Gedanken oder Fragen

05.07.2010 um 22:02 Uhr

Erfolg in Singlebörsen

Der grosse Erfolg in Singlebörsen,
verträgt sich nicht mit Erfolg im Arbeitsleben.

Jedenfalls nicht, wenn man die Mails der Damen während der Arbeitszeit beantwortet.

Dieses musste ein stellvertrender Amtsleiter erfahren.
Er schien äusserst erfolgreich zu sein, in der Singlebörse, wohl weniger im Arbeitsleben.
Sein Arbeitgeber duldete zwar stillschweigend die Bearbeitung privater Mails auf dem Dienst PC in der Pause, in diesem Falle aber kündigte er seinem Mitarbeiter fristlos ohne Vorwarnung..

Der gute Mann scheint sehr erfolgreich bei den Damen gewesen zu sein. Denn aus seinen Chat und Singlebörsen Kontaktaufnahmen resultierten an manchen Tagen zwischen 139 bis 183 E-Mails Briefantworten, die er alle während seiner Arbeitszeit "bearbeitete", las und beantwortete.

Sein Arbeitgeber war der Meinung, so könne er seinen dienstlichen Pflichten nicht genügend nachgekommen sein.
Gegen die Kündigung wehrte sich der Herr. Das Arbeitsgericht Nienburg erklärte die Kündigung für ungültig.
In einem Berufungsverfahren gab das Landesarbeitsgericht jetzt aber dem Arbeitgeber Recht.

Die Richter kamen zu dem Schluss, wenn der Arbeitnehmer etwa 150 E-Mails am Tag las und beantwortete, selbst wenn er pro Vorgang nur 3 Minuten bräuchte, bliebe ihm keine Zeit mehr für die Arbeit übrig.

Seine Antwortmails hatte der Kläger "leider" gelöscht, aber die 774 DIN A 4 Seiten mit den Antwortbriefen der Damen, aus den letzten Wochen,befanden sich noch auf seinem Rechner und lagen dem Gericht zur Auswertung vor.
Dieses sah in der Verwertung auch keine Verletzung des Datenschutzes oder eines Eingriffes in die intime Privatsphäre des Klägers.

*WOW*, 183 Antwortschreiben an einem Tag von Damen aus der Singlebörse. Das ist doch eine reife Leistung, zumal es meistens heisst die Herren der Schöpfung hätten es dort schwerer.
Scheinen ja auch alles keine der berühmten "Vierzeiler" gewesen zu sein.
Vielleicht sollte der gute Mann jetzt einen Ratgeber für den "Erfolg in Singlebörsen" schreiben.
Oder seine Korrespondenz veröffentlichen, gerichtsbekannt ist sie ja ohnehin schon.
Zeit dazu sich jetzt seiner Haupttätigkeit dem Schreiben und "Bearbeiten" von E-Mails kontaktfreudiger Damen zu widmen, dürfte er ja jetzt mehr als genug zur Verfügung haben.
Wenngleich auch nur auf seinem privaten PC und nicht mehr auf dem Dienstwege.

Die ganze Geschichte samt Urteil auf

heise-online
Ausserordentliche Kündigung bei exzessiver Privatnutzung von E-Mail gerechtfertigt.


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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. andrina schreibt am 05.07.2010 um 22:36 Uhr:wow!!! das steigert meine meinung gegenüber männern aus singlebörsen wieder ungemein haha ;)
  2. aenne schreibt am 05.07.2010 um 22:44 Uhr:Ich bin beeindruckt, von dir - sternenschein! Woher nimmst du nur all die Themen, die du dann für uns alle hier so interessant aufarbeitest? Bist du eine lebende Brockhaus-Bibliothek oder google als sternenschein getarnt? ;) Es ist auf jedenfall immer wieder spannend, bei dir zu lesen. Danke und lieber Gruß von aenne.
  3. AngelInChains schreibt am 05.07.2010 um 23:18 Uhr:Auf der Arbeit private Sachen erledigen ist zwar schön, aber dass Arbeitgeber gegen jemanden vorgehen wollen, der die gesamte Arbeitzeit nicht arbeitet, sondern nur chattet und Emails schreibt, kann ich auch verstehen... Wobei ich ne Kündigung n bisschen übertrieben finde, hätte man es vorher nicht irgendwie anders lösen können?
  4. sternenschein schreibt am 06.07.2010 um 02:34 Uhr:@andrina,
    *lach* dann ist ja gut.
    Hast du da Erfahungen mit gemacht, die dich schlecht über Singlebörsenmänner denken lassen.;-)

    @anne,
    danke dafür. Im Netz stösst man täglich schon auf so manche Merkwürdigkeiten.
    Fand diese über 150 Mails, die er pro Tag manchmal bekam schon beachtlich.

    @AngelInChains,
    vielleicht hätten sie ihn ja vorher wenigstens abmahnen können? Hatte ich auch gedacht.
    Aber diese Menge war wohl für den Arbeitgeber zu intensiv.
    Hoffe er hatte sich die Mails der Damen wenigstens kopiert und gesichert, damit er noch etwas davon hat.;-)

    Liebe Grüsse
  5. AngelInChains schreibt am 06.07.2010 um 15:11 Uhr:Diese ewige sofortige Verklagerei finde ich schrecklich... Ich kenne leider selbst Leute (übrigens Leute, die ich auch wegen anderer Dinge nicht leiden kann), die immer sofort nach einem Anwalt und nach Anzeigen schreien... Auf die Idee, vielleicht erst einmal persönlich den "Störenfried" anzusprechen und das Problem vielleicht so schon friedlich zu lösen, kommen sie nicht...

    150 Emails sind übrigens gar nicht so viel ;) Wenn man aus irgendwelchen Gründen keine Chats nutzt. Ich kenn das selbst noch, von 1998 rum. Messenger/Chatprogramma gabs damals nicht so viele, und wenn der, den man hatte, mal Serverprobleme hatte, blieb einem ein öffentlicher Website-Chat oder eben halt Email. Die öffentlichen Website-Chats hatten damals noch nicht so oft die "Separee-Funktion", bzw wurde man andauernd von irgendwelchen fremden Hanseln belästigt, also hat man sich halt Emails hin und her geschrieben. Da dauerte eine Email aber auch nicht 3 Minuten wie im oben angegebenen Beispiel, sondern vielleicht ne Viertelminute ;)
  6. Yaimm schreibt am 06.07.2010 um 15:57 Uhr:Ich bin da selbst als Arbeitnehmer auf der Arbeitgeberseite.
    Job ist Job und privat ist privat und im Job tue ich das, wofür ich bezahlt werde.
    150 private Emails täglich kann man schon dreist nennen, ob es da eine Abmahnung auch getan hätte, tja gute Frage.

    Scheint jedenfalls ja beachtlich abzugehen in Singlebörsen!
  7. Nasoetwas schreibt am 06.07.2010 um 18:38 Uhr:Der Arbeitgeber hätte erste ein Verbot und wenn das nichts nützt eine Abmahnung aussprechen müssen.

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