Gedanken oder Fragen

10.02.2009 um 03:38 Uhr

FDP will gesetzliche Krankenversicherung abschaffen

Stimmung: gut

Die FDP will nach der Wahl die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen.
Guido Westerwelle fordert, die gesetzlichen Krankenkassen zu privatisieren.
Dazu eine gesetzliche Pflicht für jeden Bürger, sich bei einem Versicherungsunternehmen seiner Wahl privat krakenversichern zu lassen.
Diesen Plan will Westerwelle nach der Bundestagswahl, sollte die FDP mit der CDU eine Regierungskoalition bilden können, umsetzen. In der CDU gibt es genügend Personen, die dieses auch wollen, sagte Westerwelle.

Die Versicherungswirtschaft wird es freuen.
Aber den Bürger auch?
Wovon sollen die Rentner, die ärmeren Menschen, die Hartz IV Empfänger diese Beiträge zur Privatversicherung bezahlen?
Was ist mit den Eltern von Kindern, wo dann die Kinder nicht mehr automatisch mitversichert sind, sie fur jedes Kind extra bezahlen müssen?

Obama will in den USA die gesetzliche Krankenversicherung für alle einführen, Westerwelle will sie hier bei uns zerschlagen.
Schluss mit Solidarität und Umlagenfinanzierte Krankenkassenbeiträge.Soll doch jeder sehen wie er zurechtkommt.
So ist sie, die Partei der Besserverdienenden. Die können es sich ja auch erlauben. Aber was ist mit dem Rest, wenn Guido sich wieder seine Schuhe mit den 18 % unter den Sohlen anzieht, und unbeeindruckt von dem Gewimmer, der schon jetzt am Boden Liegenden, über sie hinwegstiefelt, um ihnen noch einen letzten Tritt zu geben. Grinsend und zufrieden wie immer, mit den Worten im Mund, "Der Markt wird's schon richten".
Vielleicht hat ihm aber auch die Höhenluft nach dem Hessenwahlsieg nicht gut getan. Denn da oben ist die Luft dünn und das Denkvermögen lässt nach, jedenfalls das soziale.

Die FDP von der Partei der Malermeister, die sie in Hamburg einmal war, über die Partei der Besserverdienenden, hin zur Partei der Versicherungswirtschaft.
Manchmal frage ich mich, wer steckt sich da die "Abwrackprämie" für den Sozialstaat ein?
Wer wählt dieses Abwrackunternehmen FDP?
Ich jedenfalls gehe mir erst einmal eine Abwrack und Entsorgungsbescheinigung holen. In den Schredder mit dem Sozialstaat.
Solidarität war gestern. Heute sind Ellenbogen gefragt. Jeder kämpft für sich und alle gegen alle.
Schöne FDP Welt.
Den Menschen alle Mittel und Möglichkeiten nehmen, und dann höhnisch von Freiheit und Eigenverantwortung reden.

Fehlt nur noch, dass Westerwelle und seine FDP die Schulen auch privatisieren will, um dann das Schulgeld einzuführen. Denn Unternehmen müssen sich ja lohnen.
Bildung nur noch für die Reichen, denn für die Armen gibt es sowieso nur noch prekäre Arbeitsplätze, da braucht man keine Bildung. Denn Bildung macht nur aufsässig.
Gute Nacht, Deutschland.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. DustinYannickPhoebe schreibt am 10.02.2009 um 04:50 Uhr:das wird doch echt immer schlimmer hier.
  2. ShineyArmstrong schreibt am 10.02.2009 um 08:45 Uhr:Hallöchen,
    Oh man, ich kann nur noch den Kopf schütteln! Was denken sie sich dabei? Ich glaube den Politikern geht es zu gut. Was mit den Bürgern passiert ist denen scheiß egal! Das ist sowas von ungerecht!
    Ständig reden sie, ja wir wollen keine Arbeitslosen. Was ist? Somit wird es ja nur noch schlimmer!!!! Dabei ist es ja jetzt schon eng! Was soll das denn?
    Da hat man in Deutschland kaum Zukunft mehr! Ich glaube wir sollten gegen die FPD protestieren! Wehrt euch!
    So kann das echt nicht weitergehen!

