Gedanken oder Fragen

21.01.2010 um 04:18 Uhr

Geruchssinn bei Hühnern stark ausgeprägt

Im Netz ist immer noch häufig zu lesen, Hühner hätten keinen oder kaum einen Geruchssinn.
Könnten schlicht nicht riechen so wie wir es können.

Dieses stimmt nicht.
Wusste ich so auch noch nicht, wenn ich es heute im TV nicht anders gesehen hätte.

Das Riechvermögen von Hühnern und anderen Vögeln wurde bisher wenig untersucht, als nicht vorhanden vorrausgesetzt.

Wissenschaftler des Max Planck Institutes stellten jetzt aber fest, dass Hühner z.B. eine recht hohe Zahl von Geruchsrezeptor Genen besitzen. Andere Vögel auch, aber Hühner besonders viele.
Demnach haben Hühner scheinbar einen besseren Geruchssinn als ihn Meisen besitzen.
Da Hühner etwa dreimal mehr Geruchsrezeptor Gene aufweisen, als Meisen sie besitzen..

Ich wunderte mich immer, wie zielsicher Hühner ein Korn finden und aufpicken können. Zielgerichtet mit geraden Kopf nach unten, wobei ihre Augen sich ja eher an der Seite befinden.
Ich fragte mich, ob sie mit ihren Augen einen stereoskopischen fast 360 Grad Rundumblick haben, und auch nach vorne derart scharf sehen können, um zielgerichtet ein so kleines Körnchen aufzupicken. Genauso wenn sie im Laub scharren und die kleinsten Insekten finden.
Vielleicht hilft ihnen dabei ja auch ihr Geruchssinn. Denn auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, wie es so schön heisst.
Ein Huhn hat übrigens 570 Geruchsrezeptor Gene, von denen 80 % aktiv sind. Der Mensch besitzt 1.000 Geruchsrezeptor Gene, von denen allerdings nur 50 Prozent aktiv sind. So nutzen wir in etwas genauso viele Geruchsrezeptor Gene wie auch ein Huhn es tut.

Was die Sicht bei Hühnern nach vorne betrifft, bezweifel ich diese aufgrund ihrer Augenanordnung ein wenig, da sie, wenn der Habicht oben kreist, zum schauen ihren Kopf schief legen und den Habicht dann eben nur mit dem einen nach oben gerichteten Auge beobachten.

Einen anderen Vorteil gegenüber dem Menschen haben die Hühner auch noch, sie können ohne Probleme den Kopf um annähernd 180 Grad nach hinten drehen. Da können wir nur von träumen. !-) Nach hinten schauen zu können, ohne uns erst mit dem ganzen Körper umdrehen zu müssen..

Übrigens können sich Hühner im Spiegel sehen.
Wahrscheinlich erkennen sie sich aber nicht selbst darinnen. Denn der Hahn wollte sein Spiegelbild desöfteren angreifen, wenn ich ihm einen Spiegel hinstellte. Er plusterte sich dann immer fürchterlich auf und bekam vor lauter Aufregung einen ganz roten Kamm. Während die Hennen eher ruhig blieben und mehr oder weniger ihr eigenes Spiegelbild betrachteten.
Interessant fanden sie ihr Spiegelbild allemal, Damen eben..
Ebenso wie das Perlhuhn früher, das sich dann immer fürchterlich aufplusterte, einen Anlauf nahm um sich sein eigenes Spiegelbild angreifen zu können.

Hören können Hühner wohl auch recht gut, denn sie scheinen sich manchmal regelrecht zu unterhalten. Sie haben stimmenmässig im Grunde eine hohe Modulationsbreite.
Wenn ich ihnen mal ihr aufgezeichnetes Gegacker, Gekrähe, und all ihre anderen Geräusche die sie machten, mit einem Recorder vorspielte, reagierten sie allerdings meistens sehr verwirrt darauf.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. aloneone schreibt am 21.01.2010 um 07:11 Uhr:Wenn in meiner Küche am Wochenende der Eierkocher piepst, drehen unsere Vögel draußen im Garten den Kopf und gucken, woher das Geräusch kommt. Die können ganz sicher gut hören.

    Und wenn sie etwas ansehen, legen sie ja auch das Köpfchen schief und gucken mit einem Auge. Gerade nach vorne sehen geht anscheinend nicht.

