Gedanken oder Fragen

28.01.2010 um 08:26 Uhr

Goethe über die Erziehung

Die Erziehung ist nichts anderes,
als die Kunst zu lehren, wie man über eingebildete oder doch leicht besiegbare Schwierigkeiten hinauskommt.

Zitat: Johann Wolfgang Goethe
( Zum Kanzler Müller )

Schmunzeln musste ich bei diesem Zitat.
Es wird wohl so sein wie Goethe es sagt, denn über nicht leicht besiegbare Schwierigkeiten hinwegzukommen, da fehlen selbst dem Lehrenden oftmals die Vorgaben.
Dieses lehrt uns meistens erst das Leben, wenn überhaupt.

Das Leben selbst scheint mir sowieso oftmals der grösste Lehrmeister zu sein.
Da denke ich an den Spruch, den ich irgendwo an der Wand in Holz geschnitzt sah:
"Gott gibt uns die Nüsse, knacken müssen wir sie selbst".

Grosszügigkeit im Geben ist ja schön und gut, aber manchen gibt er arg viele Nüsse zum knacken.
Vielleicht sollte Gott auch einen guten Nussknacker dazugeben. Oder macht er dieses sogar und wir sehen es nur manchmal nicht, dass er für jedes Problem das passende Werkeug mitliefert, um es zu knacken?
Stehen dann wie ein Kind vor dem Ostereiernest und sehen es vor lauter Tränen nicht?
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. MariaHilf schreibt am 28.01.2010 um 09:43 Uhr:ICh glaub, alle Werkzeuge gibt er uns nicht mit....oder nicht die Augen sie zu sehen...aber alle versuchen ihr bestes...Gott auch.....
  2. NoZi schreibt am 28.01.2010 um 09:45 Uhr:Wenn er uns den Nussknacker immer gleich dazuliefern würde, hätten wir im Leben nichts zu lernen. Veränderung ist nur möglich, wenn du die Kontraste kennst. (Du kannst das Essen nicht schätzen, wenn du den Hunger nicht kennst.)

    Das Leben besteht aus Fehlern, die man begeht und aus denen man lernt. Neulich las ich bei Jirina Prekop "Für ein Kind kann es nichts schlimmeres geben, als vollkommene Eltern." und da ist was Wahres dran. Denn wie soll man sein eigenes Ich finden, wenn es einen gibt, der perfekt ist und jede Antwort parat hat. Wie langweilig wäre das Leben wohl, wenn man nicht mal stolpern würde, wenn man nicht lernen könnte, dass Aufstehen nach dem Fall möglich ist.

    Immerhin bekommt das im Leben, was man aushalten kann. (Wieso man es bekommt, ist eine andere Frage, deren Antwort nur jeder bei sich selbst findet.)
  3. TheNicciPain schreibt am 28.01.2010 um 11:54 Uhr:Ich bin kein Vorbild und muss auch keins sein ...
    Mein Kind ist genauso gepolt wie ich - es macht, was es für richtig hält.
    Ich sage maximal, wie ich es machen würde oder was nicht gut ist.
    Letztendlich wird sie ihre eigenen Erfahrungen machen.
  4. luciferra schreibt am 28.01.2010 um 14:30 Uhr:ich glaub dass man im leben sehr oft etwas nicht sieht, weil man grad in irgendwas vertieft ist oder nur das sieht was man sehen will ( mir gehts ja auch so)
    aber irgendwann kommt auch die zeit wo man wieder mit offeneren augen durch die welt geht, und viele kleine möglichkeiten und zufälle entdeckt, dass es manchmal schon wieder fast unheimlich wird ;)
  5. chouchou schreibt am 28.01.2010 um 19:30 Uhr:Ein Vorbild will ich nicht sein für meine Kinder,sonst würde ich ja versuchen kleine "ich`s" zu erziehen und dann würden sie ja auch dieselben Fehler machen wie ich.Sie sollen ihr eigenes Ding machen.Ich kann Anregungen geben oder Hilfestellungen,aber mehr nicht.

    Das komplette Werkzeug bekommen wir sicher nicht mitgeliefert,aber Material,um uns welches selber zu basteln!
  6. sternenschein schreibt am 01.02.2010 um 20:51 Uhr:@MariaHilf,
    ich glaube es liegt oftmals eher an den Augen, die die Werkzeuge nicht sehen können.
    Die uns die Nüsse oftmals so riesig erscheinen lassen, wenngleich sie bei genauer Betrahctung oftmals recht klein sind.

    @Nozi,
    das wäre wirklich ein langweiliges Leben, welches kein bisschen Herausforderung bieten würde und wohl auch kein seelisches Wachstum.
    Wir stolpern nicht gerne, aber manchmal muss es wohl sein..dieses durchs Leben stolpern.;-)

    @Nicci,
    ich finde, dieses sind doch gute Voraussetzungen. So wie du dich durchgesetzt hattest, wird auch sie sich durchsetzen.

    @luciferra,
    stimmt, manchmal erscheinen die kleinen Zufälle, die zur Lösung führen, fast unheimlich. Und man fragt sich, weshalb man es nicht vorher schon gesehen hatte.
    Der Vorhang tut sich wohl erst auf, wenn der richtige Moment dafür gekommen ist.

    @chouchou,
    kleine "Ich's" erziehen, das hast du sehr schön gesagt.
    Leider wollen das wohl viel zu viele so machen. Nicht nur kleine "Ich's" sondern sogar noch die bessere Version davon. Mit dem Anspruch das Kind sollte alles das erreichen was man selbst nie erreichen konnte.
    Es fängt ja schon bei den Zeugnissen an, da wird oftmals nicht die Wahrheit erzählt wie das eigene aussah, aber vom Kind Wunderdinge verlangt.
    Begleiten und Anregungen geben, ist wohl das beste was man machen kann, und dem Kind seine Freiheit lassen, sich seinen Weg zu suchen nach seinem eigenen Ich.
    Vorbilder suchen sich Kinder wohl auch, Eltern sind im gewissen Sinne auch Vorbilder im vorleben und dem Umgang mit Problemen. Egal ob positive oder negative, denn nicht umsonst wird so oft gesagt "So wie meine Mutter/Vater ist wollte ich niemals werden".
    Wobei dieses negative Vorbild vielleicht noch sinnvoller ist als ein positives. Denn niemals wird ein Kind sehen was wirklich dahintersteht, wenn es dieses auch erreichen will, was die Mutter oder der Vater erreicht hatte.
    Und etliche scheitern dann an diesen Versuchen, da sie das Vorbild überhöhten. Und auch, weil sie eben anders sind, ihre eigenen Wege finden müssen.

    Liebe Grüsse
    sternenschein

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