    LG
    Shiney
  3. trinidad schreibt am 10.02.2009 um 10:04 Uhr:nun ja. ich kann einerseits deine empörung verstehen. andererseits muss ich aber sagen, dass es an sich nicht aufgabe des staates ist, für jeden bürger alles vorzukauen und bereitzustellen. die aufgabe des staates ist es, den bürger die mittel zur verfügung zu stellen, selbständig zu sein. dazu gehört der zugang zu bildung, ein stabiles sozial- und gesundheitssystem.
    ich bin nicht ganz mit deiner gleichung einverstanden, dass das privatisieren der krankenkassen = ende der solidarität und 'ellbogen-raus' ist. ist es nämlich nicht. hier in der schweiz bezahlt jeder seine krankenkasse. ja, es kommt eine schöne summe ende jahr zusammen. aber den familien mit vielen kindern beispielsweise, stehen vom sozialamt prämienvergünstigungen zur verfügung. es muss also niemand auf eine krankenversicherung verzichten.

    klar, von einem system auf das andere zu wechseln, bringt zweifelsohne immer schwierigkeiten mit sich. aber ich denke, wenn die bürger etwas selbständiger wären, würden viele probleme gar nicht erst entstehen.
    ich will jetzt niemanden angreifen, aber die motivation arbeiten zu gehen oder eine selbständige tätigkeit auf die beine zu stellen nimmt bestimmt nicht zu, wenn man weiss, dass der staat einen so oder so auffängt.
    ich bin absolut der meinung, dass menschen mit weniger/ kein einkommen unterstützt werden müssen. aber das nicht nur monetärtechnisch notwendig, sondern auch, indem eine wiederaufnahme der arbeit gefördert wird.
    ich kann dir sagen, ich bin studentin und arbeite noch halbtags um meine kosten decken zu können. ende monat hab ich nicht viel übrig, an sparen ist nicht zu denken, will ich ferien machen muss ich anbieter vergleichen und versuche überall die günstigsten angebote zu finden. aber ich kann leben und dass, weil ich mir nicht zu schade bin, eben arbeiten zu gehen, und sei es, dass ich toiletten putzen gehe (was ich im übrigen auch schon gemacht habe).
  4. Arydale schreibt am 10.02.2009 um 13:41 Uhr:So, also ich wär für eine Pflichtversicherung für alle, die einen guten und zuverlässigen 'Grundschutz' für alle anzubieten hat. Diesen 'Grundschutz' gilt es 'vernünftig' auszuarbeiten, gesetzlich festzuhalten und ggf. anzupassen und zu erweitern. Und zwar, da es anders nicht geht, muß es eine gesetzlich vorgeschriebene KV-pflicht sein.
    Der Beitragssatz ist eh schon gleich, der kann dann wenn noch mehr 'dabei' sind dann doch gut gesenkt werden, weil der Anteil der Versicherungsnehmer steigt.

    Ach ja, wenn man dann schon dabei ist eine Pflicht-KV für alle einzuführen: die soll von mir aus gern von vier oder fünf bundesweiten Zentralstellen (Nord- , Süd-, West-, Ost- und Mitteldeutschland) geführt werden, die dann die Versicherungsnehmer verwalten. Denn viel Geld wird von den Verwaltungen 'gefressen' das eigentlich viel sinnvoller zur Verfügung gestellt werden könnte. Wer dann noch erweiterten privaten Versicherungschutz will/braucht der kann und darf sich gern in private KV-en weiterversichern. Da kann, darf und soll der Wettbewerb auch gern florieren.

    Gesetzlich Versicherte sind Versicherte zweiter Wahl. Das hat aufzuhören. So etwas braucht sich Deutschland nicht (mehr) zu leisten! Wenn gesetzliche Versicherte 'genö... ähm aufgefordert werden pro Quartal einen höheren finanziellen Eigenbetrag dem behandelnden Arzt zu gewähren und wenn sie dies nicht tun als 'unerwünscht' gelten oder mit qualitativ schlechterer oder kürzerer Behandlung/Beratung zu rechnen haben, dann hört der Spaß aber gewaltig auf. Über diese Art von Vorkommnisse kam erst gestern ein Bericht im Fernsehen wo ich zufällig dann hängengeblieben bin. Selbst wenn dies die berühmt und berüchtigten 'Einzelfälle' sein sollten dann muß ich sagen: das da jeder Einzelfall einer zuviel ist.

