem durch den Handel recht wohlhabend war es in manchen Gebieten Deutschlands damals scheinbar nicht sehr beliebt.
    Liebe Grüsse

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