    Ich hatte früher als Kind einen Wellensittich, der frei im Zimmer fliegen durfte - dem haben wir mal einen Taschenspiegel hingestellt, davon war er begeistert. Er hat abwechselnd damit gekämpft oder geschmust - je nachdem, ob er einen vermeintlichen Gegner oder Partner darin gesehen hat. :-)
  2. Lyriost schreibt am 21.01.2010 um 07:36 Uhr:Ich frage mich: Hat ein Huhn Schnupfen? Und wenn ja, findet es auch dann sein Korn?
  3. Jari schreibt am 21.01.2010 um 08:46 Uhr:Interessant, wie sehr der Mensch sich selbst immer noch als Krone der Schöpfung sieht, und einfach davon ausgeht, dass Tiere dies und jenes nicht können, obwohl sie vieles mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser können.
  4. Lyriost schreibt am 21.01.2010 um 09:04 Uhr:Jari, Krone der Schöpfung ist in der Nahrungskette der, der sich eine Krone aufsetzen kann, ohne daß ein anderer etwas dagegen tun könnte. Der Mensch kann gut rechnen, das wiegt einiges andere auf.
  5. AngelInChains schreibt am 21.01.2010 um 17:28 Uhr:Zur "Krone der Schöpfung" brauchen wir ausserdem eine Schöpfung... Daran scheiden sich schon die Geister.
  6. Lyriost schreibt am 21.01.2010 um 23:12 Uhr:Wieso scheiden sich bei der "Schöpfung" die Geister?
  7. AngelInChains schreibt am 22.01.2010 um 04:24 Uhr:Das sollte man wissen, wenn man Augen und Ohren auch gegenüber fremden Meinungen und Religionen offen hält.
  8. Lyriost schreibt am 22.01.2010 um 08:10 Uhr:Ich habe nicht das Gefühl, daß du meine Frage beantwortet hättest, AngellnChains. Meine Frage, war nicht "ob", sondern "wieso". ;-)
  9. AngelInChains schreibt am 22.01.2010 um 15:26 Uhr:Wieso? Na, weil Menschen verschieden sind. Schade, dass das wohl für viele Menschen schwer zu erkennen ist, dass sie solche Fragen überhaupt stellen.
  10. Lyriost schreibt am 22.01.2010 um 15:35 Uhr:Ja, das hast du gut erkannt, wie kann ich auch nur so dumme Fragen stellen. Was hat das Geisterscheiden aber nun mit der "Krone der Schöpfung" zu tun? Auch wenn einer die "Schöpfung" "Zufalliung" nennt, andert das nichts daran, daß es offensichtlich hierarchische Strukturen gibt.
  11. AngelInChains schreibt am 22.01.2010 um 16:52 Uhr:Dann überleg einfach mal, was "Schöpfung" auf sprachlicher Ebene denn genau aussagt. "Erschaffen" ist ein kreativer Prozess - ich hoffte, ein Künstler würde dies erkennen können. Und zu einem kreativen Prozess gehört einer, der ihn ausführt (sonst ist es nicht kreativ, sondern Zufall). Sprich, ein Gott oder ähnliches Wesen. Und DAS ist der Kritikpunkt. Nicht jeder glaubt daran.

    Nichts Anderes habe ich gesagt, also verstehe ich nicht, wieso du hier irgendetwas von hierarchischen Strukturen schreibst. Ich habe allein geschrieben, ich zitiere:

    "Zur "Krone der Schöpfung" brauchen wir ausserdem eine Schöpfung... Daran scheiden sich schon die Geister."

    Nicht mehr, nicht weniger.

    Ob es eine Hierarchie ist, spielt bei der Aussage keinerlei Rolle. Es geht um die Erschaffung vs. zufällige Entstehung. Und wenn du daran nichts auszusetzen hast, warum die Kritik?
  12. Lyriost schreibt am 22.01.2010 um 17:29 Uhr:Auf irgendwas muß sich deine Aussage ja bezogen haben, oder ist sie selbstreferentiell? "Interessant, wie sehr der Mensch sich selbst immer noch als Krone der Schöpfung sieht ..." = Hierarchie. Ohne Hierarchie keine Krone. Und wenn es eine "zufällige Entstehung" gegeben haben sollte, wer oder was ist dann der Urheber von Zufälligkeit. Solcherart Zufall wäre ja wohl ein noch größeres Kunstwerk als eine gezielte Schöpfung, und um eine Schöpfung als Schöpfung zu bezeichnen, bedarf es keines personifizierten Mythos, auch eine zufällige Schöpfung ist eine Schöpfung. Wenn du nun die außerordentliche Kunstfertigkeit betrachtest, mit der die Natur ihre Formen kreiert, Zufall oder nicht, wogegen der Pinsel des Künstlers ein Witz ist, wie solltest du da nicht berechtigt sein, von Schöpfung zu sprechen? Nur wenn du die Sprache mit Ideologemen auflädtst, sie so semantisch impfst, kann aus dem Wort "Schöpfung" ein problematisches Wort werden.
  13. AngelInChains schreibt am 23.01.2010 um 11:27 Uhr:Was ich schreibe, meine ich. Nicht mehr und nicht weniger. Ich denke, mehr muss ich dazu nicht schreiben.

