Gedanken oder Fragen

10.04.2009 um 17:11 Uhr

Eine Liebe um 1900 Teil 1

Stimmung: gut

Brief meines Urgrossvaters an meinen Grossvater Teil 1

W.L. 05.Juni 1900

Lieber Junge!

Ich muss unbedingt deinen Brief beantworten, obwohl es nicht viel zu deinem Nutzen ist, so einen Vater zu besitzen wie ich es bin.
Aber stolz bin ich doch auf dich, dass du noch nach mir fragst, nach so langen Jahren, wo ich mich nach dir hätte umsehen sollen.

Es tut mir wirklich leid, wie du dich durch die Welt hast schlagen müssen und doch noch froh dabei bist.

Nun, ich arbeite ja auch von meinem 9. Lebensjahr an, wo ich keinen Vater und Mutter mehr hatte und habe mich auch durchgeschlagen.
Schaden, glaube ich, tut es nicht, wenn man die Welt von allen Seiten kennenlernt. Nun genug von diesem.

Jetzt werde ich dir schreiben wie es gekommen ist, dass du nicht mein ehelicher Sohn bist.
Ich lernte deine Mutter kennen, als ich 19 Jahre alt war! Sie war natürlich 6 Jahre älter als ich, aber muss auch sagen, du bist alt genug zu wissen, Jungfrau war sie nicht, aber geliebt habe ich sie, und sie muss das selbige sagen von mir. Ich hätte sie geheiratet wenn ich dageblieben wäre.

Aber mein Bruder Heinrich, war dort in Australien zu dieser Zeit und schickte mir eine freie Fahrt um rùberzukommen..
Dass war ein harter Schlag für mich und deine Mutter; ich dachte aber, mich zu verbessern, und sagte deiner Mutter, sie könnte nachkommen, was sie auch getan hätte, wäre alles gut ausgefallen, so wie ich es ausgerechnet hatte.

Aber denke nicht übel von mir, wenn ich dieses sage, und auch nicht, dass ich ausgerissen bin vor euch beiden.
Ich liebte deine Mutter und bereue jetzt noch, dass ich nicht dageblieben bin.
Hatte gute Arbeit und alles, und wie ich hier in Australien ankam, hatte ich einen Ausschlag im Gesicht, deine Mutter wird sich noch erinnern können.
Konnte natürlich nicht auf meinem Geschäft als Bäcker arbeiten, da mein Bruder sagte, dieses müsse erst kuriert werden.
Dieses nahm drei Monate in Anspruch, ich hatte zwei Doktoren, einen von da und einen von hier. Sie konnten es aber nicht wegbringen.
Jede Woche 1 Pfund für mein Essen und die Doktoren bezahlen und keine Arbeit. Dieses wurde mir aber über und ich sah mich nach Arbeit um, da ich euch doch helfen wollte, hier rüberzukommen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Erdbeerkuchen schreibt am 11.04.2009 um 03:49 Uhr:Sehr interessant wie sich alles früher abgespielt hat, Hört sich an, wie eine Tragödie... Ich bin gespannt auf weitere Teile...

    Liebe Grüße
    E.
  2. lara_13 schreibt am 11.04.2009 um 17:27 Uhr:bin auch gespannt............

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