    Aufklärung tut not. Z.B. über sinnlose und überflüssige IGEL-Leistungen, Arzthonorare.....

    Viele Grüße
    Arydale
  5. sternenschein schreibt am 11.02.2009 um 07:21 Uhr:@Dustin und @ShineyAmstrong,
    sehe ich auch so. Ich denke auch die FDP steht den Privaten Versicherungen recht nahe. Vielleicht näher als man denkt.
    Westerwelles Jahresbrief an alle FDP Mitglieder lag eine Werbung für eine grosse Krankenversicherung bei. Und auf deren Werbebroschüre warben FDP Politiker dafür, dass sich die Mitglieder in diese Privatversicherung versichern sollten.
    Die versicherung zahlte dafür dass Porto für diese Post, wie Westerwelle extra betonte.
    So gesehen nicht sehr verwunderlich, wenn die FDP und Westerwelle wollen, dass sich alle bei privaten Versicherungen versichern sollen.
    Da ist scheinbar Politik und Wirtschaft, wie auf allen Feldern, wohl wieder mal zu sehr verzahnt.

    @trinidad,
    das Problem ist doch, dass es nicht genügend passende und normal bezahlte Arbeit für alle gibt.
    Die Gemeinden z.B. haben viele Menschen entlassen, und lassen diese Arbeit jetzt von 1 Euro Kräften erledigen.
    Ich weiss nicht, ob die Menschen, wenn sie vom Staat alimentiert werden würden, z.B. durch bedingungsloses Grundeinkommen oder einer negativ Steuer, nicht doch eher sich ein Zusatzeinkommen durch Arbeit oder Selbstständigkeit suchen würden, als es jetzt der fall ist, wo dann doch letztendlich alles von dem Hartz IV Bezug wieder abgezogen wird.
    Eine andere Seite wäre, dass sie dann auch mehr Möglichkeiten hätten, da sie bei ihren Unternehmungen sich sicherer fühlen könnten als jetzt. Da sie zur Not ja immer noch diese Sicherheit im Rücken haben und niicht unter Existenzängsten leiden würden.
    Ich hatte schon einmal gelesen, dass die Krankenversicherung in der Schweiz sehr gut gelöst ist, dass es dort alles funktioniert.
    Muss mich da noch mal näher mit beschäftigen.

    Gibt es bei euch in der Schweiz für Studierende auch eine Art Bafög und wie sieht es dort mit Studiengebühren aus?

    @Arydale,
    die Verwaltungen der ganzen Kassen samt diesen merkwürdigen Verteilungsschlüsseln sollten wirklich stark eingeschränkt werden.
    Da ist dein Vorschlag von 3 bis 5 Zentralen wirklich sehr gut und angebracht.
    Heute wird man ja bei vielen Ärzten wirklich schon gefragt, ob man dieses oder jenes noch machen lassen will. Es wird immer als sehr wichtig hingestellt, mit dem Hinweis, dass man es aber selbst zahlen müsste.
    Ich denke es läuft sehr viel verkehrt im Gesundheitswesen.
    Der Mensch ansich zählt da nicht mehr viel, für ein Gespräch mit dem Arzt bleibt kaum Zeit. Und diese ganze Pflegeversicherung ist auch ein Witz.
    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die Leistungen besser, oder die Beiträge bei Privatisierung der Krankenkassen niedriger werden würden.
    Denn die privaten Krankenversicherungen sind ja auf Gewinn und Rendite für die Aktionäre angelegt. Die wollen so viel Gewinn wie möglich machen, und nichts verschenken.;-)

    Liebe Grüsse
    sternenschein
  6. JOblogt schreibt am 11.02.2009 um 11:23 Uhr:Richtig erkannt -es geht nicht nur um die Abschaffung der gesetzlichen Krankenversicherung es geht um die Abschaffung des Sozialstaates.

    Westerwelle will noch mehr von dem ungezügelten Kapitalismus pur. Alle Macht den Ackermännern!

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