    Sicherlich kann man auch der Natur eine grosse Schoepfungskraft zusprechen - hat sie auch. Wissen sollte man bei der Verwendung des Begriffes "Krone der Schoepfung" aber moeglicherweise, dass das ein von der katholischen Kirche propagierter Begriff ist. Sicherlich, er fand sich schon in der Antike bei einigen Philosophen, wurde aber schnell von der Kirche uebernommen und seitdem mehr oder weniger nur von Geistlichen verwendet. Aber vielleicht muss man Historiker sein, um das zu wissen und es so genau zu nehmen.
  14. Lyriost schreibt am 23.01.2010 um 11:41 Uhr:Es reicht, bei Wikipedia nachzuschauen. ;-)
  15. AngelInChains schreibt am 23.01.2010 um 12:04 Uhr:Naja, bei Wikipedia sammelt sich leider auch viel Mist, gerade bei wenig beachteten Artikeln. Es kann ja jeder hinschreiben, was er moechte - bis es geloescht wird. Aber das kann bei wenig angeschauten Artikeln oft eine ganze Weile dauern...
  16. AngelInChains schreibt am 23.01.2010 um 13:52 Uhr:Was im Focus steht, muss wahr sein ;)

    Übrigens ist im Studium Wiki wegen seiner Unsicherheit nicht als Quelle zugelassen. Was nicht heisst, dass EINIGE Artikel wirklich gut sind! Aber manche leider nicht, hab ich auch schon feststellen muessen... :(
  17. Lyriost schreibt am 23.01.2010 um 14:19 Uhr:Ach, Angel, es stand auch im "Spiegel", im "stern" und und und. Daß der akademische Wissenschaftsbetrieb sich schwertut mit lexikalischen Neuerungen, bei denen er selbst nicht dieFinger im Spiel hat, ist doch nur zu verständlich. Es liegt in seinem Interesse, Konkurrenz abzuwehren. Das ist der Grund der Ablehnung, nicht die "Unsicherheit" von Wikipedia. Ich selbst bin in meinem Arbeitszimmer geradezu umzingelt von Lexika und vergleiche ständig, aber ich kann den Test aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Die Unsicherheit, die es bei Wikipedia gibt, findet sich dort, wo aktuelle Dinge abgehandelt werden, die auf klassische lexikalische Weise noch gar nicht erfaßt sind.

    Dir viel Erfolg (was immer das sei) beim Studium. ;-)
  18. AngelInChains schreibt am 23.01.2010 um 14:38 Uhr:Danke.

    Also, es gibt leider schon einige schlechte Artikel bei Wiki, definitiv (was nicht heisst, dass es alle waeren, es gibt auch sehr gute, aber eben leider nicht nur)! Auch gehts leider nicht nur um aktuelle Dinge, folgendes Beispiel ist ein nicht unbedingt unbekanntes Buch von 18hundertnochwas. Da haette man viel Zeit gehabt, um an einem Artikel zu feilen ;) Ausserdem gibts sicherlich schon einen Artikel dazu in Kindlers Literaturlexikon, bei Metzler, oder in div. anderen Lexika mit literarischer Thematik. Da gibts ja einige...

    Schau dir mal den Wiki-Art. zu "Das öde Haus" von E.T.A. Hoffmann an. Den Inhalt bekomm ich leider nicht mehr ganz zusammen (sonst hätte ich den Artikel wohl auch überarbeitet), aber stilistisch sind Aussagen wie "Nachts und besonders zu Silvester sowie 12 am/pm sollen schauerliche Laute ertönen." nicht besonders ausgefeilt, meinst du nicht? Man kann das "am/pm" nicht einmal damit entschuldigen, dass die Geschichte in einem Land spielen würde, wo diese Formulierung geläufig ist, sie spielt nämlich in Deutschland. "am/pm" war auch zur Entstehungszeit, im frühen 19. Jahrhundert, keine geläufige Formulierung.

    Also, leider gibts ihn manchmal tatsächlich, den völlig unmöglichen Wiki-Artikel - auch bei Themen, die eigentlich nicht so neu oder ungewöhnlich sein sollten.
  19. Lyriost schreibt am 23.01.2010 um 15:20 Uhr:Liebe Angel, das ist nur eine mißglückte Inhaltsangabe, wahrscheinlich aus dem Englischen übersetzt. Doch immer noch besser als gar nichts, denn im KLL z.B. findet sich zum "öden Haus" nichts. Die Geschichte ist wohl nicht bedeutend genug. Daß die Benutzung jeder Art von Lexika uns nicht selbstverantwortliches Denken und eine gehörige Portion Urteilsvermögen erspart, sollte jedem klar sein. Ich finde auch im Duden immer wieder Fehler. Den Wikipedia-Artikel hab ich korrigiert, habe aber keine Zeit, was Vernünftiges draus zu machen. ;-)
  20. AngelInChains schreibt am 23.01.2010 um 17:13 Uhr:Nichts darüber im KLL? Das wundert mich wirklich.
  21. Lyriost schreibt am 23.01.2010 um 22:18 Uhr:Also, Angel, ich hab sicherheitshalber noch mal genau nachgeschaut, man findet "Das öde Haus" auf Seite 959 (KNLL 1988) nicht als eigenen Beitrag, sondern versteckt unter "Nachtstücke" lediglich kurz erwähnt (ein Satz), da es sich ja nur um einen Bestandteil eines Erzählzyklus handelt. Also weder eine Inhaltsangabe noch eine Rezension.
  22. sternenschein schreibt am 26.01.2010 um 02:36 Uhr:@aloneone,
    Wellensittiche mögen als Gesellschaftstiere ja gerne Spiegel um sich nicht so alleine zu fühlen, denke ich. Zu zweit fühlen sie sich wohler, denke ich..
    @Jari,
    in vielen Dingen sind uns die Tiere ja oftmals überlegen, wenn wir nicht unsere Technik hätten.

    Interessant fand ich auch, dass Hühner und Menschen einen ganzen Teil gemeinsamer Gene besitzt.
    Auch ist zum Teil noch nicht ganz bekannt, wofùr alle Geruchsrezeptor Gene bei den Hühnern da sind, da sich ein Teil davon weder bei Säugetieren noch bei Fischen finden lässt. Das muss erst noch erforscht werden.

    Liebe Grüsse
  23. sternenschein schreibt am 26.01.2010 um 03:21 Uhr:Lieber Lyriost und AngelInChains,
    danke für eure interessante Diskussion.
    Ich glaube auch Lexikas unterliegen in ihren Inhalten immer sehr dem jeweiligen Zeitgeist.
    Hatte mal den "Grossen Brockhaus", Jahrgang etwa 1920, musste oftmals beim Lesen lachen, da dort sehr vieles drinnenstand was heute nicht mehr haltbar ist. Sind also keineswegs objektive Inhalte. Und klar, denken muss man eh immer selbst.

    Selbst in "Die neue Volkshochschule" von 1923 wird E.T.A. Hoffmann nur am Rande erwähnt, als ein lebenswahrer Erzähler von grosser Erfindungsgabe, doch spukhaft phantastisch und ohne künstlerisches Gleichmass. Als dessen Vorbild Zacharias Werner genannt wird.

    Wiki finde ich insofern gut, da dort recht aktuelle Einträge zu finden sind und zudem Einträge über Dinge, die man in herkömmlichen Lexikas nicht findet.

    Ganz unabhängig von der Krone der Schöpfung habt ihr euch nicht eindeutig dazu geäussert, ob ihr an eine Schöpfung und somit einem Erschaffer oder Schöpfer glaubt, oder eben alles dem puren Zufall zuschreibt. Wobei dieses ja auch ein Glauben wäre, denn zu beweisen wird wohl beides, zur Zeit jedenfalls, nicht sein.
    Beruht beides auf Glauben und Annahmen denke ich.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  24. aloneone schreibt am 26.01.2010 um 07:08 Uhr:@Sternenschein: Ja, heute gilt es als Tierquälerei, einen Wellensittich allein zu halten - aber Ende der Sechziger hat man halt noch nicht so gedacht. :-(

    Immerhin hat unserer damals sehr lange gelebt und ist dann eines Tages friedlich eingeschlafen... ich hoffe, er hatte trotz allem ein etwas schönes Leben bei uns. Wir hatten ihn auf jeden Fall alle sehr lieb. :-)
  25. BloomDomino schreibt am 02.02.2010 um 21:40 Uhr:hallo kannst du mir sagen wie ich in meinen einträgen videos einfügen kann? also welche aus youtube oder so
    wäre nett wenn du mir das verraten würdest hehe

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